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Eminenz - Diabolical Warfare

Eminenz - Diabolical Warfare
Stil: Black / Dark Metal
VÖ: 10. Dezember 2021
Zeit: 49:13
Label: Northern Silence Productions
Homepage: www.facebook.com/EminenzOfficial

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Eminenz - bei diesem Namen werden Erinnerungen wach! Die 1990er neigen sich allmählich ihrem Ende und jung Dagger ist fast jedes zweite Wochenende mit seinen Freunden auf dem Weg in die neuen Bundesländer oder ins oberfränkisch-sächsisch-thüringische Grenzland, wo sich in kleinen Clubs oder anderen geeigneten Locations der Black-Metal-Underground so richtig austobt. Da konnte man bis zu fünf Bands für einen Ticketpreis unter 15 DM erleben! Heutzutage absolut undenkbar! Eminenz war eine der Bands, die in jener Zeit ordentlich mitmischten und machte ihre Gigs mit Blut, rohem Fleisch und Feuer stets zu einem besonderen Ereignis. Unvergessen der Aufritt in der frisch eröffneten Cultfactory Luise in Nürnberg. Ich kann noch heute den Geruch von frischer Farbe in dem rausgeputzten Laden riechen. Nach dem Auftritt von Eminenz sah die ganze Bude aus wie ein einziges Schlachthaus! Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob dort jemals wieder irgendwelche Metal-Konzerte veranstaltet wurden... zumindest scheint sich dort heute eher die Hip-Hop-Szene eingenistet zu haben.

So cool die Gigs von Eminenz auch waren, es gelang der Band einfach nicht, diese besondere Magie auf ihre Alben zu übertragen. Nach den beiden unterirdisch produzierten Alben The Heretic und Antigenesis wurde mein Bezug zur dieser vielleicht dienstältesten Black-Metal-Band des Landes immer geringer, was vielleicht auch daran gelegen hat, dass sich die Szene in der Region nach und nach ausgedünnt hat und somit eben auch die Konzerte immer weniger wurden. Das im Jahr 2000 erschienene The Blackest Dimension hab ich mir zwar noch gekauft, aber danach hab ich die Band aus den Augen verloren und tatsächlich die Veröffentlichung der folgenden Scheiben Eminenz (2007) und Nemesis Nocturna (2011) noch nicht einmal mitgekommen. Drum freut es mich an dieser Stelle, wieder mit den Burschen zu tun zu bekommen, obwohl ich schon mit einer gewissen Skepsis an die Sache herangehe.

Fakt ist, Diabolical Warfare klingt deutlich besser als beispielsweise Antigenesis. Fakt ist aber auch, dass Eminenz weiterhin von einer zeitgemäßen Produktion recht weit entfernt sind. Es muss ja nicht immer alles steril und überproduziert klingen, dennoch fehlt es dem Sound auch auf dem neuen Album an Kraft und das ist wirklich schade! Denn die acht neuen Kompositionen im Spannungsfeld zwischen Black, Death und Thrash Metal würden mit einem druckvolleren Klang doch wesentlich besser einschlagen! Stilistisch ist die Band nämlich breiter aufgestellt als in meiner Erinnerung und liefert mit dem eröffnenden Titeltrack, dem finsteren "Replica Satani" oder dem überraschend thrash-lastigen "The Myth Of Non-Existence" ein paar richtig heiße Eisen ab. Vieles ist allerdings auch beim Alten geblieben: der Synthesizer spielt eine tragende Rolle, vermittelt immer wieder eine verträumte Atmosphäre, die Lead-Gitarre kredenzt uns manch melodisches Zwischenspiel und Frontmann Leviathan geifert sich diabolisch wie eh und je durch seine Verse. Die Roots bleiben also bewahrt und man darf orakeln, dass Eminenz trotz beachtlichem Potential der Sprung aus dem Untergrund ins Rampenlicht auch anno 2021 verwehrt bleiben wird. Bleibt zu hoffen, dass das Erzgebirgler Urgestein auch in Sachen Live-Performance seiner Wurzeln gedenkt und in einer Zeit nach den aktuellen Corona-Beschränkungen wieder fleißig unterwegs sein wird. Auf ein Wiedersehen in der Cultfactory Luise würde ich zwar nicht unbedingt setzen, aber über die Möglichkeit eines Konzertbesuchs nach über 20 Jahren würde ich mich schon freuen...

Dagger

4 von 6 Punkten

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