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Festival-Bericht

Earthshaker Fest

mit Fear Factory, Primal Fear, Helloween, In Flames, 16 Hell Ventiler, The Traceelords, Disbelief, Mnemic, Psychopunch, Dream Evil, Leaves' Eyes, Justice, Dew-Scented, Mantas, Rose Tattoo, Sodom, Destruction & U.D.O.

Autohof Geiselwind, Geiselwind 23.& 24.07.2004

(Fotogalerien: Earthshaker2004 )

Freitag, 23.07.2004

Den lustigen Reigen durften am Freitag Nachmittag dann die Punk'n'Roller 16 Hell Ventiler eröffnen. Erfahrungsgemäß hat der Opener eines Festivals immer einen schweren Stand und auch hier wurde keine Ausnahme gemacht. Der überwiegende Teil der noch spärlichen Besucher zog es erstmal vor das Gelände zu erkunden und interessierte sich keinen Deut für die mal straighte, mal recht zerfahrene Mucke. An sich recht nette Pausenmusik, für ein Metal Open Air aber leider gänzlich ungeeignet, da über weite Strecken einfach zu belanglos.
(JR)

Als nächstes betraten The Traceelords die Bretter, die die Welt bedeuten. Mit Refuse To Kiss Ass haben die Mannen um Ex-Sodom Gitarrist Andy Brings ja ein ziemlich geiles Stück Rock'n'Roll auf die Menschheit losgelassen und waren mit dem Vorsatz nach Geiselwind gekommen, mal so richtig die Sau raus zu lassen. Andys Gesangskünste konnte man dann bereits beim Soundcheck bewundern, wo er zum Mikrotest mal schnell ein "Take Me Tonight" vom Stapel ließ und so das ein oder andere amüsierte Grinsen erntete. Nach diesem Ausflug in die deutsche Popwelt präsentierten die Pottler ein buntes Potpourri aus alten und (mehrheitlich) neuen Songs. Andy spornte dabei das Publikum mit Hilfe seines losen Mundwerkes immer wieder zum Mitmachen an und unternahm - während der Basser für die Vocals zuständig war - einen kurzen Spaziergang zum Mischturm, salutierte und marschierte ein Solo spielend wieder zurück auf die Bühne. Die gute Laune der Band war ansteckend und so wurde der Auftritt von Traceelords zu einer kleinen und feinen Party. Der Grundstein zu einem geilen Wochenende war gelegt.
(JR)

Bei knappen 30 Grad im Schatten ging es dann mit Disbelief erstmals an Eingemachte. Der Ersatz für Atrocity machte von Anfang an klar, dass es am heutigen Tag keine Gefangenen geben würde. Mit "Misery", "To The Sky" oder "Spreading The Rage" wurden Granaten vom Stapel gelassen, bei denen die Nackenmuskulatur erstmals richtig geölt wurde und der Titel Earthshaker verdient war - eigentlich fast schon pervers bei dem Wetter. Auch das Publikum nahm die Erhöhung der Schlagzahl dankend an und feierte die deutschen Deather richtig ab.
(JR)

Das Einzige, was zu diesem Zeitpunkt wirklich extrem nervte, war die zunehmende Anzahl an Wespen. Man konnte keinen Schritt tun, geschweige denn von seinem Bier trinken ohne einen dieser penetranten BVB Fans vor der Nase zu haben. Ein wahrer Traum für jeden Allergiker... Ein Shotgun Blast läutete die nächste Runde ein: die dänischen Hybridmetaller Mnemic setzten alles daran die Jungs von Disbelief alt aussehen zu lassen. Es wurde Gas gegeben und losgeknüppelt, als ob der Belzebub persönlich hinter ihnen her ist - eine Wahnsinnsleistung wenn man bedenkt, dass der Drummer eigentlich eine Armverletzung auskurieren soll. Mnemic präsentierten sich in Höchstform, konnten auf einen sehr guten Sound bauen und spielten neben Material des Debüts Mechanical Spin Phenomena auch einige neue Songs, die mächtig Appetit auf das im September erscheinende Album machten. Eine energiegeladene Show mit dem bis dato besten bzw. intensivsten Publikumskontakt setzte diesem Auftritt dann noch das i-Tüpfelchen auf.
(JR)

Eine großflächige Bühnendeko mit Motiven des Devil's Ground Langeisen kündigte den Auftritt von Primal Fear an. Zu einem bedrohlich imposanten Intro betraten die Jungs um Muskelpack Ralf Scheepers die Bühne bewiesen einmal mehr, dass Teutonenstahl noch immer schneidet. Ohne Wenn und Aber wurde die Ankündigung des charismatischen Fronters ("Wir haben 60 Minuten, fünf Alben und eine Menge Spaß...") umgesetzt und das Publikum feierte und bangte zu "Angel In Black", "Final Embrace" oder "Running In The Dust". Als besonderes Schmankerl fanden sich mit "The Healer" der Bombastsong überhaupt und mit "Metal Is Forever" die Hymne schlechthin auf der Setlist. Man könnte fast meinen, die Jungs komponieren ihre Lieder extra für die Open Air Saison. Die angekündigte Stunde ging viel zu schnell vorbei und so blieb die Erkenntnis, dass es sich zu Primal Fear furchtbar gut abrocken lässt. Geniale Show Jungs...
(JR)

Was sich den ganzen Tag über angekündigt hatte, schien nun ernst zu machen. In der anschließenden Umbaupause begannen sich am Horizont bedrohliche Wolkenberge aufzutürmen und so hoffte wohl nur noch der größte Optimist diesen Tag trocken zu überstehen. Trotz dieser ungemütlichen Aussichten (wir sind ja schließlich nicht aus Zucker) machten es sich ca. 3000 Leute vor der Bühne gemütlich und fieberten den Auftritt von Fear Factory entgegen, die ihren Platz mit Rose Tattoo tauschen mussten. Freundlicherweise wurde dies aber weit im Vorraus angekündigt. Und dann war es soweit: Zu den ersten Tönen von "Slave Labor" stürmten die Amis die Bühne und mit ihnen kam das Gewitter. Aber scheißegal... kaum einer ließ sich von dem Wolkenbruch abschrecken (wie schon gesagt - wir sind nicht aus Zucker), die Stimmung war am Kochen und die Jungs boten eine phänomenale Show, die mit genialen Lichteffekten untermalt wurde (manche Leute behaupten es wären Blitze gewesen). Zumindest bis zum dritten Lied... denn dann ging irgendwo in nächster Nähe ein Blitz nieder und dieser einzigartige Auftritt musste aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Scheißdreck! Aber es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn der Gig nicht bei nächsten Earthshaker nachgeholt wird.
(JR)

Riecht ihr die Rekordluft? Nach phänomenalen fünfeinhalb Stunden Fahrtzeit für 230 km und sechs Staus sind wir doch tatsächlich in Geiselwind angekommen. Den einen oder anderen Entspannungsdrink später machte ich mich auch flugs zusammen mit einem großen Pulk auf den Weg vor die Bühne. Merke: der große Pulk hat Recht. Immer. Vor dem Schauplatz angekommen, wurde noch letzte Hand für den Fear Factory-Auftritt angelegt. An sich ist die Band nicht meine erste Wahl, aber wenn man schon da ist, schaut man es sich halt auch an. Die gewaltigen Regenschauer während der Fahrt liessen aber schon erahnen, was wenige Minuten darauf zur nassen Realität wurde: pünktlich mit den ersten Takten von Fear Factory kamen Wassermassen biblischen Ausmasses vom Himmel hernieder. Ein Wahnsinn, wie nass man in dreissig Sekunden werden kann. Der Stimmung im Publikum tat das zwar keinen Abbruch, im Gegenteil, nass moshen ist eine Mordsgaudi (wenn einem die Leute, die einen umkegeln, auch wieder aufhelfen würden. Fuck You!). Wenn aber die Band samt Equipment nass wird, ist das in den meisten Fällen weniger gut. So war dann auch recht schnell Schicht im Schacht, was die über die Probleme uninformierte Menge (mich eingeschlossen) mit einem herzhaften "Fuck Factory" lautstark kommentierte. Zehn Minuten mit erhobenem Mittelfinger und der Hoffnung auf weitere Musik später machte ich mich dann schliesslich nass bis auf die Knochen auf den Weg zurück zum Auto. Merke: Auch wenn du im Auto schläfst, solltest du Kleidung zum wechseln mitbringen. Noch eine Nacht mit nassem Arsch auf einer Mülltüte und mein Ego ist vollständig gebrochen.
(Erinc)

An dieser Stelle gebührt den Organisatoren des Festivals ein dickes Lob, denn die schnelle und unkomplizierte Öffnung der VIP-Halle für alle Besucher hätte wohl nicht überall so reibungslos geklappt. So hatten alle ein Dach über den Kopf und konnten das Ende des Sturmes abwarten - einzig die Gedanken an die 500 Meter entfernt stehenden Zelte beförderten die eine oder andere Sorgenfalte auf die Gesichter.
Nach dem Abklingen des Unwetters, machten wir uns auf den Rückweg zu den Zelten. Die Sumpflandschaft am Eingang des Campinggeländes ließ nichts Gutes erhoffen und so entschlossen wir uns nach einen kurzen Blick in die völlig durchnässten Dackelgaragen im Auto zu nächtigen. Wie gemütlich doch so ein 3-er Golf sein kann...

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