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Konzert-Bericht

Blind Guardian & Freedom Call

Babylon, München 05.05.2002

Genau 4 Jahre nach ihrem letzten Gastspiel beehrten Blind Guardian mal wieder das Babylon in München und an diesem Abend war die Halle ausverkauft. Eigentlich kein Wunder nach einer so langen Abstinenz und nach dem Einstieg des neuen Ablums "A Nigth at the Opera" auf Platz 5 der deutschen Albumcharts.
Und genau bei diesem Album lag für mich auch der spannenste Punkt des Abends. Schaffen es Blind Guardian die sehr komplexen bombastischen Songs vernüftig auf die Bühne zu transportieren ?

Zuvor durften sich allerdings noch Freedom Call als Anheizer betätigen. Aber von Anheizen konnte hier gar keine Rede sein, höchstens die ersten 2 Minuten, denn danach stand das Babylon schon sprichwörtlich in Flammen. Heilige Mutter ging das ab. Schon beim ersten Lied sang die komplette Halle mit und hüpfte wie ein Wackelpudding durch die Gegend. Sänger Chris Bay stand nach den ersten 2 Lieder mit einem "Ohr zu Ohr"-Grinsen auf der Bühne und wußte nicht wie ihm geschah. Sowas erlebt man wohl nur sehr selten! Die Songauswahl verteilte sich gemischt über die beiden bisherigen Alben und man gab sogar schon 2 Songs des im Juni erscheinenden Albums zu besten. Meine Favorites an diesem Abend waren dabei speziell "Farewell", "Freedom Call", "We are One" und "Shine On".
Positiv fiel mir noch auf, daß der Sound nicht übertrieben laut war und deswegen sehr gut differenziert aus den Boxen krabbelte, meine Ohren dankten es dem Menschen am Mischpult heute noch ;-)

Insgesamt kann man zu Freedom Call ja stehen wie man will, aber der "Gutelaune-Metal" der Jungs um Dan Zimmermann steckte an diesem Abend einfach alle und jeden an und hinterließ eine Spur grinsender Metaller, wie ich sie selten gesehen habe. Der einzige Negativpunkt allerdings war die kurze Spielzeit, denn nach dem gemütlich vor sich herstampfenden "Hymn Th The Brave" war nach 45 Minuten der ganze Spaß auch schon vorbei. Bei dieser Wahnsinnsstimmung hätte man die Jungs ruhig noch 1-2 Songs spielen lassen können.
Aber dann hätten Blind Guardian wohl noch mehr Mühe gehabt, daß Publikum zu überzeugen, denn selbst nach den 45 Minuten würde das schon schwer genug werden.

Aber Blind Guardian wären nicht Blind Guardian, wenn sie das nicht packen würden.
Und so enterten Hansi und Konsorten dann um 21.20 Uhr an diesem Abend mit dem Intro von "Nightfall.." und "Into the Storm" dies Bühne. Und genau wie bei Freedom Call sang die Menge ab der ersten Zeile mit und hörte auch 2 Stunden nicht mehr auf, von kleinen Pausen mal ganz abgesehen ;-) Aber was will man bei einem BG-Best of Konzert auch anderes erwarten, als das die ganze Meute mitsingt und dabei rumspringt wie ein paar Entlaufende aus der Irrenanstalt. Eben und so sah man dann auch einen größeren Moshpit vor der Bühne, der sonst bei Melodic Metal Konzerten eher selten ist. Aber das sieht man halt, daß BG Konzerte was Besonderes sind.

Von der Songauswahl gab es wie gesagt ein Best of Verschnitt durch alle Alben der blinden Gardinen, nur einzig und allein "Battalions of Fear" wurde ausgelassen. So konnte man sich also an Grantanten wie "Welcome to Dying", "A Past and a Future Secret", "Time What is Time", "Valhalla", "Nightfall", "The Curse of Feanor" und als letztes Lied im regulären Set an "Imagination from the other Side" erfreuen.

Wie schon oben erwähnt, waren natürlich alle Fans gespannt auf die neuen Songs und von diesen wurden dann aber zu meinem Erstaunen nur 3 Stück gespielt. Mit "Under the Ice", "The Soulforged" und "Punishment Devine" traf man zwar genau meine Lieblingsstücke des neuen Albums, aber man merkte, daß viele Fans Probleme mit diesen sperrigen Songs hatten, denn der Funke sprang hier nicht ganz so über wie beim Rest der Setlist. Also genauso wie ich es fast befürchtet hatte. Diese 3 Songs waren der "Tiefpunkt" im Set, wobei man nicht wirklich vom Tiefpunkt sprechen kann. Aber es war halt was anderes. BG sollten sich mit ihrem nächsten Album nicht soviel Zeit lassen und mal wieder einen richtig schönen unkomplizierten und schnörkellosen Hammer produzieren. Denn irgendwie paßt dieses ganze endlosverschnörkelte Zeugs nicht wirklich zu einem Heavy Metal Konzert und da sollten die Songs ja eigentlich spätenstens zünden. Naja, sind wir mal gespannt.

Was ich sehr gut eingefädelt fand, waren die 3 "Ruhepausen" zwischen den sehr schnellen Songs. Denn bei "The Bard Song", "Harvest of Sorrow" von der "Silence..."-Single und im Zugabeblock "A Past and a Future Secret" mußte man zwar stimmgewaltig dabei sein, aber das Hüpfen setze mal für kurze Zeit aus, so daß man wenigstens mal kurz durchschnaufen konnte. Außerdem ist "The Bard Song" sowieso immer das Highlight auf einen Guardian Konzert, wer da war, weiß was ich meine ;-)

Nach gut 90 Minuten war dann das erste mal Feierabend. Allerdings ließ sich das Publikum nicht abhalten, seine Helden nochmal für 2 Zugabeblöcke herauszurufen. Uns so spielten BG dann noch "Lost in a Twilight Hall", "A Past and a Future Secret" und "Times Stand Still", bevor man sich mit "Mirror Mirror" dann endgültig verabschiedete.
Was im Laufe des ganzen Abends auffiel, BG hatten weder Kosten noch Mühen gescheut und so explodieren zu fast jedem Song Mengen an Pyros und ähnlichem Feuerwerk, was dem Abend noch mehr zu Gute kam.
Und so war es dann auch nicht verwunderlich, daß um 23.30 Uhr gut 1200 Metaller glücklich und verschwitzt nach Hause gingen. Was will man mehr ?
Ich kann nur sagen, wir sehen uns in Wacken.

Thorsten

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