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Interview

Interview mit Midwinter (25.05.2004)

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Midwinter haben sich im Laufe ihrer Karriere eine solide Fanbasis erspielt und mit Astral Mirrors zudem ein hervorragendes Debut veröffentlicht. Grund genug, dem sympathischen Fünfer aus Düsseldorf ein paar Fragen zu stellen, die Sänger Mordan bereitwillig beantwortet hat.

HH: Hallo! Nun gut, euer Debut-Album Astral Mirrors ist nun ja auch schon einige Monate alt und die Reaktionen darauf waren bisher ziemlich gut, wie man unschwer eurer Homepage entnehmen kann. Wie würdet ihr Astral Mirrors im Nachhinein selber bewerten? Was würdet ihr z.B. anders machen?

Mordan: Salve! Stimmt, bis jetzt sind die Resonanzen auf die Scheibe wirklich durchweg positiv. Die Geburt war ja auch mit viel ehrlichem Schweiß verbunden, da wir alles im Alleingang fabriziert haben. Die ganze Produktion (ausser das finale Mastering), das Layout etc. geht alles auf unsere Kappe, da wir ein kleines, aber feines Studio in unsere Probegruft integriert haben. So konnten wir uns ausreichend Zeit für die Aufnahmen nehmen, was man auch heraushört. Wir sind nach wie vor sehr zufrieden mit dem Sound, dennoch hat jeder kreative Mensch im Nachhinein immer diverse Dinge an seinem Werk zu kritisieren, was auch so sein sollte, schließlich möchte man sich ja weiterentwickeln. Es sind diese berüchtigten kleinen Details, die wir beim nächsten Mal noch etwas mehr ausfeilen möchten. Das soll aber nicht bedeuten, dass wir nicht 100% hinter Astral Mirrors stünden! Aber da wir aber nun auch andere Bands bei uns im Studio aufnehmen, lernen wir ständig hinzu, so dass der Sound vom nächsten Album sogar noch besser werden dürfte.

HH: Euer vorheriges Demo Loss Of Light bekam ja auch schon überwiegend gute Kritiken, seid ihr überrascht, dass ihr danach mit Astral Mirrors einen wahren Begeisterungssturm auslösen konntet?

Mordan: Nö, überrascht sind wir eigentlich nicht. Hört sich vielleicht hochtrabend an, aber wir haben schon ein wenig damit gerechnet. Aus dem einfachen Grund, weil die Produktion von Loss Of Light damals nicht das Gelbe vom Ei war und sich das Songwriting noch auf einem anderen Level als jetzt auf Astral Mirrors befand. Außerdem ist das ganze Design um einiges edler ausgefallen als damals. Da Loss Of Light dennoch ausgesprochen gut ankam, gingen wir davon aus, das die "astralen Spiegel" in den Hintern treten würden!

HH: Kannst du kurz was zu den einzelnen Liedern erzählen, was euch z.B. bei den Texten durch den Kopf gegangen ist?

Mordan:
"Through The Mirror...": Einen kurzen, aber für immer prägenden Blick auf die andere Seite des Spiegels unserer innewohnenden Abgründe erhaschen...

"Stormclouds": Aug' in Aug' mit dem Weltenbrand. Eins werden mit der nahenden Dunkelheit. Mit offenen Armen die Heerscharen empfangen...

"Dying In Vain": Verzweiflung. Die Realität tötet. Doch auch im Träumen ist keine Zuflucht zu finden. Der Wahnsinn kitzelt hinter den Schläfen...

"Dreamscape Revelations": Unglaubliche Königreiche längst vergangener Epochen erstrecken sich jenseits der Mauer des Schlafes. Die Gefahr lauert jedoch bereits innerhalb jener verfallener Ruinen...

"Existence Means Suffering": Morbide Visionen plagen das Gemüt. Immer stärker werdend bis hin zum totalen Kontrollverlust des Ich. Morde lindern diesen fürchterlichen Kopfschmerz. Einsamkeit. Trauer. Tod...

"The Eye Of The Storm (Preparing The Ritual)": Mentale Einstimmung auf ein abscheuliches Ritual. Bereitlegung der nötigen Instrumente für eine lästerliche Anrufung...

"Evoking The Grotesque": Ungeheuerliche Formeln aus verdammten Schriften rufen das Unnennbare, welches träumend wartet...

"Golden Age": Aufbegehren. Die Chöre der Revolte ertönen mit mächtigem Schalle. Die Fanfaren der Rebellion schmettern die Mauern hinfort...

"Lords Of Creation": Hebe Dich heraus aus der grauen Masse umherwandelnder, leerer Hüllen. Kappe die Seile und sei nicht länger Marionette. Entdecke und erwecke die Kreativität in Dir und fühle deren Macht...

"Realm Of Slumber": Entführt in die Äthertiefen abgründiger Traumwelten. Kein Entrinnen aus den lockenden Klauen des "Flüsterers", welcher Dir, während Du auf kristallene Rosen gebettet friedlich dahinschlummerst, sanft das Herz herausreißt und sich vollends Deines Geistes bemächtigt...

"The Essence": Die Erinnerung an vergangene Inkarnationen ist stets lebhaft. Unzählige Schlachten wurden geschlagen, unaussprechliche Dinge erblickt und fantastische Reisen in entlegenste Winkel des Universums unternommen. Ich bin der Weltenwanderer...

HH: Seit einiger Zeit habt ihr mit Flo wieder einen festen Drummer in die Band aufgenommen. Wie seid ihr an ihn rangekommen und wie läuft's denn mit ihm?

Mordan: Flo haben wir, wie das meistens so ist, auf Konzerten kennengelernt. Damals sollte er bei Abyssaria einsteigen. Als sie aber (leider!) langsam zerbröckelten, wandte er sich an uns und da wir ja seit längerer Zeit einen Drummer suchten, empfingen wir ihn mit offenen Armen. Wie sich herausgestellt hat, war dies eine gute Entscheidung, denn er drischt hinterm Drumkit alles zu Kleinholz und auch menschlich passt er gut zu uns! Vorher hat er übrigens bei Abstinenz (R.I.P.) gewütet.

HH: Kannst du kurz was zu euren Künstlernamen erzählen, wie's dazu kam und was sie für euch bedeuten?

Mordan: Nun, AbraxasNoir und ich sind ja die einzigen in der Band, die so "schizophren" sind, haha. In gewisser Weise hat ein Pseudonym für mich persönlich wirklich etwas mit einer Art zweiten Identität zu tun. Mordan ist die Seite meiner Persönlichkeit, die ich in der Gesellschaft unterdrücken muss, da ich sonst recht schnell weggesperrt werden würde. Mordan ist das Ventil meiner Diabolik, welche auf diesem Wege Stück für Stück abgelassen werden kann. Auf den Namen selbst kam ich im Traume. Ich träumte vom Ozean. In der Ferne erschienen die Umrisse eines Segelschiffes. Keines von diesen großen Ungeheuern, eher ein kleines "Segelböötchen". Es kam immer näher, bis ich erkennen konnte, dass in schwarzen Lettern ein Name auf die Seite gemalt war: Mordan. Fand ich klangvoll und so benannte ich mich danach. Ich heiße also wie ein Boot, hahaha! Was AbraxasNoir betrifft, so fragt ihn besser selber. Er kann bestimmt mehr Auskünfte über Ursprung und Bedeutung seines Namens geben...

HH: Wie sieht's mit Touraktivitäten aus? Habt ihr vor Deutschland zu bereisen oder werdet ihr vorerst mehr oder weniger lokal auf die Bretter steigen?

Mordan: Die meisten Konzerte, die wir bis jetzt gaben (und es waren nicht wenige), fanden eher in heimischen Gefilden statt. Hat aber auch seine Vorteile, denn wir konnten uns so einen festen Platz in der Region ergattern. Außerdem spielen ja auch noch andere Faktoren wie Kosten und generell die Organisation eine Rolle, wenn der Gig weiter weg ist. Und diese Dinge waren bei einigen Angeboten leider nicht befriedigend. Zudem muss es bei uns auch zeitlich hinhauen, da wir alle (leider) unseren Jobs nachgehen müssen. Aber ich denke, dass wir in absehbarer Zukunft unseren Bekanntheitsgrad livetechnisch ausdehnen werden. Also, wappnet Euch...!


Midwinter (v.l.n.r): Flo (Dr.), Esther (Git.), Mordan (Voc.), AbraxasNOIR (Keys), Andi (Bass)

HH: Wie verdient ihr eigentlich euren Lebensunterhalt? Ist da dann überhaupt Zeit, eine längere Tour durchzuziehen?

Mordan: Also, Andi und AbraxasNoir studieren. Esther und Flo sind handwerklich tätig und ich stecke mitten in einer Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. D.h., dass wir uns für längere Aktivitäten Urlaub nehmen müssen, anders geht's im Moment leider nicht. Tja, wenn uns unsere Kunst allein Brot verschaffen würde, ginge ich wahrscheinlich keiner anderen Tätigkeit mehr nach...

HH: Bei www.theonionavclub.com gibt es eine Kategorie, die nennt sich "Justify Your Existence", das würde ich mit euch jetzt auch gern spielen. Folgende Fragen werden da gestellt:
Warum sollte sich jemand euer Album kaufen?

Mordan: Naja, wer nach unverfälschtem, ehrlichen und inbrünstigem Metal sucht und in dem ganzen Chaos mit all den "truen" und noch "trueren" Bands keinen Durchblick mehr hat, für den ist diese Scheibe genau das Richtige!!!!

HH: Kann euer Album Leben retten?

Mordan: Definitiv! Wenn man das Album in die Kriegsgebiete dieser Welt senden würde, würden die Schlachtfelder zu "Moshpits" mutieren und man ginge erst mal gepflegt einen trinken! Außerdem hilft es sowieso gegen alle erdenklichen Krankheiten und macht zudem noch reich und schön!

HH: Ist dieses Album eure Fahrkarte in den Himmel / die Hölle?

Mordan: Nun, vor Beginn der Aufnahmen zu Astral Mirrors mussten wir alle ersteinmal einen Vertrag unterzeichnen, den wir in tiefdunkler Nacht von einem seltsam gekleideten Herrn erhielten, auf dessen Kopf sich zwei Ausbeulungen befanden. Im Vertrag selbst stand, dass wir, wenn das Album fertig ist, später einmal an einen Ort kommen würden, wo es niemals langweilig wird und den ganzen Tag Metal und Met laufen... Äh, ich hoffe dies beantwortet die Frage...

HH: Habt ihr eigentlich inzwischen eine Plattenfirma gefunden, die euch in Zukunft unterstützt?

Mordan: Wir hatten das eine oder andere Angebot. Bislang war aber noch nichts überzeugendes dabei. Wir sehen das locker. Irgendwann ergibt sich schon das passende.

HH: Letzte Frage: Wenn Astral Mirrors eine Pflanze wäre, was für eine Pflanze wäre das und warum?

Mordan: Sonnentau! Zuerst lockt sie mit ihrer süßen Pracht das Opfer, doch nachdem es vom Nektar gekostet hat, realisiert es, dass es kein Entrinnen mehr gibt und wird für immer eins mit der Verführerin...

HH: Vielen Dank für das Interview und die Zeit, die du investiert hast! Die letzten Zeilen gehören dir!

Mordan: Ich habe zu danken!! Hat Spaß gemacht, deine Fragen zu beantworten! Was gibt es noch zu sagen... Hört mal in unser neues Album auf www.midwinter-online.de rein.
Stay loyal, stay Metal and keep the black flame burning inside!!! Man sieht sich...
Herzlichst, Mordan von Midwinter

Lord Obirah

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