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Interview

Interview mit Extol (23.10.2003)

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Wer z.B. Meshuggah und vertrackte Musik mag, wird Extol lieben. Denn Extol legen mit "Synergy" ein ordentlich kompliziertes, aber trotzdem eingängiges Album vor und dürften somit bei Anhängern exzessiver Frickelorgien mit offenen Augen empfangen werden. Basser John stellte sich unseren Fragen.

HH: Hallo erst mal und herzlichen Glückwunsch zu eurem neuen Album. Wie haben denn die Leute und die Presse bisher darauf reagiert?

John: Die Reaktionen waren bisher ganz gut. Den Leuten scheint unser neues Album und die Art, wie wir den Sound ein wenig thrashiger gestaltet haben, zu gefallen. Und für die Leute, die uns bisher noch nicht gehört haben: Ich denke, dass wir eine progressive und kreative Band sind, weil wir zum Glück keinem musikalischem Trend folgen. Wir sind ziemlich stolz auf das, was wir machen, deshalb freut es uns auch, wenn anderen unser Schaffen gefällt.

HH: Wie schätzt ihr "Synergy" im Vergleich zu euren bisherigen Werken ein?

John: Ich denke, Synergy ist thrashiger und progressiver als "Burial" und "Undeceived" ausgefallen, die mehr in die Black und Death Metal Richtung gingen. Trotzdem kann ich Kontinuität in unserer Musik feststellen, und man hört sehr gut, dass es sich um Extol Songs auf dem neuen Album handelt, aber auf eine andere Art und Weise, weiterentwickelt um's mal so zu sagen. Mein persönlicher Favorit aus unseren alten Alben ist definitiv "Undeceived". Ich bin kurz nach den Aufnahmen zu "Undeceived" zur Band gekommen, also musste ich beide Alben gleichzeitig anhören und die Songs lernen und schon da habe ich die Weiterentwicklung gemerkt. Ich denke, das neue Album zeigt Extol von einer erwachseneren Seite, aber ich bin da natürlich nicht so richtig objektiv, aus dem simplen Grund, dass ich an "Synergy" mitgewirkt habe und an den alten Alben nicht. Ich mag alles, was Extol bisher geschafft haben, aber ich denke, die Menschen haben alle ihre eigenen Favoriten, je nachdem, wann sie mit unserer Musik in Kontakt gekommen sind.

HH: Was wollt ihr mit dem Albumtitel "Synergy" ausdrücken?

John: Synergie (engl. Synergy, Anm. d. Red.) ist ein Ausdruck, der dafür verwendet wird, eine Menge an Kraft oder Energie zu beschreiben und wird normalerweise in physikalischen oder wissenschaftlichen Erklärungen verwendet. Wenn z.B. ein Holzbrett einen zehn Kilogramm schweren Stein tragen kann, aber zwei von den gleichen Holzbrettern sagen wir 25 kg tragen können, dann spricht man vom Synergie-Effekt. Dasselbe könnte man auf Extol anwenden: Je mehr Leute man ist, je enger man zusammensteht und als Einheit zusammenarbeitet, desto stärker wird man, sowohl als Einzelner als auch als Gruppe. Der Titel funktioniert sehr gut mit dem Cover, den Lyrics und unserem thrashigen "Synergy"-Konzept.

HH: Die Lieder auf "Synergy" sind um einiges kompakter und kürzer als noch auf "Undeceived", deswegen aber nicht minder komplex. Habt ihr die Songlängen bewusst gestrafft, um schneller auf den Punkt zu kommen, oder hat sich das einfach so ergeben?

John: Als wir angefangen haben, Songs für Synergy zu schreiben, haben wir uns gesagt, wir sollten versuchen, kürzere Songs zu schreiben oder besser gesagt, wir sollten die Songs nicht lang machen, nur damit sie lang sind. Im Endeffekt wurden viele der Songs so 3-4 Minuten lang, was neu für uns war, aber es war nicht so absichtlich wie's vielleicht ausschaut. Manchmal fühlt es sich vielleicht an, als hätten wir lange Lieder in kurze, komplexe Songs komprimiert, was aber nicht der Fall ist. "Synergy" ist mehr darauf ausgelegt, aufgeführt zu werden und das vor allem live. Und einige Teile sind sehr viel schneller, andere dafür geradliniger, wie z.B. bei "Grace For Succession". Wir hatten uns auch vorgenommen, andere Sachen in unserer Musik zu verändern, aber das haben wir dann bleiben lassen, weil es sich nicht natürlich angehört hat.

HH: Warum hat Tor Magne S. Glidje Extol verlassen?

John: Tor Magne hat Extol aus freien Stücken verlassen, weil er sich mehr Zeit für seine andere Band Ganglion nehmen wollte, von der er vielleicht dachte, dass sie zu kurz kommt. Im Vergleich zu Ganglion war es sehr einfach bei Extol zu spielen, da Ganglion zu dem Zeitpunkt eine Band war, die von Grund auf neu angefangen hat. Das war für ihn natürlich ein grosser Schritt, aber er hat ihn gemacht, weil er an die Band glaubt. Ich glaube, dass es auch daher rührte, dass er mehr Rock und Hardcore Sachen machen wollte. Ich vermute, dass er Extol ein wenig vermisst, genauso, wie wir ihn vermissen.

HH: Mit Ole Børud kehrte dafür ein alter Bekannter in die Band zurück. Welche Auswirkungen hatte denn der Weggang Glidjes und der Wiedereinstieg Boruds auf euer Songwriting und somit auf "Synergy"?

John: Gleich nachdem Tor Magne beschlossen hat, Extol zu verlassen, haben wir angefangen, nach einem neuen Gitarristen zu suchen und zu dieser Zeit hat Ole Børud bei einer Band namens "Selfmindead" gespielt, aber es hat sich herausgestellt, dass sein Herz mehr für Extol schlug, so dass er kurze Zeit später zu uns stiess. Als Ole zur Band kam, hatten wir viele neue Ideen und Einflüsse, so dass der ganze Prozess sehr fruchtbar war und er steuerte viele Ideen zu den Songs bei und gab der Band einen Schub nach vorne. Er ist wirklich ein beeindruckender Gitarrist.

HH: Auf "Synergy" sind ja einige Gastmusiker vertreten, so z.B. Samuel Darling, Tore Moren oder Maria Solheim. Wie kam es dazu? Habt ihr gezielt nachgefragt oder waren sie zufällig im Studio und wollten spontan mitmischen?

John: Auf dem neuen Album wollten wir unbedingt einige Gastmusiker haben, aber wie das zustande gekommen ist, ist eher Zufall. Wir haben einige Leute gefragt, von denen wir dachten, dass sie uns helfen und Ideen zu den Songs beisteuern wollen und sie haben alle ja gesagt und alles hat wunderbar funktioniert, weshalb wir auch sehr dankbar sind.

HH: Das Cover ziert ja der Tod, der mit einem Mönch auf einer Wippe sitzt, während die beiden von weiteren Mönchen beobachtet werden. Steht da eine tiefere Bedeutung dahinter oder war das einfach nur eine coole Idee? Und warum wurde das Cover nur in Grautönen gehalten?

John: Das Cover wurde von Hugh Syme gemalt unter der Anleitung unseres Gitarristen Christer. Er hat uns dann verschiedene Motive präsentiert, wie wir es haben wollten, aber am Ende hatte Hugh alle Freiheiten, die er haben wollte und das hat sich gelohnt, weil er wirklich ein Meisterwerk geschaffen hat. Warum er das Cover aber gänzlich in Grautönen gehalten hat, kann ich dir nicht sagen. Vielleicht um dem Bild einen düsteren Touch zu geben, als ob es im Mittelalter spielen würde, wo alles irgendwie düster und unklar war. Ausserdem tragen die Mönche graues Outfit, vielleicht auch deshalb. Aber vielleicht wollte er es dadurch auch realistischer erscheinen lassen, im Gegensatz zu dem, wie es heutzutage aussehen würde. Wie auch immer, ich finde es grossartig und es unterstreicht die Atmosphäre der Todes-Figur und der Mönche auf der Wippe. Ich glaube, die Bedeutung des Bildes hängt eng mit dem Songtitel zusammen und ist für verschiedene Interpretationen offen.

HH: Ihr habt ja schon zwei US-Touren hinter euch. Wie sind die denn verlaufen? Wurdet ihr eher skeptisch beäugt oder mit offenen Armen empfangen?

John: Eigentlich waren es ja schon mehr als zwei Touren mit Extol, aber diesesmal sind drei Jahre vergangen, seit wir das letzte mal drüben waren, so dass es sich angefühlt hat, als ob sich die Zuhörer ein wenig verändert hätten. Es kamen viele junge Kids zu unseren Shows, was ziemlich cool war, weil sie uns ja vorher noch nicht gehört hatten. Die älteren Fans wollten dagegen eher unser altes Songmaterial hören und schienen mit dem neuen Stil der Band nicht sonderlich zufrieden zu sein. Aber als wir dann die alten Lieder ausgepackt hatten, sind sie sofort auf die neuen auch abgefahren. Ich denke, die Leute waren überall sehr gut drauf, sowohl uns gegenüber als auch gegenüber sich selbst.

HH: Wie sieht's denn mit einer Europatour und Festivals aus? Werdet ihr auch nach Deutschland kommen?

John: Ich hoffe, dass wir in Deutschland spielen können, weil die Leute dort immer sehr gut drauf sind, aber leider ist für uns bisher noch keine Tour bestätigt. Wir spielen eine Show in England und werden dann ab Mitte Oktober eine kleine Tour spielen, so ein, zwei Wochen. Wir spielen auch eine Show in Deutschland im Dezember auf einem Festival mit dem Namen "Christmas Rock Night".

HH: Zum Abschluss noch ein paar Worte?

John: Hört euch mal unsere neue CD an, sofern ihr das noch nicht getan habt und schaut euch auch mal unsere Website an: www.undeceived.net. Danke!!

Lord Obirah

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