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The Noctambulant - Hellrazor (EP)

The Noctambulant - Hellrazor (EP)
Stil: Black Metal
VÖ: 26. November 2021
Zeit: 38:31
Label: Non Serviam Records
Homepage: www.facebook.com/TheNoctambulant

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Black Metal erweist sich gerade in der Vorweihnachtszeit als willkommenes und wirkungsvolles Gegengift zu all dem Schmus, der diese Tage über das Radio verbreitet wird. Drum kann ich es auch kaum erwarten, die neue EP Hellrazor der aus Florida stammenden Band The Noctambulant abzuspielen. Seit 2013 musizieren die Burschen bereits und haben in den vergangenen Jahren drei EPs und zwei Alben auf den Weg gebracht. Für mich ist Hellrazor der Erstkontakt und ich muss zugeben, dass mich, als ollen Blues- und Southern-Rock-Fan, die Bezeichnung Southern Black Metal schon recht neugierig gemacht hat. In der Presseinformation wird der Sound der Band außerdem mit Begriffen wie Southern Goth Rock, American Country und Rockabilly in Verbindung gebracht. Kann all das mit Black Metal unter einen Hut gebracht werden? Lassen wir uns überraschen...

Nach kurzem und verträumtem Gruselintro gehen die Südstaatler mit dem Titeltrack "Hellrazor" gleich ordentlich in die Vollen und liefern lupenreinen, rasant und giftig vorgetragenen Black Metal, der sich in der Gesellschaft von Dark Funeral und Naglfar wiederfindet. Die Nummer weiß durchaus zu gefallen und das Video im Netz ist auch nicht übel. Als Auftakt die grobe Kelle, warum nicht? Wenn dann die folgenden Nummern "Blackened Sword Of Satan" und "GHBM" in die gleiche Kerbe hauen, stellt sich allerdings Ernüchterung ein. Auch "Troll Crusher", das mit ein paar dunkel rockenden Passagen einen Hauch von Cradle Of Filth verarbeitet, kann diesbezüglich das Ruder schon nicht mehr herum reißen, und was nun noch folgt, macht das Kraut endgültig fett. Die beiden Live-Mitschnitte von "Hellrazor" und "Troll Crusher" kommen mit dermaßen grottenschlechter Klangqualität daher, dass ein 90er-Jahre Rehearsal-Tape glatt wie ein aufpolierter Mercedes wirkt. Ebenso übel produziert wurden die Coverversionen "The Chasm" von The Covenant und Bathorys "Woman Of Dark Desires", die in dieser Form wirklich kein Mensch braucht! Lediglich mit dem finalen "Lucretia My Reflection" aus dem Hause The Sisters Of Mercy kann die Band wieder ein wenig gut machen und liefert einen aus der Feder anderer gut geschriebenen Song im spannenden Gothic-Metal-Gewand, zum Glück auch wieder mit deutlich besserem Sound.

Dennoch bleibt am Ende Enttäuschung und die Erkenntnis, dass das vorangestellte Attribut in der Bezeichnung Southern Black Metal wohl ausschließlich als rein geografische Information zu werten ist und absolut nichts mit der Musik von The Noctambulant zu tun hat. Oben erwähnte Spielarten, wie sie im Süden der USA gerne praktiziert werden, konnte ich auf Hellrazor noch nicht einmal im Ansatz identifizieren. Was bleibt, ist solider aber eben auch recht durchschnittlicher Black Metal, mit dem man zumindest in Europa so schnell wohl niemanden begeistern wird.

Dagger

3 von 6 Punkten

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