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Konzert-Bericht

Norther, Amoral & Drone

Backstage, München 30.10.2007

Ende Oktober ist es teilweise schweinekalt wie im Winter, grausam, obwohl ich Kälte und Winter einiges abgewinnen kann. Da ist es umso erfreulicher, dass man nach der Arbeit in einen kuscheligen Club zum Wärmen und natürlich Mucke hören und sehen kommen darf. Ich folgte der Einladung und war pünktlich um 20:00 Uhr vor Ort im kleinen Backstage-Club, der immerhin mit gut 100 Nasen ordentlich gefüllt war.

Nach der typischen Order einer Hefekaltschale im dafür vorgesehenen Glas (!) wagte ich mich in die vorderen Reihen zum Opener Drone aus Celle, dessen Debüt Head-On Collision zu meinen diesjährigen Top 25-Alben gehören wird. Würden die Burschen um Stefan Kretschmar-Lookalike Moritz Hempel das Teil live ebenso druckvoll wie auf Platte rüberbringen? Den Einstieg machten "High Octane" und die "Chainsaw Symphony", die den zaghaften Bangversuchen der ersten Reihen ordentlich eins auf die Rübe gaben. Leider war der Sound nicht das Gelbe vom Ei, so konnte man Mutz' Vocals meist nur erahnen und der Bass ging auch etwas unter. Drummer Felix mit neuer Kurzhaarpracht vermöbelte sein Kit mit Kopfhörer bestückt sehr präzise und zum Teil etwas zu verschachtelt, manches Mal wäre ein straighter Beat passender gewesen. Mit "T.I.A." stellten die Niedersachsen ein neues Stück vor, das den ersten Moshpitversuch mit sich brachte. Der Song reihte sich nahtlos in die Setlist ein und konnte deshalb als Punkt auf der Habenseite verbucht werden. Mit "Welcome To The Pit" endete dann nach guten 35 Minuten der Gig. Jedoch war das junge Publikum mit Ausnahme einer Handvoll begeisterter Banger nicht wirklich auf den modernen Thrash der Sorte Machine Head eingestimmt. Und da lag für mich die Crux. Denn auf Platte klingt die Chose eigenständig und frisch. Live klingt es zu sehr nach Machine Head, so nicht nur mein Eindruck im Rund des Clubs. Trotzdem ein guter Gig, bei dem der Sound nicht immer optimal war, dafür die Band mit Bewegung und Spielfreude glänzte.

Kurz nach 21:00 Uhr erlosch wiederum das Saallicht und die Finnen Amoral hauten uns ihren teils proggig-melodischen Death Metal um die Ohren. Sänger Niko Kalliojärvi bot dabei die beste Performance und Metalmimik dieses Abends. Der 23-Jährige rannte, bangte, animierte und erfreute wechselweise die Bühne, seine Mitmusiker und auch die ersten Reihen mit seiner Spuckbrühe. Mjam, wie lecker. Der Rotzlöffel an der Frontrampe brüllte und growlte sich durch das Set, ohne auch nur einmal vom brachialen Gesang abzusehen. Was für ein Spektakel. Die Band berauschte sich ob der grandiosen Leistung ihres Bandlamas und lieferte gerade im Gitarrenbereich eine mehr als ordentliche Leistung ab. Insgesamt zauberte das Quintett aus Helsinki ein solides Brikett aufs Parkett und bot einen kurzen Querschnitt aller drei Alben, wobei der Autor dieser Zeilen sich gerade bei den Songs des ersten Geschosses Wound Creations wie ein Schnitzel freute. Warum diese Band in den großen Gazetten immer als Klon von Band X und Y dargestellt wird, ist mir weiter rätselhaft. Diese junge Band spielt einwandfrei und ist so was von routiniert auf der Bühne und den Platten zu Gange, dass mir die Spucke wegbleibt. Wobei wir wieder beim Thema Auswurf wären, worin die Band ja auch einen Könner in ihren Reihen hat. Könnte sich mal mit Maroon-Fronter Andre ein erquickendes sauberfrisches Speichelduell liefern. Zurück zum livehaftigen Thema. Der Auftritt war sehr gut und macht Appetit auf die Jungs als Headliner. Auf ein baldiges Wiedersehen das Glas erhoben.

Headliner ist ein gutes Stichwort. War es bei den ersten beiden Bands noch eher verhalten und zögerlich vor der Bühne, gab es jetzt beim Gros der Fans kein Halten mehr. Die meisten der Anwesenden hatten wohl nur auf ihre finnischen Lieblinge gewartet. Also, Vorhang auf für Norther und ihr bodomiges Musikwesen. Kannte ich die Truppe bisher nur von verschiedenen Samplerbeiträgen, muss ich sagen, dass die Knaben keineswegs wie ein reiner Bodomklon dröhnen. Klar, man hat eine Gitarre spielenden Fronter und ein Keyboard im Sound und man spielt einen ähnlich gelagerten Sound, nämlich melodisch schnellen Metal mit tiefer gelegten Vocals, den Begriff Death Metal erspare ich mir an dieser Stelle. Das war es aber auch schon. Natürlich musiziert man für dieselbe Zielgruppe, dennoch klingen Norther bei weitem nicht so bodomisch, wie ich mir das nach dem bisher Gehörten gedacht hatte. Aus dem Set ragten ganz klar die Bandhymne "Norther", das feine "Midnight Walker", der mit tollem Soloduell zwischen Gitarre und Keybooard glänzende "Frozen Angel", das energievolle und Arsch tretende "Unleash Hell" und der stampfende Melo-Kracher "Nothing", der Gedanken an Hypocrisy aufkommen ließ, heraus. Bei "C.U.S.", was für See You Suckers steht, kam die Meute der Aufforderung von Frontmann Petri 'Pete' Lindroos gerne nach, einen Moshpit zu starten. Die Umsetzung war sehr nett und teilweise arg engagiert, stieß aber nicht bei jedem im Publikum auf reges Interesse. Nun gut, ich hatte mich bereits an die Bar verzogen und nochmals ein kühles Blondes nachgeordert. So konnte ich das weitere Treiben auf und vor der Bühne genüsslich aus der Ferne beobachten. Die Mucke war laut genug, um auch hier locker flockig vernommen zu werden. Nach "Unleash Hell" war dann Schicht im Schacht und wir wurden mit einem akzentfreien "Danke schööön, gute Naaacht!" nach Hause in die Kälte geschickt.

Alles in Allem ein feines Package zu einem mehr als fairen Preis für 15 Euronen, das durchaus regeren Zuschauerzuspruch verdient gehabt hätte. Leider konnten die Preise am Merchstand die Fairness in Sachen Fannähe nicht hergeben. So kostete bei allen Bands eine CD jeweils 15 Flocken. Naja, Gott sei Dank gibt es ja Internet und Mailorder. Fanfreundlich ist an dieser Stelle aber definitiv was anderes. Ein weiterer Punkt, der mir auffiel, dass der größte Teil des Publikums um die 20 Lenze oder weniger auf dem Buckel hatte. Bis auf ein paar Altgediente (wie meiner einer) war und ist es positiv zu vermerken, dass der Nachwuchs nach wie vor am Metal seinen Spaß hat. Recht so und weitermachen!

Setlist Norther:
Blackhearted
Throwing My Life Away
Midnight Walker
Deep Inside
Hellhole
Omen
Evil ladies
Of Darkness And Light
Norther
Frozen Angel
C.U.S.
Nothing
Death Unlimited
Unleash Hell

Siebi

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