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Megaherz - 5

Megaherz - 5
Stil: Industrial Crossover
VÖ: 06. Dezember 2004
Zeit: 55:07
Label: S.A.D. Music
Homepage: www.megaherz.de

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Wenn ich an die Euphorie denke, die mit Aufkommen der "Neuen Deutschen Härte" gegen Ende des letzten Jahrtausends durch die Fachpresse geisterte und heute zurück blicke, muss ich zwangsläufig an Julius Caesar und sein "Veni, Vedi Vici" denken - nur in leicht abgewandelter Form. Denn heute sieht es so aus als ob die NDH kam, sah und - bis auf ein oder zwei Ausnahmen - wieder in der musikalischen Versenkung verschwand. Eine dieser Ausnahmen ist zweifellos Megaherz. Zusammen mit den Kollegen Oomph! und Rammstein haben sie einen Trend überdauert und sind nun nach zweijähriger Abstinenz und einschneidenden Line-Up Wechseln zurück. Der langjährige Frontmann Alexx wurde nach seinem Ausstieg durch Mathias Elsholz ersetzt und auch Drummer Jürgen Zink ist neu in der Band. Und da mit Gitarrist Christian Bystron und Bassist Wenz nur noch zwei Musiker aus der Originalbesetzung vertreten sind, präsentieren sich Megaherz nur noch als Quartett.

Nun können solch massive Veränderungen immer in zwei unterschiedliche Richtungen ausschlagen. Entweder der Patient überlebt die Operation und erhebt sich gestärkt vom Krankenbett oder die Transplantation verlief weniger erfolgreich und er siecht langsam und leise vor sich hin. Hier lautet die niederschmetternde Diagnose nun: Operation erfolgreich - Patient tot.
Megaherz schaffen es leider zu keiner Zeit das Potenzial, das durch die neuen Bandmitglieder vorhanden ist, umzusetzen. Stattdessen kopieren sie sich selbst und bedienen sich bei vorhandenen "Erfolgsrezepten". Beispiele? Gerne. "Ja Genau" ist das "Miststück" des neuen Albums - provokanter Text, bekannte Riffs, kinderdiscotauglich und eben schon mal da gewesen. "Komm Rüber" haben Oomph! mit "Augen Auf" schon besser präsentiert und "Augenblick" hat frappierende Ähnlichkeiten mit Falco's Megahit "Jeannie". Auch die kritischen Texte, die bei so manchen Song der Vorgängeralben zum Nachdenken anregten, verpuffen hier im Nichts. "Gott Sein 2004" stänkert plakativ gegen die Kirche, besteht letztlich aber auch nur aus hohlen Phrasen. "Mach Dich Frei" fordert einen kritischen, eigenständigen und aufgeschlossenen Geist, offenbart aber bei genauerer Betrachtung auch nur, dass man Selbigen hier vergebens sucht.
Aber nicht nur in songwriterischer Hinsicht, auch musikalisch hat man einen Schritt zurück, statt nach vorne gemacht. Die tief gestimmten Gitarren limitieren sich meist auf dumpfe, eintönige Riffs und die über die Songs ausgestreuten Samples sind ungefähr so abwechslungsreich und aufregend wie das Testbild im ZDF. Der Fakt, dass Hr. Elsholz den ehemaligen Fronter Alexx in keinster Weise das Wasser reichen kann und oft neben den Tönen liegt, gibt dem Ganzen hier den Gnadenschuss.

Schade eigentlich, denn ich mochte Megaherz bis jetzt wirklich, aber hier endet die Freundschaft nun. Nach den erstklassigen Alben Herzwerk und Kopfschuss ist das hier nur noch ein laues Lüftchen, das zu keiner Zeit überzeugen kann. Schauen wir zurück, behalten die Band in guter Erinnerung und breiten hierüber den Mantel des Vergessens aus.

JR

2 von 6 Punkten

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