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Interview

Interview mit Eukalyptus (15.03.2002)

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Die Jungs von EUKALYPTUS sind in der Schwarzwurzel-Szene auch kein unbeschriebenen Blatt mehr, hatte man doch erst im letzten Jahr eine Titelstory im Minotaurus Mag. und einen großartigen Artikel in der Glauchauer Morgenpost. Dazu gab es eine Clubtour im Vorprogramm von de' Infested Carrion in Polen und man konnte sich sogar auf dem "Fuck the Underground - we're from below"-Festival in Dessau eine Co-Headlinerposition erkämpfen. Ganz nebenbei haben Lord Eukalyptus, Graf G. und Commander Zacharias auch noch ein neues Album eingezimmert, daß diese Tage über Mehrweg Musik in die Läden kommt. Was ich wiederum zum Anlaß nahm und das Trio im Kurpark von Bischofswerda, in der wunderschönen Oberlausitz, zu einem Kännchen Kaffee traf um über die Geschehnisse der vergangenen Monate zu philosophieren...

HH: Es ist viel passiert seit dem letzten Album "Eukalypse III - Sow & Harvest". Was habt Ihr denn in den vergangenen 8 Monaten so alles getrieben?

Lord E.: "Ich hab mich ein wenig zurückgezogen, um dem ganzen Medienrummel ein wenig zu entgehen. Die Leute haben uns hier in der Nachbarschaft schon langsam auf der Straße erkannt, ich konnte kaum noch zum Einkaufen gehen, weil ständig irgendwelche Schlampen Autogramme auf die Titten haben wollten und da hab ich mir dann auch gesagt: irgendwo muß Schluß sein. Wir machen in erster Linie Musik, ich hab da keinen Bock, mich als eine Art Identifikationsfigur zu prostituieren. Das überlasse ich den Schwuchteln von Dimmu Borgir..."

Graf G.: "Wobei ich dazu sagen muss, daß der Lord Eukalyptus an sich auch eher ein introvertierter Typ ist, der auch nach Konzerten von uns schnell nach Hause verschwindet, weil er auf die ganze Aftershow-Chose keine Lust hat. Der Commander und ich lassen dagegen schon mal gerne die Korken krachen, es war ja schließlich lange genug verboten..."

HH: Ein guter Übergang, der mir der Graf hier bietet. In der ehemaligen DDR habt ihr seinerzeit sogar schon die kleinen Turnhallen ausverkaufen können, wohingegen ihr außerhalb nach dem Fall der Mauer allenfalls 30 bis 40 Leute zu Euren Shows ziehen konntet. Ist das der Preis des Kapitalismus?

Commander Z.: "Zuerst mal möchte ich sagen, daß der Kaffee hier wirklich köstlich schmeckt. Zu der ehemaligen DDR kann ich nur sagen, daß wir niemals unsere Wurzeln verleugnen werden, schließlich hat uns dieses System zu dem gemacht, was wir heute sind. Wenn ein kleines Kind aus meiner Nachbarschaft zu mir herkommt und möchte, daß ich ihm den Bagger aus dem Kirschwacholderbusch hole, dann kommt das nicht von ungefähr. Es ist die Frage, wie Du mit diesem Druck umgehst, ohne erdrückt zu werden."

Lord E.: "Wir hatten nie kommerzielle Absichten, deswegen war es uns auch nie so wichtig, ob wir vor 150 oder vor 40 Leuten spielen. Mit dem neuen Album "Determination of juniper's growth" wollen wir uns nochmal ganz deutlich von unserer Vergangenheit im Tätigkeitsfeld der PDS-Vorgängerpartei distanzieren. EUKALYPTUS waren noch nie die Band, die sich mit erhobenem Mittelfinger gegen den Westen gestellt hat."

HH: Es scheint fast so, als hätte Euch das völlig kalt gelassen, daß Ihr mit "Eukalypse III" sogar in Polen in die Charts eingestiegen seid. Die Tour mit Euren Kumpels von de' Infested Carrion hat Euch letztes Jahr sogar für zwei Wochen an die Spitze der dortigen Charts katapultiert, obwohl Ihr damals unter denkbar schlechten Umständen on the road wart. Was ist damals alles passiert?

Lord E.: "Es hat schon in Finsterwalde angefangen, daß wir mit unserem alten VW Turbo Diesel Bus an der ersten freien Tankstelle halten mußten und 4 Liter Öl nachfüllen mussten, weil unser Tourmanager Enrico vergessen hatte, bei der Abfahrt noch was nachzufüllen. Der Motor hat jedenfalls schon gequalmt, das war Rettung in letzter Sekunde. Dann haben beim Graf wieder die Verdauungsschwierigkeiten eingesetzt und wir mussten beim Rico von den Hellbanger's Thüringen zwei Tage Pause einlegen..."

Graf G.: "Ich hatte Dünnschiss wie Sau, weil der Commander Zacharias unbedingt wieder bei diesen neumodischen Schnellfraß-Läden zu Mittag essen wollte, da hab ich mir irgendwas eingeholt."

Lord E.: "Jedenfalls stießen wir dann erst mit 2tägiger Verspätung in Chojna zum Tourtross dazu, die Fans vor Ort hatten uns schon gar nicht mehr auf der Rechnung, als plötzlich um 19.30Uhr unser Intro aus den Boxen dröhnte und wir mit "Taake dor Verfahlsdaaten" von unserem ersten Demo standesgemäß loslegten."

HH: Aber damit noch nicht genug. In Warschau soll dem Commander die Monitorbox auf den Fuß gefallen sein und anschließend ist im ihm auch noch die Club Cola über den Verstärker gelaufen, was einen Stromausfall zur Folge hatte...

Commander Z.: "Der Enrico hat da auch noch eine gewischt bekommen und mußte in dem örtlichen Krankenhaus mit so positiven Stromstößen behandelt werden. Wir haben an diesem Abend wie irre unseren kompletten Backkatalog am Andenkenstand verkauft und der Rico mußte am nächsten Tag noch neue T-Shirts und "Eukalypse III"-CD's nach Polen bringen. Da wurden auch zum ersten Mal Mehrweg Musik auf uns aufmerksam und wir haben in bierseeliger Stimmung einen 6-Jahres-Vertrag bei denen unterschrieben."

HH: In einem nicht näher beschriebenen Fachblatt aus der Metalszene habt Ihr vor einem halben Jahr ein Interview gegeben, in dem der Graf G. angedeutet hatte, bei EMP eine Voodoo-Puppe bestellt zu haben. Seither finden diese Puppen bei Deutschlands größtem Metal-Versand reissenden Absatz, man hatte sogar schon überlegt, eine Mystic Circle-Edition ins Rennen zu schicken. Wie waren die Reaktionen darauf aus Ludwigshafen?

Lord E.: "Der Ezphares ist bei einigen von unseren Konzerten aufgetaucht und hat sich ständig am Mischpult rumgetrieben, um uns eins auszuwischen. Aber da der Sigurd von de' Belphegor ein guter Kumpel von uns ist, haben wir ihn kurzerhand auf den Spack angesetzt und der hat dem Treiben dann auch schnell ein Ende gesetzt. Du solltest den Ezphares vielleicht mal auf sein blaues Auge und die ausgekugelte Schulter ansprechen, hahaha!"

HH: Ich bin ja der Meinung, daß körperliche Gewalt immer das letzte Mittel sein sollte!

Graf G.: "Ja, dann hast Du auch noch nie in einer Plattenbausiedlung gewohnt, da heißt es, fressen oder gefressen werden. Wir stehen nicht auf der Bühne und sagen "Sow & Harvest" und lassen uns dann von so einer schlecht geschminkten Tunte anmachen. Um solchen Ausuferungen jetzt schon im Vorfeld entgegen zu wirken, haben wir uns zwei Sicherheitsleute engagiert, die auf die Namen Mutanto & Fantastico hören. Die haben wir von einem fahrenden Zirkus abgeworben..."

HH: Naja, jedem das seine. Es sind ja auch schon Gerüchte in der Szene kursiert, daß Ihr bei dem Popstars-Casting teilgenommen haben sollt. Was ist dran?

Commander Z.: "Hahaha, das war ein großes Mißverständnis. Ich hab mich in Chemnitz versehentlich in der Schlange für dieses komische Casting angestellt, weil ich dachte, die Leute wollten alle zu unserem ehemaligen Label Redwine Productions, die da auch ihr Büro haben. Nach 4 Stunden Warterei kam unser damaliger Chefpromoter Paczewski wutentbrannt aus dem Haus rausgerannt und wollte mir schon an die Wäsche, weil wir ja einen Termin hatten. Ich konnte das aber noch in letzter Sekunde aufklären, was wohl der Lord Asgarath von den Dunkelgrafen in den falschen Hals bekommen hatte, der stand nämlich auch da rum, allerdings wollte DER nicht zu Redwine... Anschließend hatte er dann diese Ente in die Welt gesetzt..."

HH: Habt Ihr noch Kontakt zu Hanne, die ja bekanntlich mal für den Schlagzeugsound bei euch zuständig war?

Lord E.: "Die dumme Koksschlampe hat uns einfach bei "Bärbel am Mittag" als versiffte Metal-Prolo's verkaufen wollen, aber dem haben wir mit einer einstweiligen Verfügung einen Riegel vorgeschoben. Wir haben der eine Woche vor der Aufzeichnung einfach 10 Gramm Koks in die Bude geschmuggelt und dann anonym die Drogenfahndung angerufen. Die haben sie dann auch gleich mitgenommen und seither sitzt sie wohl in der Jugenduntersuchungshaft, pah!"

Commander Z.: "Meine Mutti hat neulich mal nach ihrer Tochter gefragt, aber ich konnte ihr da auch nicht mehr sagen als Dir gerade der Lord Eukalyptus. Der war's im Endeffekt auch ganz recht, schließlich leben wir ja von der Stütze und so sind zumindest übergangsweise nur sechs Mäuler zu stopfen. Da bleiben dann wenigstens noch ein paar Groschen über, um auch mal dieses Gera Goldkrone zu kaufen und nicht immer nur diese Gräfenhainichener Urquell aus dem Billigmarkt!"

HH: Graf G., Du hast von 1985 bis 1988 bei Energie Cottbus gespielt, bevor Du für die Musik endgültig die Kickschuhe an den Nagel gehängt hast. Kotzt es Dich heute nicht an, wenn Du siehst, wo die Jungs heute in der Bundesliga stehen?

Graf G.: "Ach weißt Du, wenn Du in Deinem Leben an einen geteilten Weg kommst, mußt Du Dich für eine Richtung entscheiden. Bei mir war es damals eben die Liebe zur Musik, die mich vom Fußballplatz geholt hat, aber wenn mein Verein heute ein Heimspiel gegen den FC Bayern hat, würde ich schon gerne wieder auf dem Platz stehen und dem Oli mal ordentlich in die Eier treten, damit der weiß, wo bei uns mal der Hammer und die Sichel hingen."

HH: Eine ähnlich steile Karriere hast auch Du, Lord Eukalyptus, vor einigen Jahren wegen der Band aufgegeben. Warum bist Du aus der Porno-Branche ausgetreten?

Lord E.: "Ich habe das alles nicht mehr unter einen Hut bekommen, außerdem gab es da auch den ein oder anderen "Durchhänger" in meiner Karriere und die Gagen waren auch nicht mehr das Gelbe vom Ei. Dann haben sie uns auch gegen Ende hin nur noch abgewrackte Mittvierziger vorgesetzt, mit denen sollte es dann auch noch zu so Sekt und Kaviar Produktionen kommen, da hatte ich dann die Schnauze voll (im wahrsten Sinne des Wortes). Heute springe ich nur noch gelegentlich als Lückenbüßer ein, wenn die mal Ausfälle haben oder ich mal ein paar Mark für Lebensmittel und Bier brauch'. Wer übrigens noch welche von meinen Print-Produkten haben möchte, der sollte sich an cannavino@web.de wenden, dort habe ich drei handsignierte und garantiert gebrauchte Hefter für Verlosungszwecke hinterlegt."

HH: Ihr habt's gehört, einfach eine Mail an mich schicken und mit etwas Glück könnt ihr Euch eine von drei Originalausgaben aus der Hochphase von Lord Eukalyptus' Pornozeiten sichern!!!

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