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Virgin Black - Requiem - Mezzo Forte

Virgin Black - Requiem - Mezzo Forte
Stil: Gothic Metal
VÖ: 13. April 2007
Zeit: 52:21
Label: Massacre Records
Homepage: www.virginblack.com

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Die Australier Virgin Black machen es einem nicht gerade leicht, denn irgendwie erwartet man von diesem Kontinent gar andere Musik als Gothic (Doom) Metal. Dabei konnte mich das 2001 erschienene Debut Sombre Romantic durchaus auf Anhieb begeistern, verknüpfte es doch galant klassische Kompositionen mit den harten Klängen des Metals. Doch dann verlor ich die Band aus den Augen, das Nachfolgewerk Elegant... And Dying (2003) ging komplett an mir vorbei. Nun liegt also nach vier Jahren das neue musikalische Lebenszeichen von Down Under vor. Genau genommen sind es derer eigentlich drei, denn die beiden Hauptverantwortlichen Rowan London (Vocals, Piano) und Samantha Escarbe (Guitar) haben Requiem als Trilogie erschaffen, von dem Mezzo Forte das zweite Album darstellt. Diese beiden sind es auch, die von der Besetzung des Debuts noch übrig geblieben sind.
Grundlegend ist ein Requiem ein Musikstück, welches Schmerz und Trauer auszudrücken vermag. Und im direkten Vergleich mit dem Debut fällt auch auf, dass Requiem - Mezzo Forte um einiges ruhiger und doomiger ausgefallen ist. Zwar sind auch Gitarren und Schlagzeug zu vernehmen, doch diese Instrumente sind weit weniger dominant als noch auf dem Debut. Speziell die Gitarren wurden zurück geschraubt, während die Rhythmussektion regelmäßig zum Einsatz kommt. Hier wurde der klassischen Instrumentierung der Vortritt gewährt, schließlich hat man für die Aufnahmen ein ganzes Symphonieorchester aufgefahren, das den Songs die nötige Wärme und den nötigen Tiefgang gibt.
Grundsätzlich sollte man sich für dieses Album eine große Portion Zeit nehmen, denn Requiem - Mezzo Forte braucht mehr als nur einen Durchlauf, um sich dem Hörer zu öffnen. Wirken die Kompositionen beim ersten Hörgenuss zugegeben noch recht langatmig und ausladend, wird dieser Eindruck von Durchlauf zu Durchlauf durch in-den-Bann-ziehen abgelöst. Schmerz, Trauer, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung wurden hier treffend in Noten gefasst. Hier soll jetzt aber nicht der Eindruck entstehen, dieses Album versprühe eine negative Stimmung, denn das würde den Songs nicht gerecht werden. Vielmehr sind die genannten Gefühle einerseits stets präsent, andererseits kann man sich auch an der Musik erfreuen. Zarte, fast zerbrechliche Arrangements umweben hier den geneigten Hörer, der sich treiben lassen kann. Hier und da erfolgt ein impulsiver Ausbruch, von harten Gitarrenriffs begleitet, doch so schnell dieser Ausbruch gekommen ist, so schnell verschwindet er wieder und lässt den Hörer allein zurück in ruhigen und nachdenklichen Klanggebilden. Virgin Black scheuen auch nicht davor zurück, unkonventionelle Melodien in die Songstrukturen einzufügen und erzeugen so eine ganz eigentümliche Stimmung.
Ein wirklich gutes Gothic-Doom-Metal-Album, dass wie gesagt schon mehrere Durchläufe benötigt, um sich von den Kompositionen einnehmen zu lassen.

Ray

5 von 6 Punkten

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