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Konzert-Bericht

Lacuna Coil, Dommin & Deadlock

Backstage, München 26.02.2010

(Fotogalerie)

Ein Lacuna Coil-Konzert zu besuchen, lohnt sich immer und das nicht nur, um Cristina Scabbia über die Bühne schweben zu sehen, sondern auch, weil die Italiener inzwischen ein Sammelsurium an Hits im Gepäck haben, dem man sich kaum entziehen kann. Außerdem ist mir der Auftritt auf dem Wacken Open Air 2009 in so guter Erinnerung geblieben, dass der heutige Besuch im Backstage quasi eine Pflichtveranstaltung ist. Erst als ich dort eintreffe, um meinen Interviewtermin mit der Supportband Dommin wahrzunehmen, wird mir so richtig klar, dass just an diesem Abend auch das Paganfest im Backstage-Werk mit Finntroll und Eluveitie stattfindet, weswegen sich Lacuna Coil mit der kleineren Halle zufrieden geben müssen.

DeadlockDoch als erstes bekommt die deutsche Metalcore-Melodic-Death-Kapelle Deadlock die Chance, das Publikum auf eine vernünftige Ausgangstemperatur zu bekommen. Und diese Chance wissen sie zu nutzen! Deadlock haben eine beachtliche Menge eigener Gefolgschaft in das Backstage gelockt, die die Mixtur aus harten und tiefen Death-Growls und der zarten, aber trotzdem dynamischen Stimme von Sängerin Sabine Weniger gehörig abfeiert. Zugute kommt dem Gig auch die Professionalität, mit der die Jungs und das Mädel auf der Bühne agieren. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut die Meute in der Backstage-Halle zu dieser Zeit schon drauf ist. Dies ist allerdings auch kein Wunder, denn Deadlock hauen ihr Material dem Publikum technisch einwandfrei, in bestem Soundgewand und mit viel Körpereinsatz um die Ohren. Ich wette, dass sich Deadlock hier trotz eines Härtegrades, der weit über dem Lacuna Coils liegt, mehrere neue Fans erspielen konnten, insbesondere, da die mit einem schwarzen Tüllrock bekleidete Sängerin Sabine immer wieder dafür sorgt, dass die Songs mit poppigen und zuckersüßen Refrains aufgelockert werden. Wenn nur jedes Konzert mit so einem kraftvollen Auftakt aufwarten könnte... stark!

DomminMit geschätzten 350 Mann und natürlich auch Frauen ist die Backstage-Halle inzwischen prall gefüllt, was man deutlich daran merkt, wie lange es dauert, an ein hopfenhaltiges Kaltgetränk heranzukommen. Viele verbringen auch den Anfang des nachfolgenden Auftritts der Goth-Rock-Band Dommin an der Theke, da die Versorgung dort so schleppend voran geht. Dommin steigen mit ihrer Single "My Heart, Your Hand" fulminant in ein Set ein, das zwar weniger Bewegung ins Publikum bringt als ihre Vorgänger, aber am Beifall gemessen kommt der Sound der Amerikaner nichtsdestotrotz genauso gut an. Die eingängigen, romantischen Lieder von Leid und Liebe, die durch mit Rosen geschmückte Mikrofone gesungen werden, erinnern an die Werke von Him und 69 Eyes, bringen aber einen deutlichen Rockabilly-Einschlag mit, den man auch an den Frisuren und Gitarren der Bandmitglieder erkennen kann. Bassspieler Billie James könnte glatt als Elvis-Double durchgehen und auch Sänger Kristofer hat eine stylische Locke im Gesicht herumbaumeln. Als Volltreffer entpuppt sich die alte Cutting Crew-Schnulze "I Just Died In Your Arms Tonight", die zum einen gut in das restliche Programm Dommins passt und außerdem vom Publikum freudig mitgesungen wird. Aber auch die restlichen Songs des Debutalbums Love Is Gone wie etwa "Tonight" oder "Without End" wissen zu überzeugen. Auch dies ein Auftritt, der in Erinnerung bleiben wird. Wenn die Jungs in Zukunft noch den Dialog zum Publikum etwas ausbauen, sollte ihrem Durchbruch nichts mehr im Wege stehen.

Lacuna CoilUm viertel vor zehn ist es dann soweit, Lacuna Coil entern mit "Survive", dem Opener des aktuellen Albums Shallow Life, die Bühne und haben das Publikum wie erwartet sofort auf ihrer Seite. Auch wenn die Italiener einiges an Kritik für die neue, poppigere Ausrichtung der Songs auf Shallow Life bekommen haben - auf der Bühne fügen sich die Lieder sehr homogen in die restlichen Werke Lacuna Coils ein. Cristina Scabbia ist mit der schwarz-weißen Lederjacke aus dem "I Won't Tell You"-Video auf der Bühne unterwegs und scheint, wie auch der Rest der Band, gute Laune mitgebracht zu haben. Aber irgendwas stimmt nicht... Nach mehrmaligem Nachzählen fällt auf, dass Lacuna Coil heute ohne den Mann am Bass auf der Bühne herumturnen. Im Laufe des Konzertes klärt Cristina auf, dass sich Marco an der Schulter verletzt hat und leider nicht dabei sein kann. Egal, Hauptsache, Cristina und ihr männlicher Gegenpart Andrea sind da, um das Haus zu rocken. Ob man nun "Closer", "Heaven's A Lie", "Fragile", bei dem tatsächlich ein Crowdsurfer zu beobachten ist, "Fragments Of Faith" oder den aktuellen Hit "I Won't Tell You" zu seinen Faves zählt - die Fans von Lacuna Coil müssen eigentlich keinen der wirklich bekannten Songs vermissen. Nach kurzer Umziehpause, nach der Cristina im langen, schwarzen Kleid auf der Bühne wiedererscheint, darf sie quasi im Alleingang die Ballade "Wide Awake" vortragen, bevor Lacuna Coil mit "To The Edge", "The Maze", "Swamped" und dem gefeierten "Enjoy The Silence" nochmal alles geben, nur um die Bühne wieder zu verlassen. Aber klar, da fehlt noch was... Als Zugabe wird dem Publikum noch "Not Enough", "Spellbound" und natürlich "Our Truth" kredenzt, wobei Cristina kurz vor Ende der Show noch einmal die Chance ergreift, sich darüber zu freuen, dass sie hier heute Abend In Flames-, Disturbed- und Nightwish-T-Shirts gesehen hat und trotzdem alle fröhlich zusammen feiern. Am besten drücken das wohl ihre eigenen Worte aus: "Music is not there to divide people. It's there to bring people together!"

Lacuna CoilAuf dem Rückweg darf man sich am Merchandise-Stand noch mit den sympathischen Jungs von Dommin unterhalten, die dort fleißig Poster signieren, aber kurz nach 23:30 Uhr macht dann auch schon die Theke des Backstage dicht (Jungs, es ist Freitagabend!!!) und man wird von den freundlich, aber bestimmt agierenden Securities in gewohnter Manier in die lange Schlange vor der Kleiderausgabe diktiert. Da der Club nur Reggae bietet und im Werk noch das Paganfest tobt, bleibt nur der viel zu frühe Rückzug. Ansonsten war dies aber ein gelungener Abend mit unerwarteten, positiven Überraschungen, wie zum Beispiel Deadlock, vielen romantischen Melodien von Dommin und natürlich mit Christina Scabbia, die das Publikum wieder einmal alleine mit ihrer Anwesenheit verzaubern konnte.

Sebbes

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