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Festival-Bericht

Metal Meridian 2005

mit Six Feet Under, Sycronomica, Commander, Festering Saliva, Equilibrium, Goddess Of Desire, Kat & Born From Pain

Metropolis, München 30.10.2005

Das diesjährige Metal Meridian Festival war quasi der Schnittpunkt zweier Tourneen. Im Rahmen ihrer "Hell-O-Ween Tortour 2005" gastierten die vier Münchner Bands Festering Saliva, Commander, Sycronomica und Equilibrium an jenem Sonntag im Metropolis. Dazu gesellten sich keine Geringeren als Six Feet Under, die mit Debauchery, Born From Pain und der Venom-Legende Mantas durch Mitteleuropa tourten. Mantas sollte in München allerdings dann doch nicht spielen. Ja, und dann spielten auch die traditionellen Schwermetaller von Kat sowie die extra für den einen Gig aus Holland angereisten Goddess Of Desire.

Den Anfang machten die Münchner Bands, allerdings fingen die Opener Festering Saliva etwas früher an als geplant. Wer verwundert die am Merchandise-Stand aushängende Running Order studierte, dem fiel auch auf warum die Zeiten durcheinander gekommen waren: Equilibrium fehlten! Doch dazu später mehr.
Festering Saliva jedenfalls hauten kräftig rein. Die Band war bei hervorragender Spiellaune und profitierte von einem astreinen Sound. Das geile "Reasonless Hate" beispielsweise kam extrem tight durch die Boxen. Da stimmte alles. Meinem Kenntnisstand nach handelt es sich dabei um einen neuen Song - man darf also sehr, sehr, sehr gespannt sein auf das neue Album.
Das Erstaunlichste war jedoch, wie voll die Halle schon war. Das Metropolis war fast gänzlich mit locker gedrängt stehenden Gästen angefüllt. Und das, obwohl viele von ihnen Six-Feet-Under-Shirts trugen und wohl eher an den größeren Acts interessiert waren. Gerade unter diesen Leuten haben sich Festering Saliva an jenem Abend bestimmt ein paar neue Freunde gemacht.

Der Auftritt von Commander begann für viele mit einer Verwunderung: Wo ist denn das Mädel? Spielt da nicht eigentlich ein Mädel bei denen? Ja, spielt es, aber an jenem Abend eben nicht, vermutlich aus Krankheitsgründen. Ersetzt wurde sie durch den Bassisten von Rapture. Vielleicht war das das Problem. Jedenfalls schafften Commander es an jenem Abend nicht wirklich, das überzeugende Songmaterial der neuen EP auch überzeugend rüberzubringen. Der Sound war ziemlich matschig, und die Riffs kamen nicht so recht rüber. Nur Nicks nach wie vor mitreißende Growls konnten den Gesamteindruck einigermaßen retten. Wer Commander schon einmal gesehen hatte, der wusste, dass die Jungs (und Mädels!) das viel besser können. Es gab aber andererseits sicher viele, die die Band zum ersten Mal hörten, und so wird dieser Auftritt die Fanbasis der Band weder wesentlich verkleinert noch merklich vergrößert haben.
Was dennoch wirklich gebührendes Lob verdient ist das sagenhaft günstige Merchandise-Angebot der Band. Die aktuelle EP im DVD-Case gab es zusammen mit einem schlichten Bandshirt für sage und schreibe elf (oder waren es zwölf?) Euro. Da konnte ich dann auch nicht nein sagen - Kinderarbeit sei dank.

Nach Commander war es Zeit für Sycronomica. Zu den säuselnden Keyboard-Sounds aus dem Intro postierten sich die Jungs, ganz in Schwarz gekleidet, an ihren Instrumenten, um dann kräftig drauf los zu holzen. So richtig abreißen tut das Gedudel in ihren Songs ja nie, aber zumindest ich war trozdem froh, endlich mal in der einen oder anderen Form Black Metal zu hören. Ich verstehe zwar auch nicht bei jedem Keyboard-Sprengsel, warum er jetzt an dieser oder jener Stelle unbedingt nötig ist. Aber hey, solange die kreative Vision dahinter da ist und solange das Gesamtergebnis stimmt - nämlich atmosphärischer und trotzdem wütender Black Metal, solange will ich den Jungs da nicht dreinreden. Und das stimmte. Vor allem natürlich bei dem umwerfenden Titeltrack ihres Longplayers Paths.
Gar keine Diskussionsgrundlage bietet das wiederum vollzogene Jägermeister-Ritual. Einen kräftigen Schluck für alle in der ersten Reihe - das ownt einfach, oder soll ich sagen: "pwnt"? Schade nur, dass ich selber zu weit weg stand.
Ja, mit "Paths" war dann auch schon Schluss. Zugaben waren den Münchner Bands leider nicht vergönnt. Festival eben.

Während Sycronomica die Überreste ihres Massakers von der Bühne sammelten, trat ein junger blonder Hüne ans Mikrofon und verkündete offiziell, was sich unter den Zuschauern bis dahin schon größtenteils herumgesprochen hatte. Equilibrium würden nicht spielen. Wegen eines Ausfalls am Keyboard, der kurzfristig nicht zu beheben war, musste die Show gecancelt werden. Schade, schade. Als kleines Trostpflaster versprach man allen, die die Meridian-Eintrittskarte auf das nächste von Equilibrium organisierte Konzert mitbringen würden, einen Preisnachlass.

Ein kräftiger Jägermeister-Schluck hätte mir vielleicht geholfen, Goddess Of Desire etwas besser zu finden. Es ist bezeichnend, dass kaum jemand so richtig die Musik der fünf Holländer beschreiben kann. Zu sehr gelingt es den Jungs, die Aufmerksamkeit auf die visuellen Elemente ihrer Show zu lenken. So auch dieses Mal. Aufs Tuntigste geschminkt, in Tierfelle gehüllt und mit riesigen Schwertern in der Hand stürmten sie die Bühne und inszenierten die Vollbedienung in Sachen Posing.
Eine erwähnenswerte neue Sache hatte man sich auch überlegt. Zu den Klängen des Venom-Klassikers "Teachers Pet" durfte sich ein Roadie von einer "Lehrerin" betören lassen, die sich einiger ihrer zahlreichen Kleidungsstücke entledigte. Ob wirklich so viele aus dem Publikum den Song, geschweige denn den Text kannten, war dann natürlich auch wieder egal. Gleiches gilt für den Rest der Show - vermutlich weiß kein einziger mehr, welcher Song zu der Zeit gespielt wurde, als sich drei leicht bekleidete Damen unter diversen andeutungsreichen Gesten an einem Pentagramm räkelten.
Naja, was soll's, den Leuten gefiel's, und als Auflockerung zwischendurch waren Goddess Of Desire ja vielleicht auch ganz günstig.

Etwas weniger entspannt gingen daraufhin nämlich Debauchery zu Werk. Drei über und über mit Blut beschmierte junge Männer enterten die Bühne und servierten allen, die Goddess Of Desire eher lahm fanden, nun das volle Brett. Einen möglichen Grund für die extreme Wucht ihres Auftritts gab Frontgrunzer Thomas gleich zu Beginn an: "Vielleicht wundert ihr euch, dass wir nur zu dritt sind. Gestern ist unser Gitarrist davongelaufen, der Wichser". Sprach er und kündigte den fiesen Kracher "Blood For The Bloodgod" an. Wow. Ich höre ja nicht so viel Extrem-Death, aber was die Jungs da fabriziert haben, das hat einfach reingehauen. Zum Schluss mussten Thomas und Heinze für den Übersong "I Will Rape And Murder" nochmal Instrumente tauschen. War wohl doch zu schwer. Da wurde einem überhaupt erst bewusst, wie locker die drei verbliebenen Bandmitglieder anscheinend den Ausstieg ihres Kollegen weggesteckt haben. Reschpekt.

Kat hat sich Berichten zu folge kaum einer angeschaut, ich auch nicht. Leute, irgendwann muss man was essen, auf irgendeine Band muss die Wahl fallen.

Auch Born From Pain fielen bei mir dem Extended Hamburger Essing zu Opfer.

Für Six Feet Under stand ich dann wieder bereit. Six Feet Under sind ja nicht meine Leib- und Magen-DM-Band, aber was die Florida-Töter hier produzierten, konnte sich sehen und vor allem hören lassen. Extrem guter Sound und eine sehr tighte Darbietung machte die soliden DM-Kracher wie "The Day The Dead Walked" und "Revenge Of The Zombies" live nochmal eine ganze Spur knackiger. Erwähnenswert der Moshpit, der bisweilen eine guten Teil der vorderen Publikumshälfte erfasste. Unter anderem bei "13" gab es dann auch eine ganze Menge Stagediver. Chris war erstaunlich gut gelaunt und auch stimmlich auf der Höhe - ob in Sachen Growls oder wenn es um sein typisches, an eine abgestochene Sau erinnerndes quietschiges Gurgeln ging.
Recht überraschend machte Chris dann auch schon die die Ankündigung "This is the last Song for you all". Doch sein Lächeln verriet ihn. Eine Song gabs natürlich noch hinterher, dann war aber wirklich Schluss.

Tankred

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