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Dio - Evil Or Divine

Dio - Evil Or Divine
Stil: Hard Rock
VÖ: 29. März 2005
Zeit: 79:10
Label: Spitfire
Homepage: www.ronniejamesdio.com
MySpace: www.myspace.com/dioofficial

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Da ist er also wieder, der Man On The Silver Mountain. Ronald Padavona, auch bekannt als Ronnie James Dio, der kleine Mann mit der großen Stimme, gehört zu den angenehmen Konstanten im harten Gerne. Egal, welchen Job er macht: als Sänger von Rainbow, als Ozzy-Nachfolger bei Black Sabbath oder unter eigener Flagge – das hat immer Hand und Fuß, und wenn mich persönlich seine letzten Studio-Alben auch nicht mehr so angesprochen haben wie das Frühwerk, so ist der gute Mann live doch immer eine sichere Bank. Gewähr dafür ist natürlich seine Stimmgewalt - schön eingefangen schon auf Rainbows On Stage und der Black Sabbath-Live-Scheibe Live Evil - und nicht zuletzt der schier unbegrenzte Fundus an Kostbarkeiten, der sich in langen Jahren angesammelt hat.

Das zeigt nach der letzten Live-Scheibe The Last In Live (1998) nun auch der Mitschnitt von der Killing The Dragon-Tour, der unter dem sinnigen Titel Evil Or Divine (Zitat aus dem Klassiker "The Last In Line") den Auftritt der Jungs im Roseland Ballroom in New York am 13.12.2002 in den heimischen CD-Player bringt (wem das nicht reicht: das Ganze gibt's auch als DVD, die schon 2003 auf den Markt kam. Aber Vorsicht - hier läßt die Bildqualität arg zu wünschen übrig). Dio steht und fällt natürlich mit der stimmlichen Form des Meisters, und die ist bei diesem Gig über jeden Zweifel erhaben. Zumindest mich enttäuschte die Live-EP Intermission, veröffentlicht schon 1985 nach dem brillanten Sacred Heart, weil hier die stimmliche Darbietung eben häufig nicht mit den Studiofassungen mithalten konnte.

Vom ersten Stück "Killing The Dragon" weg ist von solchen Aussetzern hier nichts zu merken: Ronnie ist voll da und hält seine manchmal etwas zu sehr eigenwilligen Interpretationen der Rhythmen in passenden Bahnen. Hinzu kommt eine Songauswahl, die altgedienten Anhängern wie mir wie ein Wunschkonzert vorkommt: es gibt wenig neues Material, aber dafür einen repräsentativen Ausschnitt aus allen Schaffensphasen. Vertreter der ganz alten Fraktion können sich an Rainbow-Klassikern wie "Man On The Silver Mountain" und dem unverwüstlichen Schlachtross "Long Live Rock'n'Roll" laben, während Sympathisanten der Black-Sabbath-Phase mit "Heaven And Hell" und "Children Of The Sea" auf ihre Kosten kommen. Ganz nach seiner Sitte vermengt Dio diese Stücke gerne in Medleys mit anderen Songs, wobei er hier nicht in allzu kurze Zitate verfällt, sondern die Songs vollgültig zum besten gibt.

Und auch sein eigenes Schaffen rückt unser Barde mit Highlights vom Schlage eines "Stand Up And Shout", "Holy Diver", "Rainbow In The Dark" und "We Rock" ins rechte Licht. Von seinen eher experimentellen/industriellen Anflügen der 90er, die bei den Fans nicht gut gelitten waren, gibt es wenig bis nichts – ganz im Gegenteil, wir kommen sogar in den Genuss fast vergessener Perlen: wenn Dio das phantastische "Egypt (The Chains Are On)" oder das wunderbare "Don't Talk To Strangers" abfeuert, dann merkt man, welche atmosphärische Dichte dieser Mann in seinen Sternstunden heraufzubeschwören vermag.

Seine Mitstreiter Jimmy Bain (ein alter Fahrensmann noch aus Rainbow-Tagen), der ehemalige AC/DC-Schlagwerker Simon Wright, der ex-Whitesnake-Gitarrist Doug Aldrich sowie Tastenhauer Scott Warren zaubern einen insgesamt überzeugenden Klangteppich, auf dem sich die Stimmakrobatik des Hauptakteurs entfalten kann. Ein paar Ausnahmen verzeiht man gerne, so etwa, dass das unheildräuende Intro zu "Holy Diver" komplett versemmelt ist und die Keyboards bei "The Last In Line", wo doch eigentlich ein schwerer, schleppender Sound gefragt wäre, klingen wie Ross Geller persönlich auf seiner Bontempi. Hier kommen wir auch gleich zum Schwachpunkt der Scheibe: der Sound klingt über weite Strecken dünn, die Drums hämmern nicht vernünftig, und die Gitarren kommen, vielleicht zugunsten der Stimme, zu schwach rüber. Auch ordentliche Live-Atmosphäre mag nicht aufkommen – das Ganze wirkt sehr zusammengeschnitten, fängt ansatzlos an und hört ebenso abrupt wieder auf.

Im Gegensatz zu manchen Kollegen, die ihren eigenen Großtaten hinterherlaufen, zeigt Dio aber dennoch, dass er es immer noch draufhat. Wer seinen klassischen Heavy Metal mag – und schließlich kann er mit Fug und Recht reklamieren, schon über Zwerge und Drachen gesungen zu haben, als andere Baufsnasen noch nie was vom Herrn der Ringe gehört hatten – der kann sich hier über 80 Minuten satte Hörfreude hermachen.

Holgi

5 von 6 Punkten

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