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Festival-Bericht

Walpurgis Metal Days VI

mit Onkel Tom, Die Apokalyptischen Reiter, Dark Fortress, Belphegor, Fleshcrawl, Soul Demise, Darkfall, Noise Forest, Unlight, Avatar, Commander, Encyclia, Dead Emotions, Dew-Scented, Mortal Agony & Schwarze Schönheit

Festplatz Hauzenberg, Hauzenberg 28. & 29.04.2006

(Fotogalerien: Wmd6 Freitag, Wmd6 Samstag)

Samstag, 29.04.2006

Neuer Tag, neues Glück. Auch wenn das Bierchen am Morgen noch nicht wirklich schmecken mag, das Zeug muss rein. Da kann es sich noch so dagegen wehren. Um kurz nach elf wurde dann auch der musikalische Reigen mit einem fröhlichen "Guten Morgen, habt ihr auch so'n Kater?" von Dead Emotions eröffnet. Zu diesem frühen Zeitpunkt waren bereits erstaunlich zahlreiche Fans anwesend, die sich die morgendliche Katerstimmung mit einer schönen Portion Death /Grind vertreiben lassen wollten. Einige wenige Unerschrockene waren bereits zu dieser unchristlichen Zeit des Bangens mächtig. Ein gelungener Auftakt für den zweiten Festivaltag.
(Ray)

Aus Neukirchen b.hl.Blut waren die Thrasher Encyclia angereist gekommen, um uns die Mittagszeit musikalisch zu untermalen. Doch anscheinend hatte der vorangegangene Auftritt von Dead Emotions die Kraftreserven vorerst aufgebraucht, den die Reihen vor der Bühne waren wesentlich lichter als noch beim Samstags-Opener. Jedenfalls legten sich die Jungs ordentlich ins Zeug, um mit ihrem Thrash Metal zu punkten, doch mehr als eine Handvoll Banger konnte nicht animiert werden. Dazu war der vorangegangene Abend wohl zu heftig gewesen. Prost!
(Ray)

Dann war es an den Münchnern Commander, das Ruder an sich zu reißen. Ein nettes "Walpurgis, wie geht's euch?" ins Mikro gebrüllt und los ging die Show. Als erstes fiel auf, dass Birgit am Bass fehlte. Vertreten wurde die Dame von Toby (Bullfuck), der kurzfristig eingesprungen war. Spielerisch war er durchaus ein guter Ersatz, jedoch optisch hätte ich die Dame vorgezogen... Angespornt vom demnächst erscheinenden Album World's Destructive Domination fegte Nick (Guitar, Vocals) ordentlich die Bühne zu den Songs "Dead But Alive Chapter I" oder dem Albumopener "Modern Slavery". Dem ein oder anderen mag der Sound vielleicht etwas zu Bolt Thrower lastig sein, mir und nicht wenig anderen hat's jedenfalls sehr gut gefallen. Mit ordentlichem Beifall ging es von der Bühne.
(Ray)

Aus Rumänien waren Avatar zum Festival gekommen. Der Thrash Metal der Jungs konnte aber nicht wirklich viele vom Hocker, geschweige denn von der Bierbank reißen, was sich an massig freiem Platz vor der Bühne zeigte. Auch der eher mäßig ausfallende Beifall am Ende des Sets bestätigte dieses Bild.
(Ray)

Nun war es Zeit, das Getrunkene auch mal wieder loszuwerden. Normalerweise auch nicht wirklich der Rede wert, wäre da nicht die obskure Unterhaltung an der Pinkelrinne gewesen, der ich beiwohnen durfte. Ich kann mich zwar nicht mehr an alle Details erinnern, aber es war die Rede von monströsen Fleischpenisen, Blutpenisen und wie man diese am besten zur Organspende verwenden könne... ah ja.

Kurz vergewissern, ob auch noch alles am rechten Fleck ist und ab in Richtung Bühne. Gemäß Running Order wären nun Noise Forest an der Reihe gewesen, nur waren die anscheinend noch nicht anwesend. Kurzerhand wurde also diese Order geändert und Unlight durften ran. Es sollte auch nicht die letzte Änderung an diesem Tage gewesen sein. Mit ihrem High-Speed Black Metal trafen sie genau ins Schwarze, auch wenn sie als Black Metal Band an diesem Wochenende eher die Ausnahme waren. Jedenfalls wurde ordentlich gepost, evil geschaut und dem Gehörnten gehuldigt. Zwischen den Songs waren ständig Unlight-Rufe zu vernehmen, die die Band weiter steigerte. Leider war das Inferno nur von kurzer Dauer, denn nach einer guten halben Stunde war viel zu früh Schicht.
(Ray)

Dann waren aber die Nordlichter Noise Forest eingetroffen und durften auf die Bretter, die die Welt bedeuten und gaben Gas, und das bei den sommerlichen Temperaturen mit freiem Oberkörper... brrrrrrrrr. Kein Wunder, dass die Aufforderung kam, man solle näher zur Bühne kommen, dem Sänger sei kalt. Tatsächlich war es schon arg leer direkt vor der Bühne, obwohl der Thrash Metal der Jungs mehr als amtlich ist und das Zelt eigentlich schon gut gefüllt war für diese Tageszeit. Nur drängten sich alle eher hinten als nach vorne zu kommen. Noise Forest legten eine ordentliche Show auf die Bretter und wurden nach 30 Minuten mit Zugabe-Rufen dafür belohnt.
(Ray)

Bei Darkfall aus Österreich hat dann irgendwie mein Kampf gegen Gevatter Alkohol erste Wirkungen gezeigt, jedenfalls sind meine Notizen hierzu nicht mehr wirklich gut lesbar. Die Fans reagierten jedoch ähnlich verhalten wie noch zuvor bei Noise Forest, auch wenn einige Banger am arbeiten waren. Mehr kann ich beim besten Willen nicht mehr entziffern...
(Ray)

Jetzt war es an der Zeit, sich mal wieder die Birne freizumachen, damit man wieder halbwegs klar denken kann... und was ist hierzu besser geeignet als eine ordentliche Runde moshen? Genau. Nix! Also schnell mal ein paar "Freiwillige" auserkoren, die bereit waren, zu Soul Demise die Bodendielen zu küssen. Neben mir versteht sich. Anfänglich noch etwas zaghaft und verhalten haben wir es dann aber doch geschafft, einen guten Pit ins Leben zu rufen, während Roman (Vocals) gewohnt wie ein Derwisch über die Bühne fegte und sich "Obedience To Authority" (GEIL!!!) aus den Lungen schrie. Man kann sagen was man will, Soul Demise sind einfach ein Garant für eine gute Show und Stimmung. Leider war meine Jacke an diesem Tag nicht ganz so standhaft, hatte sie doch arg im Pit für mich leiden müssen. Aber man muss Opfer bringen. Mit "Cancer" wurde der finale Mosh-Song noch einmal entsprechend gewürdigt, bevor es an die Schadensaufnahme ging.
(Ray)

Nachdem die Reiter im Stau standen, war die nächste Änderung der Running Order angesagt. Fleshcrawl begannen anstatt der Reiter mit "Soulskinner", dem das geniale "As Blood Rains From The Sky" folgte. Abgesehen von einem Fan, der partout auf Stress mit der Security aus war, feierten alle anderen im vollen Zelt eine geile Death Metal Party. Angesichts solcher Killer wie "Beneath A Dying Sun", "Made Of Flesh" oder "The Forthcoming End" aber auch kein Wunder. Beifall musste hier nicht abgeholt werden, er wurde geliefert. Und das nicht zu knapp. Nach einer guten Stunde markierte "The Day Man Lost" dann den Schlusspunkt. Die vielfach geforderte Zugabe konnte allerdings aufgrund des bereits mehr als engen Zeitplans nicht mehr gewährt werden.
(Ray)

Schließlich waren sie dann doch noch eingetroffen. Der Wagen fuhr vor und in Windeseile wurde der Set aufgebaut. Leider gab es mit dem Funkmikrofon von Fuchs diverse Probleme und so musste dieses gegen ein herkömmliches ausgetauscht werden, dessen Kabel sich im Laufe der Show doch als hinderlich erweisen sollte. Dann war es jedoch soweit. Die Apokalyptischen Reiter kamen, sahen, und ritten alles in Grund und Boden. Von der ersten Note an war das Zelt der Reitermania verfallen, und die Reiter lockerten auch nicht mal eine Sekunde den Griff an den Zügeln. "Erhelle Meine Seele", "We Will Never Die" oder auch der neue Song "Ewigkeit", Metallerherz, was willst du mehr? Natürlich durfte auch "Die Sonne Scheint Mir Aus Dem Arsch" nicht fehlen, bei dem traditionell Fans auf die Bühne geholt werden, die zeigen durften, woher die Sonne scheint. Diesmal fiel die Wahl auf zwei Damen, die weniger zeigefreudig waren. Dafür wurden sie von der Band auf den Schultern über die Bühne getragen, wenn auch mit dem weniger charmanten Hinweis "Mensch, bist du schwer". Da man sich schon arg in Zeitverzug befand, musste der Gig wohl auch an der ein oder anderen Stelle gekürzt werden, was auch etwas zu merken war, irgendwie wirkten manchmal die Passagen zwischen den Song arg gehetzt. Doch Fuchs ließ sich das Bad in der Menge auch diesmal nicht nehmen, auch wenn das Mikro ihm die dafür nötige Bewegungsfreiheit verwehrte. Das war dann auch das Startsignal für einige Crowdsurfer, endlich ihrer Berufung nachzugehen und die Security etwas auf Trab zu halten. Mit "Bewegt euch" wurden auch die letzten animiert, sich zu "Reitermania" ordentlich die Schuppen vom Haupt zu zappeln. Die Bühne machte auch während des Gigs mal schlapp und offenbarte ein kleines bis mittleres Loch im Bühnenboden, das sich als Stolperfalle für Fuchs entpuppte. Doch ein eiligst herbeigeschaffter Biertisch sorgte für Behebung. Leider fiel die euphorisch geforderte Zugabe komplett aus, denn schließlich wollte man Onkel Tom auch noch etwas Spielzeit gönnen.
(Ray)

Headliner des letzten Festivaltages war Onkel Tom Angelripper. Mit einer gut halben Stunde der Running-Order hinterherhechelnd betrat die Mannschaft gegen ca. 23:00 Uhr die Bühne. Durch die Reiter noch angeheizt, kochte die Stimmung vom ersten Song an den ganzen Gig hindurch. Es wurde lauthals mitgegröhlt, mitgesoffen und mitgebangt zu den Schoten "Auf Der Reeperbahn..." oder "Diebels Alt". Bei "Schnaps, Das War Sein Letztes Wort" holte sich Onkel Tom dann auch einen Schwung Fans auf die Bühne, um mit der Band mitzurocken. Ebenso wie die Auswahl der Songs, verbreitete also auch die Bühnepräsenz gute Stimmung. Onkel Tom und Band fetzten über die Bühne wie der Blitz. Alex und Sasha wurden dann auch noch Huckepack genommen und machten den Fans von dieser Position aus noch mal so richtig Dampf unterm Hintern. Jedoch wurde urplötzlich meiner und sämtlicher Blicke der umstehenden Leute schwerst abgelenkt. Eines der Mädels, das zu Onkel Toms vorherigen Bühnenrockern gehörte platzierte sich am Bühnenrand und präsentierte ihren wohlgeformten Hintern, über den die mindestens drei Nummern zu klein geratene Jeans gerutscht war. Freier Blick also auf einen Cellulite bepackten Hintern, in einem String, "Look like Rollbraten", da wiederum mindestens drei Nummern zu klein.
Doch zurück zu Onkel Tom. Trotz dem leider doch arg gekürzten Gig, wegen Zeitmangels, bot Onkel Tom noch drei weitere Zugaben mit dem Kommentar: "Eigentlich dürften wir nichts mehr spielen, aber das ist mir egal". Also, noch mal ordentlich abfeiern bei "Es Gibt Kein Bier Auf Hawaii", "In München Steht Ein Hofbräuhaus" und "Einer Geht Noch Rein". Um etwa 0:15 Uhr endete ein absolut gelungener und stimmungsgeladener Auftritt und das Festivalzelt leerte sich langsam.
(Madeleine)

Abgesehen vom recht bescheidenen Wetter und den doch recht zapfigen Temperaturen waren die vorerst letzten Metal Days in Hauzenberg ein voller Erfolg. Da bleibt nur zu hoffen, dass sich die Organisatoren eines Besseren besinnen und dieses Festival nicht sterben lassen. Oder dass sich engagierte Metalheads finden, die das Begonnene weiterführen.
Durch den Schlamm robbten für euch Madeleine (Gast) und Ray.

Gast & Ray

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