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Festival-Bericht

Wacken Open Air

mit Rammstein, Nightwish, Doro, Danzig, Grave Digger, Russkaja, Santiano, Hellride (No), Skyline, Annihilator, 9mm, Blaas Of Glory, Deep Purple, Neaera, Tristania, Powerwolf, Mr. Hurley & Die Pulveraffen, Kamikaze Kings, Black Messiah, Ihsahn, Ugly Kid Joe, Sabaton, Wasteland Warriors, Feuerschwanz, ASP, Harpyie, Hate Squad, Alestorm, Die Apokalyptischen Reiter, Anthrax, Serum 114, Secret Sphere, DevilDriver, Alice Cooper & Finsterforst

Wacken, Wacken 31.07. - 03.08.2013

(Fotogalerien: Woa20130731 , Woa20130801 , Woa20130802 , Woa20130803 )

Donnerstag, 01.08.2013

Hellride
Nanu? Regentropfen, die gegen die Zeltwand klopfen? Das war so aber nicht gemeldet! Das bisschen Nieselregen weicht auch schnell einer unbarmherzigen Hitze, wie sie der Wetterbericht für dieses Wochenende prognostiziert hat. Wie gewohnt beginnt das musikalische Programm auf den Hauptbühnen heute erst um 16:00 Uhr, genug Zeit also für ein ausgiebiges Bierfrühstück am Zelt und den anschließenden Gang zum Biergarten, wo man sein Kaltgetränk immerhin im Maßkrug erwerben kann und nicht in diesem unseligen 0,3er Stamperl. Auf der Beer Garden Stage steht ab 13:00 Uhr die Nürnberger Truppe Hellride in den Startlöchern. Im Priestergewand steckend haben es sich diese Musiker zur Aufgabe gemacht, Klassiker aus Rock und Metal auf rein akustische Weise vorzutragen. Zu hören gibt es also allseits Bekanntes quer Beet von Motörhead und Black Sabbath, über Queensryche bis hin zu moderneren Klängen von Type O Negative oder System Of A Down. Wenn man etwas von der Mucke mitbekommen will, muss man allerdings schon nahe der Bühne stehen, denn auf den Bänken bekommt man aufgrund des dortigen Lärmpegels im Grunde kaum noch etwas mit.

16:00 Uhr und Zeit für das Eröffnungsritual der Hauptbühnen mit der Band Skyline, in der Festival-Chef Thomas Jensen einst den Tieftöner bediente. Skyline starten ihren Gig mit "Strong Arm Of The Law" von Saxon. Macht Sinn. Denn wie erwähnt stehen die Briten heuer ausnahmsweise einmal nicht im Billing, was natürlich nicht heißen soll, dass der eine oder andere Musiker nicht doch noch auf einer der Bühnen auftauchen wird. Ferner gibt es wieder Klassisches zu hören. Black Sabbath, Ozzy, Led Zeppelin, AC/DC, Guns'N'Roses und andere werden gecovert, was natürlich prima seinen Zweck erfüllt und die Menge für die folgenden Shows in Stimmung bringt. Nur leider gibt es bei Skyline heuer keinerlei Überraschungen in punkto Gastauftritte namhafter Musiker, wie es sich in all den Jahren eingebürgert hatte. Auch auf eine neue Festivalhymne muss man heuer verzichten. (Wir erinnern uns: "We Are The Metalheads" mit Doro, "Heavy Metal WOA" mit U.D.O. oder "Wacken Will Never Die" mit Chris Boltendahl) Schade eigentlich, aber auch kein Weltuntergang.
(Dagger)

Annihilator
Der Zeitplan auf der Black Stage ist heute straff organisiert. Schon 15 Minuten später steht eine echte Legende in Sachen Speed und Thrash Metal nach zehn Jahren endlich wieder auf Wackens großer Bühne. Die Rede ist natürlich von den Kanadiern Annihilator. Die beginnen ihr Set mit "Smear Campaign", einem Stück vom brandneuen Album Feast, und steigen dann schnell in einen Reigen an Klassikern ein, die sie in ihrer langen Karriere zusammengetragen haben. Bandchef Jeff Waters und seine Mannen sind bestens gelaunt und wirbeln wie der Wind zu ihren schnellen und technischen Gitarrenparts über die große Plattform der Black Stage. Nach "Clown Parade" und "Set The World On Fire" dann endlich das erste Stück vom legendären Erstling Alice In Hell: "W.T.Y.D."! Gänsehaut pur für jeden Annihilator-Lunatic und vorerst Höhepunkt der Stimmung im Publikum, wo es trotz ekelhafter Hitze ordentlich zur Sache geht. Die eine Stunde Spielzeit vergeht wie im Flug, schon wird die letzte Nummer angekündigt. Welche könnte das wohl sein? Richtig! Nach 27 Jahren Annihilator ist es Zeit für "Alison Hell". Großes Klangkino! Vielen Dank!
(Dagger)

9MM
Zeltgleich stehen 9MM auf dem Programm der W.E.T. Stage. Also begebe ich mich zeitig in das geräumige Zelt, wo gerade noch Wrestling läuft. Früher konnte ich mich ja auch für diese Showkämpfe begeistern, aber mittlerweile finde ich es... naja, lassen wir das. Während ein Teil der Anwesenden den Wrestlern auf der Bühne zujubelt, macht sich der andere Teil bereits vor der W.E.T.-Stage so langsam warm, "9MM Assi Rock'n'Roll"-Schlachtrufe werden lauter und lauter. Dann ist es auch soweit, der Vorhang fällt, die Stimmung steigt. Die vier Jungs auf der Bühne geben von Anfang an Vollgas und der Funke springt auch gleich auf die Fans über, die jeden Ton begeistert aufnehmen und mächtig steil gehen. So soll es sein, und das, obwohl im Zelt subtropische Temperaturen herrschen und das Laiberl sogleich am Körper klebt. Aber egal, die Jungs machen ordentlich Party, egal ob mit neueren Songs wie "Libertad O Muerte" oder einem Medley aus alten Gassenhauern, 9MM geben den Fans keine Chance auf eine Verschnaufpause. Mein persönliches Highlight ist die Coverversion von Dimple Minds "Durstige Männer", ehe zum Abschluss noch dem bösen F-Wort gehuldigt wird... Spielerisch mag man von den Jungs halten, was man will, aber Party und Laune machen sie auf der Bühne ohne Ende. Ein guter Festivaleinstand.
(Ray)

Auf dem Weg zurück zum Infield treffe ich noch auf Blaas Of Glory, die mit ihrer Kapelle gerade vor dem Biergarten Station machen und dort unter zahlreicher Bangerschaft ihre Versionen von "Highway To Hell", "Run To The Hills" oder "Wasted Years" zum Besten geben. Mit ihrer eigenwilligen Instrumentierung sorgen sie für den einen oder anderen Grinser auf den Gesichtern der Schaulustigen, ehe diese weiter ziehen. Immer wieder lustig anzusehen, die Jungs.
(Ray)

Die Altmetaller von Thunder stünden nun als nächster Act auf dem Plan, die Heavyhardes-Crew sammelt sich jedoch beim Zelt, um noch Kräfte zu sammeln für das große Finale dieses Tages - ein Finale, das diesem Donnerstag locker zu einer denkwürdigen Nacht verhelfen dürfte.

Sonnenuntergang
Da wäre zunächst der Auftritt von Rocklegene Deep Purple ab 20:15 Uhr. Nur muss ich leider gestehen davon gar nicht sooo viel mitbekommen zu haben. Der Grund: das Gelände platzt bereits jetzt aus allen Nähten und man verbringt eine gefühlte Ewigkeit damit, sich einen halbwegs akzeptablen Platz vor der Bühne zu sichern. Hat man diesen einmal gefunden, heißt es, ihn auch zu verteidigen. Während dessen orgeln sich Deep Purple durch ein Set, das viele Klassiker der Rockgeschichte parat hält. Eingestiegen ist man beispielsweise mit "Highway Star". "Child In Time" fehlt, dafür gibt es gerade gegen Ende ein Schwergewicht nach dem nächsten: "Perfect Stranger", "Smoke On The Water", "Green Onions" und "Hush". Was will man mehr? Eine ausgefallene Bühnenshow? Gut, die haben Mr. Ian Gillian und Co an diesem Abend nicht wirklich zu bieten und das brauchen sie im Grunde auch gar nicht, denn an das, was nun folgen soll, kann ohnehin niemand anknüpfen.
(Dagger)

Lange, lange, gaaaaaanz lange bevor es eigentlich losgeht auf der True Metal Stage, ist das Infield mehr als proppevoll, an ein Durchkommen ist mal eben gar nicht mehr zu denken. Um vom Backstage-Bereich zu einem noch einigermaßen guten Platz zu gelangen, muss ich erst mal das Feld verlassen, einmal komplett außen rum um dann von der Party-Stage her noch einen halbwegs guten Platz zu bekommen... die Idee hatten wohl andere auch. Wie dem auch sei, die Nacht senkt sich langsam über das Holy Wacken Land und die Spannung steigt. Schließlich haben die Wacken-Verantwortlichen mit Rammstein einen Garanten für eine gute Show an Bord geholt, nicht umsonst sind bzw. waren die Deutschland-Gigs in Minutenschnelle ausverkauft. Ich bin ja mal gespannt, was Rammstein so auffahren werden, denn so eine große Open Air-Bühne bietet doch wesentlich mehr Platz und Gestaltungsfreiheit als eine Indoor-Bühne. Gut, vom Gig in Riga war ich schon sehr beeindruckt, aber das geht doch noch größer, denke ich. Dann ist es endlich soweit: Das Intro erklingt, auf der nun enthüllten Bühne werden die ersten Raketen abgeschossen, die außerhalb der Bühne ihre Fortsetzung finden und jeder Knall wird mit lautem Beifall bekundet. Dann senkt sich von der Bühnendecke herab eine Stahlplattform, auf der Till Lindemann in "Ich Tu Dir Weh" einsteigt. Von der ersten Sekunde an steht die Menge hinter den Pyromanen und singt jede Zeile mit. Die Band agiert gewohnt präzise wie ein Uhrwerk und spult routiniert ihr Programm ab, über massig gute Songs verfügen sie ja: "Wollt Ihr Das Bett In Flammen Sehen", "Keine Lust", "Asche Zu Asche", "Sehnsucht" werden auf die Fans losgelassen. Hier und da wird auch mal der Pyromane von der Leine gelassen, aber es hält sich alles noch in Grenzen. Zu Beginn von "Mein Teil" erscheint Till Messer-wetzend im blutverschmierten Metzger-Outfit, ehe Flake (Keys) in einem übergroßen Kochtopf herein gefahren wird, der von Till kräftig mit dem Flammenwerfer angeheizt wird, erst mit kleiner, dann mit großer Flamme. Kennt man aber auch schon von der letzten Tour (die, die das Glück auf eine Karte hatten). Danach wird es erst einmal ruhiger, "Ohne Dich" kühlt die Gemüter vorerst ab. Zu "Wiener Blut" kommt Till auf allen Vieren zurück auf die Bühne gekrochen, ehe es heißt "Du Riechst So Gut". Bei "Benzin" ist der Name Programm, danach wird krrrrräftig marrrrrschierrrrt, "Links 2 3 4" wird kräftig mitgesungen. Nach "Du Hast" erklingen die ersten Töne von "Rammstein", die von Till jedoch mit dem ausgestreckten Mittelfinger zu "Bück Dich" umgebogen werden. Klar, dass hier auch wieder Flake seinen demütigen Auftritt hat. Beim finalen "Ich Will" bindet Till das Publikum gesangstechnisch oft mit ein, ehe die Lichter das erste Mal ausgehen... doch halt! Warum jetzt schon??? 20 Minuten vor dem eigentlichen Ende?!? Erst nach einer gefühlten Ewigkeit kommen Rammstein mit der Piano-Version von "Mein Herz Brennt" für einen kleinen Zugabenteil zurück auf die Bühne. Danach wird die "Sonne" angezählt, und nun kommt, was viele erwartet und ebenso viele befürchtet haben: Heino betritt die Bühne und singt den Refrain zusammen mit Till. Die Reaktionen hierauf fallen in meinem unmittelbaren Umfeld mehr als gemischt aus. Den Sinn dieser Aktion kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, denn nach dem Refrain steht der Schwarzbraun-ist-die-Haselnuss-Trällermann mehr als verloren auf der Bühne und weiß offenbar nicht, wie ihm geschieht bei all den Flammen und Beats. Beim finalen "Pussy" schwingt sich Till dann auf seinen überdimensionalen Dildo, der vor der Bühne auf- und abfahrend kräftig Schaum auf die Fans loslässt. Danach ist Schluss. Außerordentlich gesprächig verabschieden sich Rammstein mit den Worten "Das war Rammstein, es war eine Ehre für uns, hier spielen zu dürfen". Ja, warum spielt ihr denn dann nicht noch weiter? Zeit wäre ja noch übrig... Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Rammstein nach wie vor eine geile Show auf die Bretter legen und sie sich für diesen Abend auf ihre alten Stärken besonnen haben, wenn man sich die Setlist einmal genauer ansieht. Allerdings habe ich mir persönlich aufgrund der größeren Dimensionen mehr von diesem Gig versprochen, denn die Show hat sich von der Hallenshow nur marginal unterschieden. Da wäre bestimmt mehr drinnen gewesen. Wenn man den von Umstehenden aufgeschnappten Worten Glauben schenken darf, war auf anderen Festivals definitiv mehr Feuer und Kawumms geboten. Wie dem auch sei, Spaß hat's auf jeden Fall gemacht, jetzt heißt es erst mal Geduld haben, bis man sich den Weg durch das Infield, das sich langsam aber sicher leert, bahnen kann.
(Ray)

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