9 Headbänga online
26.06.2021 Decembre Noir
08.07.2021 Noopinion
09.07.2021 Fine And Great
10.07.2021 May The Tempest
10.07.2021 Baby Of The Bunch
16.07.2021 Megaton
Reviews (10251)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Tschwebberwooky & Friends

Interview:
Zimmers Hole

Live-Bericht:
Asmodeus

Video:
Van Canto
RSS RSS
Atom Atom
 

Review

CDs von Cradle Of Filth kaufenZur Druckversion dieses ArtikelsDiesen Artikel als PDF speichern

Cradle Of Filth - Harder, Darker, Faster: Thornography Deluxe

Cradle Of Filth - Harder, Darker, Faster: Thornography Deluxe
Stil: Gothic Black Metal
VÖ: 01. Februar 2008
Zeit: DVD ca. 120 Min, - CD 48:50
Label: Roadrunner Records
Homepage: www.cradleoffilth.com

buy, mail, print

Hebt die Schwingen, heult den Mond an und haltet eure Schlüpfer fest: Dani und seine finsteren Gesellen reichen wieder einen Leckerbissen der ganz besonderen Art für alle Freunde des morbiden Extremgeschredders. Die Engländer haben ja schon für ihr Vorgängeralbum Nymphetamine eine Luxus-Edition auf den Markt geschleudert, aber was sie hier kredenzen, das sollte jeden Kritikaster an Special Editions oder sonstigem Nachkarten verstummen lassen.

Harder, Darker, Faster bietet das gesamte - an sich ja schon blutigtriefend glorreiche - Thornography-Werk im so genannten MVI-Format. Wasdas? Heißt so viel wie Music Video Interactive und liefert, basierend auf dem DVD-Format, eine brillante Soundqualität, die die Gänsehaut bei Krachern wie "Tonight In Flames", "I Am The Thorn" oder "Cemetery And Sundown" noch einmal deutlich steigert. Lohnende Übung, die das Album in rotweingeschwängertem, besseren Glanz erstrahlen lässt. Auch auf den zweiten Blick besteht Thornography den Vergleich mit dem Vorgänger locker und besticht sowohl durch ruppige Abfahrten ("Dirge Inferno") als auch durchaus melancholische Momente ("Lovesick For Mina"). Bestes Cradle-Futter der neueren Generation, auch beim Zweithören. Abspielen kann man das Ganze dann im DVD-Player oder am heimischen PC - wenn man beides auf den nächtlichen Friedhof schleppen mag. Wer das nicht möchte, für den gibt's auch noch eine ganz "normale" CD mit der gesamten Scheibe.

So weit so fett, aber das DVD-Element bietet natürlich eine noch größere Spielwiese für unsere Lieblingsvampirfledermäuse. So kann man seine Fangzähne genüsslich in die Videos zu "Tonight In Flames" (Live-Atmosphäre), "Temptation" (das geniale Cover des Pop-Liedchens als biblischer Sündenfall - Hossa!) und "The Foetus Of A New Day Kicking" senken. Zu letzterem gibt's sogar ein Making Of, wo man die Jungs auf einer Wiese auf dem englischen Lande umhertoben sieht, umgeben von zwei holpernden Panzern mit spärlich gekleideten jungen Holden. Der Regisseur erzählt dann was von Mad Max und Tank Girl, jaja rufsd emal an. Lustig der Besitzer des Feldes, der sagt, die Kerle seien zwar ganz nett, aber die CD würde er sich nicht kaufen.

Weiter im Takt geht's mit nicht weniger als sechs Bonus-Tracks, die weit davon entfernt sind, reines Füllmaterial abzugeben. Nach der Cradle-typischen Raserei "The Snake-Eyed And The Venomous" wartet mit "Halloween II" ein amtlicher Stampfer, der Dani mit einem deutschen "1,2,3,4" anzählt. "Courting Baphomet" bietet ein absolutes Highlight, das mit düster-melancholischer Atmosphäre punktet und in jedem Fall auch einen Platz auf dem Album verdient hätte. Mit "Stay" setzen Cradle die Reihe der überraschenden Cover-Versionen fort: hier versuchen sie sich an dem Shakespears Sister-Hit, der 1992 allgegenwärtig war. Gut gebracht, aber die "Temptation"-Fassung reißt am Ende doch mehr, weil die Umsetzung kraftvoller und eigenständiger ist. "Devil To The Metal" sägt dann noch mal alles um, dann ist Schluss mit Bonnnus.

Ein ganz besonderes Schmankerl halten sie dann noch für alle Möchtegern-Produzenten bereit: man kann die Tracks "Lovesick For Mina" und "Under Huntress Moon" höchstselbst neu mixen. Weiterhin gibt's bei entsprechendem Internet-Zugang noch exklusive Downloads, Wallpapers, ein nettes pdf für ein Booklet usw.

Was soll man sagen? Ein wahrhaft grauslich schönes Paket, das keinen Anhänger der gepflegten Morbidität enttäuschen sollte. Wer Thornography noch nicht sein Eigen nennt und einen Sinn für melancholisches Geprügel mit feinsten Melodien hat, der sollte seinem Sarg unbedingt kurzzeitig entsteigen (aber rechtzeitig zur Tagesschau zurück sein!!) und zum Händler seines Vertrauens schweben. Wer die Scheibe allerdings schon im zerfallenden Schrank stehen hat, der muss sich fragen, ob's die Extras wert sind. Das Pendel dürfte auch dann in diese Richtung ausschlagen.

Holgi

6 von 6 Punkten

Zur Übersicht
Zur Hauptseite

Weitere Berichte und Infos
Weitere Reviews
Nächstes Review: IC Rex - Valonkantajan Alkemia
Vorheriges Review: Unheilig - Puppenspiel

© www.heavyhardes.de