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Violated - Only Death Awaits

Violated - Only Death Awaits
Stil: Thrash Metal
VÖ: 16. Oktober 2009
Zeit: 28:28
Label: Duplicate Records
Homepage: -

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Wie muss ein perfektes Thrashalbum klingen? Was sind die Eigenschaften einer ohrgastischen Thrashorgie in Dur und Moll? Hart wie Kruppstahl, schnell wie ein Alpina, catchy wie Reign In Blood und melodisch wie Bay Area. Gibt es nicht mehr? Quatsch mit Soße. Wer liefert das? Violated aus dem Städtchen Kristiansund in Norwegen feiern nach zwei Demos und einer Split mit den Polen Destroyer mit Only Death Awaits ihren Einstand auf CD und überraschen aus dem Stand.

Von der Split haben es fünf Songs auf das Debüt geschafft. Es klingt roh, es tönt brachial, jedoch immer mit Hirn und Herz. Die Drums klingen nach Mensch und nicht Maschine, Sänger und Bassist Hans trifft genau den Nerv mit seiner ruppigen aber nie zwingend gurgelnden Stimme. Stumpfes Geschrei ist out, mittleres Reibeisen will man hören. Sieben Abrissbirnen plus einem akustischen Zwischenspiel, die nicht nur blindlings knüppeln auf Teufel komm raus, sondern sich mit hakenden Riffs gekonnt in Szene setzen. Mensch Meier, das nenne ich mal ein versiertes Brett. Erinnert mich teilweise an die Polen Whorehouse, deren aktuelle CD Execution Of Humanity nach wie vor den Schacht meines Players unsicher macht.

Rohe Dampfwalzen wie "Vengeance Of Time", "No Chance In Hell" oder "What You Give Is What You Get" sollten jeden Thrasher merklich zufrieden stellen. Da stellen sich bester Blutdruck und Bierdurst ein. Kein stupides Geballer, nein, die Riffs gehen Hand in Hand und entfalten mit der sorgsam wohldosierten Produktion ein Grinsen nach dem anderen. So schmeckt der Thrashprügel, so will ich versohlt werden. Soll es mehr grooven, dann bittet "Human Illusion" zum Tanz. Für rasende Riffs und Kleingehacktes gibt es das mächtige Titelstück oder den bärenstarken Opener "Out Of Focus", welche dennoch sehr musikalisch zum Headbangen einladen. Jawohl, die Burschen schaffen es, Songs mit Langzeitwirkung zu kreieren, die auch nach mehrmaligem Genuss wie ein frisches Hefeweißbier munden.

Ein in sich stimmiges und starkes Erstwerk, das beweist, dass die vier Herren aus Norwegen seit mehr als sechs Jahren zusammen musizieren und ihre Songs genug durchgekaut und live erprobt haben. Live sind die sieben Stromsongs allesamt Schädelspalter, wie man sie von den großen Bands in dieser Klasse und Unbekümmertheit nicht mehr um die Ohren serviert bekommt. Thrash with class ohne verspielte Arroganz oder überbrachiales Brutalomachogehabe. Genau richtig, nur leider mit guten 28 Minuten eine arg kurz geratene Vorstellung. Aber das dürfen kommende Klassiker natürlich genauso wie altbekannte. Zur Not gibt es ja die Repeattaste. Thrasher wissen was zu tun ist und ordern stante pede.

Siebi

5 von 6 Punkten

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