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Konzert-Bericht

Vader, Abztract Fortune & Seraph Of Pestilence

Titanic City, München 04.04.2004

Das Titanic City. Langsam aber sicher mausert es sich zu einem Garant für erstklasige Konzertabende. So zumindest geschehen bei der Blasting Bavaria Tour und bei Avenger, jetzt eben auch bei Vader.

Den Anfang im einigermaßen gut gefüllten Club machten Seraph Of Pestilence aus Pfarrkirchen, die den meisten noch unter dem Namen Cremation als Headliner der Blasting Bavaria Tour bekannt sein dürften. Als sich jedoch herausstellte, dass es bereits mehrere Truppen desselben Namens gibt, entschieden sich die Jungs dafür, sich neu zu betiteln.
Auf die Musik hatte das aber natürlich keinen Einfluss. Brutaler Death Metal irgendwo zwischen Incantation und Morbid Angel, angereichert mit tonnenweise Blasts. Obwohl ich sonst auch mit einem Mindestmaß an Melodie und einem Maximum an Geböller leicht zufriedenzustellen bin und obwohl es sehr viel schlechtere Bands in diesem Metier gibt, fand ich den Sound der Drei nicht unbedingt sonderlich prickelnd. Als Anheizer und Appetithappen war der - von Bandseite relativ bewegungsarme - vierzig minütige Auftritt jedoch sehr tauglich, flogen doch um diese frühe Uhrzeit (ca. 19:30 Uhr) schon die ersten Haare durch die Lüfte.

Mit Abztract Fortune, der Band, die den ganzen Abend organisiert hatte, ging es dann im Anschluss weiter. Obwohl es im Vorfeld genügend Möglichkeiten gegeben hätte, die Truppe Live zu sehen, war sie dank meiner übermenschlichen Fähigkeit, alles und jeden zu verpennen, trotzdem die einzige Unbekannte an diesem Abend. Was soll ich sagen, ich war sehr positiv überrascht! Abztract Fortune spielen einen Sound, der leider immer mehr in Vergessenheit gerät: technischen Death Metal. Und zwar nicht die Sorte ala Cryptopsy und Konsorten, sondern wie ihn die alten Meister Death, Cynic und Atheist produzierten. Sogar auf fast schon ähnlichem Niveau! Eine Riesenleistung. Viel Melodie, viele Riffs, viel Gefrickel, viele Tempiwechsel und viel Können sind die Zutaten aus denen die Songs der Vier gemacht sind. Das führt mich aber auch schon zum dicken "Kritikpunkt": Abztract Fortune machen Musik, die Live einfach nicht zündet, da sie zu oft nicht straight genug ist. Ich habe nicht nur mich dabei erwischt, wie ich bei manchen Riff- und Tempiwechseln den Takt einfach nicht gefunden oder meinen Kopf zu irgendeinem eingebildeten Takt in der Gegend rumgeschleudert habe. Gut, dass wenigstens die Band wusste, wo's langgeht und fleissig mit den Köpfchen wackelte. Auf Platte werden die Jungs wohl so einiges lostreten, live haben sie mich überfordert, haha. Trotzdem ein sehr gelungener Auftritt der dank einer Zugabe nochmals verlängert wurde.

Zu Vader, den langersehnten Headlinern des Abends, brauche ich eigentlich nicht viele Worte zu verlieren. Jeder kennt sie, die meisten lieben sie. Wo auch immer diese Polen auftauchen, jedesmal brennt die Luft. Ihre gigantischen Livequalitäten lockten selbst Leute an, die dem Death Metal ansonsten nicht allzu verfallen sind.
Erwartungsgemäß gab's ab den ersten Tönen des Openers "Dark Age" gnadenlos auf die zwölf. Wildeste Blasts und nackenbrecherische Midtempoparts untermalt von Tönen der Vernichtung - das ist die Welt von Vader. Neudrummer Daray, der für den Verletzten Doc eingesprungen war, steht diesem in Sachen kunstvolles Schlagzeugzertrümmern in keinster Weise nach. So wurde das bangende und schwitzende Publikum Zeuge einer vor Spielfreude fast platzenden polnischen Terrortruppe. Souverän zockte sich diese durch 13 Songs plus der ultimativen Zugabe - "Raining Blood". Spätestens nach diesem Song waren sowohl die Band als auch die Meute gut bedient und überglücklich über diese gute Stunde intensivster Musik.

Zwar werde ich im Titanic dank der im Weg stehenden Säulen wohl niemals einen richtigen Pit erleben, trotzdem hat es einen nicht zu verachtenden Charme, Bands wie Vader, die in Polen Stadien füllen, in München in einem netten kleinen Kabuff zu sehen. Zwar war das Konzert, vermutlich wegen dem darauffolgenden Werktag, nicht allzu gut besucht (meine Schätzung beläuft sich auf ca. 130-150 Leute), dafür aber auf jeden Fall sehr unterhaltsam. So wächst auch die Vorfreude auf nächste Konzerte im Titanic und natürlich auch auf die von Vader.

Setlist Seraph Of Pestilence:
Rise From Purity
Return Of The Tyrants
Hate Contamination
Retaliation Unleashed
Baptized With Napalm
Execution Nemesis
Infernal Disharmony
Symbol Of Hatred
Crushing God's Resistance

Setlist Abztract Fortune:
The Letter
I Am God
Revenge
Lustiger Anfang
The Abztract Way To Die
Sleepless Nights
Family Matters
---
Point Zero

Setlist Vader:
Dark Age
Crucified Ones
Sothis
Vicious Circle
Black To The Blind
Epitaph
Cold Demons
Nomad
Reign Forever World
Xeper
Wings
Red Passage
Carnal
---
Raining Blood

Erinc

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