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Konzert-Bericht

Grave Digger, Symphorce & Wizard

Backstage, München 17.01.2004

Hundertschaften wahrmetallischer Krieger zogen durch das Land des einst'gen Herrschers König Ludwig, um die Tradition zu wahren und die Kompositionen des damaligen Haus- und Hofkomponisten Richard Wagner zu huldigen. Denn eine Botschaft tat die Kunde, Grabschaufler würden kommen und mit dicken Kutschen ohne Pferde Rheingold an die Isar bringen.

An den geweihten Hallen öffneten sich dann auch zur prophezeiten Stunde die Tore und die Verteidiger des wahren Metals traten ein, um alsbald von den mächtigen Heroen Wizard empfangen zu werden. Zu reichlich Gerstensaft wurden deren Schlachtenlieder von blutdürstenden Kriegern gefeiert und bejubelt. Ehrfürchtig standen selbst die Mächtigsten von ihnen mit erhobener Faust in der tosenden Halle - wissend das Wappen Wizards künftig auf ihrer Kutte zu platzieren und Kunde zu tun von diesem glorreichen Tage.

Wer geistig in einer anderen Welt zugegen war, freute sich nach dieser Vollbedienung an Klischees umso mehr auf die Progressive-Power Metaller von Symphorce, deren Frontman Andy B. Franck einigen noch von der letzten Grave Digger Tour bekannt sein dürfte. Und zwar als Sänger der Schwaben von Brainstorm. Während letztere sich dank ihrem Motto "Schaffe, schaffe, Plättle mache" bereits einen gewissen Status erarbeiten konnten, sind Symphorce auf der Bekanntheitsskala noch einige Stufen darunter einzuordnen. Dies allerdings völlig zu Unrecht, denn die Band legte ein astreines, stimmiges Set hin und ist als absolut headlinertauglich zu bezeichnen. Der glasklare Sound und das symphatische Auftreten der Musikanten taten ihr übriges, um das positive Gesamtbild zu komplettieren. Wie es auch bei Wizard der Fall war, waren die Resonanzen für eine Supportband durchaus euphorisch und so war es die logische Konsequenz, dass die Jungs nochmal mit einer Zugabe ("Until The Last") zurückkamen.

Dann war es Zeit für Grave Digger. Deren Keyboarder (sic!) schlürfte dann zu Beginn als "Reaper" über die Bühne und machte dabei einen selten dämlichen Eindruck. Vermutlich weiss er das selbst und ist froh allabendlich seine knallrote Birne unterm Kittelchen verstecken zu können.
Lange musste er sich diesen Spiessrutenlauf aber nicht antun, denn in nullkommanix ging es mit dem Opener "Rheingold" vom aktuellen gleichbetitelten Album los. Der in Ehren ergraute Boltendahl weiß dank jahrzehntelanger Bühnenerfahrung auch ganz genau wie man die Meute von Beginn an bei den Eiern packt. Die Autobiographie des selbsternannten Metalgottes untermauert es: Jede Szene bekommt den Küblböck den sie verdient. Personality hat allerdings schon 1984 über Gesangstalent gesiegt, sonst stünde dieser Mann heute nicht mehr hier.
Schwamm drüber. Die Setlist war stimmig, der Auftritt professionell und die Resonanzen für Münchener Verhältnisse enorm. Mit "Under My Flag" und "The Grave Dancer" wurden dann auch zwei Songs ausgegraben die schon ewig nicht mehr gespielt wurden. Die beiden simplen Midtempo Groover schienen vom Publikum überraschenderweise nicht so angenommen worden zu sein, wie die Bandhits aktuelleren Datums. Vermutlich waren doch einige Leute dabei, deren Interesse für die Band erst mit der Mittelalter Triologie geweckt wurde.
Nach "Twilight Of The Gods" war dann auch fürs erste Schluss mit lustig. Allerdings kamen Grave Digger nochmal mit satten drei Zugaben zurück, darunter natürlich das obligatorische "Heavy Metal Breakdown".

Im Mondenscheinen zogen sodann die Krieger erschöpft gen Heimat und auch ich hab' geschaut, dass ich noch die letzte U-Bahn krieg.

Setlist Wizard:
1. Hammer Bow Axe And Sword
2. Iron War
3. Hall Of Odin
4. Betrayer
5. March Of The Einheriers
6. Dark Wings
7. Defenders Of Metal
---
8. Hand Of The Deceiver

Setlist Symphorce:
1. Falling
2. Unbroken (?)
3. Tears
4. Touched And Infected
5. Two Seconds To Live
6. ?
7. What Hate Provides
8. Slow Down
---
9. Until The Last

Setlist Grave Digger:
1. Rheingold
2. Dark Of The Sun
3. Son Tf Evil
4. Valhalla
5. The Battle Tf Bannockburn
6. T.he House
7. Under My Flag
8. The Grave Dancer
9. Linheart
10. Maidens Of War
11. Excalibur
12. Sword
13. The Grave Digger
14. Morgane Le Fay
15. Knights Of The Cross
16. Twighlight Of The Gods
---
17. Rebellion
18. The Round Table
19. Heavy Metal Breakdown

David

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