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Necronomicon - The Final Chapter

Necronomicon - The Final Chapter
Stil: Thrash Metal
VÖ: 26. März 2021
Zeit: 46:03
Label: El Puerto Records
Homepage: www.necronomicon.eu

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Wenn ein Album den Titel The Final Chapter trägt, schauderts die Fans der Band. Als Hypocrisy anno 1997 ihrem neuen Dreher denselben Namen verpassten, orakelte man schon, dass es das nun war mit den schwedischen Elchtötern. Aber es ging weiter. Zunächst zwar etwas ungewohnt mit dem unerwartet melodischen Album Hypocrisy (in Anbetracht dessen kommerziellen Charakters manch ein Fan der ersten Stunde die Band wohl tatsächlich der Heuchelei bezichtigte), aber es ging weiter. Kein Grund also, den Teufel gleich an die Wand zu malen, wenn die deutschen Thrasher von Necronomicon nun denselben Titel für ihr zehntes Langeisen verwenden! Ob The Final Chapter tatsächlich das letzte Kapitel der seit 1984 währenden Bandgeschichte aufschlägt, bleibt abzuwarten. Fakt ist allerdings, dass mit dem Album ein neues Kapitel beginnt!

Denn das Besetzungskarussell hat sich ein weiteres Mal gedreht und einzig verbliebenes Ur-Mitglied Volker "Freddy" Fredrich hat die Posten an Gitarre und Schlagzeug neu besetzt. In die Saiten greift nun der amerikanische Solo-Gitarrist Glen Shannon, der schon mit Fates Warning und Pentagram gearbeitet hat, und in der Schießbude sitzt der Kanadier Rik Charron, der bereits bei Exciter den Rhythmus vorgegeben hat. Damit ist The Final Chapter das erste international besetzte Album aus dem Hause Necronomicon und vielleicht (oder viel mehr hoffentlich) verbirgt sich hinter dem unheilschwangeren Titel ja die Hoffnung, dass den ewigen Besetzungswechseln nun endlich mal ein Ende bereitet wurde und die neue Konstellation bis zum bitteren Ende zusammen hält. Die Chemie der vier Akteure - Marco Lohrenz, seit 2015 am Tieftöner, ist schließlich auch noch dabei - scheint jedenfalls zu stimmen. Denn die zwölf neuen Songs sprühen nur so vor Tatendrang und Spielfreude! So sucht man nach andauernd ruhigeren Passagen vollends vergeblich und wird stattdessen vom ersten bis zum letzten Track mit flott gezocktem und dennoch melodischem Old-School-Thrash versorgt. Dass man das Material trotz der Neuzugänge einwandfrei als Necronomicon identifizieren kann, liegt wohl am markanten Reibeisen und am Songwriting von Sänger/Gitarrist Freddy. Während die Songs also gewohnt kantig und auf charmante Weise unkommerziell daher kommen, entpuppt sich vor allem Lead-Gitarrist Glen als echter Zugewinn, wenn er den stürmischen Charakter der Band mit seinem filigranen Spiel veredelt.
Dennoch muss man fast schon schweren Herzens attestieren, dass es dem neuen Team nicht immer gelingen will, aus einem guten Riff auch einen richtig guten Song zu bauen. Gerade die Refrains wollen hier und dort nicht richtig zünden oder beschränken sich auf die bloße Wiederholung des jeweiligen Titels und schmälern damit ein wenig das Vergnügen am puren Enthusiasmus, den The Final Chapter ausstrahlt.
Davon abgesehen findet sich in der Playlist durchaus das eine oder andere heiße Eisen. Gerade dann, wenn beim Songwriting etwas weiter ausgeholt wird, wie etwa bei den Tracks "Spilling Blood", "The Devil's Tears" oder "The Stormreaper", die alle drei tatsächlich auch ein paar ruhigere Momente zwischen all dem Riff-Gemetzel erlauben, machen die neuen Necronomicon eine richtig gute Figur!

Man darf also hoffen, dass The Final Chapter nicht tatsächlich das Ende der kultigen Truppe bedeutet, denn dieses Quartett besitz jede Menge Potential, beim nächsten Streich noch mal ordentlich einen drauf zu setzen.

Dagger

4 von 6 Punkten

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