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Interview

Interview mit Blind Guardian (11.03.2012)

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Mit Memories Of A Time To Come feiern die Krefelder Bombast Metaller Blind Guardian 25 Jahre Bandgeschichte und lassen dabei alte Songs in neuem Klanggewand erschallen. Über Songauswahl, Erwartungen und neues Material gab Gitarrist Marcus Siepen Auskunft.

HH: 2012 feiert ihr 25 Jahre Blind Guardian. Dazu gibt es mit Memories Of A Time To Come eine Best Of mit Neuaufnahmen, neu gemischten Versionen und Demo-Material aus Lucifer's Heritage-Zeiten. Wie wichtig ist diese Best Of für Blind Guardian?

Marcus: Ich glaube nicht, dass es für eine Band wirklich "wichtig" ist, eine Best Of-CD zu haben, für uns ist sie eher ein Bonus, eine schöne Möglichkeit, die letzten 25 Jahre Revue passieren zu lassen und für jemanden, der uns vielleicht noch nicht kennt ist sie eine gute Möglichkeit, sich einen Überblick über unsere Musik zu verschaffen.

HH: Wie fühlt man sich nach all der Zeit im Musikgeschäft?

Marcus: Sehr gut! Wir haben vor 25 Jahren angefangen, unsere Vorstellung von Musik zu verwirklichen und wir sind auch heute noch erfolgreich, wir müssen also irgendetwas richtig gemacht haben. Außerdem genießen wir es immer noch genau so sehr wie damals, zusammen Musik zu machen, Platten zu produzieren und auf Tour zu gehen.

HH: Wie habt ihr entschieden, welche Songs auf die Best Of wandern?

Marcus: Das war nicht ganz einfach. Es gibt natürlich ein paar Lieder, die müssen einfach auf eine Best Of-CD von Blind Guardian, "Valhalla" oder der "Bard Song" zum Beispiel, die können wir schlecht weglassen. Aber wir wollten auch darauf achten, dass alle Aspekte unserer Musik repräsentiert werden und wir wollten auch einen bestimmten "Flow" erreichen, ähnlich wie bei unseren Konzerten. Aus diesen Gründen gibt es z.B. keine chronologische Reihenfolge bei den Liedern, bzw. das ist der Grund dafür, dass eine Nummer wie "Wheel Of Time" nicht mit auf der CD gelandet ist, da dieser epische und orchestrale Teil unserer Musik schon mit "And Then There Was Silence" und "Sacred Worlds" abgedeckt war.

HH: Und wie fiel die Entscheidung, welche Songs neu aufgenommen werden sollten?

Marcus: Bei "Silence" war es sehr einfach, wir hätten die Nummer auch damals bei der Produktion der Opera schon gerne mit einem echten Orchester aufgenommen, hatten aber einfach nicht die Möglichkeit, deshalb mussten wir uns damals mit dem programmierten "Orchester" begnügen. Jetzt hatten wir aber endlich die Gelegenheit, die Nummer mit einem echten Orchester neu aufzunehmen, so wie wir es damals also gerne schon gemacht hätten und der Unterschied ist enorm, ein echtes, großes Orchester kann man einfach nicht mit Keyboards reproduzieren, egal wie gut sie programmiert sind. Ein anderes Beispiel wäre "Valhalla", hier sind wir nicht so weit weg von der original Version, aber wir haben heute natürlich produktionstechnisch ganz andere Möglichkeiten als 1989 und wir wollten die Nummer einfach in einer zeitgemäßen Version mit auf dem Album haben.

HH: Wie fühlt es sich an, alte Klassiker im Studio in neue Klanggewänder zu packen?

Marcus: Sehr gut! Man ist einfach nicht so limitiert wie vor 20 Jahren, sei es durch Studiozeit, Equipment oder was auch immer. Oder man kann, wie bei der neuen Version vom "Bard Song" einfach auch mal ganz andere Sachen mit einem Klassiker ausprobieren und eben mal eine orchestrale Version aufnehmen, was der Nummer einen ganz neuen Reiz gibt.

HH: Worauf habt ihr beim Remix der anderen Songs besonderen Wert gelegt?

Marcus: Zum einen natürlich, ihnen einen zeitgemäßen Sound zu verpassen, der mit unseren aktuellen Produktionen mithalten kann. Zum anderen aber kann man bestimmte Details featuren, die man so in den original Versionen vielleicht nicht so gehört hat, die sich im Lauf der Jahre während unseren vielen Touren aber als wichtig herauskristallisiert haben. Die Lieder wachsen ja im Lauf der Jahre, man sieht und interpretiert sie anders als damals und so was kann man in einem Remix wunderbar herausarbeiten.

HH: Angesichts euer Diskographie und den vielen Hits, ist es wohl nur natürlich, dass man sich über die Songauswahl auf Memories Of A Time To Come vortrefflich streiten kann. Gibt es Songs, die die Fans besonders vermissen?

Marcus: Gute Frage, dazu kann ich im Moment noch nicht so viel sagen, sobald wir wieder auf Tour sind werden wir dazu sicherlich mehr Feedback bekommen. Aber ganz allgemein kann man es eh nicht jedem recht machen, von daher bin ich ziemlich sicher, dass einige Leute natürlich ihren persönlichen Lieblingssong vermissen werden. Mein Sohn hat sich zum Beispiel darüber beschwert, dass sein persönliches Lieblingslied ("Mordred's Song") nicht mit auf dem Album ist und auch ich muss sagen, dass die Nummer es definitiv verdient hätte, auf einer Best Of-CD zu landen, aber irgendwo muss man eben eine Auswahl treffen, ansonsten müssten wir alle Lieder mit auf die CD packen, aber das wäre dann doch etwas zu viel, oder? *grinst*

HH: Für euer letztes Album At The Edge Of Time haben sich Nuclear Blast richtig ins Zeug gelegt und eine originelle Pyramiden-Edition veröffentlicht. Wie stark wart ihr am Design dieser Edition beteiligt?

Marcus: Sehr stark, die Idee kam ja direkt von uns. Wir hatten uns im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, was man als besondere Edition machen könnte, was uns selber gefallen würde, da kamen wir dann irgendwann auf die Idee mit der Pyramide. Speziell Andre und ich sind ja Computerspieler und in der Spielebranche gibt es auch immer wieder tolle Sammlereditionen der Spiele, da sieht man sehr schön, was alles möglich ist. Ursprünglich hätte ich die Pyramide gerne als USB-Hub gehabt, das hat dann leider nicht geklappt, aber auch so finde ich die Version sehr schick.

HH: Auch wenn At The Edge Of Time noch gar nicht so lange her ist, trotzdem die Frage: Wann dürfen eure Fans brandneues Material erwarten?

Marcus: Das kann man bei uns ja nie so genau sagen *lacht* Wir haben schon mit dem Songwriting für unsere nächste CD begonnen, außerdem arbeiten wir auch weiter parallel am Orchesterprojekt. Welche CD davon jetzt zuerst rauskommt wissen wir noch nicht, das hängt auch davon ab, wie wir mit dem entsprechenden Songwriting vorankommen, und davon hängt am Ende natürlich auch der Zeitpunkt für den Release ab. Im Moment gehe ich von 2014 aus, aber das ist wie gesagt nur eine Vermutung.

HH: In Kürze geht's auf Tour, zuerst einige Gigs in Europa, dann nach Lateinamerika, schließlich wieder zurück nach Europa. Habt ihr euch für diese Reise was Besonderes einfallen lassen?

Marcus: Klar, da es für uns die Tour zum Best Of-Album ist, lehnen wir uns bei der Setlist für die Konzerte ein bisschen an die Songs der Best Of-CD an, es wird also ein paar Nummern zu hören geben, die es sonst nur sehr selten bei uns live zu hören gibt.

HH: Welche Kontinente, Länder oder Städte würdest du besonders gerne wieder oder überhaupt mal besuchen, um dort zu spielen?

Marcus: Ich würde gerne überall spielen, wo wir noch nicht waren, ich bin da sehr offen und neugierig. Spontan fallen mir da zum Beispiel Indien oder China ein, in beiden Fällen hatten wir in der Vergangenheit auch immer wieder Anfragen, es hat aber aus verschiedenen Gründen bis jetzt nie geklappt. Was Länder angeht, in die ich gerne wieder zurückkehren würde, wir haben z.B. seit 1995 nicht mehr in Thailand gespielt, da würde ich gerne nochmal hin, oder auch nach Süd-Afrika, wo wir während der letzten Tour gespielt haben.

HH: Was unterscheidet deutsche von resteuropäischen Fans und von Fans in Südamerika oder Asien?

Marcus: Die Fans haben überall auf der Welt so ihre Eigenarten, in Japan sind die Leute sehr gesittet, da kann man schon mal die Stecknadel fallen hören, auch wenn zig Tausend Leute in der Halle sind, die Süd-Amerikaner dagegen singen so laut, das wir uns auf der Bühne schon mal selber nicht mehr hören konnten. Die Amerikaner sind im Gegensatz zu den Europäern aggressiver, da gab es sogar schon die eine oder andere Wall Of Death bei unseren Konzerten oder gerne auch mal einen Circle Pit beim "Bard Song". Die deutschen Fans liegen da wohl irgendwo in der Mitte, die haben ein bisschen was von allem.

HH: Kannst du dich noch erinnern, wie und wann du angefangen hast, Gitarre zu spielen?

Marcus: Klar, ich war elf Jahre alt und meine Eltern wollten, dass ich ein Instrument lerne, da habe ich mich dann spontan für die Gitarre entschieden. Am Anfang war es erst mal eine klassische Konzertgitarre und ich hatte fünf Jahre lang Unterricht in der Krefelder Musikschule, danach habe ich dann die Konzertgitarre gegen eine Flying V getauscht und lieber Lieder von Maiden oder Black Sabbath gelernt.

HH: Hättest du dir träumen lassen, mal da zu stehen, wo du jetzt mit Blind Guardian bist?

Marcus: Natürlich *lacht* Das war immer unser erklärtes Ziel und wir waren da auch immer sehr optimistisch, da wir bereit waren, hart für dieses Ziel zu arbeiten. Natürlich gab es nie eine Garantie, dass wir erfolgreich sein würden, die gibt es ja eigentlich nie im Leben, aber wir haben immer an uns geglaubt. Wenn man nicht an sich selber glaubt hat man meiner Meinung nach auch keine Chance, wirklich langfristig erfolgreich zu sein, wenn du nicht absolut überzeugt bist von dem, was du machst, werden das deine Fans immer merken, du wirst nie überzeugend sein.

HH: Kannst du uns von ein paar besonderen Momenten als Musiker mit und ohne Blind Guardian erzählen?

Marcus: Mit Blind Guardian haben wir in all den Jahren so unglaublich viel wirklich besondere Momente erlebt, da ist es wirklich schwierig, einzelne hervorzuheben. Unsere erste Tour in Japan war so ein Moment, wir konnten auf einmal auf der anderen Seite der Welt in großen Hallen touren, das war der Hammer. Oder unsere erste Tour in Brasilien, bei der die Fans so laut mitgesungen haben, dass wir uns selber auf der Bühne nicht mehr hören konnten, das war absolut unglaublich. Aber auch unser erstes Album war etwas ganz Besonderes. Wir hatten als Kids immer davon geträumt, mal einen Plattenvertrag zu bekommen, und auf einmal ist alles wahr geworden und wir sahen unsere eigene Platte im Plattenladen, das war ein riesen Gefühl. Meine Lieblingserinnerung aus der Zeit vor Blind Guardian war eine Plattenaufnahme, die ich damals mit meiner Musikschule gemacht habe. Alle Gitarrenschüler haben damals drei Lieder für einen Sampler dieser Schule aufgenommen, mein Gott war ich nervös *lacht* Die Platte habe ich noch irgendwo, leider gibt es sie aber nur auf Vinyl und da ich keine Plattenspieler mehr habe kann ich sie im Moment nicht mehr anhören.

HH: Was war der prägendste Augenblick für dich als Gitarrist?

Marcus: Ich glaube, der Moment, als ich Black Sabbath entdeckt habe. Toni Iommi ist definitiv einer meiner größten Einflüsse, seine Art, Riffs zu spielen ist einmalig, seitdem bin ich überzeugter Rhythmusgitarrist geworden. Ich spiele zwar ab und zu auch ein paar Solos, aber Riffs waren mir immer viel wichtiger, mir fallen zu den großen Gitarristen auch immer ihre Riffs ein, nie ihre Solos. Wenn ich sogar bei Michael Schenker erst mal an das Riff von "Into The Arena" denke sagt das wohl alles über meine Einstellung.

HH: Wenn Blind Guardian, wahlweise auch Memories Of A Time To Come eine typisch Nordrhein-Westfälische Spezialität wäre, was wäre das und warum?

Marcus: Keine Ahnung, aber auf jeden Fall lecker und unbegrenzt haltbar!

HH: Blind Guardian sind u.a. auch auf MySpace und Facebook vertreten. Wie wichtig sind diese Portale für euch als Band?

Marcus: Sehr wichtig, das Internet an sich bietet einem so viele Möglichkeiten, mit seinen Fans überall auf der Welt in Kontakt zu bleiben und Neuigkeiten zu verbreiten, einfacher und schneller geht es nicht. Auch wenn das Internet durch illegale Downloads immer einen sehr negativen Beigeschmack hat, man kommt heute einfach nicht daran vorbei und muss es einfach für sich nutzen, und wie gesagt, als Promotiontool ist es ungeschlagen.

HH: Vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg! Die letzten Worte gehören dir!

Marcus: Ich bedanke mich bei allen Fans für die letzten 25 Jahre und freue mich auf die nächsten 25! Wir sehen uns auf Tour!

Lord Obirah

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