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Interview

Interview mit Twyster (12.04.2005)

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Mit der neuen Scheibe Xplode, ahem, wirbeln Twyster nur so durch die heimischen CD-Player. Im Gespräch haben wir deshalb nicht das laue Lüftchen Kachelmann, sondern Hurricane-Forscher und Basser Olli himself. Der zeigt, dass er was von Horrorfilmen versteht, aber weniger von Schwarzheimern hält, und dass er gerne mit den Traceelords unterwegs war.

HH: Als Metalband mit Frauenstimme landet Ihr derzeit sicher oft schnell in der Gothic-Trällerelsen-Schublade. Das passt aber überhaupt nicht - in welcher Tradition sehr Ihr Euch selbst?

Twyster: Wir sehen uns eigentlich in unserer eigenen Tradition. Als Twyster vor genau zehn Jahren gegründet wurde, gab es die meisten dieser Mädels noch gar nicht. Und jetzt sind da echt 'ne Menge. Nur habe ich teilweise Schwierigkeiten, die Grazien auseinander zu halten. Im Laufe der Jahre haben wir natürlich Bands kennen gelernt, die immer wieder ihren Stil geändert haben und auf moderne "populäre" Züge aufgesprungen sind. Aber die meisten haben dann ziemlich schnell festgestellt. dass da immer jemand schneller war und der Markt abgegrast ist. Wer braucht schon noch eine weitere Band mit Operndiva oder Brüllgesang? Wir sind nicht scharf auf irgendeine Schublade, obwohl man das 'hineingestecktwerden' kaum verhindern kann. Ich höre immer wieder den neunmalklugen Satz: "Die haben den Heavy Metal auch nicht neu erfunden!" Da kann ich mich nur kaputtlachen. Natürlich nicht, das hatten wir auch gar nicht vor. Wir wollen ganz einfach nur ehrlich rocken. Twyster hat nie versucht, wechselnden Trends hinterherzulaufen. Unsere Musik war vor zehn Jahren schon die, die sie heute ist. Und das wird sich nicht ändern. Coco wird sehr oft mit Doro Pesch verglichen, was aber eher ein Riesenkompliment ist. Denn wenn man überhaupt davon reden kann, eine Tradition hochzuhalten, dann geht das bei uns ganz klar in diese Richtung.

HH: Seid Ihr mit Eurer neuen Scheibe Xplode zufrieden, was Produktion und bisherige Reaktionen angeht?

Twyster: Ja, auf jeden Fall. XPLODE ist genauso geworden wie wir es haben wollten. Jeder von uns hat im Studio alles gegeben. Und das Ergebnis entlohnt dann auch für viele lange Tage und Nächte in Hagen. Die ganze Scheibe hebt sich von allen anderen Metalplatten ab. Das ist natürlich zum Teil auch der Verdienst von unserem Produzententeam (Andy Brings, Haan Hartmann), die für den nötigen Druck und die rechten Arschtritte bei den Arrangements, beim Finetuning und Mix gesorgt haben. Exzellente Arbeit. Die Reaktionen sind bis jetzt sehr gut ausgefallen. Bei den Votings haben wir überall eine hohe Wertung erreicht. Natürlich macht mich das als Songwriter und Bassist der Band stolz, wenn wir mit Lob überschüttet werden, aber nach fast zwanzig Jahren, die ich jetzt schon der Musik gewidmet habe, kann mich schlechte Kritik für keine zwei Cent mehr aus der Ruhe bringen. Mit XPLODE wollen wir uns mit niemandem messen - wir sind einfach da.

HH: Wo seht Ihr die Hauptfortschritte seit dem letzten Album?

Twyster: Xplode ist eine logische Weiterentwicklung zu Lunatic Siren. Das Debut war, wenn man ehrlich ist, so eine Art Notalbum. Wir haben damals nach der Unterzeichnung mit Massacre Records direkt mit den Aufnahmen angefangen und haben 4 Songs unserer zwei selbstproduzierten Alben (Zipper Jaws 1997 und Eclypse Of The Iris 1999) neu aufgenommen, da die Zeit für ein ausgedehntes Songwriting zu knapp war. So kam auch damals die Covernummer "The Sun Always Shines On TV" von AHA aufs Album. Bei XPLODE war es dann komplett anders. Zum einen kehrte endlich unser Gitarrist Ralf wieder zurück. Mit seiner Art, die Gitarren zu bearbeiten, haben wir einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Zum anderen sind alle 13 Songs extra für dieses Album geschrieben worden. Das hat dann letztendlich eineinhalb Jahre gedauert. Aber es hat sich gelohnt.

HH: Verweist Euer Bandname auf den Film gleichen Titels?

Twyster: Ganz im Gegenteil. Als wir uns entschieden, das Kind Twyster zu nennen, war der Streifen gerade im Kino. Deshalb ersetzten wir das i durch ein y. Des Weiteren glaubten wir, dass man sich an diesen Film nicht mehr erinnern würde, wenn die Band mal bei einem Label unter Vertrag sei. Aber davon abgesehen gefällt mir die Idee, mit meiner Musik tiefe Furchen in die Szene zu graben und alles mal ein bisschen aufzuwirbeln. THE STORM IS BACK.

HH: In der Metal-Szene werden deutsche Bands wieder zunehmend erfolgreicher, wie z.B. Oomph oder Evidence One, auch alte Hasen wie Running Wild bringen neue Scheiben heraus. Wie seht Ihr diese Entwicklung?

Twyster: Das ist natürlich eine sehr positive Entwicklung. Nicht alles, was über den großen Teich kommt, ist auch gleichzeitig qualitativ besser. Ich zum Beispiel stehe unheimlich auf Blind Guardian, Helloween und Gamma Ray und freue mich immer über jede deutsche Veröffentlichung, die diese Fahne hochhält. Na ja, es sollte aber auch gutes Zeug sein. In der heutigen Zeit, wo ich beim Durchhören beigelegter Magazin-Sampler nur durch 4 Sekunden Pause zwischen den Songs überhaupt merke, dass eine neue Nummer angefangen hat, bin ich für jede Scheibe dankbar, auf der ehrlicher Metal geboten wird, wo ich Melodie und auch Text verstehe, notfalls sogar mitsingen kann. Wenn Du heute keinen Ochsen auf der Bühne missbrauchst oder Dich nicht schminkst wie Boris Karloff, hast Du vor der Kritikergilde der sogenannten Spitzenprintmedien einen schweren Stand. Aber ich werde die Hoffnung nicht aufgeben, dass es irgendwann mal wieder in ist, mehr zu tun als nur auf dem tiefen E rumzureiten und zu singen wie eine rostige Kellertür.

HH: Mit "Follow The Storm" habt Ihr für mich als besten Song auf dem neuen Album eine Ballade. Ist das eine besondere Stärke von Euch?

Twyster: Das scheint in der Tat eine Stärke von Twyster zu sein. Wir haben vor kurzem eine Coverversion von "Broken Heroes" für den Tribute To Saxon-Sampler Eagleution aufgenommen. Hier haben wir uns auch entschieden, aus diesem Klassiker eine Klavierballade zu machen. Wenn man sich jetzt allein zu diesem Sampler die Reviews durchliest, fällt auf, dass dieser Song fast überall hervorgehoben wird. Auch Metalheads wollen mal auf den Arm. Hardrock oder Heavy Metal definiert sich meiner Meinung nach auch nicht nur durch hohe Geschwindigkeit und brachiale Härte in der Instrumentfraktion, sondern vielmehr durch das Gefühl, das transportiert werden soll. Und ich denke, das ist uns mit "Follow The Storm" sehr gut gelungen.

HH: Habt Ihr Pläne für eine Tournee oder sehen wir Euch in diesem Jahr auf Festivals?

Twyster: Die Aufnahmen zu Xplode haben viel Blut, Schweiß und Zeit gekostet. Wir fangen gerade an, für das Jahr zu planen. Wann wir auf Tour gehen und ob wir auf einem der Festivals auftauchen, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen erst klären. Wir werden das dann auf unserer Homepage www.twyster.de veröffentlichen.

HH: Was war Euer bestes Erlebnis bislang, was Live-Auftritte anbelangt?

Twyster: Die unangefochtene Nummer Eins ist neben Supports für Die Happy und Powergod bis heute noch die Deutschlandtour mit The Traceelords. Das war total abgefahren. Quer durch die Republik von Hamburg nach München und von Nürnberg nach Zwickau. Jeder Abend hat gerockt wie die Sau. Mit denen würden wir jederzeit wieder losziehen. Ein etwas morbides Highlight war mit Sicherheit der Support für Great White. Damals hingen wir Backstage mit dem Gitaristen Ty Longley ab, der knapp ein Jahr danach bei einem Feuer auf der Bühne in einem Club in Rhode Island starb.

HH: Wenn Ihr am 31.12. diesen Jahres zurückblickt, was wollt Ihr erreicht haben?

Twyster: Ich hoffe, wir werden bis dahin ein paar ordentliche Festivals gespielt haben, und dass Xplode sich in den Ohren der Fans festgefressen hat. Da ich im Moment schon am Material für das nächste Album arbeite, hoffe ich, bis dahin ein OK des Labels für unseren dritten Streich zu bekommen. Ach... und Wacken wäre nett... haha!

Holgi

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