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Konzert-Bericht

Master, Desaster, Ars Irae, Ictus Mortis, Veritas Mentis, Scorchin´ Devourers & Throne Of Death

Bavarian Battle Winter 2007

Kulturfabrik Kufstein, Kufstein 20.01.2007

(Fotogalerie)

Dieses Mal hat es mich also in die benachbarte Alpenrepublik verschlagen, da das diesjährige Bavarian Metal Battle in Ermangelung einer geeigneten Location in Rosenheim im Städtchen Kufstein (das kennst du wohl) ausgetragen wurde. Die Anreise gestaltete sich recht interessant und auch etwas nervenaufreibend, denn zum Einen liegt der Austragungsort, die Kulturfabrik, etwas versteckt und wir reisten nicht wie vom Routenplaner vorgesehen über die Autobahn an, denn wer will schon für ein paar Meter Autobahn gleich tief in die Tasche greifen? Zum Anderen wurde die KuFa schon mal dezent eingekreist, denn auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz kam man schon mal ins Schwitzen, weil die Kufsteiner eine ausgeprägte Vorliebe zu Einbahnstraßen haben. Also einfach mal eben wenden war nicht angesagt. Nach ein paar Verwirrungen haben wir dann doch noch ein entsprechendes Plätzchen gefunden und waren dementsprechend auch etwas spät dran. Schnell und problemlos noch eben die Pässe abgeholt (incl. lecker Biermarken, noch mal Danke an dieser Stelle, ist ja auch nicht selbstverständlich) und den Ort des Geschehens inspiziert.
Der Vorraum gleicht einem gemütlichen Kaffee mit reichlich Tischen und Sitzmöglichkeiten im Retro-Look, die auch entsprechend belagert wurden. Gleich nebenan war dann der eigentliche Konzertraum, in dem sich geschätzte 30 Leutchen aufhielten. Auffallend viel davon mit einem Crew-Shirt versehen. Na ja, es war ja noch früh am Abend.

Durch die Parkplatzsuche haben wir den Großteil des Auftritts von Throne Of Death verpasst, die zu diesem Zeitpunkt schon/noch auf der Bühne standen. Die bereits angesprochenen 30 Leutchen tummelten sich auch nur im hinteren Bereich des Raumes, direkt vor der Bühne herrschte gähnende Leere. Die fünf schwarz-weiß geschminkten Jungs auf der Bühne taten ihrerseits auch nichts, um an diesem Zustand etwas zu ändern. Das Ganze hatte mehr Proberaum- als Livecharakter. Völlig bewegungs- und fast schon lustlos wurde der schnelle Black Metal dargeboten, der gegen Ende zwei Leute zum Haare schütteln bewegte. Ansonsten war hier nicht mehr als Höflichkeitsapplaus drin. Besondere Erwähnung verdient hier noch der Mann am Bass, der mit Corpsepaint und Brille ausgestattet auf der Bühne stand. Very evil indeed.

In der Umbaupause war es an der Zeit, den Merch-Stand und den Bierstand genauer in Augenschein zu nehmen. Vor allem letzterer zog mich immer wieder magisch in seinen Bann, was zur Folge hatte, dass ich meine Notizen mit zunehmender Konzertdauer immer schwerer lesen konnte... Jedenfalls waren hier sehr zivile Preise am Start, sowohl für Textiles als auch für Flüssiges. Und den Merch-Stand vom Headliner Master regelte kein geringerer als Mr. Speckmann himself. Wenn das mal keine Fan-Nähe ist, was dann.

Mit neuer Gerstenkaltschale ausgestattet begab ich mich wieder in Richtung Bühne, wo die Straubinger Scorchin' Devourers gerade ihren Set begannen. Dabei fiel mir die gelbe Linie auf, die sich von einer Raumseite zur anderen zog und schnell den Namen Deadline inne hatte, denn keiner der Anwesenden traute sich, eben diese zu überschreiten. Dumm nur, dass zwischen Deadline und Bühne noch ein paar Meterchen lagen. Wie dem auch sei, die Straubinger freuten sich über den Auftritt und das merkte man ihnen auch an. Da war mehr Bewegung und mehr Spielfreude auf der Bühne. Ich würde den Stil mal als melodischen Thrash Metal bezeichnen. Nun waren auch mehr Leute im Raum, doch weiterhin wagte es keiner, die Deadline zu überschreiten. Erst als Markus Mandl (Vocals) hierzu die öffentliche Erlaubnis erteilte, wurde der Platz vor der Bühne voller. Na also, geht doch. A propos Markus: ich muss schon sagen, dass mich dieser Kerl mit seiner Stimme sehr beeindruckt hat. Melodiös, meist clean und sehr kraftvoll, was er da von sich gab. Und immer wieder erinnerte mich das Ganze, auch von der Gestik her, an Bruce Dickinson. Gute Show, gute Stimme. Zwar ließen sich nicht allzu viele mitreißen, aber das lag wohl auch an den recht langen Pausen zwischen den Songs. Und ich habe selten erlebt, dass es nach dem letzten Song ("Rover Of The Past") heißt: "So, wir sind durch, aber wir haben noch Zeit. Wollt Ihr noch was hören?". Klar wollten die Fans, und so gab es noch eine "Zugabe".

Auch wenn es nicht wirklich heiß war in der KuFa, mein Bier verdunstete außergewöhnlich schnell in diesen Räumlichkeiten. Also flugs das Biermärkchen gezückt und in flüssiges Gold umgetauscht. Schnell noch ein Pläuschchen hier und da und wieder zurück an die Bühne. Veritas Mentis eröffneten den lateinischen Dreierpack des Abends. Wo eben noch Melodie vorherrschte, wurde diese durch brachialen Death Metal abgelöst. Die Jungs legten einen ordentlichen Gig auf die Bretter (getrübt durch anfänglich zu leise Vocals), doch auch hier reagierte das Publikum mit Zurückhaltung. Zwar konnten hier und da Mattenschwinger gesichtet werden und nach den Songs gab es auch ordentlichen Beifall, jedoch blieb auch hier der Raum direkt vor der Bühne unangetastet. Leider schlich sich auch hier das Manko der langen Pausen zwischen den Songs ein, die nicht gerade zur Stimmungsförderung beitrugen. Trotzdem konnten mich die Songs durchaus in ihren Bann ziehen, so dass ich mir das 2006er Demo der Jungs zustecken ließ. Gut gespielter, groovender Death Metal, der einfach gut reinläuft. Ein entsprechendes Review findet ihr an anderer Stelle unserer Postille. Und als ich mir die Luft aus meinem Becher nehmen ließ, war der Gig auf einmal auch schon wieder vorbei.

Lateinischer Bandname Nummer zwei war nun an der Reihe, die Österreicher Ictus Mortis kamen, spielten und siegten. Erstmals war so richtig was los vor der Bühne und die Band spielte tight einen auf. Dabei machten die Bandmitglieder auf der Bühne einen eher zusammengewürfelten Eindruck, denn so richtig nach Metal sah es nicht aus. Aber egal, was zählt, ist die Musik. Und die stimmte. Die Band bezeichnet ihren Sound selbst als Schlachtmusik und ich brauchte schon ein bis zwei Songs, bis ich in meinem schon erreichten Zustand erkannte, dass es sich hier um deutsch gekeifte Texte handelte. Vor allem der Gitarrist hatte es mir angetan, der ständig auf der recht vollen, mit sechs Leuten besiedelten, Bühne poste, was das Zeug hielt. Quasi der König des Ausfallschritts. Die Stimmung war sehr gut, die Songs wurde gefeiert und mit DEM Spruch des Abends, "Des is koa Kinderjausn!", hatte man sowieso die Sympathien auf seiner Seite. Mich erinnerte der ein oder andere Song zwar etwas an Eisregen, aber egal, dieser Gig machte einfach nur Spaß. Und darauf kommt es doch an, oder? Zum letzten Song erschien Sänger Werner dann auch noch mit einer Fleischerschürze und forderte die Fans auf, mal eben wie Schwein zu tanzen. Zwar blieb dieser Wunsch unerfüllt, jedoch war "Schweine Am Trog" ein würdiger Abschluss. Und weil ich gerade eben am Merch-Stand stehe und mir das Demo 2006 von Ictus Mortis zulege, schau ich doch gleich noch mal beim benachbarten Getränkestand vorbei.

Dann war es laut Plan Zeit für die etwas längere Umbaupause. Also mal eben ab in den Vorraum und an die Bar, wo ich dann fatalerweise Freunde meiner besseren Hälfte vorfand, die mich zu üblen Schnapsrunden "überredeten". Der Beginn von Ars Irae machte dem Ganzen dann ein Ende und ich schaffte es zurück in die Halle. Die Rosenheimer mussten zwar anfänglich vor etwas weniger Publikum spielen als noch zuvor Ictus Mortis, doch der Platz vor der Bühne füllte sich mit zunehmender Spieldauer. Neben Songs des Erstlingswerkes Ignis Fatuus gab es hauptsächlich Songs des neues Albums Verwelkt, welches seit Kurzem erhältlich ist. Und die Rosenheimer knüpften genau dort an, wo Ignis Fatuus aufgehört hatte. Der Black Pagan Metal der Bayern weiß einfach zu gefallen. Schnelle Drums, erhabene Melodieführung und aggressive Vocals, also alles, was das dunkel Herz begehrt. Nur an der Bühnenpräsentation muss noch etwas gefeilt werden, das Ganze war für meinen Geschmack stellenweise etwas zu statisch geraten. Nichts desto trotz konnte man einige Banger vor die Bühne ziehen, die ihrer Bangfreude freien Lauf lassen konnten. Und nach dem abschließenden "Elysium" von der aktuellen EP Verwelkt gab es dann auch den verdienten Beifall zu ernten. Die neuen Songs haben die Liveprobe sehr gut bestanden.

Der Auftritt von Desaster war definitiv nicht von dieser Welt. Es war, als hätten alle Anwesenden nur auf diesen Gig gewartet, kein Freiraum mehr vor der Bühne, alle standen sie vorne und bangten, als ob es kein Morgen mehr geben würde. Diese Jungs hatten leichtes Spiel, die Fans fraßen ihnen aus der Hand. Desaster hatten sichtlich Spaß an diesem Gig und legten immer wieder ein Scheit nach, um die Stimmung auch ja nicht wieder absacken zu lassen. Der Thrash Metal knallte ordentlich rein und ließ auch kein Auge trocken. Vor lauter Bangen hab ich auch ganz vergessen, mir den ein oder anderen Song zu notieren, wäre aber wohl auch kaum mehr lesbar gewesen. Lediglich "Divine Blasphemies" und der letzte Song "Metalized Blood" blieb in meinem Hirn haften, der noch mal alle Register zog und für rotierende Nackenmuskeln sorgte. Danach hieß es erst einmal die Orientierung wieder gewinnen.

Eben noch am Merchandise-Stand, nun auf der Showbühne. So oder so ähnlich könnte man den Beginn von Master bezeichnen. Nur ohne Zauberkugel. Mit einem schlichten "O.K., let's go" von Mr. Speckmann ging es dann auch schon los in die letzte Death/Thrash-Runde. Anfänglich noch vor vollem Publikum, nahm die Zuschauerzahl mit zunehmender Spieldauer ab. Anscheinend war bei den meisten die Luft raus. Da halfen dann auch keine neuen Songs mehr vom neuen Album Slave Of Society. Zudem wurde ich noch von Ars Irae-Schlagwerker Toni in die hinteren Räumlichkeiten "entführt", wo mir flugs eine weitere Schale Hopfentee gereicht wurde. So ins Gespräch vertieft und mit lecker Essen versorgt bekam ich dann vom eigentlichen Gig nicht mehr viel mit. Als ich dann gegen Ende des Sets wieder vor die Bühne trat, war ich doch arg erstaunt, wie wenig Fans noch anwesend waren. Der Rest verschwindet dann irgendwie im Nebel...

Ray

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