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Festival-Bericht

Wacken Open Air

mit Heaven & Hell, Running Wild, Motörhead, In Flames, Machine Head, Saxon, Heaven Shall Burn, Amon Amarth, Doro, Axel Rudi Pell, Bullet For My Valentine, Volbeat, Der W., Gwar, Walls Of Jericho, Lacuna Coil, Schandmaul, Gamma Ray, Nevermore, Hammerfall, Rage, Testament, Epica, Pain, Borknagar, ASP, Dragonforce, Airbourne, Tristania, Walls Of Jericho, Endstille, Vreid, Whiplash, Bring Me The Horizon, Sarke, Eths, Cadaver Race, Einherjer, Ingrimm, Grand Magus, Skyline, Crysys, X-Plod, Beneath & Mambo Kurt

Festivalgelände Wacken, Wacken 29.07. - 01.08.2009

(Fotogalerien: Wacken2009 Donnerstag, Wacken2009 Freitag, Wacken2009 Samstag)

Samstag, 01.08.2009

EinherjerMit der Viking-Metal-Band Einherjer steht wieder einmal eine "Reunion" auf dem Programm, denn eigentlich hatten sich die Norweger 2004 aufgelöst. Versehen mit dem Nachteil, bereits um 12:00 Uhr den Samstag auf der Black Stage zu eröffnen, gelingt es ihnen nur schwer, für Stimmung vor der Bühne zu sorgen. Handwerklich durchaus passabel spielen die Jungs um Frontmann Frode "Grimar" Glesnes ihre Mischung aus Black Metal, klarem Gesang und traditionellen Folkeinflüssen herunter, allerdings ohne showmäßig besonders aufzufallen. Den eingefleischten Fans dürften aber Songs wie "Dragons Of The North", "Ironbound" oder die Hymne "Far Far North" durchaus gefallen haben.
(Jan)

Als ich zum österreichischen Beitrag des Wacken Metal Battles namens Cadaver Race stoße, ist der Platz vor der W.E.T.-Stage eher spärlich besucht. Außer ein paar Die-Hard-Anhängern haben sich lediglich ein paar Neugierige eingefunden, um der Mischung aus Hardcore und Metalcore beizuwohnen. Die Band zeigt sich sehr agil, allen voran der Sänger, der sehr motiviert, in meinen Augen auch etwas zu übermotiviert, stetig quer über die Bühne rennt. Hinzu kommen die dann doch etwas seltsam wirkenden Ansagen, wie eben der Hinweis, dass die neu geöffnete Wasserflasche Vodka enthalte. Die erste Reihe schüttelt jedenfalls brav das Haupthaar und auch der Beifall fällt gut aus.
(Ray)

Zurück im Freien ist es doch immer wieder ein Genuss der etwas anderen Art, dem Spielzug der freiwilligen Feuerwehr Wacken, kurz Wacken Firefighters benannt, zu lauschen. Im Biergarten haben sich zahlreiche Fans eingefunden, um zusammen mit der Kapelle einfach alles zu geben. Da wird gebangt und gemosht oder auch mal eben eine Polonaise gestartet. Immer wieder schön zu sehen, wie Fans mit "God Hates Us All"-Tattoos zu "Rosamunde" abgehen können.
(Ray)

RageRage haben an diesem sonnigen Samstag die undankbare Aufgabe, schon um ein Uhr mittags wieder Bewegung in die verkaterten Metalheads vor der Bühne zu bringen. Aber Rage wären nicht Rage, wenn sie sich nicht für ihren Auftritt auf dem diesjährigen Wacken-Festival wieder etwas Besonderes hätten einfallen lassen. Nachdem das Trio schon mit Orchester hier zu Gast war, steht der Gig heute als "Rage and Friends" auf dem Programm und ich bin schon sehr gespannt, was die Jungs hier auffahren werden. Pünktlich wie die Maurer erscheinen Peavy und Co auf der Bühne, um mit "Carved In Stone" und besonders dem Mitgröl-Klassiker "Higher Than The Sky" schon mal die Meute aufzuwecken. Wie?!? Das als Zugabe prädestinierte "Higher Than The Sky" schon ganz am Anfang?! Tatsächlich! Wie soll das nur enden? Aber bevor hier irgendetwas endet, stürmt ein gut gelaunter Hansi Kürsch (Blind Guardian) mit aberwitzig kurzen Haaren die Bühne, um zusammen mit Peavys Truppe "Set The World On Fire", "All I Want" und - jetzt haltet euch fest - das hammergeile "Invisible Horizons" auf das Publikum loszulassen. Was für ein Knaller! Während viele Zuschauer noch über Victor Smolskis Griffbrettakrobatik staunen, verabschiedet Peavy Hansi und holt Jen Majura, die "Lord Of The Flies" vom Carved In Stone-Album mit eingesungen hat, auf die Bühne, um eben diesen Song im wahrsten Sinne des Wortes zu zelebrieren. Und weil es so schön war, darf Frau Majura, bevor sie den Platz am Mikro wieder abgeben muss, noch "From The Cradle To The Grave" vortragen. Zur Freude vieler rennt danach Destructions Schmier auf der Bühne umher, der sich erstmal darüber beschwert, dass er nicht in Ruhe im Backstagebereich weiter trinken darf. Nichtsdestotrotz stimmt er zusammen mit der Rage-Truppe die Old-School-Knaller "Prayers Of Steel", "Suicide" und das mächtige "Down", welches unglaublich gut ankommt, an. Als letzter Gast des Rage-Gigs kommt Mittelalterbarde Eric Fish von Subway To Sally auf die Bühne, der, nachdem er gezeigt hat, dass er einen Handstand kann, bei "Gib Dich Nie Auf" das Mikro übernimmt. Das meiner Meinung nach etwas unglücklich gewählte, weil so schlecht mitsingbare, finale "Soundchaser" darf Peavy wieder selbst mit seiner Stimme veredeln. Trotzdem hinterlässt Rage ein beeindrucktes und frohes Publikum, das nun bestens auf den restlichen Tag eingestimmt ist.
(Sebbes)

Zurück zum Metal Battle: Schon auf dem Campingplatz sind einem die zahlreichen spanisch sprechenden Fans aufgefallen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass zum spanischen Beitrag des Wettstreits ordentlich was los ist im Zelt. Und Crysys liefern auch eine gute Show ab. Die Band strahlt zudem eine gute Laune aus, wie sie breit grinsend ihren Thrash auf die Menge los lassen. Die Songs sind flott und auch mit einer ordentlichen Portion Groove ausgestattet, so dass ein Moshpit nicht lange auf sich warten lässt. Die Stimmung ist jedenfalls top und auch einen kleinen Gimmick haben sich die Jungs einfallen lassen: Während einer kurzen Pause des Sängers wird dieser gepackt und auf einen als elektrischen, mit allerlei Draht versehenen Stuhl gedrückt und festgeschnallt, damit er zur rechten Zeit im Song seinen Scream loswerden kann. Makaber, aber gelungen. Gute Show, die eindeutig beiden Parteien Spaß macht.
(Ray)

TestamentEs ist 15:30 Uhr und das Thermometer ist auf ca. 30 °C geklettert, als mit Testament eine der großen Thrash-Metal-Institutionen aus der Gründungszeit diese Genres auf die True Metal Stage marschiert. Mit höllischer Lautstärke und einem mörderischen Dampfwalzen-Sound dröhnen sogleich die ersten Noten aus den Boxen. So dauert es trotz der Bullenhitze nicht lange und schon kann sich der erste Moshpit vor der Bühne etablieren. Bei diesem Gig haben wirklich alle ihren Spaß! Die Fans stimmen einen Chor zum bekannten Gitarrenthema aus "Over The Wall" an, während Sänger Chuck Billy fleißig am Mikroständer die Luftgitarre schwingt. "Practice What You Preach", "Signs Of Chaos" und "Into The Pit" heißen einige Perlen aus der guten alten Zeit. Mit "More Than Meets The Eye" und dem Rausschmeißer "The Formation Of Damnation" sind allerdings auch zwei Nummern vom aktuellen Longplayer im Set enthalten, mit dem sich Testament im letzten Jahr nach neunjähriger Pause zurück gemeldet hatten.
(Dagger)

Heaven Shall BurnHeftig geht's gleich weiter. Wesentlich jünger sind die vielen Fans, die nun vor der Black Stage auf ihre Helden von Heaven Shall Burn warten. Zweifelsohne gehören diese Jungs zu den Musikern der Stunde und ziehen mit ihrem Deathcore Unmengen von Menschen an, wo auch immer sie auftreten. Mit dem grandiosen Opener vom letzten Album Endzeit wird der nun folgende Wahnsinn eingeläutet. Schon bricht vor der Bühne die Hölle los und erste Circle-Pits wirbeln mächtig Staub auf. Zu "Counter Weight" gibt's die erste große Wall Of Death und zu den Takten von "Voice Of The Voiceless" fordert Sänger Marcus Bischhoff die Meute auf, den großen Circle-Pit-Rekord von 2007 zu brechen. Rennen ist nun angesagt, und zwar im Kreis und um den Technikturm herum, womit der Pit einen Durchmesser von ca. 50 Metern erreicht haben dürfte. Wahnsinn! Ein Meer von Crowdsurfern geht anschließend in Wogen auf die Securitys im Graben hernieder. Nach dem Rausschmeißer "Black Tears" springt Bischhoff selbst mit weitem Hechter in die Massen und lässt sich tragen. Wie schon gesagt - Wahnsinn!
(Dagger)

Nach Einerjer von heute Mittag nun nochmal Viking-Metal? Keineswegs, denn seit Vintersorg das Mikro und somit auch das Zepter bei Borknagar übernommen hat, hat sich auch der Stil der Norweger deutlich geändert und ist viel eigenständiger geworden. Dieser Avantgarde-Black-Metal kommt zwar live nicht ganz so hart rüber, wie das die Fans der ersten Stunde gewohnt waren. Allerdings können sich die Nordländer nicht nachsagen lassen, bewusst auf altes Material verzichten zu wollen. So geben Vintersorg, dessen Gesangsqualität natürlich über jeden Zweifel erhaben ist, und Co. um 16:45 Uhr auf der Party Stage eine gesunde Mischung aus älteren und neueren Stücken zum Besten. Exemplarisch seien hier "Ad Noctem", "Ocean's Rise", The Black Canvas", "Dawn Of The End", "Colossus" und "The Genuine Pulse" genannt. Sie begeistern die anwesenden Fans, die für Borknagar sogar Heaven Shall Burn haben sausen lassen.
(Jan)

Axel Rudi PellNachdem letztere auf der Black Stage alles aus den Metalcorejüngern herausgeprügelt haben, geht es auf der True Metal Stage erstmal etwas ruhiger zur Sache. Mr. Axel Rudi Pell besteigt die Bretter, die die Welt bedeuten, während sich vor der Bühne so viel Platz wie selten auf diesem Festival auftut. Dabei stellt der melodische Hardrock des Ruhrpott-Rockers eine willkommene Abwechslung im eher deftigen Wacken-2009-Programm dar. Los geht der bunte Reigen mit den stampfenden Rocknummern "Tear Down The Walls" und "Strong As A Rock", bevor Herr Pell mit dem längeren Epos "Masquerade Ball" erstmal wieder für Gelassenheit sorgt. Sänger Jonny Gioeli hat anscheinend gelernt, dass man in Wacken ungestraft das F-Wort benutzen darf, und tut dies im Laufe des Auftrittes auch ausgiebig, wobei man ihm das Böse-Buben-Image nicht wirklich abnimmt. Wie bei allen Bands, bei denen Mike Terrana die Drums übernimmt, lässt er es sich natürlich nicht nehmen, sich mit einem, wenn auch großartigen, Drum-Solo zu profilieren, welches in "Tales Of The Crown" eingewoben wird. Das folgende "Rock The Nation" rockt noch mal so richtig schön los, wohingegen die beiden letzten Songs "Mystical" und "Eternal Prisoner" mit langatmigen Gitarren- und Keyboardduellen gespickt werden, was, gerade auf diesem Festival, durchaus ein bisschen den Schwung aus dem Nachmittag nimmt.
(Sebbes)

PainMein persönliches Highlight am Samstagabend um 19:15 Uhr auf der Party Stage ist ganz klar Pain. Wer aufgrund einiger extrem elektronisch-melodischer Songs mit einer Techno-Party gerechnet hatte, muss sich glücklicherweise eines Besseren belehren lassen. Dass das quasi-"Ein-Mann-Projekt" von Peter Tätgren, ergänzt mit Session-Musikern, live recht hart rüberkommt, ist ja bekannt, aber auf dem diesjährigen W:O:A zünden die Schweden ein Feuerwerk, das seinesgleichen sucht. Schon der Opener "I'm Going On" wird umrahmt von Feuerfontänen und akustisch begleitet von lauten Kanonenschlägen. Insgesamt ein echtes Best-of-Programm versetzt die zahlreich erschienenen Fans in Ekstase, und das trotz der Konkurrenz namens In Extremo auf der Black Stage. Neben den weiteren Songs "Monkey Business" und "I Don't Care" vom aktuellen Album Cynic Paradise gibt es unter erneutem Tosen "Zombie Slam" und "Bitch" vom Psalms To Extinction-Album um die Ohren. Von Dancing With The Dead darf natürlich der Titelsong ebenso wenig fehlen wie die Midtempo-Nummer "Same Old Song". Der Kracher "Shut Your Mouth" sowie "It's Only Them" vom Nothing Remains The Same-Silberling sind weitere Höhepunkte. Von der frühen Veröffentlichung Rebirth runden einer meiner Lieblingsstücke "On And On" sowie die beiden eher entspannenden Songs "End Of The Line" und "Suicide Machine" ein absolut geniales Set ab. Pain beweist mit diesem Auftritt, dass man sie sich live eigentlich immer wieder ansehen kann, ohne jemals gelangweilt zu werden, was ja nicht bei allen Bands der Fall ist. Der Gig endet schließlich, wie er begonnen hat: mit einem riesigen Knall!
(Jan)

VolbeatVolbeat aus Dänemark zählen wohl unumstritten zu einer der besten Livebands dieser Zeit. Der steile Aufstieg der Jungs sorgt jedenfalls für ordentlichen Andrang vor der True Metal Stage. Und kaum erklingen die ersten Takte zu "Guitar Gangsters & Cadillac Blood", schon ist für die meisten Fans kein Halten mehr. Es wird getanzt und gemosht, wenn nicht gerade einer der zahlreichen Crowdsurfer vorbei gereicht werden muss. Schon recht früh im Set wird der Hit "Radio Girl" gespielt, bevor es mit "Sad Man's Tongue" und einem Misfits-Cover weiter geht. Michael Poulsen besticht mit seinem Outfit (weißes Hemd mit Weste, die beide innerhalb kürzester Zeit durchnässt sind) und seiner unverwechselbaren Stimme, die zu diesem Sound wie der berühmte Arsch auf den Eimer passt. Dass die Fans ihm quasi aus der Hand fressen, braucht hier nicht mehr gesondert erwähnt zu werden. In diesem Moment wünsche ich mir am liebsten ohne Kamera vor der Bühne zu sein, um den zahlreichen Moshpits, die nicht nur direkt vor der Bühne wie die Pilze aus dem Boden schießen, mal einen gepflegten Besuch abstatten zu können. Beim nächsten Mal ist man schlauer. Abgeschlossen wird das Set noch mit einem richtig heavy angespielten "Raining Blood", bevor es unter tosendem Beifall in den wohlverdienten Feierabend geht. Top.
(Ray)

Machine HeadViel Zeit zum Verschnaufen bleibt nun nicht. Denn schon 15 Minuten später steht der nächste Kracher auf der benachbarten Black Stage. Und eines muss man hier klar feststellen: Machine Head kommen, spielen und walzen erst mal gepflegt alles und jeden nieder. Meine Fresse, was für ein intensiver Gig. Doch der Reihe nach. Die Bühne ist in atmosphärisches Rot getaucht, als die ersten Klänge des Intros vom Band kommen. Der Platz vor der Black Stage ist proppenvoll, als Machine Head unter tosendem Beifall die Bühne entern. Und was kann schon noch schief gehen, wenn man das Set mit "Imperium" einläutet? Eben, nichts. Von der ersten Sekunde bis zum letzten Ton geben Robb Flynn und seine Mannen ordentlich Vollgas. Das Adrenalin, das bei diesem Gig nicht nur von der Band freigesetzt wird, hängt wie ein Dunst über dem Areal. Und es gibt wohl nur eine Handvoll Bands, die so oft das Wörtchen "Fuck" unterbringen können, ohne lächerlich zu wirken. Die Setlist führt durch die gesamte Bandgeschichte. Von neueren Songs ("Aesthetics Of Hate") bis zum Debut Burn My Eyes ("None But My Own") reicht die Palette. Und selbst als Machine Head ruhigere Töne anschlagen, knistert es überall. Der Aufforderung, einen riesigen Moshpit zu gestalten, und das nach drei Tagen Festival, kommen Hunderte von Fans umgehend nach. Zwar erreicht der Pit nicht mehr die Ausmaße, die Heaven Shall Burn zustande brachten, doch Robb bedankt sich für sechs (!!!) große Pits vor der Bühne. Da bleibt ihm nichts weiter als "Wow!" zu sagen. Als Dankeschön und als Huldigung an ihre persönlichen Helden Testament wird diesen noch der Song "Halo" gewidmet, ehe "Davidian" den Set genauso intensiv beendet, wie er begonnen hatte. Machine Head lassen sich zu recht noch einmal ausgiebig feiern und hinterlassen das Gefühl, Teil von etwas ganz Besonderem geworden zu sein.
(Ray)

SaxonWenn das Wacken Open Air schon ein Jubiläum feiert, dann müssen natürlich auch Saxon mit von der Partie sein. Schließlich haben die Briten 1992, also im dritten Jahr, als erster internationaler Gast mit großem Namen dem Festival zum Sprung auf eine höhere Ebene verholfen. Seitdem spielen sie schätzungsweise jedes zweite Jahr in Wacken und auch wenn sie einmal nicht im Billing stehen, kann's gut und gerne passieren, dass sie plötzlich für ein paar Nummern auf die Bühne rumpeln. Dieses Jahr haben die Jungs um Frontmann Biff Byford darüber hinaus selbst etwas zu Feiern: 30 Jahre ist es her, dass das Debütalbum Saxon auf den Markt gebracht wurde. Im Vorfeld dieses Konzerts hatten die Fans die Möglichkeit, mittels Voting auf der Band-Seite im Netz die Setlist selbst zu bestimmen - von jedem Album wird nun jeweils mindestens eine Nummer gespielt und in den meisten Fällen ist die Wahl auch auf den jeweiligen Titeltrack gefallen. Doch los geht's erstmal mit dem Opener vom aktuellen Album, der da heißt "Batallions Of Steel". Bei Trommelfell zerreißender Lautstärke geraten die vorderen Reihen in ein Schieben und Drängeln, bis jeder seinen Platz behaupten kann. Und dann kommen auch schon die Crowdsurfer. Besonders schlimm geht es dabei - passender Weise - während "Unleash The Beast" und "Dogs Of War" zu, als ich die Jungs im 20-Sekunden-Takt über den Schädel heben muss. Zum Klassiker "Wheels Of Steel" lassen die Sachsen den Adler steigen. Nach "Live To Rock" bekommt Biff vom Veranstalter eine Trophäe überreicht, da er bei der Umfrage vom Metal Hammer den Preis für die größte lebende Legende gewonnen hat. Mit "747 - Strangers In The Night" und "Stallions Of The Highway" haben Saxon gegen Ende noch zwei alte Klassiker aus ihren Anfangstagen im Gepäck, ehe mit der großen Rocker-Hymne "Denim & Leather" ein denkwürdiges Konzert nach knapp zwei Stunden zu Ende geht.

Setlist Saxon::
Batallions Of Steel
Let Me Feel Your Power
Lionheart
Strong Arm Of The Law
Killing Ground
Metal Head
Wheels Of Steel
Unleash The Beast
Dogs Of War
Rock'n'Roll Gypsy
Rock The Nations
Motorcycle Man
Forever Free
Solid Ball Of Rock
Crusader
Power And The Glory
Princess Of The Night
Heavy Metal Thunder
Live To Rock
747 - Strangers In The Night
Stallions Of The Highway
Denim & Leather

(Dagger)

Zum Schluss heißt es für die Security im Fotograben vor der Black Stage Regenkleidung anziehen, denn gleich kommt die Splattershow der Amis Gwar. Die Sekunden werden auf dem projizierten Backdrop runter gezählt, die "time til death". Bei den letzten Sekunden stimmen die noch zahlreich Anwesenden (auch wenn die Reihen doch schon lichter geworden sind) mit ein, ehe der Talkmaster Steve Wilkos die Show mit einer Standpredigt, zuerst auf Leinwand, dann auf der Bühne, eröffnet. Langsam kommt die Band um die Ecke geschlichen und schlägt dem Kerl erstmal die Rübe ab. Das Blut spritzt gar lustig umher und man ist froh, nicht in der ersten Reihe zu stehen. Bei mir ist es das erste Mal, dass ich Gwar livehaftig zu sehen bekomme, doch schnell wird klar, dass der Splatterthrash der Amis nur schmückendes Beiwerk ist. Das Hauptaugenmerk ist auf die Show gelegt, bei der reichlich, sehr reichlich mit Kunstblut um sich gespritzt wird. Sei es nun Michael Jackson, dem man das Gesicht vom Schädel reißt, Hillary Clinton, der man die Titten abreißt und sich am Blutschwall labt, oder Barack Obama, der auch dran glauben muss. Spätestens jetzt wird es aber doch etwas eintönig, denn musikalisch haben die Jungs nicht wirklich was zu bieten. Vor allem die Vocals kommen nicht immer durch die Boxen, was wohl auch an der Maske von Oderus Urungus (Vocals) liegt, der das Mikro nicht immer trifft. Angesichts der anstehenden zehnstündigen Heimfahrt habe ich genug gesehen und vor allem gehört.
(Ray)

Am Ende steht die Vorfreude

FestivalgeländeSchnell sind sie wieder vorüber, die Tage des Wacken Open Air. Nun kann der Countdown von vorn gestartet werden. Jeder von uns lässt einen persönlichen Gegenstand auf dem Schlachtfeld zurück, quasi als Opfergabe für die Metal-Götter, die auch weiterhin ihre schützende Hand über das Festival halten sollen, damit es auch noch ein 25- und ein 30-jähriges Jubiläum zu feiern gibt. Organisatorisch kann der Event, der im Großen und Ganzen ohne Pleiten, Pech und Pannen über die Bühne gegangen ist, einmal mehr als Meisterleistung betrachtet werden, die ohne ein Höchstmaß an Professionalität nicht zu erdenken ist. Um am Ende aber doch noch einen Kritikpunkt los zu werden, sei die eher spärliche Bestückung der Campingplätze mit sanitären Einrichtungen erwähnt. Schimpf und Schande bekam man diesbezüglich von manch einem Festivalbesucher zu hören, bis zu einer Stunde Wartezeit musste für das große Geschäft einkalkuliert werden. Da darf man es nicht eilig haben. Auch im Backstage-Bereich kamen auf etwa 2.500 Journalisten und VIPs gerade einmal zwei Herrentoiletten. Leute, das ist zu wenig. Daher die Bitte: habt im nächsten Jahr etwas mehr Mitleid.

Um dem großen Stau zu entgehen starten wir am Sonntag so früh wie möglich und bleiben natürlich trotzdem vor dem Elbtunnel im Verkehr stecken. Aber halb so wild. Zwei Stunden später soll dieser Stau 18 Kilometer betragen, da sind wir noch glimpflich davon gekommen. Obwohl die Tage in Wacken ordentlich schlauchen, ist man jedes Jahr wieder ein wenig traurig, wenn man sich auf der Heimreise befindet. Aber das Festival geht in die nächste Runde. Nach gerade einmal zehn Stunden können die Veranstalter den Ausverkauf der ersten 10.000 Weihnachtstickets für 2010 vermelden. Metal will never die! Wacken will never die! Rain or Shine! Am Ende steht die Vorfreude auf das nächste Jahr.
(Dagger)

Creditz:
Lyrics by Ray, Sebbes, Jan (Gast) & Dagger
Pictures by Ray, Sebbes & Dagger

Sebbes, Ray & Dagger

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