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Black River - Black 'N Roll

Black River - Black 'N Roll
Stil: Heavy Rock n' Roll
VÖ: 18. Januar 2010
Zeit: 41:24
Label: Mystic Productions
Homepage: www.blackriver.pl

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Nach den durchaus gerechtfertigten Erfolgen von Chrome Division und I, in denen im Black Metal beheimatete Mucker ihre Vorlieben für knarzigen Rock n' Roll ausleben, dachten sich wohl Taff (Voc., Rootwater), Orion (Bass, Behemoth, Vesania), Daray (Drums, Dimmu Borgir, Vesania), Art (Git., Soulburners) und Kay (Git., ex-Neolithic), was die können, können wir auch und so schwer kann es ja nicht sein, eine Hand voll Partysmasher zu kreieren und diese mit wenig soundtechnischem Aufwand in Form eines Albums zu veröffentlichen. So wurde 2008 Black River gegründet und das selbstbetitelte Debut eingebolzt, das mit "Free Man", "Punky Blonde", "Night Lover" oder "Silence" auch ein paar recht lustige Rotzrock-Häppchen zu bieten hatte, als Album aber kaum überzeugen konnte. Nun wird mit Black 'N Roll der zweite Streich feilgeboten und leider scheitert der Versuch die Hitdichte gegenüber dem Erstling zu übertreffen. Was allerdings noch schwerer wiegt sind zwei Faktoren, die den Hörgenuss schmälern bzw. diesen zur Non-Existenz degradieren: erstens sind da die Vocals, die gewollt oder nicht in vielen cleanen Parts schlichtweg falsch daherkommen und zweitens fehlt in vielen Songs die Ausgewogenheit zwischen Leads und Rhythmus-Gitarren.
Letzteres fällt schon im Down-lastigen Opener "Barf Bag" auf. Mal übertönen die Wah Wahs den Rest, mal gehen sie völlig unter, insgesamt kann die Nummer aber noch zu den besseren auf Black 'N Roll gezählt werden, wie auch der Uptempo-Smasher "Isabel", der leicht an W.A.S.P.-Rocker wie "Fistful Of Diamonds" (von Last Command) oder "Rock Rolls On" (von Inside The Electric Circus) erinnert - selbstredend abzüglich der gesetzlosen Stimme. Aber schon im sich dahin schleppenden Midtempo-Liedchen "Lucky In Hell" kommt einerseits ein Gähn-Effekt zum Vorschein, der andererseits rüde von den schrägen Tönen vor allem in den Strophen begleitet wird. Der Titeltrack windet sich dementgegen im Horror Punk- respektive Volbeat-Gewand aus den Lautsprechern, marschiert kurzzeitig flott vorne weg, ist aber so schnell wieder "rum ums Eck", dass kaum was hängen bleibt.
In "Breaking The Wall" wird gar versucht Audioslave-mäßig zu Werke zu gehen, der Song entwickelt jedoch zu keinem Moment den dem gemäßigten Tempo angemessenen Groove und die stimmlichen Möglichkeiten stoßen hart an ihre Grenzen. "Jumping Queeny Flash" - ein fürchterliches Medley aus "God Save The Queen" und "Jumping Jack Flash" - leitet über zu "Too Far Away", das eine Motörhead-"Deaf Forever"-Schlagseite aufweist, im Refrain erneut mit Elvis Metal-Stiletikette eingesungen wurde und so recht abwechslungsreich losscheppert. In "Loaded Weapon" geben Black River wieder Gas, leider ohne sich festsetzende Melodien, wobei der Chorus verquererweise an "Pull Me Under" von Dream Theater erinnert. Man sieht schon an der Anzitiererei vieler Vergleichsobjekte, dass Black 'N Roll als Ganzes eklatant an fehlender Homogenität leidet. Das anschließende "Morphine" jedoch gefällt als Einzelstück, wenn es auch stark an Danzigs "Anything" (von How The Gods Kill) angelehnt wurde. Taff liefert hier seine beste Leistung ab.
Abschließend krankt "Like A Bitch" neben den uninspirierten Gesangslinien am offerierten Gitarren-Morast und der Schlussspurt, der mehr ein gemächliches Auslaufen ist, will mit "Young 'N Drunk" auch nicht recht gelingen. Fingerzeige in Richtung Alice In Chains sind zwar auszumachen (vgl. "Sickman" und bisweilen "Angry Chair" vom Dirt-Album), letztlich bleibt die Nummer aber unausgegoren.
"Morphine" und "Too Far Away" wären also die beiden einzigen Songs, die vollends überzeugen. "Barf Bag", "Isabel" und der Titeltrack stellen solide Mittelklasse dar. Da der Rest kaum der Rede wert ist und die oben genannten Schwächen dem Album zusätzlichen Abtrieb geben, wären mehr als gerade so erzielte drei Pünktchen mit Tendenz zu zwei ein Hohn. Man wird das Gefühl nicht los, dass es sich bei Black 'N Roll um einen Schnellschuss handelt - die fehlende Einheitlichkeit bzw. Kompaktheit spricht da Bände.

Fuxx

3 von 6 Punkten

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