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Konzert-Bericht

Siddharta

Backstage, München 28.05.2005

Samstag Abend, 30 Grad, Sonnenschein. Der Volksmund bezeichnet so etwas als schönstes Biergartenwetter. Dazu noch das Pokalendspiel zwischen dem Deutschen Meister Bayern München und dem ewigen Zweiten Schalke 04, das im Backstage auf einer Großbildleinwand übertragen wird. Alles in Allem keine guten Rahmenbedingungen für ein Konzert in der angrenzenden Halle, denn wer vergräbt sich bei diesem Wetter schon in einer dunklen, stickigen Halle? Blöde Frage, oder? Irgendwer musste das hier ja tippen! ;-)

Aber Gott sei Dank war ich nicht der einzige, denn ansonsten wäre es im Backstage ziemlich leer gewesen. Allerdings hätte ich mich noch etwas länger im Biergarten ausstrecken können, wenn ich mich nicht auf diverse Plakate und Ankündigungen verlassen hätte, die da etwas von Beginn 19:30 Uhr verbreitet haben. Pustekuchen! Statt der erwarteten Vorbands traf ich auf einen Securitymenschen, der mich auf die Frage, wann denn die Vorbands beginnen, angeschaut hat, wie ein Ei um dann mit breiter Brust zu tönen, dass Siddharta um halb neun beginnen und keine weiteren Bands anwesend sind. Aha. Das erklärt zumindest den extrem humanen Eintrittspreis von knapp über 11 Euro. Also wieder raus und noch ein Weißbier einwerfen. Das habe ich dann nach einen Blick auf den Merchandisestand auch gebraucht: 20 Euro für ein Shirt, 25 für ein Longsleeve und 19 Öcken für - hier nur über den Importweg erhältliche - CDs verschlugen mir dann doch kurzfristig die Sprache.

Eine Stunde später stand ich mit ungefähr 70 weiteren Besuchern wieder in der Halle und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Wären nicht auch gut zwei Dutzend Slowenen anwesend gewesen, hätte sich wohl ein trauriges Bild ergeben. Aber die geographische "Nähe" von München zur Heimat von Siddharta hat sich hier wohl ausgezahlt. Pünktlich um halb neun betraten die sechs Jungs die Bühne und eröffneten ihr Set mit "Japan", dem ersten Track des aktuellen Albums RH-. Da sie in ihrer Heimat mittlerweile zu den Superstars der Rockmusik zählen, dort jeden Preis gewonnen haben, den es gibt und auch schon vor weit mehr Leuten als an diesem Abend gespielt haben, war von Nervosität nichts zu merken: locker und entspannt zockten sie sich durch die ersten vier Songs.

Besonderer agil agierten Basser Jani und Sänger/Gitarrist Tomi, die es an diesem Abend recht selten auf ihren Plätzen hielt. Das Dauergrinsen in Tomis Gesicht und der Wechsel zwischen spitzbübischen Grinsen und bösen Schauen bei Jani zeigte, dass die Jungs extrem gute Laune hatten. Diese hatte zu diesem Zeitpunkt auch schon ins Publikum übergegriffen. Fröhliche Pog- und Hüpforgien wechselten sich ab und es wurde kräftig gefeiert - was wohl auch etwas an dem immensen Alkoholzuspruch einiger Besucher gelegen haben könnte, die mittleren Monitorboxen waren zumindest zeitweise mit Bierflaschen zugebaut. Als der charismatische Frontmann mit "B Mashina" das erste Lied in slowenischer Sprache ankündigte, freuten sich nicht nur die slowenischen Fans. Der Rhythmus griff schnell auf die übrigen Anwesenden über und der mit einem osteuropäisch-folkloristischen Flair versehene Song wurde auch von den Einheimischen sehr gut aufgenommen.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die sympathischen Slowenen schon vollends gewonnen. Die vielfältige Rockmusik mit den unterschiedlichsten Einflüssen machte mächtig Laune und 70 Personen feierten eine riesige Party. Nun richtete auch Sänger Tomi des öfteren ein paar Worte ans Publikum und verbreitete noch zusätzliche gute Stimmung. Mit "My Dice" folgte dann der wohl bekannteste Song der Band, der auch dementsprechend laut mitgesungen bzw. mitgegröhlt wurde. Danach wechselten sich Lieder des aktuellen, in englisch gesungenen, Albums mit Stücken der ersten beiden, noch in slowenisch geschriebenen, Scheiben ab. Und obwohl der Großteil der Besucher von den älteren Sachen wohl weniger gekannt und verstanden haben dürfte, erwiesen sich diese als die großen Gute-Laune-Bonbons und wurden teilweise besser angenommen als die aktuellen Songs. Mit dem Opener des Nord Albums - "Apokalipsa" - wurde dann der reguläre Block des Sets beendet.

Lange bitten ließen sich die Jungs aber nicht und kehrten kurz darauf auf die Bühne zurück um ihren Zugabenblock zum Besten zu geben. Nach weiteren drei Liedern fiel mit der zuckersüßen Herzschmerzballade "Samo Edini" dann endgültig der Vorhang und ein sehr gutes Konzert mit einer sehr sympathischen und spielfreudigen Band war beendet. Durchgeschwitzt, durstig und zufrieden verließen wir die Halle und ich löschte meinen Durst erstmal mit einer kühlen Blonden. Und der 2:1 Sieg der Bayern über die Pottler machte diesen perfekten Abend nochmal ein Stückchen perfekter...

Setlist Siddharta:
Japan
Rooskie
T.H.O.R.
Rave
B Mashina
My Dice
Keltvek
Sim Hae
You Betray
Od Visine Se Zvrti
Insane
Etna
Neon
Klinik
Apokalipsa
---
Platina
My Dice
Samo Edini

JR


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