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Interview

Interview mit Agathodaimon (18.04.2009)

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Mit Phoenix haben Agathodaimon ein astreines Dark Metal-Album auf die Metal-Gemeinschaft losgelassen und sich so fulminant in der Szene zurückgemeldet. Fünf lange Jahre musste auf dieses hervorragende Werk warten, was gut fundierte Gründe hatte, wie uns Gitarrist Sathonys in diesem Interview erklärt.

HH: Servus aus dem sonnigen München! Wie geht's euch und wie ist die Stimmung so im Agathodaimon-Lager?

Sathonys: Die Stimmung ist gut, die ersten Gigs reibungsfrei gelaufen und wir besprechen, was wir noch verbessern könnten. Darüberhinaus versuchen wir, für Sommer/Herbst einige kleinere Touren auf die Beine zu stellen.

HH: Eure neue Platte Phoenix wurde ja soeben auf die Menschheit losgelassen, wie sind denn die Reaktionen bisher auf das Werk?

Sathonys: Die Reaktionen der Fans sind bislang sehr gut, worüber wir uns natürlich sehr freuen. Die Kritiken sind zum Großteil ebenfalls gut, allerdings auch erwartungsgemäß einige Ausreißer darunter. Wir hatten damit gerechnet, dass die Scheibe auch polarisieren würde, denn allein durch die 73 Minuten Spieldauer braucht es einige Zeit, bis man alle Songs überblickt. Noch dazu haben wir ja eine Vorliebe für abwechslungsreiches Material, und nicht jeder Rezensent hat die Zeit, sich die CD einige Male durchzuhören, vom subjektiven Geschmack ganz abgesehen. Aber wie gesagt, wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz bislang.

HH: Das Werk erschien ja nicht wie erwartet über Nuclear Blast, sondern über Massacre Records. Wie ist es zu der neuen Zusammenarbeit gekommen?

Sathonys: Genau genommen ist das aktuelle Album von Nuclear Blast an Massacre lizensiert, erst das nächste Album wird quasi ein "echtes" Massacre-Album. Wir haben uns im Vorfeld ein paar Mal mit den Leuten von Massacre getroffen und auch in Absprache mit unserem A&R Manager bei Nuclear Blast diesen Schritt getan. Nuclear Blast hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem Label entwickelt, das einen höheren, kommerziellen Anspruch an seine Bands stellt. Bei Massacre haben wir hingegen weiterhin künstlerische Freiheit und eine professionelle Basis zur Zusammenarbeit.

HH: Verbindet ihr den Album-Titel mit dem Weggang von Akaias und der dadurch erfolgten Wiederauferstehung durch euren Neu-Sänger Ashtrael?

Sathonys: Nun, das nur auf Akaias zu beziehen würde es nicht treffen. Seit dem letzten Album Serpent's Embrace hatten wir noch einige weitere Beziehungswechsel zu verkraften, die einiges an Arbeit mit sich zogen. Was einer der Gründe war, weshalb ich einige Zeit überlegte, die Band aufzulösen. Nach Akaias hatten wir mit Jonas Iscariot übrigens auch einen weiteren Sänger, aber aufgrund Zeitmangels und zu großem Arbeitspensum hatte die Zusammenarbeit leider nicht funktioniert. Die Besetzungswechsel waren eine Zeit lang sehr frustrierend. Gerade denkt man, die Band ist wieder komplett, und kurze Zeit später muss man erneut Nachfolger suchen. Das ist leider immer ein langwieriger Prozess, weil es nicht nur darum geht, einen fähigen Musiker, sondern auch einen Typ zu finden, mit dem man untereinander auskommt und der sich auch auf menschlicher Ebene in die Band integriert. Letztendlich aber kam mit den neuen Musikern auch viel Schwung und Energie zurück.
Der Titel bezieht sich deshalb teilweise darauf, dass wir die Scheibe als eine Art Wiedergeburt sehen, einen kleinen Neuanfang. Gleichzeitig aber markiert der Phoenix auch ein Symbol für Beständigkeit, denn Sterben und Wiedergeburt geschieht bei ihm in immer wiederkehrender Regelmäßigkeit; ähnlich wie das Intervall, welches zwischen einzelnen Alben liegt.

HH: Waren die Line-Up-Veränderungen auch der Gründ dafür, dass die Fans nunmehr fünf Jahre auf ein neues Album warten mussten oder steckt da noch mehr dahinter?

Sathonys: Der Hauptgrund war durchaus das ständige Wechseln in der Besetzung, dadurch hatte natürlich die Stimmung innerhalb der Band für gewisse Zeit gelitten. Aber auch so gab es viel Stress, allerdings meist auf privater Ebene. Wir sind nicht hauptberuflich Musiker, und deshalb kommt es natürlich hin und wieder zu einer Prioritätenverlagerung, weil bei jemand bspw. eine Prüfungsphase, Jobwechsel oder ähnliches ansteht. Da wir aber einen hohen Qualitätsanspruch an unsere Arbeit haben, dauert es dann mitunter etwas länger, bis wir einen Song als aufnahmereif deklarieren können. Lieber nehmen wir uns länger Zeit als dass wir etwas Halbgares veröffentlichen, hinter dem wir im Endeffekt nicht stehen können. Schließlich gibt es schon genug CD's heutzutage auf dem Markt.

HH: Und was habt ihr die Zeit so getrieben, habt ihr andere musikalische Projekte auf die Menschheit losgelassen?

Sathonys: Eigentlich sind fast alle Mitglieder der Band auch in anderen Projekten involviert, allerdings hat Agathodaimon Priorität. Unser Drummer Manuel ist von Beruf Schlagzeuglehrer und spielt unter anderem in einer Coverband, die von Pop bis Dream Theater vor nichts zurückschreckt. Unser Gitarrist Jan hat einige Projekte in anderen musikalischen Territorien, da er ein Studium zum Gitarrenlehrer absolviert und so auch bspw. viel mit Jazz zu tun hat. Till war vor kurzem noch als Aushilfe Basser bei Skidbladnir, und ich hatte in einer ruhigeren Phase einige Zeit in einem eher Goth-orientierten Projekt namens All My Faults mit unserem ehemaligen Sänger Jonas Iscariot gearbeitet.

HH: Phoenix ist, in meinen Augen, deutlich eingängiger ausgefallen als die Werke zuvor und daher würde ich gerne wissen, ob ihr dies auch bewusst wahrgenommen habt und ob ihr etwas während der Songwriting-Phase anders gemacht habt? Geben euch die neuen Musiker neue Impulse?

Sathonys: Auf alle Fälle, da jeder seinen Input geben kann. Gerade die "Neuen" waren sehr engagiert dabei, was sich natürlich in den Songs widerspiegelt. Auf der letzten Scheibe hatten wir bereits einen Schritt in Richtung eingängigere Songs gemacht, und die neuen Songs sind zum Großteil noch ein Stück strukturierter, wobei ich sie aber nicht alle als eingängig bezeichnen würde. Gerade das Einstudieren der Songs hat im Vergleich zu den alten Songs um einiges länger gedauert, was ein Zeichen dafür ist, das wir es hier nicht unbedingt mit einfachen Strukturen in spielerischer Hinsicht zu tun haben. Das eine oder andere technische Kabinettstückchen ist dann doch dabei. Besonders Jan hat ein paar tolle Gitarrensoli eingespielt.

HH: Wie sehen eure genaueren Pläne für dieses Jahr aus? Werdet ihr die Bundesrepublik und den Rest Europas beackern und werdet ihr mal wieder einen Band-Contest (wie in Wien vor Jahren) machen?

Sathonys: Wir versuchen, wie gesagt, im Sommer oder Herbst ein oder zwei kleinere Tourneen an den Start zu bekommen. Einen Band-Contest könnte ich mir durchaus wieder vorstellen, dann allerdings an anderer Stelle. Es kommen immer wieder Zuschriften von Bands, die gerne mit uns spielen würden, was aber natürlich meist nicht in unserer Hand, sondern im Ermessen des lokalen Veranstalters liegt.

HH: Gibt es sonst noch etwas, was man in Zukunft von Agathodaimon erwarten kann?

Sathonys: Nun, wir werden auf alle Fälle versuchen, die Zeit zum nächsten Album kürzer zu halten. Wir sind schließlich nicht AC/DC, die ihre Fans etliche Jahre warten lassen können, hehe. Die Zusammenarbeit klappt mittlerweile sehr gut, insofern steht einer weiteren Scheibe in absehbarer Zeit hoffentlich nichts mehr im Weg!

HH: Es sind ja mittlerweile schon einige Jahre vergangen, seitdem der Black Metal-Szene Ausverkauf und braunes Gedankengut vorgeworfen wurde. Auch ihr wart von diesen Anschuldigungen, alleine schon wegen ex-Gitarrist Hyperion, betroffen. Meinst du, dass sich dies mittlerweile gelegt hat und wie siehst du die Szene heute?

Sathonys: Was den Vorwurf des Ausverkaufs angeht, das hatte uns damals schon nicht tangiert. Man muss sich einmal überlegen, von welchen Relationen wir hier sprechen. Natürlich gibt es einige Bands wie Dimmu Borgir, die mittlerweile gut von der Musik leben können, aber mehr als eine Handvoll gibt es nicht in dieser Größenordnung, und selbst davon hat wohl keiner einen Ferrari in der Garage stehen. Meinen Respekt haben diese Bands jedenfalls, denn die Musik vollprofessionell betreiben zu wollen ist ein riskantes Unternehmen, für das man eine Menge Durchhaltevermögen und auch viel Glück benötigt. Man sieht ja, wie schnellebig heutzutage die Trends sind. Was politische Tendenzen angeht, das ist etwas, das meiner Meinung nach nichts im Metal zu suchen hat, egal in welcher Richtung, und so etwas wird man bei uns nicht finden.

HH: Nun, ich danke dir für deine Zeit, deine Antworten und deine Geduld! Die letzten Wort sind die Deinen! Cheers!

Sathonys: Vielen Dank für das Interview, testet die neuen Songs auf unserer Myspace-Seite unter www.myspace.com/agathodaimon an!

Basti

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