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Interview

Interview mit Children Of Bodom (25.05.2003)

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Children of Bodom haben im März mit ihrem vierten Longplayer einen richtigen Hassbatzen rausgehauen. Da verwundert es sehr, daß das Gerät in Finnland auf Platz 1 der Charts einschlägt. Aber mein Gott, wer wird sich da beschweren, Bassist Henkka auf alle Fälle nicht, obwohl es ihn schon ein wenig überrascht hat.

HH: Erstmal herzlichen Glückwunsch zu eurem neuen Album, das ja Platz Nummer eins in den finnischen Charts erreicht hat. Habt ihr eigentlich damit gerechnet, dass ihr in eurem Land so viel Erfolg haben werdet oder ist das einfach ein Traum, vor allem auch, weil ihr ja alle noch so jung seid?

Henkka: Also, ich weiss nicht so recht. Unser letztes Album "Follow The Reaper" lief ja in Finnland auch schon ziemlich gut, ich glaube, es war sogar an dritter Stelle in den Charts. Deshalb wussten wir ja auch, dass da ein gewisser Erfolg sein würde, weil es in Finnland viele Die-Hard-Fans gibt, die es auf jeden Fall mochten, egal, was es auch immer geworden wäre. Aber als das Album dann Nummer eins wurde, war das schon unglaublich und es war noch unglaublicher, dass es sich drei Wochen da oben halten konnte. Inzwischen ist es "nur" noch an vierter Stelle, aber es war wirklich für drei Wochen da oben! Es ist schon faszinierend, dass diese Art Metal so hoch einsteigen kann.

HH: Warum auch nicht, es ist schliesslich ziemlich eingängig.

Henkka: Ja, aber es wird nicht im Radio gespielt und dass es trotzdem so oft verkauft wird, ist schon toll.

HH: Habt ihr ausserhalb von Finnland ähnlichen Erfolg?

Henkka: Hmm, ich weiss es nicht, das ist schwer zu beantworten. Ich glaube, die finnischen Fans unterscheiden sich ein wenig von anderen Fans. Es ist schwer, eine Vorhersage für andere Länder zu machen. Ich habe bisher ziemlich gute Reaktionen der Presse und so gehört, aber man weiss ja nie, wie sich das entwickelt. Ich hoffe natürlich, dass wir auch im Ausland erfolgreich werden.

HH: Weißt du, ob "Follow The Reaper" in den deutschen Charts war?

Henkka: Ja, es war in den Charts. Ich glaube, es war irgendwie Platz 38 oder so.

HH: Ok, dann warten wir mal ab, wie sich das neue Album entwickelt.

Henkka: Ja, warten wir einfach mal ab. Natürlich hoffe ich, dass es gut laufen wird, aber wir sind als Band so zufrieden mit dem Album, das reicht eigentlich schon,..., naja, fast!

HH: Ihr habt ja schon seit eurem ersten Album ein stabiles Line-up. Ist das ein Grund dafür, dass ihr jetzt so erfolgreich seid? Und wie stellt ihr es eigentlich an, dass sich jeder bei euch so wohl fühlt und keiner abhauen will?

Henkka: Hmm, ich weiss nicht so recht, ja, wir haben jetzt seit '97 dasselbe Line-up. Vielleicht liegt es daran, dass wir untereinander gut auskommen. Es gibt keine Konkurrenzkämpfe oder sowas. Wir können über alles reden und tun das auch und wenn wir Probleme haben, versuchen wir die aus dem Weg zu räumen. Wir haben voreinander keine Geheimnisse. Was natürlich auch eine grosse Rolle spielt, ist die Musik, die wir machen, weil jeder von uns diese Musik mag. Und wie gesagt, diese Konkurrenzdenken gibt es bei uns nicht.

HH: Gibt's bei euch gar keine Unterschiede? Dass der eine oder andere vielleicht was anders machen möchte?

Henkka: Beim ersten Album gab's das noch ein wenig, weil das fast allein Alexis Ding war, aber inzwischen sind wir als Band zusammengewachsen. "Hate Crew Deathroll" ist aus unserer Zusammenarbeit entstanden und nicht allein von Alexi geschrieben worden, folglich sind wir alle mit dem Ergebnis sehr zufrieden und sogar Alexi ist mehr als zufrieden damit. Wir sind als Band wirklich gewachsen, so dass jeder seine eigenen Ideen einbringen kann und das wirkt sich meiner Meinung nach auch gut auf den Spirit in der Band aus, jeder beteiligt sich am Songwriting und am Auftreten der Band. Ich glaube, das ist auch ein sehr wichtiger Punkt.

HH: Als ich das Album zum ersten Mal gehört habe, dachte ich mir : Wow, das habe ich nun wirklich nicht erwartet, es hat mich regelrecht umgehauen, einfach grossartig. Vor allem auch deswegen, weil mir die letzten beiden Alben ein wenig zu "soft" waren. Und dieses bläst dich förmlich um!

Henkka: Da stimme ich dir vollkommen zu. Wir haben auf diesem Album den besten Sound erreicht und keines unserer Alben war bisher so heavy. Natürlich sind die Songs an sich schon sehr heavy und auch härter als die alten. Aber das liegt auch an den Aufnahmemethoden, die wir verwendet haben. Wir haben bei fast jedem Part vier Gitarren gleichzeitig, und auch der Bass ist viel intensiver als früher. Das alles trägt natürlich dazu bei, dass das Album heavier klingt.

HH: Ja, das stimmt. "You're Better Off Dead" z.B. ist am Anfang verdammt aggressiv. Aber ich glaube, "Hate Crew Deathroll" ist auch euer abwechslungsreichstes Album, weils es mehr Slow- und Mid-Tempo-Parts enthält. Der zweite Song "Sixpounder" z.B. ist ein reiner Mid-Tempo-Song oder "Angels Don't Kill" könnte fast eure erste Ballade sein!:)

Henkka: Ja, "Better Off" war der allererste Song, der komplett stand und er ist wirklich sehr aggressiv, aber "Angels" würde ich jetzt nicht wirklich als Ballade bezeichnen. Aber wie ich schon gesagt habe, wir sind als Band enger zusammengewachsen und haben uns natürlich auch musikalisch verbessert, was auch zur Abwechslung auf dem Album beiträgt. Aber wir haben uns auch gesagt, wir wollen ein Album machen, bei dem wir uns nicht nach irgendwelchen Meinungen richten und bei dem es uns relativ egal war, was die Leute darüber denken. Wir sind keine Kompromisse eingegangen. Und das ist das erste Mal, dass wir das getan haben. Wir haben das zwar auf den früheren Alben auch versucht, aber bei "Follow The Reaper" z.B. hatten wir nicht den Mut dazu und sind Kompromisse eingegangen. Ich weiss nicht warum, ich glaube, das war eher unbewusst. Aber das neue Album ist sozusagen unsere Genesung, die Genesung von Children Of Bodom. In diesem Album stecken auch unsere Ängste und deshalb klingt es so, wie es jetzt ist, heavy und abwechslungsreich, und wir sind auch sehr stolz darauf.

HH: "You're Better Off Dead" ist soweit ich mich recht erinnern kann euer erster "OoohOhh"-Song, er ist schon fast eine Hymne von Hammerfall. (Also ich weiss ja nicht, Hammerfall und COB zu vergleichen geht schon ein bisschen weit! Anm. d. Übersetzers) Naja, nicht wirklich, aber es ist euer erster Song mit so einem Chor. Wie kam es denn dazu?

Henkka: Hmm, wir hatten schon immer so "Chor-Schreie", aber auf dem neuen Album wollten wir viel mehr davon haben. Ich weiss nicht, aber Alexi hatte diese Melodie und hat sie uns bei den Proben vorgespielt und sie hörte sich einfach gut an und als wir das Lied dann aufnahemen, meinte er, dass wir das vielleicht zusammen singen könnten. Wir haben das dann versucht und es hat funktioniert, also haben wir es so gelassen. Es ist zwar ein wenig anders als die ursprüngliche Idee, aber es war das erste Mal, dass wir sowas benutzt haben. Es gab dann zwar einige Leute, die sich darüber aufgeregt haben, aber viele mochten es auch. Ich glaube, es funktioniert ganz gut und gibt dem Album ein bisschen Extra-Würze.

HH: Und live wird das mit Sicherheit auch hervorragend funktionieren. Die Fans werden euch mit Sicherheit aus aus der Halle brüllen!

Henkka: Ja, aber dafür muss ich noch ein wenig üben, es ist nicht einfach eine Melodie zu singen, wenn du nebenbei spielen musst. Aber wir haben den Song ja schon in Finnland live gespielt und es hat ganz gut geklappt.

HH: Letztes Jahr habt ihr auf dem W.O.A. gespielt. Wie war das für euch, vor so einer grossen Masse von Leuten zu spielen?

Henkka: Es war definitiv das beste Erlebnis, das wir in unserer bisherigen Karriere hatten. Absolut. Wir haben aber auch ein wenig damit gerechnet, dass es gut wird, auch weil unsere Spielzeit ziemlich günstig lag, ich glaube es war 22 Uhr am Samstag. Ausserdem war das Wetter sehr gut. Als wir die Bühne betraten und diese vielen Leute sahen, das war einfach grossartig. Und als wir dann zu spielen anfingen, brachten wir einige "Hate"-Songs, z.B. "Downfall", der ja recht catchy ist, und dann die ganzen Leute, die in die Hände klatschten, das war phantastisch, ich war total euphorisch, ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Es war definitiv das beste Konzert für uns. Ich hab zwar keine Ahnung, wie unser Sound war und wie es sich angehört hat oder wie wir gespielt haben, aber das Gefühl da oben zu stehen und dann diese ganzen Menschen vor der Bühne, unbeschreiblich. Natürlich ist ein Festival immer etwas besonderes und auch ein bisschen schwieriger zu gestalten als eine Club-Show, aber insgesamt war es das Beste, das wir bisher gespielt haben.

HH: Das kann ich eigentlich nur bestätigen, weil ich recht weit vorne gestanden habe und da herrschte ein ziemliches Gedränge und die Stimmung war auch grossartig. Aber lass uns nochmal aufs neue Album zu sprechen kommen. Was ist eigentlich dein persönlicher Lieblingssong?

Henkka: Mein Lieblingssong? Also, das ändert sich die ganze Zeit. Am Anfang war "Sixpounder" mein Favourit.

HH: Apropos "Sixpounder", was ist eigentlich ein "Sixpounder"? Ist das sowas wie ein grosser Burger von McDonalds oder Burger King?

Henkka: Quarterpounder, Sixpounder, hört sich so an, aber ein Sixpounder ist eine Kanone aus dem ersten oder zweiten Weltkrieg, ich glaube aus den 30er oder 40er Jahren. Ein Sixpounder von McDonalds wäre schon ein verdammt grosser Burger! Genau, jedenfalls mochte ich dann "Needled 24/7" am liebsten und das ist im Augenblick immer noch mein Lieblingssong von "Hate Crew".

HH: Und was hat eigentlich dieser Albumtitel zu bedeuten, "Hate Crew Deathroll" hört sich ja nicht wirklich nett an?

Henkka: Das soll er ja auch nicht. "Hate Crew" steht für "Children Of Bodom Hate Crew", womit man, je nachdem wie man es sieht, die Band und die Crew drumherum oder die Band und die Fans meinen kann. Im Endeffekt soll es die ein Synonym für die COB-Gemeinschaft, Fans, Band und Crew und alles sein. "Deathroll" steht eigentlich für eine Liste von Leuten, die im Krieg gefallen sind. Bei uns soll es für unsere Fans stehen, oder auch für die COB-Gemeinschaft nach ihrem Ableben, kommt auch wieder drauf an, wie man's sieht. Der Titel hört sich dann schon etwas brutal an, verknüpft aber im Endeffekt die Fans und die Band.

HH: Seit ihr eigentlich so brutal, wie es auf den Bildern im Booklet den Anschein hat? Oder kann man mit euch ganz gut auskommen, wenn man mit euch ein Bier trinkt? Oder ist das nur euer Image?

Henkka: Naja, in gewisser Weise sind wir natürlich schon brutal! *g* Aber über ein solches Image haben wir uns nicht wirklich Gedanken gemacht, das kommt mit Sicherheit teils durch die Musik, teils aber auch durch die Kleidung und die entsprechenden Fotos. Aber wir sind auf den Fotos eigentlich recht normal, nicht irgendwie speziell aufgestylt. Wir sind also nicht diese aggressiven und bösen Leute, wie wir zu sein scheinen. Wir können auch mal lachen ohne in den Keller zu gehen. Wenn wir auf Tour sind, können wir ja mal ein Bier trinken!

HH: Au ja! Nochwas, zu eurem Cover. Darauf ist wiedermal der Sensenmann abgebildet, aber das verwundert mich jetzt eigentlich nicht so sonderlich, mich wundert vielmehr, dass ihr wieder zu den roten Farbtönen zurückgekehrt seid. Euer erstes Album war schon rot und das aktuelle wieder, hat das irgendeine Bedeutung, wollte ihr den Kreis schliessen oder ist das Zufall?

Henkka: Das ist purer Zufall. Das war keine Absicht, wir wollten damit nicht verdeutlichen, dass wir jetzt "Back To The Roots" sind oder dass unser Musikstil wieder wilder ist. Wir wollten auch keinen Kreis schliessen, das ist wirklich purer Zufall. Die Farbe passt einfach am besten zu dieser Position des Sensenmannes.

HH: Gelb oder pink würde da nicht so wirklich gut kommen!

Henkka: Nein, ganz und gar nicht. Die Farben haben der Designer und ich entwickelt, wobei wir natürlich mehrere farbliche und graphische Optionen hatten. Wir haben uns dann für dieses Cover entschieden und alle aus der Band fanden das gut und haben ihr OK gegeben. Blutrot, daher auch einige Bluttropfen im Vordergrund. Ausserdem verhält sich der Sensenmann nicht wie früher, sondern er ist diesmal in Aktion und tut was und ist aggessiv. Wir hatten es nämlich satt, dass er die ganze Zeit nur dumm rumsteht, nichts tut und gelangweilt aussieht, wie auf den vorigen Alben. Jetzt tut er was, vielleicht schlägt er ja gerade einige Köpfe ab.

HH: Und diese Hochhäuser? Haben die vielleicht eine tiefere Bedeutung im Zusammenhang mit dem metzelnden Sensenmann?

Henkka: Nein, eigentlich wollten wir das ganze Szenario mehr in eine städtische Gegend verlegen, weg von diesen Wald- und Friedhof-Bildern. Wir wollten das alles eigenlich nur ein wenig mehr in das aktuelle Zeitgeschehen rücken und das passt auch ganz gut zu unserer Musik, die meiner Meinung nach auch nicht mehr diesen Wald-Touch hat, sondern eher in die Punk-Rock/Heavy Metal-Kerbe haut.

HH: Glaubst du, dass es vielleicht irgendwann mal ein Cover ohne den Sensenmann geben wird? Was könnte das dann sein?

Henkka: Darüber haben wir uns noch gar keine Gedanken gemacht. Im Augenblick sind wir der Meinung, dass der Sensenmann einfach da sein muss. Ich kann mir ehrlich gesagt schwerlich ein Cover ohne ihn vorstellen. Ich glaube, dass uns dieses Motiv bis zum Ende begleiten wird. Das ist halt für uns sowas wie ein Erkennungzeichen.

HH: Stimmt. Sag mal, wenn ihr auf euer "Something Wild"-Ablum zurückblickt, steht ihr immer noch hinter der Scheibe oder ist das für euch inzwischen eher sowas wie ein "Verbrechen" aus den Anfangstagen eurer Karriere?

Henkka: Also, wenn ich ganz ehrlich bin, mögen wir das Ablum überhaupt nicht mehr. Wir hören es nicht mehr an und auch sonst sind wir damit nicht mehr zufrieden.

HH: Du machst Witze! Es ist euer zweitbestes Album!

Henkka: Nein, ganz ehrlich. Ich weiss zwar, dass viele Leute das Album mögen, aber für eine Band ist das meiner Meinung nach ein ganz natürlicher Vorgang, das so zu sehen. Wir haben uns schliesslich in den verschiedensten Bereichen weiterentwickelt und verbessert. Natürlich wissen wir, dass das unser erstes Album war, die ersten Songs, das erste Album, das wir zusammen gemacht haben, alles das. Als es rauskam waren wir auch zufrieden damit, wir wussten, dass es gute Songs waren, dass es gut gespielt war und dass es einen guten Sound hatte, aber im Vergleich zu jetzt kommt mir das ganze schon fast kindlich vor. Einige der Song machen für uns nicht mehr so wirklich viel Sinn. Aber wir betrachten es inzwischen nur als unser erstes Album, auf das wir aber natürlich stolz sind, weil es eben das erste war.

HH: Ich seh' das ein wenig anders, für mich ist es verglichen mit den zwei darauffolgenden das abwechslungsreichste und rauheste Album, das ihr gemacht habt. "Follow The Reaper" war mir zu glatt, da hat was gefehlt, "Something" war da viel aggressiver.

Henkka: Ja, das kommt aber auch darauf an, wie du "heavy" oder "soft" bzw. "glatt" definierst. Für mich ist "Someting Wild" eher Black Metal gemischt mit Elementen aus dem Death und Thrash Metal Lager. Inzwischen haben wir aber diese BM-Einflüsse hinter uns gelassen und wir sind eigentlich mehr Death Metal. Aus dieser Sicht ist "Hate Crew" auch das heavieste Album bisher und ich denke "Follow The Reaper" war heavier als "Something Wild", es kommt halt immer darauf an, wie man es sieht. Du hast aber insofern recht, dass "Something" sehr abwechslungsreich ist, aber für mich ist es nicht das heavieste Album.

HH: Hmm, irgendwie ist das schon seltsam. Bei euren finnischen Kollegen Nightwish denke ich auch, dass ihr erstes Album ihr bestes war, aber sie mögen die Scheibe auch nicht mehr.

Henkka: Wie gesagt, ich glaube, es ist ganz normal, dass eine Band ihre alten Sachen nicht mehr mag, weil man glaubt, dass man so viele bessere Songs danach geschrieben hat. Irgendwo wär's natürlich auch bescheuert, wenn eine Band ihr aktuelles Album nicht mögen und ihr erstes bevorzugen würde, das macht nicht so recht Sinn.

HH: Da geb' ich dir allerdings recht. Gibt es eigentlich einen Grund, warum eure Alben immer unter 40 Minuten lang sind, habt ihr vielleicht nicht mehr Ideen?

Henkka: Nein, das passiert halt so. Wenn wir ins Studio gehen, haben wir bestimmte Songs schon fertig. Wir nehmen dann einfach auf und meist bemerken wir erst dann, dass wir schon wieder unter 40 Minuten liegen. Natürlich könnten wir noch ein paar Extras oder den ein oder anderen Song mehr draufpacken, wir haben bei weitem nicht alles verwendet, was wir uns ausgedacht hatten. Aber wir halten die Scheibe lieber ein wenig kürzer und dafür ist das Beste vom Besten drauf anstatt sie künstlich in die Länge zu ziehen und schlechte Stücke zu verwerten.

HH: Ja schon, aber am Ende von "Hate Crew", beim letzten Lied sind zwei Minuten Stille drauf, kein Hidden Track oder sowas, zumindest hab ich ihn nicht gefunden.

Henkka: Also, wenn du die normale Ausgabe hast, dann ist da nach "Hate Crew" diese Stille. Wenn die kommt, musst du die Lautstärke ziemlich hochdrehen, dann kannst du nach kurzer Zeit den Hidden Track hören. Da wird dann was auf finnisch gesprochen und auch ein paar Scherze gemacht, auch auf finnisch, aber das wirst du dann vermutlich nicht verstehen. Aber wenn du aufpasst, wirst du einige Elemente aus dem Album wiedererkennen. Wir haben das aufgenommen, als wir diese Chöre eingesungen haben. Wir haben gesungen und nebenbei diskutiert, wie der nächste Teil wird und wir waren auch ein bisschen angetrunken und wir hatten ne Menge Spass. Hör's dir einfach mal an! Aber vergiss nicht, danach die Lautstärke wieder runterzudrehen, weil du sonst deine Boxen zerschiesst.

HH: Ok, dann werde ich das mal versuchen. Ich hätte jetzt noch ein paar persönliche Fragen. Wo siehst du dich in zehn Jahren? Vielleicht habt ihr gerade das 12te oder 13te COB Album aufgenommen?

Henkka: Oh je, diese Fragen sind immer hart zu beantworten. Aber das will ich mal ernsthaft anzweifeln. Das was wir in unseren jungen Jahre machen ist schon etwas spezielles und wir hätten nie gedacht, dass wir mit COB vier Alben aufnehmen würden, aber jetzt ist es soweit. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass wir mit 35 oder 40 noch bei COB spielen werden. Einige von uns werden mit Sicherheit ihr ganzes Leben lang Musik machen, wie Alexi oder Jaska. Dann sind da natürlich noch die anderen Verbindungen zum Musikbusiness, Janne z.B. ist gerade dabei, sein eigenes Studio aufzubauen. Wir sind ja im Schnitt alle recht jung, ich glaube 24 oder so, das klingt dann natürlich umso jünger, wenn man bedenkt, dass wir mit diesem Alter schon vier Alben veröffentlicht haben. Auf unserem ersten Album war ich erst 17, die anderen 18 Jahre alt, Alexander war glaube ich 20 oder so.

HH: Das kann man ja auch auf den Fotos sehen, dass ihr da alle noch recht jung wart. Etwas indiskret, aber könnt ihr von euer Musik leben?

Henkka: Ja, inzwischen schon. Das war lange Zeit nicht der Fall und dementsprechend frustrierend, weil du jede Menge Arbeit in die Band und in die Musk gesteckt hast. Du musst dein ganzes Leben nach der Musik richten, weil sie einfach soviel Zeit in Anspruch nimmt und du musst immer schauen, wo du hingehen kannst, du musst jede gute Tour nutzen. Und es war eben lange Zeit sehr frustrierend, weil du kaum Geld bekommen hast. Aber seit kurzen können wir von unserer Musik leben und verdienen genügend Geld, um zu überleben.

HH: Was für Träume hast du eigentlich? Oder sagst du, ich bin damit zufrieden mein Hobby als Job zu machen?

Henkka: Eine Sache ist mit Sicherheit die, dass wir auch in Zukunft alles so machen können, wie wir es bisher getan haben, ohne Rücksicht auf andere, ohne Kompromisse. Und natürlich würden wir es gerne sehen, wenn sich unsere Fanschar auch in Zukunft weiter vergrössern würde. Es ist ein tolle Gefühl, zu sehen, wieviele Leute es gibt, die das mögen, was du getan hast, was du erschaffen hast. Aber am wichtigesten ist, das wir auch in Zukunft immer ein noch besseres Album veröffentlichen, als das vorhergegangene.

HH: Ok, dann vielen Dank für die Zeit und das Interview und viel Erfolg für die Zukunft!

Henkka: Vielen Dank!

Thorsten

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