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Interview

Interview mit Slate Grey (21.12.2008)

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Mittwoch Abend, das letzte Treffen 2008 der Heavyhardes-Redaktion steht auf dem Plan. Traditionsgemäß wird dazu der Weihnachtsmarkt an der Münchener Freiheit aufgesucht und der ein oder andere Glühwein vernichtet. Anschließend zieht die Belegschaft weiter ins Abseits, um den Abend ausklingen zu lassen. Nebenbei machen die Redakteure diesmal Bekanntschaft mit Sebastian Ody, seines Zeichens Gitarrist der Münchener Melodic Thrasher Slate Grey. Der verblüffte Kerl wird dann auch sofort zum Interview verhaftet und sieht sich eine halbe Stunde lang hilflos den Fragen der heiteren Redaktion ausgesetzt. Was daraus geworden ist, könnt ihr im Folgenden lesen.

HH: Hallo Sebastian, wie geht's?

Sebastian: Mir persönlich oder der Band?

HH: Dir, so aus dem Bauch raus!

Sebastian: Ich habe bisher erst zwei Bier, aber sonst geht's mir ganz gut!

HH: Was bedeutet euer Bandname Slate Grey?

Sebastian: Slate Grey bedeutet eigentlich Schiefergrau und ist im Tierreich eine Tarnfarbe. Wir wollten einen Bandnamen, der so neutral wie möglich klingt, es sollte nicht möglich sein, uns über den Bandnamen mit einer bestimmten Stilrichtung wie Death oder Heavy Metal in Verbindung zu bringen. Slate Grey bedeutet uns so viel wie unauffällig.

HH: Wie siehst du die derzeitige Metalszene in München?

Sebastian: Musikalisch betrachtet eher nicht so prickelnd. In der Szene gruppieren sich die Anhängerschaften der verschiedenen Stile und trennen sich voneinander ab. Die Zusammenhalt wie früher ist nicht mehr da. Ich mag auch lieber ältere Schinken wie Black Sabbath und kann mit den neuen Sachen nicht so viel anfangen. Slipknot und Co. bedienen eher Trends und sind nicht mit der früheren Szene zu vergleichen, Bands wie Linkin Park sind eh nur Kommerz.

HH: Wo probt ihr mit Slate Grey?

Sebastian: Wir haben unseren Proberam in Grünwald, was aber nicht heißt, dass wir Bonzen wären. Der Proberaum ist genauso miefig wie woanders auch.

HH: Wie würdest du eure Musikrichtung beschreiben?

Sebastian: Gute Frage!

HH: Ja, Schubladen sind super!

Sebastian: Ich würde sagen, wir fahren eher die thrashigere Schiene. Die Songs sind definitv Thrash Metal, sind aber gleichzeitig sehr groovig und trotzdem mit melodischen Elementen ausgestattet.

HH: Wo siehst du Unterschiede zwischen Slate Grey und anderen Bands?

Sebastian: Zum einen sehe ich Unterschiede beim Sänger. Wir verwenden nicht ausschließlich einen Gesangsstil, weder Growls noch Shouts sondern von allem etwas. Außerdem passen wir uns keiner aktuellen Strömung an, mit den ganzen modernen Metalcore-Bands haben wir nichts am Hut. Über unseren neuen Gitarristen kommen nun ganz neue Einflüsse in unsere Musik, wodurch wir uns von unserer bisherigen Ausrichtung auch ein wenig absetzen.

HH: Wie sieht es dann mit einer neuen CD aus?

Sebastian: Ganz gut, wir werden ab März wieder im Studio sein, genauer in den Helion Studios und neues Material aufnehmen. Je nachdem wie lange schließlich das Mischen dauert, wird die CD voraussichtlich im Juni erscheinen.

HH: Dann sieht man euch aller Vorausicht nach auf dem nächsten Helion Festival auf der Bühne stehen?

Sebastian: Wenn wir eingeladen werden, mit Sicherheit. Bisher wurden wohl alle Bands eingeladen, allerdings weiß ich nicht genau, wie es beim letzten Mal aussah.

HH: Was denkst du über Politik und Musik? Gerade im Black Metal-Bereich findet ja zur Zeit eine Art Unterwanderung statt, speziell dann, wenn es sich um irgendwelche Folk Black Metal- oder Viking-Sachen handelt. Aber andererseits prangern Bands wie Sepultura verschiedenste Missstände mit ihren Texten an. Sollte Metal ein Mittel sein, um sich diesbezüglich zu äußern?

Sebastian: Metal sollte meiner Meinung nach das transportieren was man selbst ist. Egal ob mit oder ohne Kutte, mit oder ohne lange Haare, man sollte über Sachen singen, die einem auf dem Herzen liegen.

HH: Sollte man reine Spaßtexte also bleiben lassen?

Sebastian: Wenn man Spaß an einer Sache hat, ist es nicht verkehrt, auch das in seiner Musik und in den Texten wiederzugeben. Jeder sollte das machen, was er für richtig hält, egal ob das sich um Fun oder Ernst handelt.

HH: Was bevorzugst du?

Sebastian: Schwierig, man kann Politik auf den Arm nehmen und trotzdem eine Message transportieren. Aus dem Bauch heraus würde ich mich für ernste Texte entscheiden.

HH: Wieso spielst du Metal und bist in einer Metal-Band?

Sebastian: Ich bin mit der Musik groß geworden, mein Metal-begeisterter Bruder hat mir das Tor zum Metal geöffnet. Aber spätestens, nachdem ich die Musik von Dimebag Darell kennengelernt habe, war es um mich geschehen.

HH: Mit welcher anderen Musikrichtung bist du groß geworden?

Sebastian: Mit jedem Trendsscheiß, den man so kennt, Techno, Hip Hop und so weiter. Alles was man eben aus dem Fernsehen so kennt.

HH: Woher stammst du?

Sebastian: Ich bin in München geboren, aber kein Münchener Kindl. Mein Vater ist Franzose, meine Mutter Serbin, ich selbst bin ebenfalls Franzose.

HH: Wie stellst du dir den perfekten Tag vor?

Sebastian: Lasst mich überlegen... Am Anfang ausgeschlafen aufstehen wäre nicht schlecht. Dann im Tourbus auf der Route 66 entlangfahren und nebenbei Grillen. Anschließend sollten wir auf der Bühne beim Monsters Of Rock stehen und den Abend schließlich zusammen mit Dimebag Darell ausklingen lassen. So sähe mein perfekter Tag aus.

HH: Muss ein Metaller langhaarig sein? Braucht man als Metaller so ein Statussymbol?

Sebastian: Nein, wenn man sich als Metaller fühlt, muss man keinen Äußerlichkeiten entsprechen.

HH: Was steht bei euch als Nächstes an?

Sebastian: Zur Zeit schreiben wir noch fleißig an neuen Songs, wobei uns da noch hauptsächlich die Texte fehlen. Für das Album wollen wir noch zwei weitere Lieder auf die Beine stellen, anschließend wollen wir wie gesagt ab März das neue Material auf Band bringen.

HH: Dann nochmals vielen Dank für deine Zeit, die letzten Worte gehören dir!

Sebastian: Gut, dass ich morgen nicht arbeiten muss (zu diesem Zeitpunkt war es ca. 23:30 Uhr, der Alkoholkonsum war nicht unerheblich - Lord Obirah)! Wo bleibt mein nächstes Bier? Prost!

Lord Obirah

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