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Festival-Bericht

Wacken Open Air

mit Bruce Dickinson, Children Of Bodom, Blind Guardian, Kreator, Messiah's Kiss, Kotipelto, Blaze Bayley, Doro, Rose Tattoo, Rebellion, Withering Surface, Dimple Minds, Pretty Maids, Megaherz, Savatage, Alabama Thunderpussy, Children Of Bodom, J.B.O., In Extremo, Shakra, Nuclear Assault, Falconer, Dream Evil, Suidakra & Edguy

Festivalgelände Wacken, Wacken 01. - 03.08.2002

Wenn man sich so die ganzen Reaktionen in den Foren der Metalwelt durchliest, könnte man fast meinen, daß das W:O:A 2002 ein riesengroßer Reinfall gewesen wäre. Zu wenig Klos, Bier zu teuer, Organisationchaos, etc. pp. Ehrlich gesagt möchten wir uns diesem ganzen Gezeter nicht anschließen und nur über die Bands berichten, die wir (sprich Harry und Thorsten) uns angeschaut haben. Kommen wir also zum Salz in der Suppe - den Bands. Ohne die wäre ein Festival völlig nutzlos und die Anzahl der Klos, die Bierpreise, etc. total uninteressant. (tho)

Donnerstag 01.08.02

Messiah's Kiss eröffneten den Metalreigen am Donnerstag. Gesehen hab ich nicht all zu viel, weil ich noch vor den Toren stand, aber angehört hat es sich wie eine gute Mischung aus Grave Digger, Running Wild und Stratovarius. Gut geklaut ist halt halb gewonnen. Man kann auf den ersten Longplayer, der diese Tage erscheint, auf jeden Fall gespannt sein.

Dann kam der Herr Kotipelto von Stratovarius auf Solopfaden daher und wollte Wacken abfackeln. Hätte er es mal gemacht, dann wäre einem vielleicht nicht so kalt gewesen. Aber leider war mir der Auftritt ein wenig zu lau. Die Songs seiner Scheibe "Waiting for the Dawn" kamen zwar nicht schlecht an, aber gezündet hat es im Publikum nicht wirklich. Meiner Meinung nach war der Timo ein wenig auf sich allein gestellt, denn seine Mitstreiter hielten sich mehr im Hintergrund und anderseits hatte man die Art von Sound halt einfach schon zu oft gehört. Was soll's, beim Stratosong "Infinity" ging es dann doch ein wenig ab und machte Hoffnung fürs nächste Jahr, wo Timo mit Stratovarius Headliner sind. Schauen wir mal, ob dann was brennt.

Danach brannte auf jeden Fall erstmal Blaze und zwar vor Ehrgeiz, die Massen kräftig anzuheizen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger versprühte Blaze mehr Energie auf der Bühne, rannte von einem Ende zum anderen, hatte aufgrund seiner agilen Mitstreiter einen weiteren Vorteil und bot somit einen Auftritt, den ich so gut nicht erwartet hatte. Mit Songs seiner beiden Soloscheiben und als Schmankerl "Falling Down" von Maiden, hatte Blaze genug Material um die 45 Minuten interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Einer Headlinetour sollte nach einem weiteren Album also nichts mehr im Wege stehen. (tho)

Doro war für mich am Donnerstag der erste Act den ich mir gab, das Zeug davor interessierte mich nicht so. Tja, und irgendwie schien Petrus etwas gegen die Dame zu haben (die ist ihm wohl nicht keusch genug): als Madame Pesch und ihre Mitmusiker die Bühne betraten, fing es dermaßen an zu schütten, daß Teile des Publikums vorsichtshalber das Weite suchten. Wer ausharrte wurde jedoch mit einer guten Show belohnt. Viele gute alte Warlock-Hits ( "When East meets West", "All we are" zum Beispiel) und relativ wenig Balladen-Schmarrn (das unsägliche aber unvermeidliche "Für immer", bei dem man den Eindruck hatte lauter Kastraten stünden im Publikum, so laut und schrill sangen da manche mit, gab's natürlich) heizten dem Publikum ordentlich ein. Unsereins entdeckte schließlich noch, wieviel Spaß es macht junge Damen am Vergnügen des Crowdsurfings teilhaben zu lassen, ob die nun wollten oder nicht........ (Harry)

Danach war dann Zeit für Rock'n Roll. Rose Tattoo betraten die Bühne und legten los wie die Feuerwehr. Schließlich wollte man einige "schlechte" Shows in Europa wieder vergessen machen und integrierte dabei das erste Mal auch Songs des neuen Albums "Pain" in die Show. So reihten sich Klassiker wie "Rock'n Roll Outlaw", "Nice Boys...", etc. an neue Hits wie "17 Stiches", "Kisses and Hughs" und "Black Magic". Der Menge schien es sehr zu gefallen, denn selbst bei anhaltendem Dauerregen blieben noch eine Menge Leute, um die Jungs aus Australien gebührend abzufeiern. Meiner einer zollte nach 5-6 Songs der Busfahrt in der Nacht zuvor Tribut und ging bei guter Beschallung zeltwärts. Denn an diesem Abend konnte man, aufgrund nur einer "aktiven" Bühne, die Musik noch auf dem ganzen Zeltplatz hören, was an den beiden nächsten Tagen dann nicht mehr so einfach war. (tho)

Freitag 02.08.02

Am Freitagmorgen begann für mich aufgrund meines Schlafdefizites ein wenig später. Zudem hatte ich auch die Schlange (scheiße war die breit ;-) am Eingang nicht bedacht, so daß ich gerade noch rechtzeitig zu Rebellion kam. Aber ich hätte mich gar nicht so beeilen müssen, denn das war nichts, gaaaaaa nix! Es wurden nur Songs vom Debut gespielt und bei diesen Songs wollte außer bei "Evil Speaks" keine rechte Stimmung aufkommen. Und nur Songs vom Debut heißt, keinen einzigen Grave Digger Song! Grrrr... und gerade auf "Rebellion" hatte ich mich so gefreut. Wäre ja auch sehr passend gewesen. Aber anscheinend hatten die Rebellen um Ex-Grave Digger Uwe Lulis nicht all zuviel Lust, denn man nutze nichtmal die vollen 45 Minuten aus, sondern verschwand nach knapp einer halben Stunde. Sehr ärgerlich.
Necrophobic bekam ich dann aus der Ferne bei meinem ersten Bier mit. Hatte schon was diese kurzen Wege von Bühne zu Bühne, so konnte man immer mal kurz noch überall ein bisserl reinschnuppern. Necrophobic boten auf jeden Fallen brutalen, alles niederwalzender Blackmetal ohne große Schnörkel. Genau das richtige, um die müden Nackenmuskel am morgen wieder in die Gänge zu kriegen.

Und dann wurde es richtig lustig, denn da die nächtlichen Regengüsse den ganzen Boden aufgeweicht hatten, fuhren Bauern aus der Umgebung lauter Heuballen aufs Gelände, um eine Schlammschlacht einigermaßen zu verhindern. Fand ich auf jeden Fall sehr gelungen, diese schnelle Reaktion der Organisation.

Statt einer Schlammschlacht gab es in Folge dessen bei Iron Savior auch gleich die erste zünftige Heuschlacht. Und das schien auch die Leute auf der Bühne, allen voran Piet Sielck, sehr zu gefallen, die sich den ein oder anderen Kommentar über schicke Perücken nicht verkneifen konnten. Aber nicht nur Unterhaltung stand bei Iron Savior auf dem Programm, sondern auch richtig geiler Melodic Metal. Mit Protector schoß man gleich am Anfang eine Granate vom neuen Album ins Publikum, um diesem dann u.a. mit "Coming Home", "Iron Savior", "Condition Red" und "Atlantis Falling" den Rest zu geben. Selbst einige Soundprobleme konnten die Band nicht von ihren Triumphzug vor "heimischen" Publikum abhalten und so feierte dieses die Band auch richtig ab. Selbst ohne Kai Hansen muß man in Zukunft mit den Hanseaten rechnen. Als Gag sollten sie bei ihrer nächsten Tour ein paar Heuballen mitnehmen ;-)

Nach einer kleinen Biernachfüllpause ging ich dann ins Zelt (Wetstage), um gespannt auf Withering Surface zu warten, deren letztes Album "Walking on Phantom Ice" mich auf einen saugeilen Gig hoffen ließ. Doch Aufgrund einiger Verzögerungen, spielten zu dem angegebenen Zeitpunkt erst Justice aus Franken. Mir selbst gefiel der Sound nicht so ganz, daß ich mich in Richtung Toiletten aufmachte, um den Gig von Withering Surface einigermaßen unverkrampft genießen zu können. Allerdings muß ich auch zugeben, daß Justice vom Publikum ziemlich abgefeiert wurden. Live hatten die Jungs schon was drauf und gelungene Kommunikation (man kann es halt meistens zum Vorteil nutzen, wenn man die Landessprache beherrscht) mit dem Publikum tat ihr übriges, daß die Jungs selbst den Auftritt wohl nicht so schnell vergessen werden.
Da ich das aber größtenteils verpaßte, um meinen Darm zu lehren, kam ich in den Genuß aufm Pott von Angra (True Metal Stage) unterhalten zu werden, da das Klos direkt gegenüber dieser Stage stand. Ehrlich gesagt kann ich diesen Eunuchenmetal der Brasilaner nicht mehr hören. Aber wenn man hauptsächtlich von der Wucht der Drums und des Basses aufm Klos unterstützt wird, ist dann schon ein lustiges Gefühl ;-)

Was ich noch anmerken muß. Zu diesem Zeitpunkt (Freitag 15 Uhr) gab es noch keine Anzeichen einer Schlange vor den Klos. Man muß sich halt nur den richtigen Zeitpunkt für sein Geschäft aussuchen. Und für die Mädels: Zum Pieseln reicht doch wohl auch ein Dixi, von denen ja genug zu Verfügung standen.

Erleichtert ging ich dann also wieder zur Wet Stage um endlich Withering Surface genießen zu können. Was mir allerdings übel aufstieß war, dass ich durch die Zeitverzögerung Nocturnal Rites auf der Party Stage verpassen würde. Aber was soll's, es hat sich gelohnt, denn Withering Surface legten das Zelt in Schutt und Asche. Frontmann Michael H. Andersen brüllte, kreischte und sang sich das Seele aus der Leib, dass es eine wahre Freude war. Der Rest der Truppe spielte zudem dermaßen tight sein Set herunter, daß ich nach 2 Liedern schon völlig verschwitzt über der Absperrung lag (Jaja, ich halt nichts aus ;-). Songtechnisch lag das Hauptaugenmerk auf dem aktuellen Album und so wurden Songs wie der Titeltrack, "Seperation", "Joyless Journey" (absolut geil) und "Night of Shame" ins Publikum gefeuert, welches jede Note mit Begeisterung aufsog. Aber auch ältere Sachen kamen nicht zu kurz, so daß WS mit "Dancing with Fairies" und "Exit Sculpture" ihren 45 minütigen Gig furios beendeten. Ich kann nur allen Fans von älteren In Flames und Dark Trabquility unbedingt empfehlen sich diese Band mal zu geben. Auf jeden Fall ein Highlight des Festivals. YES!

Wie gesagt, Nocturnal Rites hab ich leider verpaßt. Aber mein Kumpel berichtete, daß sie mal wieder einen sehr spielfreudigen Gig hingelegt haben. Unter anderem haben sie vom neuen Album "Shadowland" den Titeltrack und "Afterlife" gespielt. (tho)

Yesss!!!! Nachdem ich am Freitag um ca. 16 Uhr vom Komasaufen der Nacht zuvor erwacht war, kam ich gerade noch pünklich zum Festivalgelände um mir die ungekrönten Könige des Prollrocks anzuschauen. Und die gaben der Meute dann auch was die wollte: "Alles was wir wollen", "Pfandpiraten", "Wir sind jung.." und vieles mehr. Für Dimpel Minds-Fans blieben keine Wünsche offen. Auch zwei neue Songs wurden präsentiert, wobei bei einem der Bassist kurzzeitig den Gesang übernehmen mußte, weil der Sänger mitten unterm Lied zum Kotzen hinter der Bühne verschwand. Höhepunkt war dann natürlich einmal mehr "Durstige Männer" bei dem ein gigantischer Moshpit keine Fragen offenließ. Echt geil, aber warum sind die Kerle ausgerechnet Werder-Fans...?
(Harry)

Fast ausgefallen wegen etlichen Verschiebungen und Bierholen sind Pretty Maids. Den Schluß bekam ich dann doch noch mit und erlebte, was ich mir schon gedacht hatte. Ein Band die Hard Rock wahsinnig spielfreudig in die Menge pustet und noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Kompliment an Atkinson und Co.

Als nächstes standen unsere Stadtkollegen von Megaherz auf dem Programm. Und ich muß sagen, diese Band geht live einfach geil ab (und das sogar in Norddeutschland, hehe). Wer hier behauptet eine billige Rammsteinkopie gesehen zu haben, hat trotz der stolzen Bierpreise ziemlich zugelangt oder hat schlicht weg keine Ahnung. Songs wie "Glas & Perlen", "Jordan", "Miststück" und "Blender" wurden von der Menge mit Kusshand aufgenommen und mitgesungen. Zudem gab es ein vitales Stageacting und Kommunikation mit dem Publikum, welche(s) ich sehr gelungen fand und einfach nur Spaß gemacht hat. Fertig!

Fliegender Wechsel zu Savatage... ...jaja, ich weiß. Viele Leute werden es nicht nachvollziehen können, warum Savtage für Megaherz (fast) entfallen mußten, aber ich konnte bis jetzt mit den Herren Olivia und Co. nicht soviel anfangen. Aber die letzten beiden Songs "Gutter Ballet" und "Hall of the Mountainking" waren sogar mir ein Begriff *g* und brachten den Mob zum Rasen. Gelungene Vorstellung! (Tho)

Etwas zeitgleich zu Savatage spielten Alabama Thunderpussy auf der Wetstage:
Zu denen schleifte mich ein Kerl mit, mit dem ich bei Dimpel Minds ordentlich rumkrakeelt (Geiles Wort, Anm. Tho) hatte, ich persönlich kannte die Band vorher nicht. Aber einen schlechten Eindruck hinterließen die beileibe nicht, geiler Asshole-RocknRoll, der ordentlich kickte und die Temperatur im Zelt kräftig ansteigen ließ. Habs auf jeden Fall nicht bereut, die angetestet zu haben.

Danach gings auf dem Zeltplatz erstmal weiter mit Extrem-Alkohol-Vernichting, (der andere Typ und ich hauten uns innerhalb einer Stunde erstmal ne Flasche Whisky hinter die Birne) sprich das Geschehen auf den Bühnen rückte zunächst mal in den Hintergrund, bevor man mal wieder zur Bühne wankte. (Hehe... irgendwie sind solche Berichte im nachinein sehr witzig zu lesen, Anm. Tho.)
(Harry)

Nach Savatage betrieb ich dann mal wieder Gotteslästerung, denn anstatt mir Destruction zu geben, trottete ich zum Zeltplatz, genau, Bier holen.. man muß schließlich auf seine Figur achten. Denn bei meinem anschließenden 4 Band-Gewaltpackage (B. Dickinson, COB, J.B.O. und In Extremo) hab ich wahrscheinlich sowieso viel zu viel abgenommen.

Der Freitagabend hatte es also in sich und begann mit Bruce Dickinson. Mein Gott hat der alte Sack noch Saft im Gebälk, denn so einen Hammergig hatte ich dann doch nicht unbedingt erwartet. Aber man nimmt, was man kriegt und das war an diesem Abend eine sauagile Vorstellung mit genialer Setlist. Bei seinen Solohämmern wie "Back from the Edge", "Accident of Birth", "Dark Side of Aquarius", "Tears of the Dragon" (Gänsehaut!) und "Tattooed Millionaire" geriet das Publikum richtig in Fahrt und bescherte Herrn D. garantiert einen unvergesslichen Abend. Aber als Bruce dann anfieg, "The next Song is from the other band in my life", war in Wacken für 90 Minuten die Hölle auf Erden, denn bei Songs wie "Revelations", "Bring your daughter to the slaughter", "Powerslave" & "Prisoner" fragte ich mich langsam wie ich den Rest des Abend überstehen sollte. Und die Antwort lag auf der Hand: Schweißgebadet!!! Wahnsinn!!!

Weiter im Reigen ging es mit Children of Bodom, die mit einem tighten Set von ihren bisherigen 3 Alben und wahnsinniger Spielfreude ihren "Mit-Headliner" Status mehr als bestätigten. Ich muß allerdings ehrlich sagen, daß für mich allmählich noch vieles sehr ähnlich klingt und ich die Songs fast nicht untscheiden konnte. Einzig und allein "Lake Bodom" blieb bei mir im Gedächtnis hängen. Aber man muß ja nicht von mir auf andere schließen, denn die Menge tobte bei jeder Spielpause wie der Leibhaftige selbst und diese bestimmt ja das Gesamturteil. Also Daumen hoch! (tho)

Dannach war dann auch unser Whiskytrinker wieder da ;-) und schaute sich J.B.O. an:

Obwohl ich kein absoluter J.B.O.-Fan bin, hat der Gig mir dennoch gut gefallen, sehr energiegeladen und lustig. Von "Ällabätsch" über "Verteidiger des wahren Blödsinns" bis zu neuen Sachen war alles dabei, was Fans der Rosa Armee Fraktion begehren. Amüsant. (Harry)

Da ich aber ein Fan bin, möchte ich zu den Zeilen von Harry noch etwas hinzufügen, denn "amüsant" finde ich für diesen geilen J.B.O. Auftritt doch ein wenig untertrieben. Die Menge tobte, fraß den Herren in Rosa aus der Hand und gröhlte jeden Hit mit. Neue Songs wie "Ich will Lärm" oder "Arschloch und Spaß dabei" wurden genauso dankbar entgegengenommen wie alte Sachen wie z.b. "Kuschelmetal", "Hose runter", "Im Verkehr", "Schlaf Kindlein schlaf" mit intergriertem "Ällabätsch" und zum Abschluß "J.B.O." Der Knaller des Abends war aber die perfekte Imitation von Lemmy, den Hannes (mit Warze *lol*) bei "Ace of Spades" fast beängstigend naturgetreu rüberbrachte.
Ein genial lustiger Gig von den härtesten (und besten) Entertainern Deutschlands!!!

Das noch zu übertrumpfen versuchten dann In Extremo. Und obwohl deren Gigs eigentlich immer ein Highlight sind, war ich dieses mal etwas enttäuscht, denn nach 3-4 Konzerten sieht man einfach, daß zu vieles schon Routine geworden ist. Auch mit Hits wie "Vollmond", "Der Wind" und "Ai vis lo lop" konnten man mich nicht dazu überreden, bis zum Schluß zu bleiben. Und so entschloß ich mich, das Geschehen auf dem Weg über die Menge nach vorn zu verlassen. Aus der vierten Reihe auch praktischer als hinten raus ;-)
Von hinten konnten ich dann die Pyroeffekte fast besser überblicken und muß zugeben, hier gehören In Extremo einfach doch in die erste Liga, da es einfach geil zu Musik und Gesamtstimmung paßt.
Aber ein bisserl mehr Spontanität wäre trotzdem net schlecht!

Damit endete dann der Freitag für mich, nach knapp 5 Stunden Musik war ich dann auch sehr bedient und muß sagen, daß kleine Pausen zwischen den Bands einfach nicht schlecht wäre, auch wenn dann weniger Bands spielen könnten. Aber vielleicht wäre dann nicht soviel Chaos an der Tagesordnung, aber wurscht. Hab eh nichts zu sagen ;-)

Auf dem "Heimweg"spielten dann im Hintergrund noch Warlord. Auch wenn mich das Album nicht überzeugen konnte, da es sich in meinen Ohren einfach nur nach nem Egotrip einen Gitarrenmeisters anhörte, hörte es sich live doch ganz annehmbar an und ich verfluchte mein Müdigkeit. Und nicht nur an diesem Abend, denn diese sollte mir auch am Samstag einen kleinen Strich durch die Rechnung machen. Aber was jammer ich, ich war ja aufm Festial und nicht im Urlaub ;-) (tho)

Eher zufällig kam ich dazu, mir Torfrock anzuschauen, denn von denen kenne ich eigentlich nur dieses Beinhart-Lied aus dem Werner-Film. Naja, ordentlich ab gings bei denen ja, denn in Wacken hatten die ja mehr oder weniger ein Heimspiel. Aber mich persönlich hat das Songmaterial, das ich nicht kannte, auch nicht weiter überzeugt. Muß man wohl ein Fischkopf sein, um so was zu mögen.... Danach kam mal wieder der inoffizielle Teil aber darauf verzichte ich jetzt aus "bekannten Gründen" mal lieber...(Hmm.. Nachts um 2 Uhr könnte man ja auch an Schlafen denken, aber nöö, der Harry muß wieder Saufen ;-), Anm. Thorsten) (Harry)

Samstag, 03.08.2002

Der Samstag begann für unsereins musikalisch relativ spät und zwar gegen 14.30 Uhr. Aber anstatt auszuschlafen, hatte ich vorher versucht, im Dorf Wacken an einen Geldautomaten Bares abzuheben. Da die Schlangen an allen 2 Automaten aber länger waren als bei einer Eisbude in Moskau (1992), überlegte ich es mir noch mal anders und verlebte den restlichen Samstag relativ spartanisch, so daß mir doch wirklich fast das Bier ausgegangen wäre. Damit ich das nächste Mal nicht verdursten muß, wären 2-3 Geldautomaten auf dem Festivalgelände nicht schlecht. 1998 auf dem Dynamo gab es das ja auch.
Aufgrund dessen betraten wir das Gelände erst, als sich die Schweizer Shakra auf der Partystage bei brutaler Hitze den Allerwertesten abrockten. Mit dem Material der Jungs bin ich zwar nicht gut vertraut, aber das machte auch nichts, denn jeder Songs versprühte Spaß und Energie ohne Ende. Die Musik war einfach geeignet für diesen sonnigen Samstag Nachmittag, so daß man ziemlich viele Leute, die nicht unbedingt bewußt zuschauten, beim Mitwippen erwischte. (tho)

Man konnte gespannt sein, was die Jungs (so jung sind sie eigentlich gar nicht mehr) um Danny Lilker nach ihrer langen Pause noch zusammenbringen würden, aber sie konnten auf ganzer Linie überzeugen. Spielfreudig und engagiert spielten sich Nuclear Assault durch ihren Set und sogar Danny Lilker wirkte auf heute gar nicht so bekifft wie sonst. (Harry)

Der erst zweite deutsche Auftritt von Falconer (Bild links) lief dann ein wenig zwiespältig ab. Ich hatte mich zwar sehr auf die Band gefreut und gröhlte eigentlich auch sämtliches Songmaterial (von "Mintraveller" über "We Sold our Homesteads" (im schwedischen Original) zu "The Clarion Call") mit. Aber die großartige Stimmung, die ich mir erwartet hatte, kam irgendwie nicht richtig auf. Zum einen war bei den ersten 4 Stücken die Axt von Mastermind Stefan überhaut nicht zu hören, so daß seine Mimik und seine Spielfreude natürlich nicht optimal waren. Außerdem kam Sänger Matthias wirklich etwas unbeholfen über die Bühne gestapft. Man sah, daß er nicht wirklich wußte, was er auf einer großen Bühne vor einen großen Metalmob anstellen sollte. Stimmlich wußte er zwar überzeugen, aber das Stageacting war langweilig. Es fehlte einfach ein bisserl Pep.
So hätten sie den Liveauftritt lieber gelassen, denn sie wollten ja eigentlich eh nie live auftreten. Hat man gesehen.

Also nächstes stiefelte ich kurz zur Wetstage, um Dream Evil zu begutachten. Aber für mich war es mal wieder nur ein weiterer True Metal Klon, den man sich auch getrost hätte sparen können. Herr Nordström sollte sich lieber aufs Produzieren konzentrieren.

Nach einer weiteren Bierholpause, standen für mich dann Suidakra auf dem Programm. Nach dem genialen "Emprise to Avalon" Album hatte ich mich sehr auf diesen Auftritt gefreut, aber mal wieder blieb ein fader Beigeschmack. Nicht das mich Kracher wie "Darkane Times" oder "Dragonbreed" nicht zum Bangen gebracht hätten. Aber das Hickhack um das aktuelle Line-Up der Band führte dazu, dass Co-Sänger Marcel erst einen Tag zuvor erfahren hatte, dass er überhaupt bei dem Auftritt dabei ist. Dementsprechend bescheiden war seine Darbietung, was größten Teils daran lag, daß seine Gitarre und Gesang kaum bis gar nicht zu hören waren. Aber genau dieses Hin und Her zwischem cleanen Gesang und Growls macht Suidakra so vielseitig. Tja, heute halt nicht. Vielleicht werden sich die Jungs um "Diktator" Arkadius ja mal einig, denn eingespielt gibt die Truppe garantiert (noch) mehr her.
Sehr interessant war noch, daß ich am Tag zuvor den Ex-Bassisten von Suidakra, F.T., traf, der mich genauerer über das Line-Up Chaos bei den Jungs aufklärte. Sehr spannend ;-)

Auf der Hauptbühne gabe es zur selben Zeit Melodicmetal von Edguy. Hätte ich mir mal lieber die Hessen angeschaut, denn was ich zum Schluß noch mitbekam war die reine Vollbedienung. Die Bühne stand gerammelt voll mit Dekozeugs (siehe Bild rechts), und dazu bot man einen Querschnitt durch alle 5 Longplayer. "The Pharaoh" war eins der Highlights des neuen Albums. Der tobenden (großen) Menge nach zu urteilen, sind Edguy zur Zeit eine der angesagtesten Bands Deutschlands. Da können sich die Herren ja mit knapp 30 dann zur Ruhe setzen ;-)

Danach plagte mich dann erstmal wieder mein Schlafmangel, so daß ich nochmal zum Zelt tigerte, um mich vor Blind Guardian noch mal kurz auszuruhen und zu stärken.
So kam ich dann gegen 21.15Uhr wieder aufs Festivalgelände und durfte noch die letzten Minuten von Cannibal Corpse genießen. Ich kann mit dem Deathmetal der Jungs ja eher weniger anfangen, aber die Massen vor der Blackstage zeigten, daß ich damit gerade in der Minderheit war. Die Jungs wurden abgefeiert und lieferten dazu ohne große Sperenzchen einen heftigen Gig ab, wobei garantiert viele Nackenwirbel um Gnade baten. Tödlich!

Und jetzt war es soweit, Blind Guardian (Bilder rechts und links) eroberten Wacken! Anders kann man diesen Gig nicht beschreiben. Denn die Krefelder boten eine sowohl musikalische als auch visuelle Meisterleistung, dass es die wahre Schau war. Hatte mich auf der Hallentour im Frühling doch ein bisserl die Abgeklärtheit (und damit aufkommende Routine/Berechenbarkeit) der Jungs gestört, wurde ich heute eines besseren gelehrt. Das zweistündige Set war gespickt mit Überraschungen ("Majesty" & "Lord of the Rings"), was für mich im sagenhaften "And then there was Silence" gipfelte. Wahnsinn! Denn mit diesem Stück hatten wahrscheinlich nur wenige gerechnet. Aber es funktionierte auch live großartig. Ansonsten wich das Set nicht all zu viel von der Hallentour ab. Das bedeutete, "The Bard Song" beanspruchte mal wieder die Stimmkehlen jedes BG-Fans und bei "Imaginations..", "Journey through the Dark", etc. pp. bangte das Volk ohne Gnade ab.
Wie gesagt, visuell gab es auch viele Leckereien zu bestaunen, wie Pyro ohne Ende, zwei riesige Backdrops an den Seiten und ne Lightshow vom Feinsten. Damit wäre man auf jeden Fall ideal auf das BG-Open Air 2003 vorbereitet. Schauen wir mal, was es dann für Specials gibt.
Ich verließ auf jeden Fall nach diesem Höhepunkt des Festivals langsam das Gelände Richtung Zelt. Kreator, U.D.O. und Konsorten gab's für mich nur noch aus der Ferne.
(tho)

Zusatz vom Harry:
Blind Guardian und ihr Bombast-Metal sind sicherlich Geschmackssache, mir persönlich hat der Gig ganz gut gefallen. Ein Kritikpunkt jedoch: Nichts dagegen wenn eine Band ihr Publikum lobt, wenn gute Stimmung ist (und die gab's hier reichlich), aber wenn der Sänger nicht nach jedem Lied mit irgendwelchem Enthusiasmusgelaber dahergekommen wäre, hätten BG gut und gerne 2-3 Lieder mehr spielen können, und darauf kommt's mir bei einem Gig schließlich an.

Einen absolut geilen Gig boten schließlich Kreator, die gleich nach den Gardinen spielten. Zwar war nicht mehr ganz so viel los wie bei denen (klar auch, weil die ganzen Weiber halt nimmer da waren) aber egal: Kreator traten Ärsche! " Extreme Aggressions", "Flag of Hate"(jaaaa!!!), "Reconquering the throne" (haben sie mit dem neuen Album eh), "Pleasure to kill", "People of the lie" und und und. Aus fast jeder Phase ihrer Karriere spielten sie die Knaller und das Publikum, das bis jetzt ausgeharrt hatte wurde mit einer geilen Show belohnt. Who the fuck is Slayer?

Für mich war das die letzte Band, die ich mir angeschaut habe, ich war fertig und wollte nur noch pennen.(Wow, doch nicht mehr Saufen ? ;-), Anm.Thorsten) Das Problem war nur, das man da, wo wir zelteten, den Sound von der Bühne meist bestens hören konnte. Und da als letztes Onkel Tom und Haggard parallel spielten, hatte man nun auf dem Camping-Platz das Onkel Tomsche Saugeprolle (die Dimpel Minds haben ja wenigstens noch Stil) garniert mit dem Haggard Sound. Einen strangeren Mix hat auf dieser Welt wohl noch niemand zusammenbekommen.
(Harry)

Bleibt mir nur abschließend zu sagen, daß das Wacken 2002 ein voller Erfolg war. Die paar Kritikpunkte, die im Bericht noch angeklungen sind, sollten mal überdacht werden.
Ein paar weniger Leute würde auf jeden Fall mehrere Probleme auf einmal lösen. Aber wurscht, es war laut, laut und laut, und das ist die Hauptsache!!! Schauen wir mit Spannung auf das nächste Mal!


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