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Interview

English VersionInterview mit Slough Feg (29.05.2009)

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Als ich vor einigen Jahren ein Interview mit der Truppe zu lesen bekam, musste ich wegen der sarkastischen Antworten von Mike Scalzi heftig lachen. Auch diesmal präsentiert sich der Sänger von seiner schnoddrigen Seite und lässt sich nebenher ein paar Infos entlocken.

HH: Hallo aus Deutschland! Ihr habt die Tage ein weiteres großartiges Album veröffentlicht, aufgrund dessen Metalheads auf der ganzen Welt durchdrehen werden. Darüber hinaus seid ihr nun schon zwanzig Jahre im Geschäft. Wie sieht euer Fazit nach Slough Fegs zwei Jahrzehnten im Metal aus?

Mike: Du willst, dass ich einen Rückblick schreibe? Ich glaube nicht, dass ich dafür zum Heavy Metal gegangen bin. Wir haben sieben Alben, das ist unser Rückblick. Aber nicht darum geht's, sondern um Erfahrung. Die Erfahrung, diese Art von Musik zu spielen. Ich hatte nie eine "gute Zeit" oder "Vergnügen" in meinem Leben, nur größere oder kleinere Zustände von Langeweile. Interviews stehen auf der Skala bei... na ja...

HH: Habt ihr bereits Pläne für die nächsten zwanzig?

Mike: Ja, ich habe vor, älter und älter zu werden, eine Glatze zu bekommen und meine Erektionsfähigkeit zu verlieren. Gegen eins dieser Probleme gibt's mehr Heilmittel als gegen die anderen. Ich werde tun, wozu auch immer ich in musikalischer Hinsicht Lust habe und was mich nicht zu Tode langweilt. Was zurzeit in der Musik so abgeht, ödet mich an, ich werde mich also selbst unterhalten müssen, während die Zeit vergeht.

HH: Zu Ape Uprising: was hältst du von der Platte. Gibt es irgendetwas, das du gerne anders gehabt hättest, oder bist du vollkommen zufrieden?

Mike: Sie ist scheiße. Sie ist furchtbar, könnte ich verhindern, dass sie gerade gepresst wird, dann würde ich das tun! Nein, tatsächlich bin ich sehr zufrieden mit ihr. Ich mag sie irgendwie und kann mir immer noch den ein oder anderen Song anhören, ohne Brechreiz zu kriegen. Aber bald werde ich die Schnauze voll davon haben und ein neues Album schreiben müssen, damit ich neben den Beatles und Twisted Sister noch etwas anderes zu Hören habe. Und von Twisted Sister habe ich auch schon die Nase voll - hat nur 25 Jahre gedauert.

HH: Vorab habt ihr das gesamte Album online per Stream veröffentlicht, obwohl ihr eine ziemlich traditionelle Band seit, da ihr all eure Alben sowohl auf CD als auch auf Vinyl veröffentlicht. Was hältst du von den "modernen" Möglichkeiten, Heavy Metal über das Internet zu bewerben und zu verkaufen?

Mike: Ist mir eigentlich egal. Ich glaube nicht, dass irgendwer die Musik übers Internet kauft, ich glaube, dass sie sich jeder gratis lädt. Falls nicht schuldet mir irgendwer einen verdammten Haufen Geld. Für mich spielt das aber keine Rolle, da niemand mit Platten Geld verdient, besonders ich nicht. Ich verliere also nicht viel, wenn die Leute sich mein Zeug umsonst laden. Da das niemals aufhören wird kümmerts mich nicht. Ich mag Vinyl sowieso lieber und das kannst du nicht laden. Solange sich die Leute die Musik anhören ist mir das egal.

HH: Werdet ihr (besonders natürlich hier drüben) auf Tour gehen, oder ein paar Shows auf Festivals spielen?

Mike: Ja. Wir machen hier drüben was (San Francisco Bay) im Juni und Juli. Dann gehen wir im August für vier oder fünf Shows in den Mittleren Westen, im Oktober dann in den Nordwesten und Anfang 2010 nach Norwegen und England für kurze Aufenthalte.

HH: Seit Hardworlder habt ihr einen anderen Drummer und Gitarristen. Inwiefern hat das die Nachfolgerplatte beeinflusst?

Mike: Weiß ich genauso wenig wie du. Was hältst du davon? Gefallen dir die Drums besser? Mir schon. Ich weiß nicht, ob ich dazu viel sagen kann, das eure Durchschnittsleser interessiert. Wir haben einen neuen Drummer namens Harry. Er ist nett.

HH: Grob gesagt handelt euer neues Album von Affen. Wieso habt ihr genau diese Tiere gewählt?

Mike: Das war völliger Zufall. Manche Bands haben nach fünf oder sechs Alben keine Ideen mehr, wie z.B. IRON MAIDEN! Vor Jahren haben sie diese großartigen Alben herausgebracht und die letzten zwanzig Jahre oder so diese beschissenen Platten mit lächerlichen Titeln wie "No Death For The Dying", "No Cookies For Yanick", oder wie auch immer.Ich behaupte nicht, dass wir so verschieden wären, abgesehen davon, dass wir nicht reich sind und keinen nutzlosen Trottel an der dritten Gitarre haben, der die Bühne auf und ab läuft, als habe er soeben den Maiden Air Guitar-Contest gewonnen.
Trotzdem hast du nach einiger Zeit keine Ideen mehr und ich wusste nicht, worüber zur Hölle ich schreiben sollte. Dann hörte ich von diesen Affen. Einer war ein Orang-Utan, der andere ein Gorilla. Sie brachen aus den Zoos aus, einer in den Niederlanden, der andere in Okinawa. Sie begannen, Sachen herumzuwerfen, Menschen zu beißen und Frauen an den Haaren zu ziehen - und sie taten es in der selben Woche! Ich fands klasse, also schrieb ich einen Song drüber. Ziemlich albern, aber immerhin lustig.

HH: Die Affen, um die es auf dem Album geht, scheinen ziemlich angepisst von ihren "White Cousins" zu sein, wie einer der Songs betitelt ist. Die alte Geschichte vom Menschen, der glaubt den Tieren überlegen zu sein, dabei aber selbst noch "wilder" ist?

Mike: Es geht vielmehr um eine H.P. Lovecraft-Geschichte namens "Arthur Jermin". Er und seine Familie graben unterirdische Tunnel, leben dort und verwandeln sich in Albino-Affen.

HH: Meine persönlichen Favoriten auf der Platte sind besonders "Simian Manifesto" und "White Cousins". Welche Songs gefallen dir am besten und warum?

Mike: Das sind auch meine Lieblingsstücke, ich denke es sind die besten. Ich glaube, dass das nächste Album von Vampiren und Langeweile handeln wird. Gelangweilte Vampire.

HH: Weswegen habt ihr eure Single "Nasty Hero" hinterm Outro platziert? Es scheint mit der Handlung des Albums nicht direkt in Verbindung zu stehen.

Mike: Tut es auch nicht. Mehrere Lieder handeln nicht von Affen, tatsächlich handeln nur vier Stück davon. "Nasty Hero" ist allerdings keine Single (Wo hab ich diesen Käse bloß aufgeschnappt? - Fab). Es geht um einen verdammt schlechten Film, so eine Art Pop-Nummer.

HH: Die letzten Worte an unsere menschlichen (und affenähnlichen) Leser gehören dir...

Mike: Versucht nicht, die ganze Welt mit Metal zu pflastern - tragt einfach stählerne Hausschuhe!
Wenn kleine Männer große Schatten werfen, heißt das, dass die Sonne untergehen wird...

HH: Vielen Dank für das Interview!

Fab

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