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Europe - Live At Shepherd's Bush

Europe - Live At Shepherd's Bush
Stil: Hard Rock
VÖ: 19. August 2011
Zeit: CD ca. 70 Min. - DVD 92 Min.
Label: Edel Records
Homepage: www.europetheband.com

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Also, wenn man zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung gleichgesetzt ist mit einem einzigen Song, dann ist das irgendwie blöd. Zumal wenn der Song seinerzeit dann vollkommen totgenudelt wurde, das Keyboard-Intro heute zu mitleidig-verzerrten Gesichtern führt und - was am wichtigsten ist - man doch noch einige andere mindestens genauso fesche Stückchen mit an Bord hätte. Und wenn man Konzerte ablieferte, die einen durchaus kundigen (und zu dem Zeitpunkt etwas angedüddelten) Mitstreiter zum wiederholten begeisterten Ausruf verleiteten, er komme grade von "Europa!"

Aber das ist wohl das Schicksal von Joey Tempest, John Norum, John Leven, Mic Michaeli und Ian Haugland: den "Final Countdown" werden sie nie mehr loswerden, aber spätestens seit ihrem Reunion-Album Start From The Dark 2004 zeigen die Herren, dass sie modernen Hard Rock durchaus gekonnt kredenzen und dadurch auch durchaus eine etwas dunklere Seite hervorkehren als den in Pop-Metal-Tagen zelebrierten Stil.

So zu bewundern in Wort und Bild auf der vorliegenden Live-Scheibe, die als fetter Doppelpack (mit CD mit Bild/Tonträger) daherkommt und einen Gig aus dem altehrwürdigen Londoner Theater Shepherd's Bush präsentiert, den die alten Schweden am 19. Februar 2011 auf ihrer Last Look At Eden-Tour absolvierten.
In dem ausverkauften Laden präsentieren sich die Kollegen in guter Form, und zwar sowohl musikalisch als auch der Form nach. Denn im Gegensatz zu vielen anderen alten Recken gehen Joey und seine Freunde wohl nicht jeden Tag an der Pressluftpumpe vorbei und nehmen einen Zug, sondern sind zwar älter, aber nicht unförmiger geworden. An der Instrumentenfraktion ist ohnehin alles in bester Ordnung, denn dass John Norum ein herausragender Hard Rock-Saitenhexer ist, dürfte ohne Zweifel stehen. Bleibt der Gesang - und wenn Herr Tempest auch teilweise um einige Oktaven tiefer unterwegs ist, so versteht er sein Handwerk dennoch immer noch famos und schwingt den weißen Mikro-Ständer noch genauso virtuos wie im "Final Countdown"-Video. Und so werden Stücke neueren Datums wie "Last Look At Eden" oder die feine Ballade "New Love In Town" mit Spielfreude und Können zu schmackigen Momenten, und spätestens beim alten Reißer "Rock The Night" entsteht dann sogar wieder die Atmosphäre, die seinerzeit die Massen so begeisterte. Auch ältere Alben wie Wings Of Tomorrow kommen zu Ehren (mit dem schnellen Rocker "Scream Of Anger"), und einige Male greift Tempest - auf dessen Songwriter-Konto zahlreiche Hits der Kombo gehen - selbst zur Guitarre, so etwa bei "No Stone Unturned". Bei der immer noch herzschmelzenden "Carrie" singt Tempest zwar nun wirklich etliche Etagen tiefer und sieht dabei aus wie ein Schlagersänger, aber irgendwie passt das bestens.

John Norum präsentiert als Hommage an Gary Moore ein feines "The Loner"-Cover, das Schlagzeugsolo besteht lobenswerterweise nicht aus Endlos-Gehämmer, sondern aus einer auf den Drums mitgespielten Ouvertüre zu Rossinis "Wilhelm Tell" (spielt auch Mike Terrana immer mal gerne), und "Start From The Dark" überzeugt wieder durch Ecken und Kanten. Klar wartet man am Ende auf das endgültige Runterzählen, ja es kommt, und ja sie spielen es sehr gut. Also ist den Traditionalisten auch Genüge getan.

Ergänzt wird das Paket durch weitere Live-Mitschnitte (z.B. aus dem Vergnügungspark Gröna Lund 2010), Interviews und den Videos zu "Last Look At Eden" und "New Love In Town". Runde Sache also, bei der auch Sound- und Bildqualität voll in Ordnung gehen.

Holgi

5 von 6 Punkten

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