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Konzert-Bericht

Savatage & Mob Rules

Backstage, München 31.07.2002

Als ich einigermassen abgehetzt am Backstage ankam um mir meine Karte an der Abendkasse zu sichern, zeigte die Uhr gerade einmal 19:45 Uhr an, und der Set von Mob Rules war schon im vollen Gange. Da ich es gern gemütlich angehe bleibt vom Set der engagierten, deutschen Power Metal Band nicht viel zu erzählen, ausser daß der Gig von ca. 500 Nasen äusserst positiv aufgenommen wurde, und der Sound perfekt abgemischt war.

Um etwa 21:00 Uhr musste ich schockiert feststellen, daß in meinem Geldbeutel 10 Euro fehlten, und ich mir somit nur noch ein Bier leisten konnte. Rock 'n Roll ohne Alkohol ist vom Katastrophenfaktor vergleichbar mit Savatage ohne Jon Oliva, und so erkundigte ich mich nach dem nächsten Geldautomaten. Als ich erfuhr, daß ich etwa einen Kilometer laufen würde war dies der mentale Untergang für mich, als den staatlich geprüften Rekordhalter der internationalen Faulheitsmeisterschaft. Nichtsdestotrotz trat ich meinen Kampf gegen das mittlerweile in urwüchsiger Kraft ausgebrochene Unwetter an, und lief mit eingezogenem Kopf, und den Händen zitternd in den Taschen gegen den Wind, immer mit der Perspektive ein kühles Helles zu den Klängen von Herrn Oliva und seinen Mitstreitern, die Kehle hinablaufen zu lassen. Auf halbem Weg fuhr der gierige Geier in Form eines Taxifahrers, der nach Opfern wie mir Ausschau hielt vorbei, und sammelte mich ein.

Rechtzeitig zum Intro stolperte ich wieder in die Halle - perfektes Timing. Und siehe da, "The man who wants me to stop banging on the wall" - Mr. Jeff Waters ( Annihilator ) lief mir schneller über den Weg als ich zu träumen wagte. Diesmal in Form des Ersatzgitarristen im Savatage Line-Up. Und jene legten mit solch einer Perfektion los, daß ich glatt vergaß das Bier zu trinken, wegen dem ich mich dem Unwetter ausgesetzt hatte. Die ersten drei Songs waren allesamt Nummern vom aktuellen POETS AND MADMEN Album, und glänzten live mit mehr Energie und Leidenschaft als auf dem, von der Metalpresse ach so gescholtenem Output. Was dem ein oder anderen etwas seltsam erschienen sein mag, ist die Tatsache daß sämtliche Vocals der ersten Songs von Jon Oliva hinterm Keyboard vorgetragen wurden, und Neusänger Damon am Mikro den Tänzer mimte. Doch wenn man die Geschichte von Savatage kennt, und die Bedeutung die Jon Oliva für Savatage hat, ist dies nur mehr als verständlich.
Als nach etwa einer Stunde die Ankündigung folgte, man werde nur noch alte Songs von den Alben HALL OF THE MOUNTAIN KING, GUTTER BALLET und STREETS darbieten, war die Euphorie im brechend vollen Backstage nicht mehr zu bremsen. Und Savatage vergaßen wirklich keinen Klassiker. Chris Caffrey brillierte an der Gitarre als hätte es nie einen anderen Gitarristen in dieser Band gegeben, und Jon Oliva kreischte als ob er gerade das 20. Lebensjahr vollendet hätte. Ich wage zu behaupten, daß man diese Gruppe in besserer Verfassung nie mehr sehen wird. Zu perfekt wurden Songs wie "When The Crowds Are Gone" und "24 Hours Ago" dargeboten als das dies noch einmal zu toppen wäre.
Als nach der zweiten Zugabe Licht und Musik vom Band angingen waren immer noch alle Hände nach oben gestreckt und forderten mehr. Leider wurde dieser Wunsch nicht erhört.

David

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