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Interview

Interview mit Aeba (11.05.2008)

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Aeba aus dem hohen Norden unserer Republik bestechen durch Qualität, nicht durch bloße Quantität. Bestes Beispiel ist das neue Langeisen Kodex V, das Freunde schwarzmetallischer Klangeskunst zufrieden stellen sollte. Schlagwerker Infernal Desaster nahm sich die Zeit, meine auf dem elektronischen Wege übermittelten Fragen zu beantworten.

HH: Hi aus München, wie geht es euch? Kannst du bitte zum Einstand einmal kurz die wichtigsten Stationen eures Werdegangs beschreiben? Was war das "Schlüsselerlebnis", um selbst Musik zu machen?

Infernal Desaster: Die Band wurde 1992 von Isegrim und Schattensturm unter dem Namen Eternal Suffer gegründet. 1994 wurde die Band in AEBA unbenannt. Die wichtigsten Stationen sind natürlich auch das Veröffentlichen des ersten Demos The Rising und später des ersten Albums Im Schattenreich.... Auch der Auftritt in Israel fällt unter diese Rubrik, denn er zählt zu unseren ersten Auftritten im Ausland. Ein richtiges Schlüsselerlebnis, was mich zum Musik machen gebracht hat, gibt es nicht. Ich hab schon immer Musik gehört und wollte auch immer Musik machen.

HH: Zwischen Shemhamforash und Kodex V liegen vier Jahre. Was ist in der Zwischenzeit alles geschehen?

Infernal Desaster: Unser Keyboarder Hellisher ist ausgestiegen, Isegrim hat die Gitarre an den Nagel gehängt, um sich mehr auf den Gesang konzentrieren zu können und wir haben in Xsaahr einen neuen Gitarristen gefunden. Da noch einige Auftritte zu Shemhamforash anstanden, mussten wir ihn natürlich noch einarbeiten, was auch etwas Zeit gekostet hat. Erst danach fingen wir mit dem Songwriting für Kodex V an. Schließlich konnten wir im Mai 2007 mit den Aufnahmen für das neue Album beginnen. Die Produktion dauerten so lange, weil wir durch unsere Berufe hauptsächlich nur an Wochenenden aufnehmen konnten.

HH: In rund 16 Jahren Bandgeschichte habt ihr vier Alben (und zwei Demos) veröffentlicht. Warum habt ihr es bislang auf nicht mehr Veröffentlichungen gebracht?

Infernal Desaster: Von 1995 bis ca. 2000 gab es ein stabiles Line-Up in dem auch regelmäßig veröffentlicht wurde. Wie oben schon angedeutet haben uns die Besatzungswechsel in den letzten acht Jahren viel Zeit gekostet. Da haben wir dann auch nur drei Alben veröffentlicht. Andererseits unterliegen wir auch keinem bestimmtem Druck alle zwei Jahre ein Album veröffentlichen zu müssen.

HH: Was sind eure musikalischen Einflüsse und/oder Vorbilder?

Infernal Desaster: Musik, die uns beeinflusst hat ist sicherlich der Black Metal der frühen 90er aber auch der Death und Thrash Metal der 80er.

HH: Wie sind die bisherigen Resonanzen auf Kodex V ausgefallen? Habt ihr diese in der Form erwartet?

Infernal Desaster: Die meisten Reaktionen auf das Album sind wirklich positiv. Es gibt jedoch auch einige ältere Fans, denen das Album nicht so gut gefällt, da die Keyboards nicht mehr so dominant sind wie früher. Als Band entwickelt man sich (bzw. sollte man) über die Zeit. Aber ich denke, dass die Veränderungen in unserem Fall nachvollziehbar sind. Wir machen ja nicht plötzlich andere Musik wie z.B. Ulver, obwohl ich auch die neuen Sachen von ihnen mag.
HH: Was mir persönlich sehr gut gefällt ist die Mischung aus deutschen und englischen Vocals. Ungewöhnlich ist jedoch, beide Sprachen abwechselnd innerhalb eines Songs zu verwenden. Was war die Intention hierfür?

Infernal Desaster: Es ist kein Konzept, das bewusst angewendet wird. Vielmehr schreibt man seine Texte und merkt dabei, dass bestimmte Textfragmente in Englisch wesentlich besser und kraftvoller klingen als im Deutschen und umgekehrt.

HH: Gerade im Black Metal-Bereich sind, anders wie z.B. im Death Metal, Pseudonyme an der Tagesordnung. Auch ihr verwendet welche. Was ist der Grund hierfür?

Infernal Desaster: Wir schaffen mit unserer Musik eine bestimmte Atmosphäre und unterstreichen diese auch mit unserem Erscheinungsbild. Es wirkt einfach nicht, wenn unter diesem Erscheinungsbild unsere bürgerlichen Namen stehen.

HH: Inwiefern unterscheiden sich die Privatpersonen von den Pseudonymen?

Infernal Desaster: In gewisser Weise gar nicht. Wir sind nicht so wie z.B. Alice Cooper oder Falco, die nach außen hin eine andere Persönlichkeit darstellen. Infernal Desaster ist nur ein Pseudonym, das ich im Kontext mit AEBA nutze. Ich werde aber nicht zu einem anderen Menschen und spiele den Leuten eine andere Persönlichkeit vor.

HH: Leider habe ich euch noch nicht livehaftig on stage erleben können. Inwiefern legt ihr Wert auf den visuellen Aspekt bei Konzerten und wie setzt ihr diesen um?

Infernal Desaster: In erster Linie ist uns die musikalische Darbietung am Wichtigsten. Wie schon erwähnt legen wir aber Corpse Paint an, um die Musik zu unterstreichen. Wir verzichten jedoch auf Blut und Kadaversauereien.

HH: Wie wichtig ist euch das Black Metal-Image?

Infernal Desaster: Wichtiger ist für uns die Musik und ihre Botschaft, die dahinter steckt. Das Black Metal-Image ist nur ein Mittel um diese besser zu übermitteln.

HH: Wie würdest du die Szene bei euch im Norden beschreiben?

Infernal Desaster: Ich muss sagen, dass ich mich nicht allzu sehr mit der Szene in Kiel beschäftige. Dennoch gibt es einige Bands, die hier regelmäßig auftreten und Konzerte veranstalten. Zu einigen Leuten hat man natürlich Kontakt und trifft sich auch, aber ich habe nicht so das Gefühl, dass ich wirklich in der Szene involviert bin.

HH: Was treibt ihr sonst so, wenn ihr nicht mit eurer Band beschäftigt seid. Welchen Berufen geht ihr nach ?

Infernal Desaster: Wir alle müssen für unseren Lebensunterhalt arbeiten. Wirklich spektakuläre Berufe sind aber nicht dabei.

HH: Ich möchte dir nun ein paar entweder-oder Fragen stellen. Entscheide dich bitte für eine Antwort, du musst deine Wahl auch nicht begründen, aber du kannst es natürlich, wenn dir danach ist.

Schwarz oder weiß?

Infernal Desaster: Schwarz, den Schwarz bedeutet die Abwesenheit von Licht. 90% meiner Kleidung ist schwarz.

HH: Links oder Rechts?

Infernal Desaster: In einem politischen Kontext? Weder noch. Gesunder Menschenverstand.

HH: Halbvoll oder halbleer?

Infernal Desaster: Halbleer. Erwarte nicht zu viel, denn dann kannst du nicht enttäuscht werden.

HH: Norden oder Süden?

Infernal Desaster: Norden! Natürlich ist der Süden auch schön und es ist dort herrlich warm, doch hier bin ich, hier möchte ich sein.

HH: Vergeben oder Rache?

Infernal Desaster: Rache!

HH: Eine Frage, die in der heutigen Zeit leider nicht fehlen darf: politisch Fehlgeleitete versuchen immer wieder, unsere Metal-Szene zu unterwandern. Vor kurzem war es noch im Black Metal, nun ist der Pagen/Viking Metal sehr gefragt von rechts außen. Wie denkst du über Politik im Metal nach? Wie politisch darf oder muss Metal sein?

Infernal Desaster: Ich finde die rechten Tendenzen in der Musik bedenklich. Ich kann sie auch in gewisser Weise nicht nachvollziehen, den als Liebhaber der Musik bin ich immer auf der Suche nach neuen interessanten Bands. Dabei ist die Herkunft und Hautfarbe der Musiker doch relativ egal. Wenn irgendeine geile Band aus der Türkei oder sonst wo herkommt, dann hör ich sie mir an. Tja aber irgendwie kapieren das einige Leute nicht.
Politik im Metal? Schwere Frage, denn zum einen hat man Bands wie Megadeth oder Kreator, die sich schon immer mit politischen Inhalten auseinander gesetzt haben. Zum anderen denke ich, dass der Black Metal eine Form ist, in der Politik nichts zu suchen hat. Der Black Metal kennzeichnet sich durch andere Merkmale aus und die machen vor politischer Gesinnung keinen Halt.

HH: Wenn du eure Musik mit einem Tier beschreiben müsstest, wie würde es aussehen?

Infernal Desaster: Ein schwarzer Wolf der dich reißt.

HH: Warum ist eure Webseite derzeit geschlossen? Was sind die Gründe hierfür?

Infernal Desaster: Sie ist im Augenblick nicht komplett geschlossen. Wir wollten zum neuen Album ein neues Design präsentieren, aber auf Grund von Zeitmangel haben wir es noch nicht geschafft. Die Seite sollte aber demnächst wieder online sein.

HH: Die Plattenindustrie jammert ja seit Jahren über das Internet. Auf der anderen Seite hat sich MySpace zu DEM Bandportal schlechthin entwickelt, so dass oftmals mehr nach der MySpace-Adresse als nach der Homepage gefragt wird. Wie denkt ihr über das Internet: ist es mehr ein Fluch oder ein Segen?

Infernal Desaster: Ich denke, es ist eine Mischung aus beiden. Durch Myspace sind ja schon etliche Bands durch Mundpropaganda groß geworden. Andererseits sind auch die Albumverkäufe von einigen Bands in den Keller gegangen. Das Nette an Myspace ist, dass man sich ganz legal ein paar Songs anhören kann, um dann zu entscheiden, ob man sich entsprechende Alben kaufen möchte oder nicht. Wir als Band haben uns lange gegen Myspace gesträubt. Unsere Seite ist eine Reaktion auf eine unoffizielle Myspace-Page von einem Fan. Viele Leute die uns kennen dachten, dass dieses unsere offizielle Myspace-Seite ist und versuchten uns darüber zu kontaktieren. Das passte uns halt nicht.

HH: Bis du ein religiöser (auch Satanismus ist eine Religion) bzw. spiritueller Mensch? Was macht das Leben deiner Meinung nach lebenswert?

Infernal Desaster: Ich würde mich schon als einen spirituellen Menschen beschreiben, möchte meine Ansichten hier aber nicht erläutern. Viele Faktoren machen mein Leben lebenswert: Freunde, die Band, Musik etc...

HH: Danke, dass du dir Zeit für meine Fragen genommen hast, was sollte zum Schluss nicht unerwähnt bleiben?

Infernal Desaster: Vielen Dank für deinen/euren Support. Am 31.5. spielen wir nachträglich unseren Releasegig in Kiel zusammen mit Todtgelichter und Terminal Spirit. Wir werden so einiges vom neuen Album spielen, graben aber auch einige Klassiker aus.

Ray

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