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Konzert-Bericht

In Flames, Killswitch Engage, Heaven Shall Burn, Every Time I Die & Maylene And The Sons Of Disaster

Rockstar - Taste Of Chaos Tour

Zenith, München 08.12.2009

Ich mache keinen Hehl daraus, dass sich meine Begeisterung für das Zenith als Konzerthalle in Grenzen hält. Dafür verantwortlich sind das Fabrikhallenflair, endlos lange Einlassschlangen und eine nicht gerade berauschende Akustik, die schon so manchen Auftritt im Soundmatsch versinken ließ. Trotz dieser Vorbehalte führte unser Weg am Dienstag Abend wieder einmal gen Freimann. Schließlich baten mit Killswitch Engage und In Flames zwei Hochkaräter zum Tanz und wer will sich das schon entgehen lassen.

Kurz nach halb sieben trafen wir vor dem Zenith ein und konnten ohne Wartezeit in die bereits recht gut gefüllte Halle. Die Zeit bis zum offiziellen Beginn um 19:00 Uhr wurde für die obligatorischen Sightseeingtour verwendet. T-Shirt- und Kapu-Preise hielten sich mit 20 bzw. 40 Euro im vertretbaren Rahmen, dass die Halbe Bier, Spezi etc. mit 4 Euro zu Buche schlägt, finde ich dagegen schon ein wenig heftig. Mal kurz überschlagen... Karte, 30 Euro... Kapu, 40 Euro... 5 Bier, 20 Euro... da weiß man wofür man arbeitet.

Zehn Minuten vor sieben stieg die Lautstärke des Soundchecks schlagartig an und es dauerte nicht lange, bis die Erkenntnis einsickerte, dass Zenith und Backstage wohl die gleichen Uhren benutzen oder gehört der Konzertbeginn vor dem offiziellen Startschuss mittlerweile zum guten Ton? Den Amis Maylene & The Sons Of Disaster war's relativ egal. Sie nutzten ihre 25 Minuten Spielzeit aus, trugen ihre bunte Mischung aus Metal, Blues und Core mit viel Spielfreude vor und ernteten mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Mir für meinen Teil würde die Mucke der Jungs noch besser gefallen, wenn sie sich weniger auf die Metalcore-Schiene verlassen und stattdessen mehr Bluesanteile in die Songs einfließen lassen würden.

Eine kurze Umbaupause später beackerten dann die Hardcoreler Every Time I Die das Feld. Ein Blick in die Runde zeigte mir, dass nicht nur ich mit der Mucke der Truppe nicht viel anfangen konnte. Standard-Hardcore mit Standard-Riffs und Standard-Gebrülle lockt nun keine Maus mehr hinter dem Ofen hervor. Und so kam es, dass diese halbe Stunde als die schlechteste des Abends im Gedächtnis blieb. Ein recht schwammiger Sound trug schließlich seinen Teil zur gepflegten Langeweile bei. Da sich dieser Umstand mit der folgenden Band aber schlagartig änderte und sich der Klang bis zum Ende des Konzertes auf einem überraschend guten Niveau bewegte, hege ich stark den Verdacht, dass die beiden ersten Bands des Abends als verlängerter Soundcheck herhalten mussten.

Gegen 20:20 Uhr war dann die Bühne für den nächsten Act bereitet, doch das Backdrop wollte nicht so recht zu den verbliebenen, auf Karte und Programm stehenden Bands passen. Was sollte uns also jetzt bevorstehen? War eine der Hauptbands abgesprungen und sollte uns ein Ersatz vor die Nase gesetzt werden? Nichts dergleichen, wie sich herausstellte. Die Überraschung war jedenfalls groß, als die Thüringer Heaven Shall Burn auf die Bühne kamen und in der folgenden halben Stunde die Halle zum kochen brachten. Ihren Ruf als bester deutscher Metalcore-Act untermauerten die Jungs mit einer energiegeladenen Show, in der sie sich auf Songs der letzten beiden Alben konzentrierten. Allen voran Frontmann Matthias nutzte die gesamte Bühnenbreite und animierte das Publikum ein ums andere Mal für Action zu sorgen. Dieses ließ sich nicht lange bitte und sorgte für so manch rotierenden Pit. Leider war kurz vor neun bereits wieder Schluss, für das erste Highlight des Abends hat diese Stippvisite aber durchaus ausgereicht.

21:10 - 21:55: Zeit für die amerikanische Metalcore-Institution Killswitch Engage, die sich mit ihrem selbstbetitelten Album in diesem Jahr fulminant zurückgemeldet hat. Die Frage war nun, ob sie ihr Material live genau so gut umsetzen können und ob sie mit der teils genialen Show, die Heaven Shall Burn an diesem Abend abgeliefert haben, mithalten können. Ja und nein würde ich sagen. Die Band um Howard Jones und Adam Dutkiewicz spielte sich den Arsch ab und die Finger wund, interagierte perfekt mit dem Publikum und gab sich showtechnisch keine Blöße. Vor allem bei Songs wie "Reckoning" oder "My Last Serenade" war die Stimmung energiegeladen, es wurde mitgesungen und das Haupthaar fleißig geschüttelt. Dass ich den Auftritt von Heaven Shall Burn letztlich als eine Nuance besser einschätze, liegt allein am Ton, der mir bei Killswitch ein wenig schwammiger vorkam. Sei es wie es sei. Die Show war klasse, auch die Songauswahl konnte überzeugen - nur die Spielzeit hätte ein wenig länger ausfallen dürfen.

Kurz nach zehn war die Bühne für den Hauptact bereitet, trotzdem geschah eine halbe Ewigkeit erstmal gar nichts. Pünktlich um halb elf erloschen die Lichter der Halle und die aus überdimensionierten LED-Schirmen bestehendes Bühnendeko nahm ihre Arbeit auf. Zu den Tönen von "Cloud Connected" betraten In Flames die Bretter und das Publikum fraß ihnen vom ersten Moment an aus der Hand. Musikalisch mag man von den neueren Werken der Schweden ja halten was man mag, live sind sie eine ungebrochene Macht. Wenn ich jemals eine Band erlebt habe, die das Publikum nicht mehr groß animieren muss, sondern sich voll und ganz auf seine Show konzentrieren kann, dann die Fünf aus Gothenburg. Mit Hauptmerk auf die letzten drei Scheiben zogen die Jungs eine routinierte, nichts desto trotz sehr gute Show ab. In den knapp 90 Minuten wurden sehr zur Freude der nicht mehr ganz jungen Besucher auch einige ältere Titel durch die PA gejagt. So konnte man sich über Perlen wie "The Hive" vom Whoracle-Album oder "Artifacts Of The Black Rain" freuen. Natürlich fehlten auch die Mithüpf-Titel "Only For The Weak", "The Quiet Place" und "Alias" nicht. Dass das Publikum eine Menge Spaß hatte, diverse Crowdsurfer die Runde machten sowie einige Pits aufkamen muss eigentlich nicht extra erwähnt werden. Als kurz vor Mitternacht mit den letzten Tönen von "My Sweet Shadow" die Show zu Ende ging, waren ringsum nur zufriedene Gesichter zu sehen, die sich müde auf den Heimweg machten und wohl noch einige Tage von diesem durchweg gelungenen Konzertabend zehren können.

JR

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