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Konzert-Bericht

Iced Earth, Annihilator & Turisas

Backstage, München 09.10.2007

Seit einigen Monaten finden ja immer mehr Konzerte im Backstage Werk statt, welches sich gegenüber vom "normalen Backstage" befindet, und ich muss sagen, eine sehr geile Location. Man kommt sich vor wie in einer Disco, denn es gibt ausreichend Platz zum Chillen, wenn man mal keinen Bock auf die Musi hat. Und wenn man diese Genießen mag, kann man sich entweder in den Swimmingpool begeben oder vom Rand die Bands genießen. Der Zuschauerraum vor der Bühne ist nämlich tiefergelegt und rund um diese geht es in Stufen nach oben, so dass man von fast überall eine sehr gute Sicht hat. Coole Sache und meiner Meinung nach einzigartig in München.

Als wir kurz vor 20 Uhr im Backstage einlaufen ist es schon gut gefüllt, aber lange noch nicht voll - macht ja nichts, soll ja erst um 20.30 Uhr anfangen. Aber Pustekuchen, wie so oft im Backstage muss die erste Band schon eine halbe Stunde früher anfangen und diese darf dann dank Feierabendverkehr vor nicht ganz voller Halle anfangen. Schade, denn Turisas aus Finnland geben wirklich alles. Die sechs blutjungen Krieger betreten in voller Montur mit Rüstungen, Fellen (Manowar wär'n stolz!) und geschminkt die Bühne in schmettern Ihren Battle Metal - eine Kombination aus Finntroll, Ensiferum und Manowar in die willige Meute. Nicht nur Gitarren, Bass und Schlagzeug kommen hier zum Einsatz, auch Geige und Quetschen werden malträtiert. Der Sound ist für eine Vorband sehr gut (wenn auch zu laut) und die Show fast schon routiniert. Respekt, wenn man bedenkt, dass die Gruppe alle so zwischen Anfang und Mitte zwanzig sind. Und so wundert es auch kaum, dass die Jungs nach einer halben Stunde und fünf Songs später mit einem kräftigen Applaus zum Duschen geschickt werden. Die Band kann man sich merken!
(Thorsten)

Um Punkt 21:00 Uhr besteigen dann Annihilator mit einem gut gelaunten Jeff Waters die Bühne, um mit "King of the Kill" dem Publikum zu zeigen, wie ein perfekter Live-Gig auszusehen hat. Herr Waters schüttelt Riffs und die wirrsten Solos aus dem Ärmel, ohne auch nur einmal mit der Wimper zu zucken, und hat die anwesenden Fans - die Halle ist inzwischen gut gefüllt - ab der ersten Minute fest in der Hand. Neben dem King of the Riff macht auch Dave Padden am Mikro sowie an der Rhythmusgitarre eine extrem gute Figur. Dies wirkt sich besonders bei den melodischeren Songs wie zum Beispiel "Set The World On Fire" positiv aus. Ziemlich cool kommen auch die beiden Annihilator-Gitarren, die Jeff Waters und Dave Paddon spielen, rüber. Die gehören natürlich zu einem Annihilator-Gig wie die Weißwurst zu München. Jeff bearbeitet die rote Axt mit schwarzem Schriftzug, während Dave das inverse schwarze Modell mit dem roten Annihilator-Schriftzug malträtiert. Auch an der Songauswahl gibt es nichts auszusetzen. Von der neuen Scheibe Metal werden "Clown's Parade" und "Operation Annihilation" zum Besten gegeben. Aber auch Freunde des alten Materials - und das waren nicht wenige - können mit Knallern wie "Never Neverland", "Welcome To Your Death" und natürlich dem Klassiker "Alice In Hell" zufrieden gestellt werden. Eigentlich könnte man jetzt nach Hause gehen und der musikalische Abend hätte sich schon gelohnt. Super Show, danke, Jeff! Da bleibt nur noch die Frage offen, wann Annihilator München endlich als Headliner besuchen.

Nach dem super Auftakt sind wir natürlich gespannt, wie es Jon Schaffer und seinen aktuellen Mitstreitern gelingen wird, die aktuelle Scheibe Framing Armageddon Something Wicked Comes Part I live umzusetzen. Um 22:00 Uhr ertönen auch schon die ersten Töne vom neuen Album, zu denen Jon Schaffer und Tim "The Ripper" Owens auf die Bühne gestürmt kommen. Als erstes fällt auf, dass Herr Schaffer inzwischen so einiges an grauen Haaren vorzuweisen hat. Ja, selbst an Iced Earth - mögen sie auch noch so frieren - geht die Zeit nicht einfach so vorbei. Nachdem wir direkt nach dem Auftakt, "Overture" und "Something Wicked Part I", in das nächste Zwischenstück geschubst werden, bekommen wir schon ein bisschen Angst, dass Iced Earth uns hier die neue Platte komplett vortragen will. Gott sei Dank dürfen wir bei Lied Nummer drei, "Burning Times", aber wieder Luft holen. Und das sollte nicht der einzige Klassiker aus alten Tagen bleiben. Songs wie "Violate", "Night Of The Stormrider" und "The Hunter" werden von den Anwesenden frenetisch abgefeiert. Dezent schafft es Iced Earth so auch, dem Hörer einiges aus der Owens-Era unterzujubeln, inklusive Teil zwei und drei des Gettysburg-Epos. Auch die aktuelle Single "10.000 Strong", eines der Highlights der aktuellen Wicked-Scheibe, wird freudig angenommen. Klar, dass Iced Earth nochmal zur Zugabe gebeten werden. Die wird dann mit "Melancholy" - herrlich - , "My Own Saviour" und dem Hammer "Iced Earth" vom Erstlingswerk der Amerikaner auch gebührend abgeliefert.

Insgesamt ein klasse Konzert, aber ein durchwachsenes Gefühl bleibt trotzdem in der Magengegend hängen. Warum? Iced Earth sind einfach keine Band mehr, die Musik macht, weil es ihnen Spaß macht. Live wird das ganz besonders deutlich. Jon Schaffer zieht sein Ding durch, Tim Owens auch, und die restlichen drei machen - ja, was machen die eigentlich - sie machen halt ihren Job (mehr oder weniger verunsichert! Anm. Thorsten). Professionelle Musiker sind sie allesamt, keine Frage, da gibt's nix zu meckern. Aber gelacht wird auf der Bühne nur im äußersten Notfall. Jegliches gemeinsame Stageacting verkommt zur Farce und sieht so verdammt gestellt aus - grrrrr - grausam. Iced Earth sind als Live-Band leider nur noch ein Schatten ihrer selbst.
Aber was soll's, die vielen alten Songs, die der Ripper größtenteils prima rüberbringt, hinterlassen auch bei skeptischen Fans ein freudiges Grinsen im Gesicht. Selbst bei denen, die sich mit Tim Owens bei Iced Earth immer noch nicht anfreunden können.
(Sebbes)

Turisas:
Intro (Victoriae & Triumphi Dominus)
As Torches Rise
Holmgard and beyond
A portage to the unknown
Rasputin
Battle Metal

Annihilator:
King Of The Kill
Operation Annihilation
Clowns Parade
Set The World On Fire
Stone Wall
Never Neverland
Welcome To Your Death
Alice In Hell

Iced Earth:
Something Wicked Part I
Setian Massacre
Burning Times
Declaration Day
Violate
Venegance Is Mine
A Charge To Keep
Night Of The Stormrider
Dracula
Waterloo
The Hunter
10000 Strong
Hold At All Cost
High Water Mark
--------------------
Melancholy
My Own Saviour
Iced Earth

Thorsten & Sebbes

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