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Festival-Bericht

Revolution Contest

mit Asphagor, Camoz, Darcanum, No Scammin', Hibernihilum, Kroizverhör, Team Faxe, Raygun Rebels & Random4

Lokschuppen, Rosenheim 17. Januar 2009

(Fotogalerien: Revolutioncontest20090117 )

Samstag Abend, die Temperaturen sind auf ein erträgliches Maß an Kälte gestiegen und der erste vom Bavarian Battle Events e.V. initiierte Revolution Contest findet statt. Schon im Vorfeld hatten sich zahlreiche Fans am Ort des Geschehens für Karten interessiert, die es jedoch nur an der Abendkasse zu erwerben gab. Und die Voranfragen sollten sich bewahrheiten, denn 270 Fans fanden sich im Laufe des Abends zu diesem Contest ein.
Neben der üblichen Funktion als Berichterstatter hatte ich an diesem Abend die Ehre, zusätzlich in der Jury schalten und walten zu können. Hier sei es mir kurz gestattet, die Kriterien der Bewertung zu erläutern. Bewertet wurden die Bands in fünf Kategorien, in denen es zwischen null Punkten (= mies) bis zu zehn Punkten (= perfekt) zu vergeben gab. Da das musikalische Spektrum breit gestreut war, wurde nicht "nur" die Musik an sich bewertet. Die Bewertungspunkte im Einzelnen:
Zusammenspiel: wie gut harmonieren die einzelnen Musiker untereinander, wie geben sie sich als Einheit?
Musik: wie ist die Musik arrangiert, wie kreativ sind die Songs?
Technik: wie sicher beherrschen die einzelnen Musiker ihre Instrumente? Halten sich die Spielfehler in Grenzen?
Liveshow: findet Interaktion mit dem Publikum statt? Wie ist der Auftritt anzusehen? Wie bewegen sich die Musiker zum Sound?
Publikum: wie reagiert das Publikum auf die Musik? Lässt sich das Publikum animieren?
Mit diesen Kriterien sollte eine größtmögliche objektive Bewertung darstellbar sein. Zu gewinnen gab es auch was, nämlich: Studioaufnahmen für drei Songs, ein 200 Euro-Gutschein und eine Jahresbandmitgliedschaft beim Bavarian Battle Events e.V.

Random4Doch bevor es in den Contest ging, waren Random 4 aus dem Landkreis Rosenheim am Start. Die vier Jungspunde legten gleich ordentlich los. Zu dieser doch noch frühen Stunde hatten sich schon einige Fans im Lokschuppen eingefunden, die sich jedoch im Halbkreis eher im hinteren Bereich der Location aufbauten. Mit "Wake Me Up" wurde ein treffender Einstieg gefunden. Der locker-flockige Punkrock der Jungs lief ordentlich rein und machte Laune, was auch mit gutem Beifall honoriert wurde. Vor allem der zweite Gitarrist Pelle Ericson machte einen sehr guten Eindruck, war er doch viel in Bewegung, man merkte ihm den Spaß auf der Bühne einfach an. Auch Sänger (und Gitarrist) Tony Morring lieferte eine ordentliche Show ab und überzeugte mit einem guten und kraftvollen Organ, so dass sogar die noch recht früh angesetzten Mitsingspielchen mitgemacht wurden. Lediglich Bassist Mark Vankid hätte etwas agiler sein können. Im Laufe des Sets wurde dann auch die Reihenfolge der Bands für den Contest via Los gezogen, so dass sich die Bands entsprechend vorbereiten konnten. Mit dem an Blink 182 erinnernden Sound war ein guter Einstieg in den Abend gefunden, der mit Zugabe-Rufen belohnt wurde.

Raygun RebelsDen Auftakt dieses Contests absolvierten Raygun Rebels mit ihrem Kick-Ass-Rock'n'Roll. Und das war ein Einstand nach Maß. Der Lokschuppen war zu diesem Zeitpunkt schon ordentlich gefüllt und auch das Areal vor der Bühne war bevölkert. Die Jungs aus Rosenheim hatten eine herrliche Leck-Mich-Attitüde und rockten drauf los, was das Zeug hielt. Dabei zogen sie alle Register, da flog auch schon mal eine Gitarre und es wurde gepost wie bei den ganz Großen. Im Set ging es Schlag auf Schlag, denn jede Band hatte nur 20 Minuten, um die Fans und die Jury auf ihre Seite zu ziehen. Langeweile kam bei den Raygun Rebels bestimmt keine auf, die Mucke war zwar etwas einfach, dafür umso effektiver gestrickt und die Jungs machten einfach Laune. Der erste Stage-"Diver" machte sich auch ans Werk und startete einen kleinen und kurzen zwei-Mann-Pit. Ein Gig, der definitiv Lust auf mehr machte!

Team FaxeAls zweite Band waren Team Faxe aus Brannenburg an der Reihe. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits über 120 Menschen den Weg zum und in den Lokschuppen gefunden. Der Indie-Rock des Trios animierte im Laufe des Sets zwei Handvoll Fans zu einem schönen Pit, der erst nach dem letzten Ton aufgegeben wurde. Jedoch machten die Jungs auf mich einen etwas verlorenen Eindruck auf der eh recht kleinen Bühne und auch die Ansagen wirkten zu schüchtern. Da half auch das musikalische Beschreiben eines Katers nichts mehr ("Nachwirkungen"). Mit etwas mehr Selbstsicherheit auf der Bühne wären hier mehr Punkte möglich gewesen.

KroizverhörDie Punks von Kroizverhör wurden bereits beim Aufbau mit lautem Grölen begrüßt. Und dann wurde es richtig Oi! Vom ersten Ton an war ein gehöriger Pit im Gange, der sich über die komplette Breite der Bühne hinzog. Das heißt, wenn die Band nicht gerade eine ihrer langen Pausen zwischen den Songs machte. Der Straßenpunk von Kroizverhör sorgte zwar für mächtig Bewegung, ansonsten war jedoch 08/15-Geschrammel angesagt, zu dem sich die Band selbst kaum bewegte. Vor allem der Gitarrist hatte den Bewegungsradius eines Bierdeckels und schien irgendwie festgenagelt zu sein. Zwar gingen der Sänger und der Bassist für kurze Zeit selbst von der Bühne in den Pit hinunter, das war's dann aber auch schon mit Bewegung. Und gegen Ende des Sets, der von Timingschwankungen und zuletzt von Problemen mit der Bassdrum durchzogen war, wurde es noch einmal so richtig turbulent. Dann nämlich enternten ein paar Punks die Bühne, die sich von der Security nur widerwillig wieder runter verfrachten ließen. Einer leistete erheblichen Widerstand und setze sich mit Händen und Füßen zur Wehr, was wiederum andere Punks auf den Plan rief, so dass plötzlich ein ziemliches Gerangel auf der Bühne war. Mittendrin befand sich auch der Bassist, wobei jedoch nicht auszumachen war, ob er schlichten oder einfach nur mitmachen wollte. Sorry, aber was da am Ende des Sets abging, war absolut unterste Schublade.

HibernihilumAus München angereist waren Hibernihilum, die sich zum Teil aus ehemaligen Throne Of Death-Mitgliedern rekrutierten. Der Black Metal konnte überzeugen und sorgte für stattliche Bewegung, es wurde gepogt und gebangt, was die Nackenwirbel hergaben. Das Publikum ließ sich vom Gerangel der Vorband jedenfalls nicht die Stimmung verderben. Über die gesamte Bühnenbreite sah man bei den Fans nur emporgereckte Pommesgabeln, gefolgt von Hey-Hey-Rufen zwischen den Songs. Die Songs waren recht abwechslungsreich, von langsameren Passagen bis hin zu flottem Uptempo war alles vertreten, was das schwarze Herz begehrt. Etwas mehr Routine kann zwar nicht schaden, aber was wir da zu hören bekamen, war mehr als solide. Die Fans dankten es mit viel Beifall.

No Scammin'So, und jetzt wurde es schwer. No Scammin' aus Rosenheim waren musikalisch gesehen die Exoten in diesem Billing mit ihrem Ska/Reggae-Mix. Doch der Sound funktionierte bei den Anwesenden, war doch der Ska-Anteil höher als der Reggae. Die ruhigen, teils chilligen und doch auch rockigen Songs beinhalteten durchaus das ein oder andere härtere Riff und es kam irgendwie Urlaubsstimmung auf. Der Platz vor der Bühne wurde zwar ein klein wenig lichter, doch dafür blieb den Anwesenden mehr Platz zum Tanzen. Auch eine Polonaise zog sich durch die Reihen. Die auf Spanisch vorgetragenen Songs hatten ihren ganz eigenen Charme und einen kleinen Spanisch-Kurs gab es obendrein, denn laut Sänger Ciro hört sich Revolution, Menstruation oder Masturbation eh alles gleich an. So wurde es ein kurzweiliger Auftritt, der für entspannte Stimmung sorgte und mit ordentlichem Beifall honoriert wurde.

DarcanumDarcanum aus Rosenheim setzten auf Dark Metal mit dem leider inzwischen inflationär benutzten Gut-gegen-Böse-Gesang, also eine hoch singende Frau, gepaart mit den tiefen Growls des Keyboarders. Für meinen Geschmack waren speziell die weiblichen Vocals etwas zu hoch angesetzt, was den Hörgenuss doch deutlich schmälerte. Der Platz vor der Bühne war inzwischen nicht mehr ganz so dicht gefüllt, doch verrichteten eine ganze Reihe von Bangern ihr Tageswerk. Bewegung war auf der Bühne leider Fehlanzeige, außer dem Gitarristen bewegte sich keiner vom Fleck. Vielmehr wurde sich auf Headbanging beschränkt, nur damit allein konnte man die Anwesenden nicht von sich überzeugen. Und so fiel der abschließende Beifall im Vergleich zu den Vorgängerbands doch schmäler aus.

CamozAls zweite Münchner Band hatten Camoz die Reise nach Rosenheim angetreten. Obwohl es erst zwanzig nach zehn war, war der Lokschuppen etwas lichter befüllt. Der Death/Thrash Metal des Quintetts konnte durchaus überzeugen und einige Banger animieren, die nun vor der Bühne reichlich Platz hatten. Der Sound war abwechslungsreich gestaltet, von langsamen, fast schon verträumten Passagen bis hin zu Blastparts war alles vertreten, was Death/Thrash Metal so braucht. Nur das Gepose des Fronters passte hier nicht so ganz zum musikalischen Gesamtbild, aber das schmälerte den Hörgenuss nicht wirklich. Schade, dass der Applaus am Ende des Sets nicht stärker ausfiel.

AsphagorZum Abschluss wurde es dann nochmal schwarzmetallisch. Asphagor aus Tirol lockten noch einmal reichlich Fans vor die Bühne, um diesen die Gehörgänge zum Schluss noch mal kräftig durchzublasen. Und der High-Speed-Black Metal war hierzu bestens geeignet. So wurde im Auditorium zum letzten Mal kräftig das Haupthaar geschüttelt. Sänger Das Nichts kreischte sich die Stimmbänder wund, zeigte ansonsten jedoch wenig Aktion auf der Bühne, von gelegentlichem Bangen mal abgesehen. Auch beim Rest war eher Statik angesagt, außer bei Schlagzeuger Sargoth, der eine sehr beeindruckende Leistung hinlegte und mal so eben nebenbei auch noch den Haarpropeller anschmiss. Ein gelungener Finale dieses Contests.

Nach einer kurzen Pause wurden dann noch die ersten drei Plätze bekannt gegeben und die Preise vergeben. Die zuletzt gehörten Asphagor belegten den dritten Platz, No Scammin' waren die überraschten Zweitplatzierten und die erste Band des Contests, die Raygun Rebels, bekamen einen klassischen Start-Ziel-Sieg. Dann war der Contest auch schon wieder zu Ende, und ich muss sagen: er war ein voller Erfolg. Es waren zahlreich Fans anwesend, die Stimmung war stets bestens (vom Gerangel bei Kroizverhör mal abgesehen) und jeder hatte seinen Spaß. Vor allem, dass die weniger harten Bands ebenso positiv aufgenommen wurden wie der Rest des Billings spricht wohl für sich. Ich jedenfalls freue mich schon auf die zweite Auflage dieses Wettbewerbs.

Ray

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