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Queen - Days Of Our Lives (DVD)

Queen - Days Of Our Lives (DVD)
Stil: Rock
VÖ: 25. November 2011
Zeit: ca. 120 Min
Label: Universal Records
Homepage: www.queenonline.com

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Rechtzeitig zum 20. Todestag (ja, so lang ist das schon her...) des zweifelsohne besten und charismatischsten Sängers, der der Mainstream-Rockmusik je geschenkt wurde, erscheint diese im Auftrag der englischen BBC durch Rhys Thomas und Simon Lupton erstellte "Definitive Documentary of the World's Greatest Rock Band". Wer wie der bescheidene Schreiberling dieser Zeilen Queen und Freddie Mercury natürlich kennt, aber nicht näher über die Hintergründe dieser Formation informiert ist, dem eröffnen die zwei Teile dieser Dokumentation einen faszinierenden, spannenden und auch tragischen Einblick in Aufstieg und Ende einer der einflussreichsten Formationen der Rockwelt überhaupt.

Chronologisch angeordnet, erzählen in erster Linie die Bandmitglieder Brian May und Roger Taylor von den Anfängen unter dem Namen Smile, den ersten Erfolgen und der kreativen Explosion von A Night At The Opera, wobei natürlich auch die altbekannte Kamelle nicht zu kurz kommt, dass Elton John todsicher war, dass "Bohemian Rhapsody" ein Rohrkrepierer werden müsse. Nachdem sich Basser John Deacon der Band seit einigen Jahren entfremdet hat, kommen er und Freddie Mercury naturgemäß nur in älteren Ausschnitten zu Wort, was jedoch einen interessanten Kontrapunkt ergibt - von Beginn an waren die vier Kollegen nämlich höchst unterschiedliche Charaktere, die durchaus anderer Meinung waren (Brian May z.B. lobt die Top Of The Pops-Auftritte als Durchbruch, Roger Taylor meint sie waren a rechter großer Mist).

Dem Erfolg in Amerika folgte die fast schon übliche Häme durch die englische Presse, die darin kulminierte, dass Mercury den Journalisten, die den Sex Pistols hinterherhechelten, entgegenhielt, er wollte das Ballett zu den Massen bringen. Dazu gehört schon einiges an Coolness (auch zur damals getätigten Aussage "Hi Sid [Vicious], hast du heut morgen im Spiegel auch geschaut dass du dich ordentlich zerschneidest?"). Ende der 70er ging der Band dann die kreative Puste aus, Hits wie "Under Pressure" oder "Another One Bites The Dust" waren durchschlagend, aber aus völlig anderen Genres entlehnt (einige amerikanische Radiosender gingen davon aus, dass dieses Zeugs von einer schwarzen Soulband sein müsse), aber der Tiefpunkt war mit dem Disco-Gedudel von Hot Space erreicht, zu dem Brian May lakonisch konstatiert: "Ich wollte eigentlich nie, dass unsere Musik klingt, als ob man gerade in einen Schwulenclub marschiert, aber genau das ist passiert". Spannend trotzdem allemal, da die Band zu dieser Zeit in München aufnahm und Freddie Mercury sein berühmtes Jahr in Schwabing und im Glockenbackviertel verlebte - und Orte frequentierte, die zumindest zwei Mitglieder unseres erlauchten Redaktionskreises in jüngster Vergangenheit auch aufsuchten (völlig ahnungslos natürlich!!! Ich schwörs!!).

Streitereien, um die in den Interviews kein Hehl gemacht wird ("klar gab es Zoff, klar hatten wir großes Egos"), Freddies zunehmend zügelloses Ausleben seiner sexuellen Vorlieben (auf die besorgte Frage, ob er denn wegen der "neuen Krankheit" etwas vorsichtiger sei, meinte er wohl nur: "Zur Hölle damit! Ich mache alles mit allen!") und die berühmten "musikalischen Differenzen" wurden für die Großtat The Works nochmals ad acta gelegt, das ihnen mit "Radio GaGa" ein Comeback bescherte. Dennoch stand die Band kurz vor dem Zerbrechen, als Bob Geldof sie 1985 für sein Live Aid-Spektakel verpflichtete und der 19-Minuten-Auftritt zum grandiosen Triumphzug geriet. Mit dem Folgewerk A Kind Of Magic im Gepäck absolvierte man die letzte und größte Tournee, die in zwei Mega-Shows im Wembley-Stadion und einem Auftritt in Knebworth gipfelte.

Die sich anschließenden Dokumente zeigen den schockierenden Zerfall Mercurys, der sich standhaft weigerte, aufzugeben, und in teilweise erschreckendem körperlichen Zustand von Brian May Song um Song verlangte, die dann teils auf Innuendo, teils posthum auf Made In Heaven erschienen. Den interviewten Bandmitgliedern und sonstigen Weggefährten (den Prodzenten Roy Thomas Baker und Reinhold Mack, Manager John Reid und Jim Beach und dem Roadie Peter Hince) ist in diesen Moment die nach wie vor ehrliche Betroffenheit anzumerken. Abschließend gibt es noch ein paar Szenen vom Freddie Mercury-Tribute-Konzert (mit einem noch schlanken Axl Rose!!) sowie von den Tourneen mit Free-Sänger Paul Rodgers am Mikro. Als Bonus darf man sich über diverse Videos sowie einige weitere Szenen freuen (deutlich mehr auf der BluRay-Ausgabe im Übrigen!), und auch wenn einige Aspekte seltsamerweise fehlen - so wird z.B. das Flash Gordon-Soundtrack-Album, das mit dem Titeltrack doch einen sattsam bekannten Hit lieferte (ahaaaa), mit keinem Wort erwähnt - liefert die DVD doch zwei äußerst kurzweilige und faszinierende Stunden, die einem eine Band, die irgendwie immer da war, äußerst nahe bringt und Lust macht, die eine oder andere Scheibe wieder mal aufzulegen. Denn nach wie vor gilt, she's a killer queen!

Holgi

5 von 6 Punkten

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