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Konzert-Bericht

Nuclear Assault, Heathen & Annulation

Backstage, München 06.07.2005

(Fotogalerie)

Wer braucht schon ein Konzert für Umme, wenn zeitgleich Nuclear Assault in der Stadt sind, die zudem noch Heathen im Gepäck haben? Wenn es nach mir geht, kein Mensch, aber (zu) viele sahen das wohl anders.
Jedenfalls fanden sich nur ca. 50 Leute im Backstage ein und dementsprechend leer war es auch, obwohl das Konzert im kleinen Club und nicht in der großen Halle stattfand. Schade eigentlich, denn die folgenden Stunden hatten es wahrlich in sich.
Den Anfang machten die Eidgenossen Annulation, die jetzt nicht unbedingt die Spielfreude in Persona waren. Gut, auf der kleinen Backstagebühne ist auch nicht sooo viel Platz, um wie von der Tarantel gestochen herum zu toben, aber ein bischen mehr hätte es vielleicht schon sein können. Trotzdem standen einige vor der Bühne und gingen mit der Musik mit, die irgendwo zwischen Soulfly, Ektomorf und einigen Metalcorekapellen wie Heaven Shall Burn ihre Nische gefunden hat. Nicht so ganz mein Ding, aber sicherlich nicht schlecht.

Irgendwie ist an mir total vorbeigegangen, wer denn überhaupt die Vorbands zu Nuclear Assault sein sollten. Auch auf der Backstage Homepage war nur von Special Guest die Rede, die wieder mal nicht aufgetaucht sind. Umso größer war dann die Freude, als die 80er Jahre Melodic Speed Metaller Heathen auf die Bühne kletterten. An denen ist die Zeit auch nicht ganz spurlos vorbeigegangen, was sich vor allem bei David Godfreys Haarpracht bemerkbar machte, denn der trägt jetzt eine glattrasierte Kugel auf dem Hals!
Die Musik der Jungs ist zwar auch nicht mehr die jüngste, hat aber in all den Jahren nichts von ihrer Energie und Durchschlagskraft verloren. Das sah auch das Publikum so und moshte, was die Hälse hergaben und trotz der wenigen Leute ließen es sich einige nicht nehmen waghalsige Crowdsurf-Versuche zu starten, die aber immer ziemlich abrupt ihr Ende fanden. Das machte auch den Jungs von Heathen Spaß, die sehr engagiert waren und auch den Kontakt zum Publikum nicht scheuten. Das Ganze gipfelte schließlich im Klassiker "Death By Hanging", der immer wieder vom Publikum gefordert wurde. Sehr, sehr schade, dass schon nach 30 Minuten wieder Feierabend war, aber wer wollte, konnte sich anschließend mit Heathen am Merch-Stand treffen und in aller Ruhe ein paar Worte wechseln oder Autogramme abstauben. Das ist Fannähe!

Die Hauptattraktion dieses Abends waren aber die vor ein paar Jahren reformierten Thrasher Nuclear Assault. Klar, dass hier von Minute eins an kein Hals still stand und vor der Bühne ein kleiner, aber feiner Pit entstand, in dem sich die wenigen Anwesenden austoben konnten. Aber egal ob man nun vor der Bühne rumtobte oder lieber ein wenig abseits gemütlich sein Haar verknotete, die Stimmung würde ich als sehr gut bezeichnen. Respekt an dieser Stelle auch an Sänger / Gitarrist John Conelly, der trotz angebrochener Rippe alles gab und sich seine, wie er sagte vorhandenen, Schmerzen so gut es ging nicht anmerken ließ. Chris Cornell wäre mit sowas sicherlich vier Wochen lang nicht aus dem Bett gekommen, geschweige denn auf die Bühne gestiegen.
Basshüne Danny Lilker wandte sich auch immer wieder ans Publikum und hatte seine Hausaufgaben gemacht, als er irgendwann auf den neuen Papst aus Bayern zu sprechen kam und die Band anschließend das mörderische "Hang The Pope" durch die Boxen bließ. So zockten Nuclear Assault einen Hit nach dem anderen und ehe man sich versah, war die Spielzeit nach einer Stunde auch schon zu Ende. Schade, dass die Band nach den letzten Tönen die Bühne ruck-zuck und unspektakulär verließ und auch die Zugabewünsche seitens des Publikums ignorierte. Aber gut, eine Stunde lang mit angebrochener Rippe zu spielen macht sicherlich auch nicht sooo viel Spaß. Ein seeehr geiler Abend, der sicherlich noch einen Tick besser gewesen wäre, wenn sich mehr Leute ins Backstage begeben hätten anstatt sich von einem billigen Werbetrick verleiten zu lassen.

Setlist Nuclear Assault:
Rise From The Ashes
Brainwashed
F#
New Song
Critical Mass
Game Over
Butt F**k
Justice
Sin
Betrayal
Glass Walls
Price Of Freedom
Long Haired Asshole
My America
Hang The Pope
Lesbians
F:(Wake Up)
Trail Of Tears

Lord Obirah

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