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Konzert-Bericht

Sycronomica, Festering Saliva, Helfahrt, Common Grave & Inner Aggression

Metropolis, München 03.10.2007

Mensch Kinders, wie die Zeit vergeht. Gerade noch hat man den Führerschein gemacht, die Frau an seiner Seite ist auch schon ein paar Jährchen vor Ort und Sycronomica und Festering Saliva gibt es nun auch schon zehn Jahre. Zu letzterem Anlass hat man sich an diesem Mittwoch zusammen gefunden um eine kleine Geburtstagsfeierlichkeit abzuhalten. Zwar waren die Rahmenbedingungen nicht die besten (ein Konzert zur Wiesn-Zeit, und das auch noch bei einem der wenigen schönen und sonnigen Herbsttage), doch erfreute sich der Abend an regem Zuschauerzuspruch. Während sich also die schreibende Zunft mit gespitztem Kugelschreiber auf den Beginn des musikalischen Abends vorbereitete, zögerte sich eben dieser etwas nach hinten raus. Was umso verwunderlicher war, denn schließlich wurde ein pünktlicher Abschluss um 23:00 Uhr angestrebt. Des Rätsels Lösung: wie bei der ersten Band bekannt gegeben wurde, konnten die als letzte Band auf dem Spielplan stehenden Nights Blood nicht kommen, worauf man den strengen Zeitplan etwas entzerren konnte.
(Ray)

Um 18:00 Uhr war es dann soweit, die Erbendorfer Inner Aggression eröffneten den Abend. Um es gleich vorne weg zu nehmen: die für mich bis dato unbekannte Formation war die Überraschung des Abends. Ungefähre 60 bis 70 Anwesende lauschten zu diesem Zeitpunkt dem melodischen Death Metal mit einer schönen Portion Groove. Jedoch "drängten" sich die Leute eher in den mittleren und hinteren Teil des Metropolis, die ersten drei Meter vor der Bühne waren unbeflecktes Land. Trotzdem schafften es die Jungs, die dieser Tage ihr erstes Album Beginning Of An Inner War auf den Markt brachten, die ersten Nackenmuskeln zu aktivieren und eine Handvoll Banger ließen ihr Haupthaar in Aktion treten. Der melodische Death Metal mit leichter Schweden-Schlagseite und deutschen Texten lief auch recht ordentlich rein. Bei "Im Sturm Dieser Tage" wurden sogar noch mehr Leute zum Bangen animiert, auch wenn das Bühnenbild noch eher statisch wirkte, denn allzu viel Bewegung war dort nicht zu verzeichnen. Dabei brauchten sie sich bei diesen Songs wahrlich nicht zu verstecken. Auch die Ansagen von Sebastian Panzer (Vocals) waren mehr als sympathisch. Vor allem, als fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit seitens der Band Schluss gemacht wurde und ein "Oh, wir können noch???" den wirklich letzten Song ankündigte. Hier gab es dann für die Allgemeinheit noch das Cover von Amon Amarths "The Pursuit Of Vikings", die gelungen dargeboten wurde und für die bislang größte Anzahl von Banger sorgte. Für einen zweiten Song, wie angekündigt, fehlte dann aber doch die Zeit und Inner Aggression wurden unter Beifall, der klar die Höflichkeitsgrenze überbot, verabschiedet. Ich für meinen Teil stiefelte gleich mal zum Merch-Stand und sicherte mir mein Exemplar von Beginning Of An Inner War.
(Ray)

Die auf diesen Auftritt folgende Umbaupause hielt sich zum Glück in engen Grenzen, so dass die nun folgenden Jungs von Common Grave auf ein immer noch leicht angeheiztes Publikum treffen konnten. Allerdings waren die Reihen der Zuhörer doch recht ausgedünnt, einige der vorher Anwesenden schienen den Auftritt von Common Grave für eine Verschnaufpause zu nutzen. Die halbleere Halle war dann wohl auch ein Grund, dass der Funke während des ganzen Gigs der fünf Regensburger nicht wirklich überspringen wollte. Das Publikum blieb doch recht reserviert, obwohl die Band alles versuchte, die Stimmung im Saal anzuheizen. An der Musik selbst kanns eigentlich nicht gelegen haben, der Death Metal der Jungs war durchweg überzeugend und knallte ordentlich aus den Boxen. Ein weiterer Grund für die Reserviertheit der Zuhörerschaft war dann wohl, dass auf der Bühne abgesehen vom Mann hinter den Kesseln nicht sonderlich viel los war, Bewegung sieht anders aus. Ich selbst fand es etwas verwirrend, dass Sänger Ferenc Horvath während seiner Ansagen einfach nicht ins Publikum schaute, so schüchtern muss der gute Mann dann doch nicht sein. Denn wie schon gesagt: Die Mucke war gut und deftig, eigentlich genau das, was ich auch erwartet hatte. An den Instrumenten sind die Herren durchaus fit, die Growls kamen absolut passend rüber, das Songmaterial der Band ist zumindest solide und technische Probleme gab's auch keine größeren. Trotzdem aber konnte auch ich mich kaum dazu durchringen, mein schütteres Haupthaar werbewirksam zu schwingen, schade um das vergebene Potenzial.
Dabei hat mir der Auftritt der Combo im Vorprogramm von Job For A Cowboy wesentlich besser gefallen, sie könnens doch!
(Hannes)

Nach diesem Gig war es Zeit für die erste "Nicht-Death-Metal-Band" des Abends: Helfahrt. Interessanterweise war hier sofort wesentlich mehr Besucherandrang vor der Bühne zu verzeichnen, was der Stimmung im Saal auch merklich gut tat. Helfahrts Pagan Metal kam dann auch wesentlich besser an als die Musik der Vorgängerband. Einen Teil dieses Erfolges führe ich auf die perfekt passende Lightshow zurück, das Auge hört eben mit. Dazu kam noch, dass Sänger Max es vorzüglich verstand, das Publikum in den Auftritt mit einzubinden. Ich kannte bis dato noch nichts von der Band und bin eh mehr der Mann für die "Blut-und-Eiter" Ecke der härteren Musik, aber sogar bei mir hat der Auftritt sofort gezündet. Atmosphärisch und doch aggressiv war die Musik, lud sowohl rein zum Zuhören ein als auch zum Eintauchen in die Stimmung. So gab es denn auch sowohl Mattenschwinger als auch reine Zuhörer und bei beiden Gruppen herrschte eitel Sonnenschein, was das Feeling betraf. Da störte es nicht mal, dass der Sound anfangs ein wenig undifferenziert bei mir ankam, was aber glücklicherweise im Laufe des Gigs auch besser wurde. Auch meine Unkenntnis des Songmaterials von Helfahrt tat der guten Laune keinen Abbruch, sind die Stücke doch leicht nachvollziehbar aufgebaut und damit auch dem Neuhörer sehr gut zugänglich. Für mich ganz klar die positive Überraschung des Abends.
(Hannes)

Nun aber wieder was für den Todesmetaller im Manne: Festering Saliva gaben sich die Ehre. Der zapfige Death Metal der Münchner war genau das, was ich jetzt hören wollte. Und schon gabs für mich die erste Überraschung: Kein Bassist! Ok, dass die Band zur Zeit keinen festen Tieftöner in ihren Reihen hat, war mir bekannt, aber irgendwie hatte ich erwartet, dass für einen Gig eine Aushilfe an den Stahltrossen aufgefahren würde. Fehlanzeige. Allerdings war das Fehlen der ganz tiefen Töne nicht wirklich störend, Dampf war auch so genug hinter den Songs. Das Set des Vierers bestand sowohl aus bekanntem Material ("Military Song", "A Napalm Way To Live", u. a.) als auch aus neuen Songs ("Sworn", "Don't Stare"), eine Mischung, die beim Publikum bestens ankam. Aufgelockert wurde das Set durch das Gastspiel von Sycronomicas Olli am Bass und eines weiteren Gitarristen während eines Songs. Diese Ansammlung von Saitenzupfern wurde auch passend mit "Was Iron Maiden kann, können wir schon lange" kommentiert. Allerdings war der absolute Höhepunkt des Auftritts ein unmusikalischer: Der Menge mit dem Satz "Ihr findet das jetzt bestimmt alles super Scheiße" angekündigt, ließ Sänger Roland seine Freundin kurzerhand auf die Bühne bitten, um ihr vor versammelter Menge einen Heiratsantrag zu machen! Da sich die junge Dame auch noch zu einem "Ja" durchringen konnte, ging's dann entsprechend gutgelaunt auf die Schlussgerade des Auftritts und zwei weitere Songs später war der Gig des Co-Headliners dann auch zu Ende. Eine würdige Zehn-Jahres-Veranstaltung!
(Hannes)

Dann war es an der Zeit für das zweite Geburtstagskind, Sycronomica. Leider hatten sich die Reihen der Fans zu diesem Zeitpunkt etwas gelichtet, was wohl auf den morgigen Arbeitstag zurück zu führen ist. Sycronomica begannen ihren Set wie gewohnt mit dem Intro "Preludium", gefolgt vom Opener des aktuellen Albums Gate, "Beyond The Gate Of Life". Doch schon beim folgenden "Creations Of Mine" wurden die Jungs von technischen Problemen eingeholt. Diesmal machte das Schlagzeug der Band einen Strich durch die Rechnung, so dass kurzerhand die Bassdrums getauscht werden mussten. Während dieser Zeit unterhielt Gitarrist Chris mit einem kleinen Akustik-Stück, um die Zeit zu überbrücken. Nach dieser Hürde ging es dann auch schon mit "In Silence I Die" vom Paths-Album weiter. Die Fans gingen gut mit, wenn auch die Luft bei den Leuten anscheinend etwas raus war. Bei "Für Die Ewigkeit" war dann jedoch schlagartig mehr los, so als ob die Leute nur auf diesen Song gewartet hätten. Der Song traf genau den Nerv der Fans, die ihre Matten kreisen ließen. Auch auf der Bühne war viel Haarbewegung zu verzeichnen. Dann wurden noch ein Gründungsgitarrist und Max von Helfahrt auf die Bühne geholt, die zusammen mit der Band dann den alten Song "Durch Das Geäst" zum Besten gaben. Und wie es denn bei einem Sycronomica-Gig so Brauch ist, wurde bei "Paths (...Of A Forgotten Time)" Flaschen des allseits beliebten Kräuterlikörs zu den Fans gereicht, die auch hierauf nur gewartet hatten, schnell gingen die Flaschen reihum. Dann war auch schon wieder Schluss, doch ohne die vielfach geforderte Zugabe kamen Sycronomica nicht in den verdienten Feierabend. "The Sound Of Horns" wurde noch zum Besten gegeben, ehe es dann wie angekündigt gegen 23:00 Uhr endgültig hieß: Das war's. Eine schöne Geburtstagsfeier, die sicherlich ein paar mehr Fans verdient gehabt hätte, ging somit zu Ende.
(Ray)

Ray & Hannes

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