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Konzert-Bericht

In Extremo & Eisbrecher

TonHalle, München 15.03.2004

Nach einem guten halben Jahr Pause hat sich die Mittelalter-Rock-Institution In Extremo wieder auf Tour begeben. Auftakt war diesmal hier in München, der für beide, In Extremo und der Supportact Eisbrecher, ein voller Erfolg war. Doch der Reihe nach.

Eigentlich sollte es ja laut Kartenaufdruck um 21:00 Uhr losgehen. Als meine bessere Hälfte und ich um kurz vor halb neun die Halle betraten, dauerte es aber nicht mehr lange, bis die Lichter in der Halle das erste mal erloschen. Und was soll ich sagen: Der Eisbrecher kam, sah und siegte!!! Und das auf ganzer Linie. Konnte mich das Material auf CD noch nicht 100% überzeugen, dieser Auftritt konnte es!!! Nach einem kurzen Intro ging es auch schon mit "Mein Herz Steht Still" brachial los. Eisbrecher wurde von der ersten Note an abgefeiert, so dass es Alex (Vocals) mehr als einmal die Sprache verschlug. Selten habe ich einen Support Act gesehen, der die Halle dermaßen im Griff hatte wie hier. Aufgrund meines späten Erscheinens hatte ich mir einen Platz beim Mischpult gesichert, da vorne nix mehr ging. Aber auch hier, fast am Eingang der Halle, war die Stimmung top! Nach einem kurzen Gruß an seine Heimatstadt ging es dann auch weiter mit "Angst", "Weiß Nicht" und "Willkommen In Nichts". Zwischendurch wurde auch noch kurz der neue Mann am Bass vorgestellt, der erst zwei Stunden vor dem Auftritt von seinem Glück wusste. Respekt!!! Alex lieh sich dann noch eine Kamera aus, um die Stimmung festzuhalten. Als er dann noch von einem seiner Freunde (Gordon) erzählte, der seit einem Sturz beim Skifahren querschnittsgelähmt ist, erzeugten die anschließenden "Fight Gordon Fight" Rufe nicht nur bei mir eine Gänsehaut. Bei "Eisbrecher" stand Alex mit Kapitänsmütze und Eispickel am Bühnenrand, stritt aber vehement die Ähnlichkeiten mit Village People ab. ;-) Kurz vor Ende der Show wurde dann noch angekündigt "Wir haben noch acht Minuten, und wir werden sie füllen". Dies konnte aber leider nicht mehr ganz erfüllt werden, denn die Fans feierten nach "Ich Will Mehr" die Band wieder nach allen Regeln der Kunst ab, so dass "Miststück" aus der Megaherz-Zeit leider dem Zeitplan zum Opfer fiel. Leider. Eisbrecher sind definitiv zu Höherem als zu einem Opener berufen. Dies werden sie auf der angekündigten Tour im Herbst wohl eindrucksvoll unter Beweis stellen. Ich werde da sein!

Nach einer knappen halben Stunde Umbaupause war es dann soweit: die Lichter erloschen, das Intro lief vom Band, von In Extremo kam einer nach dem anderen auf die Bühne, die Halle tobte. Wie auch schon bei der letzten Tour zum aktuellen Album eröffnete auch heute Abend "Küss Mich" den bunten Reigen. Danach gab es den fast schon obligatorischen Gruß an die ach so toleranten Münchner Behörden, die ja (wie immer) was gegen den Einsatz der Pyros hatten. Das letzte Einhorn hat dies nur mit einem "Leckt uns am Arsch" gefolgt mit dem berühmten Effe-Finger bedacht, was natürlich von der Menge entsprechend gefeiert wurde. Wirkte die Band beim ersten Song für meinen Geschmack noch etwas zu routiniert, hat man dies gleich wieder beim darauffolgenden "Hiemali Tempore" und "Wind" abgelegt. Die Stimmung war einfach genial, was sich auch in dem beiden Moshpits widerspiegelte, die sich gleich vor der Bühne bildeten. Gegenüber der vorangegangenen Tour hatte man die Setlist auch entsprechend umgestellt, die Band verfügt ja auch über ausreichendes Material. So folgten "Sefardim", "Merseburger Zaubersprüche II" und "Herr Mannelig", bevor es bei "Ai Vis Lo Lop" eine kurze Auszeit gab. Hier wurden nämlich zwei Fans auf die Bühne gebeten (ein Männlein und ein Weiblein), die zusammen die erste Strophe zum besten gaben, und das nicht mal schlecht. Die beiden dachten wohl, wie im übrigen der Rest der Halle auch, an einen kleinen Scherz seitens der Band, als sie auf die Bühne gebeten wurden. Aber so was nennt man Fan-Nähe! Auch das letzte Einhorn zeigte sich ob der Sangeskünste schwer beeindruckt. Danach ging es wieder lustig weiter, schnelle Stücke ("Spielmannsfluch", "Sagrada Trobar") wechselten sich mit langsameren ("Ave Maria", "Die Gier", hier wurden auch Wunderkerzen angezündet) ab, um den Fans etwas Erholungszeit zu geben. In Extremo wirkten zu jeder Zeit überzeugend, relaxt und mit der nötigen Spielfreude. Mit brennenden Drumsticks wurde dann "Villemann Og Magnhild", das vorerst letzte Stück des Abends eingeleitet. Hier gab es dann auch die Feuerspuckeinlage vom letzten Einhorn, die Fans sangen / brüllten lauthals den Text mit. Nach kurzer Pause gab‘s dann noch den Zugabenteil mit "Albtraum", "Krummavisur" und weil man keinen Bock hatte, die Bühne wieder zu verlassen um dann gleich wieder zu kommen, setzte man gleich mit "Madre Deus" und "Mein Kind" einen drauf. Nach knapp zwei Stunden war dann aber leider endgültig Schicht im Schacht.

Alles in allem ein mehr als gelungener Tourauftakt für beide Bands, auch wenn ich persönlich das "Palästinalied" schon schwer vermißt habe. Im Anschluß wurde man dann wieder relativ zügig aus der Halle gebeten, damit die Tonhalle wohl noch ihr reguläres Samstagsprogramm durchführen konnte, denk ich mal.

Setlist Eisbrecher:
Polarstern
Herz steht still
Angst?
Frage
Willkommen im Nichts
Mein Blut
Eisbrecher
Zeichen der Venus

Setlist In Extremo:
Küss mich
Hiemali Tempore
Wind
Sefardim
Merseburger Zaubersprüche II
Erdbeermund
Herr Mannelig
Segel setzen
Ai vis lo lop
Ave Maria
Spielmannsfluch
Die Gier
Omnia Sol Temperat
Nymphenzeit
Sagrada Trobar
Vollmond
Villemann Og Magnhild
---
Albtraum
Krummavisur
Madre Deus
Mein Kind

Ray

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