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Interview

Interview mit Enforsaken (05.05.2004)

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Mit ihrem Debutalbum The Forever Endeavor machte die Band aus Chicago mit einem Paukenschlag auf sich aufmerksam. Die Mischung aus brachialer Aggression und zuckersüßen Melodien wird wohl die wenigsten Stahlbeißer kalt lassen. Anlässlich der Veröffentlichung der Scheibe konnte ich ein paar Fragen an den Gitarristen Joe DeGroot richten.

HH: Erstmal hallo und Gratulation zu eurem exzellenten Album. Da es sich hier um euren ersten Longplayer handelt, würdest du etwas über die Produktion der Scheibe erzählen? Gab es irgendwelche Schwierigkeiten oder kam es außergewöhnlichen Situationen, an die ihr euch erinnert?

Joe: Hi und danke für die Gratulation. Im Großen und Ganzen verlief die Aufnahme der Platte ohne Probleme. Aber natürlich liegen bei den meisten Produktionen einige Stolpersteine im Weg. Wir hatten zum Beispiel ein kleines Problem mit einigen Störgeräuschen bei einer Gitarrenspur, die wir im Laufe des Masterings korrigieren mussten.

HH: Störgeräusche?

Joe: Ja, ein relativ schwaches Geräusch, das James Murphy entdeckte und das durch eine defekte Röhre in einem Verstärker verursacht wurde. Obwohl es recht leise war, klang es doch fremd und störend. Das Frustrierende an dieser Geschichte war, dass James herausfinden musste, wie er es beseitigen konnte. Ich will dich jetzt nicht mit technischen Details langweilen, aber mit einigen Überstunden und ein paar Investitionen in etwas Equipment konnte das Problem gelöst werden. Abgesehen davon lief alles glatt.

HH: Im Song "All For Nothing" gibt James Murphy ein kurzes Gastspiel. Wie seid ihr eigentlich dazu gekommen, mit ihm zusammen zu arbeiten?

Joe: Nachdem James sich von seiner Operation erholt hatte (dabei handelte es sich um einen Tumor in der Nähe seines Gehirns), hörten wir, dass er dabei war sein Studio wieder aufzubauen. Das Timing stimmte, er hatte wieder begonnen Platten aufzunehmen und zu unserem Glück hatte er auch die Zeit unsere CD zu mastern. Irgendwann kam uns dann die Idee mal nachzuhaken, ob er denn Interesse hätte ein Solo für das Album einzuspielen, wo er doch schon das Mastering der CD übernahm. Wir hatten da einen Part in "All For Nothing", den wir für James reservierten und wir waren von Anfang an der Meinung, dass dieser perfekt für James geeignet war, um sich so richtig auszutoben. Er ist einer meiner Lieblingsgitarristen und dass er auf der CD vertreten ist, ist unbeschreiblich.

HH: Meistens folgt auf das Release einer neuen CD auch eine Tour oder zumindest ein paar vereinzelte Shows. Wie sieht's hier bei euch aus - habt ihr diesbezüglich Pläne, vor allem im Bezug auf Europa und Deutschland?

Joe: Da sind wir uns noch nicht so sicher. Wir arbeiten gerade daran, eine Tour in den Staaten zu bekommen und hoffen, dass dies im Sommer funktioniert. Da wir aber noch relativ unbekannt sind, ist es schwer für eine Tour gebucht zu werden. Ganz abgesehen davon, dass unsere CD erst seit ein paar Wochen in den Läden steht. Es wird also noch ein wenig dauern, bis die Scheibe bekannter ist. Aber wir sind selbstverständlich bereit auf Tour zu gehen und warten momentan auf ein paar Angebote diesbezüglich.

HH: Gibt es eine Band oder einen Künstler mit dem ihr gerne eine Tour spielen würdet?

Joe: Wenn mich jemand vor die Wahl stellen würde, würde ich mich für Dark Tranquillity, Dismember, Arch Enemy oder Testament entscheiden. Ich könnte hier aber noch hundert andere aufzählen. Jede der Bands wäre fantastisch.

HH: Gibt es für diese Auswahl spezielle Gründe?

Joe: Ich glaube, die Fans dieser Bands wären an uns und unsere Musik interessiert. Da wir ja noch nie auf Tour waren, wäre es ja das erste Mal, dass uns die meisten Leute hören würden.

HH: Kommen wir noch mal zur CD. Leider habe ich keine Texte zu den Songs. Wovon handeln Eure Songs und was beeinflusst euch während des Songwritings am meisten?

Joe: Steven Sagala (Sänger - JR) schreibt die meisten der Texte. Das ist also nicht so wirklich meine Baustelle. Meistens entstehen die Songs aber ganz spontan. Meistens fällt mir was ein, wenn ich am wenigsten damit rechne. Es ist schon irgendwie komisch... da gibt es Zeiten in denen ich mich hinsetze und einen kompletten Song in wenigen Stunden schreibe und dann sind da Zeiten, in denen ich über Monate hinweg keine einzige Note aufs Papier krieg, mit der ich zufrieden bin.

HH: Viele Leute haben ja in gewisser Weise ein Schubladendenken. Gibt es da eine ganz spezielle Schublade in die ihr euch reinstecken lassen würdet?

Joe: Hmm, fast alle bezeichnen unsere Musik als Melodic Death Metal und damit kann ich gut leben. Es ist schließlich die einzige Möglichkeit womit uns jemand, der uns noch nie gehört hat, einordnen kann.

HH: Gibt es musikalische Vorbilder, an denen du die orientierst?

Joe: Ein Mensch, der mich immer inspirieren wird, ist Chuck Schuldiner.

HH: Wirft Enforsaken eigentlich genug Geld ab, dass ihr damit auskommen könnt oder habt ihr noch andere Jobs?

Joe: An der Musik verdienen wir noch gar nichts. Wir investieren eher noch mehr in die Band, als dann rauskommt. Das ist wohl ein Ding hinter dem viel Liebe steckt - haha! Außerhalb der Band gehen wir alle ganz normalen Jobs nach und daran wird sich wahrscheinlich auch nichts ändern. Ich arbeite als Drucker an einer "Heidelberg" Druckmaschine. Steven Sagala verdient seine Brötchen als Lehrer, Dave (Swanson - Drums - JR) fährt einen Schulbus, Steve Stell (Gitarre - JR) produziert T-Shirts und Eric (Kava - Bass - JR) ist gerade mit seiner Ausbildung zum Tontechniker beschäftigt.

HH: Wie sieht's mit euren Zukunftsplänen aus? Und jetzt sag mir nicht, dass ihr von Eurer Musik leben wollt... :-)

Joe: Haha, ich denke nicht, dass wir uns ein realistischeres Ziel setzen könnten. Aber zuerst wollen wir mit der Scheibe auf Tour gehen und haben uns auch das Ziel gesetzt eines Tages nach Europa zu kommen. Bis es soweit ist, werden wir aber einfach an einem neuen Album arbeiten.

HH: Benutzt ihr das Internet?

Joe: Ja klar! Hauptsächlich um etwas über andere Bands zu erfahren und dann natürlich für andere "Unterhaltung". ;-)

HH: Ein Hauptdiskussionsthema im Bereich des Musikgeschäftes heutzutage ist der Kampf gegen Raubkopien und Tauschbörsen. Wie steht ihr zum Thema File-Sharing? Seht ihr das als Chance für neue Bands an oder unterstützt ihr die Copy-Kills-Music Theorie?

Joe: Das Hauptproblem ist ja, dass je weniger Geld die Leute für CDs ausgeben, desto weniger Geld wird die Plattenfirma verdienen. Das führt dann wieder dazu, dass weniger Geld in die Bands für Aufnahmen, Touren und Werbemaßnahmen gesteckt wird. Andererseits kann diese ganze Tauscherei für "unbekannte" Bands ein Vorteil sein, da dadurch mehr Leute deren Musik hören und auf sie aufmerksam werden. Ich für meinen Teil höre keine Bootlegs und ich finde es auch nicht sonderlich cool, wenn die gesamte Musiksammlung eines Menschen aus Kopien besteht. Ich bevorzuge da dann doch Originale für meine Metal Sammlung.

HH: Was ist für dich im Leben wirklich wichtig?

Joe: Auf jeden Fall meine Familie und meine Freundin. Ohne sie hätte ich gar nichts. Die andere Hälfte stellt die Musik und die Band dar, da ich das Gefühl habe, nur dadurch meine Standpunkte richtig äußern zu können.

HH: Gibt es ein Tier mit dem du die Musik von Enforsaken am ehesten vergleichen würdest?

Joe: Hmm... eine Schlange… wir schlagen mit einem giftigen Biss zu. :-)

HH: Wenn du für einen Tag unsichtbar sein könntest, was würdest du tun?

Joe: Hehe - wahrscheinlich würde ich rum rennen und alle meine Freunde zu Tode erschrecken, indem ich ihnen weiß mache, ich wäre ein Geist oder ähnliches. Ich hätte auch nichts dagegen, mehrere Millionen Dollar in meine Hände zu bekommen - haha.

HH: Vielen Dank, dass du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Irgendwelche letzten Worte?

Joe: Danke für das Interview!

JR

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