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Konzert-Bericht

Arch Enemy, Wintersun, Tribulation & Jinjer

Eventhalle Strohofer Geiselwind, Geiselwind 27.01.2018

Eventhalle Strohofer

Das Eventzentrum Strohofer an der A3 zwischen Nürnberg und Würzburg, Ausfahrt Geiselwind, hat sich mit den Jahren zum wohl heißesten Brennpunkt Frankens in Sachen Metal-Live-Events gemausert. So wundert es nicht, dass wir uns auch heute wieder auf dem Weg dorthin befinden, um Arch Enemy auf ihrer Welttournee zum aktuellen Album Will To Power einen Besuch abzustatten. Das Konzert war eigentlich für die ohnehin schon geräumige MusicHall vorgesehen, wo vor zwei Wochen erst Iced Earth aufgetreten sind. Kurzfristig wurde der Plan jedoch geändert und die Veranstaltung aufgrund der großen Ticket-Nachfrage in die riesige EventHalle verlegt. Wir ziehen unsere Karten allerdings erst an der Abendkasse und hätten wir einen Blick auf die fortlaufende Nummer (2074) geworfen, hätten wir in etwa erahnt, was uns drinnen erwartet. Aber so staunen wir nicht schlecht, als wir die Raucherzone passiert haben und in der Halle angekommen sind.

Es ist 18:15 Uhr. Die erste Band Jinjer hat eben ihren Gig eröffnet und die Halle ist wirklich brechend voll. Beim Christas Bash kurz vor Weihnachten mit Kreator als Headliner waren nicht annähernd so viele Leute hier, wie heute. Das zeigt nur eines allzu gut. Arch Enemy gehören definitiv zur neuen Generation an Headliner-Bands, die wohl auch in Zukunft bei größeren Festivals ganz oben im Line-Up zu finden sein werden.

Aber eines nach dem anderen. Wo bei manch einem Konzert die Support-Acts noch vor leeren Hallen spielen müssen oder alternativ auf breites Desinteresse stoßen, kann sich die ukrainische Band Jinjer vor versammelter Truppe ins Rampenlicht stellen. Dass der Raum vor der Bühne dicht mit Schaulustigen bestellt ist, liegt wohl auch daran, dass Jinjer ganz gut ins Vorprogramm von Arch Enemy passen. Schließlich wird auch hier zünftiger Death Metal mit einer Frau hinterm Mikro geboten. Sängerin Tatiana Smaylyuk setzt ihren tiefen Grunts allerdings auch immer wieder klar gesungene Passagen entgegen, was dem ohnehin schon recht anspruchsvollen Sound der Band eine weitere Facette hinzufügt. Mir persönlich könnte das Material durchaus etwas eingängiger sein, beim Publikum kommt die Mucke aber richtig gut an.

Auch die nächste Band - Tribulation - darf sich der ungeteilten Aufmerksamkeit der Audienz erfreuen. Der getragene Mix aus Death und Black Metal, den die Schweden hier routiniert in Szene setzen, geht mit seinen großartigen Melodien und der boshaften Atmosphäre richtig tief unter die Haut. Irgendwie hat es die Band bislang geschafft, trotz vier Studioalben unter meinem Radar zu bleiben. Umso positiver überrascht bin ich heute und weiß jetzt schon, dass ich mich mit dieser Truppe wohl etwas näher auseinandersetzen muss!

In Geiselwind wird der Zeitplan stets eingehalten. So dauert es nicht lange und es drängen noch ein wenig mehr Leute vor die Bühne als bei den beiden Acts zuvor. Dennoch schaffen wir es irgendwie bis in die dritte Reihe, wo die Stimmung ab den ersten Noten von Wintersun am Brodeln ist. Die Finnen haben mit ihren mitreißenden Hymnen zwischen Melodic Death und heroischem Power Metal die Meute fest im Griff. Gassenhauer der Marke "Winter Madness" oder "Sons Of Winter And Stars" werden nicht nur von Frontmann Jari inbrünstig vorgetragen. Auch das bunt gemischte Publikum, in dem man sich selbst mit annähernd 40 Jahren auf dem Buckel noch irgendwie jugendlich fühlt, kann die Songs überraschend textsicher mitsingen. Da kommt man ordentlich in Fahrt und in die richtige Stimmung für den Haedliner!

Alyssa Gluz

Punkt 21:30 Uhr ist es dann soweit. Das Intro erklingt, die Herren Amott, Loomis, D'Angelo und Erlandsson beziehen Stellung an den Instrumenten und ab geht die Post mit "The World Is Yours", dem Hit des aktuellen Drehers Will To Power. Sekunden sind verstrichen, schon springt Frontfrau Alyssa auf die Bühne und brüllt in gewohnter Manier ins Mikro, während aus dem Publikum ein Meer von Smartphones in die Höhe gereckt wird, um einen Schnappschuss von dem blauhaarigen Derwisch in ihrem rattenscharfen Outfit zu ergattern. Viele nehmen Ihre Apparate gleich gar nicht mehr runter, weil ja alles gefilmt werden muss, damit man es in der nächsten Minute auf Facebook posten kann. Da hilft es auch nichts, wenn man sich erneut und dem heftigen Andrang zum Trotz richtig weit vorne positioniert hat. Irgendwer verdeckt einem immer mit seinem Wischkästla den Blick zur Bühne. Dabei ist es doch sinnlos, von hieraus mit der Kamera auf die Bühne zu zielen. So schnell wie die Alyssa über die Bretter flitzt, kriegt man eh keine anständigen Bilder hin.

Ja - so viel Energie und Ausstrahlung färben ab und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Überall im Publikum finden sich weibliche Fans aller Altersstufen und sogar ein junger Typ, die sich alle anlässlich des heutigen Gigs die Haare blau gefärbt haben. Nicht zu fassen! Während ich mich über Smartphones ärgere und über blauhaarige alte Frauen wundere, schmettern Arch Enemy einen Hit nach dem anderen durch die Membrane. Genügend davon haben sie mit den Jahren ja angesammelt. Am heutigen Abend gibt es bei höllisch lautem Sound die volle Packung an feinstem Melodic Death Metal made in Sweden. Die jüngeren Nackenbrecher "War Eternal", "You Will Know My Name" und natürlich "The Eagle Flies Alone" treffen dabei auf ältere Hits wie etwa "Ravenous" oder "Dead Eyes See No Future", dessen Refrain auch mitgesungen wird. Vereinzelt werden Crowdsurfer in Richtung Bühne befördert, schließlich geben die Schweden nochmal Vollgas zu "As The Pages Burn", ehe Gitarrenkünstler Michael Amott zu einem exzessiven, von klassischen Themen durchzogenen Interludium ausholt. Es fällt auf, dass Alyssa bei jeder sich bietenden Gelegenheit hinter der Bühne verschwindet. Auch jetzt gönnt sie sich eine Pause, kehrt aber für eine weitere dicke Packung zurück, die mit "We Will Rise" einen fulminanten Höhepunkt erreicht. Nochmal Pause und dann ab in die Zugabe! Mit "Nemesis" beenden Arch Enemy eine beeindruckende Vorstellung. Zurück bleiben Ohrensausen und ein Gefühl von Glückseligkeit. Denn an Abenden wie diesem weiß man, warum man Metal hört und warum sich daran auch niemals etwas ändern wird!

Setlist Arch Enemy:
The World Is Yours
Ravenous
Stolen Life
The Race
War Eternal
My Apocalypse
Blood In The Water
You Will Know My Name
Bloodstained Cross
The Eagle Flies Alone
Dead Eyes See No Future
As The Pages Burn
Instrumental / Gitarrensolo
Reason To Believe
Dead Bury Their Dead
We Will Rise
---
Avalanche
Snow Bound
Nemesis

Dagger

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