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Medeia - Abandon All

Medeia - Abandon All
Stil: Death Metal
VÖ: 27. Mai 2011
Zeit: 40:37
Label: Spinefarm Records
Homepage: -

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Ein gar rachsüchtiges Weib war sie, die Medeia, auch als Medea bekannt. Nicht nur, dass sie den Oheim ihres Mannes Jason mit einer List töten ließ, nein, auch die neue Gattin ihres erwähnten (Ex-)Mannes räumte sie mit einer List aus dem Weg. Kann also eine Band, die sich nach dieser Gestalt benannt hat, wirklich schöne und brave Musik machen, selbst wenn sie aus Finnland kommt?

Nun, Schönheit liegt im Auge des Betrachters, bei der Musik auch im Ohr, ist als Geschmackssache. Brav allerdings ist das, was Medeia 2011 produzieren, keinesfalls. Als grobe Beschreibung der Mucke mag der Begriff Death Metal erstmal genügen, allerdings wird er dem facettenreichen Sound des Sextetts nicht wirklich gerecht. Neben der Basis, die im Todesmörtel beheimatet ist, haben die Finnen auf Abandon All auch moderne Elemente integriert, von Core-Lastigkeit allerdings möchte ich in diesem Zusammenhang nicht reden. Außerdem finden sich auch eine Menge progressiver Elemente in den Songs wieder und auch an melodisch-melancholischen Einsprengseln hat die Band nicht gespart. Das alles zusammen ergibt ein Werk, das zwar eine gewisse Zeit braucht, sich vor dem Hörer zu entfalten, dann aber umso länger haften bleibt. Immer wieder entdeckt man Neues, selten befriedigen die Mannen (und die Frau) um Rotten Sound-Goldkehlchen Keijo die Erwartungshaltung des Hörers und doch ergibt sich ein durchaus schlüssiges musikalisches Gesamtbild.

Die Produktion drückt gewaltig, da hat der Mann an den Reglern in die Vollen gegriffen. Zu den modernen Elementen passt das auch ziemlich gut, für ein reines Death Metal-Album würden mir da ein paar Ecken und Kanten fehlen. Keijo kotzt sich über die gesamte Spieldauer gekonnt die schwarze Seele aus dem Leib und findet in den selten, aber dafür umso gelungener eingesetzten weiblichen Vocals einen adäquaten Gegenpol. Die Rhythmusarbeit kommt präzise und druckvoll und die Sechssaiter glänzen sowohl im Stakkato-Riffing als auch im hochtechnischen Gefrickel. Der Umfang ist brauchbar, dafür ist das Cover von solch exquisiter Hässlichkeit, dass selbst einem Farbenblinden wie mir ganz schwindlig wird. Ist aber wurscht, schau ich halt nicht hin.

Abandon All ist ein sehr vielschichtiges, anfangs etwas sperriges Werk, das aber im Laufe der Zeit deutlich an Potential gewinnt und sich besonders durch seine Eigenständigkeit auszeichnet. Vier Punkte mit Tendenz nach oben.

Hannes

4 von 6 Punkten

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