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Interview

English VersionInterview mit Ashent (30.11.2009)

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Ein gutes halbes Jahr ist es jetzt her, dass Deconstructive erschienen ist. Nun hatte ich Zeit und Gelegenheit und habe ein wenig mit Gian und Davide von Ashent geplaudert. Über Derrida, über Radio und Fernsehen in Italien, über Wildschweingerichte und nebenbei auch ein wenig über die Scheibe und die Musik.

HH: Hallo. Wie gehts?

Gian: Hi Michael, hier läuft alles hervorragend! Nach den sechs Monaten, seit der Veröffentlichung von Deconstructive, sind wir absolut zufrieden mit dem Album, unserem neuen Label und über das Feedback. Und all diese Dinge geben uns eine Menge Energie, um jeden Tag neue ausgezeichnete Musik zu schreiben.

HH: Kannst du uns ein wenig über Ashent erzählen, über die Dekonstruktion eurer Musik, über das, was ihr uns präsentieren wollt.

Gian: Wir gründeten die Band 2001. Seitdem haben wir eine EP und zwei Alben produziert: Flaws Of Elation wurde bei dem italienischen Label Lucretia Records 2006 veröffentlicht und Deconstructive vor sechs Monaten bei den Finnen von Lion Music. Seit Anfang an hatten wir eine klare Vorstellung von der Band und der Musik, die wir machen wollten: keine Genres und keine Regeln. Wir wollen unseren Ideen Gestalt geben und glaube mir, wir haben eine Menge Ideen, da wir zuallerst Musikhörer sind. Daher kann man Growls finden wie auch high-pitch Gesang, blast-beat und orchestrale Elemente. Ich bin sehr kritisch im Urteil über unsere Musik, aber zugleich bin ich auch sehr stolz auf die Songs, die wir erstellen.
HH: Wie wichtig sind die Texte für eure Musik? Was bedeutet der Titel Deconstructive? Gibt es eine Verbidung zu den Post-Strukuralisten um Foucault und Derrida?

Davide: Die Texte sind sehr wichtig für uns und eng mit der Musik verwoben. Unsere Texte kann man verschieden interpretieren und manchmal mögen sie etwas hermetisch auf Grund der Stilmittel wirken, die wir gewöhnlich nutzen, um unsere Ideen vielseitig auszudrücken. Wir sagen normalerweise nicht direkt, was wir sagen wollen, aber es ist uns schon wichtig, dass der Zuhörer verstehen kann, was wir ausdrücken wollen. Wir haben Deconstructive als Titel gewählt, da der Begriff den Prozess zusammenfasst, den wir nach Flaws Of Elation gestartet haben und der noch immer läuft: Wir entwickeln uns stetig weiter, indem wir das, was wir gestern taten, dekonstruieren und daraus den nächsten Schritt in unserer musikalischen Entwicklung formen. Das Konzept der Dekonstruktion wurde direkt von der Architektur und der Philosophie Derridas übernommen und unterstützt die Fähigkeit der Vorstellung eines Raumes in keiner kartesischen Denkweise, da diese starr und festgeschrieben ist. Wir denken, dass unsere Vorstellung von Musik sehr ähnlich der Vorstellung ist, wie die Dekonstruktion Raum definiert: Kein Schema, keine Grenzen!

HH: Was für Reaktionen habt ihr bisher in Bezug auf eure letzte Veröffentlichung erhalten?

Gian: Deconstructive erzeugte eine Menge an fantastischen Reviews und sehr viel Interesse an der Band selbst. Ich begann, dies zu begreifen, als wir nach der Veröffentlichung jede Menge Anfragen für Auftritte in Radio-Shows oder für Live-Auftritte erhielten und auch wegen Interviews bei uns angefragt wurde. Nach der ersten Veröffentlichung, Flaws Of Elation, war die Promotion bedeutend schwerer. Jetzt ist alles viel einfacher.

HH: Seid ihr zufrieden mit Deconstructive?

Gian: Deconstructive ist ein wichtiger Schritt in unserer Musikkarriere. Es ist ein Symbol für unsere konstante künstlerische Weiterentwicklung und mit der Hilfe unseres Labels haben wir deutlich mehr Aufmerksamkeit durch dieses Album erhalten. Wir haben eine Menge Besucher auf unserer Webseite und auf unserer offiziellen Myspace-Seite. Wir verkaufen mehr Merchandise und das ist großartig, da es zeigt, dass die Leute uns lieben. Das Wichtigste ist jetzt, möglichst viel live zu spielen.

HH: Haben die Reviews euer Erwartungen getroffen oder euch eher überrascht?

Davide: Wir wussten, dass Deconstructive höher zu bewerten ist wie der Vorgänger - die Musik, die Umsetzung, die Produktion, alles ist sicherlich besser -, und wir wissen, dass Lion Music ein großartiges Label mit einer hervorragenden Promotion und einem großen Vermarktungsnetz ist, aber wir konnten uns nie vorstellen, dass der Schritt mit dem zweiten Album so groß sein würde. Wir hatten eine Menge guter und sehr guter Reviews aus allen Teilen der Welt, wir hatten eine Menge Interviews, Kontakte und Anfragen und so ist unser Name seit dem Release 2009 in der internationalen Metalwelt erheblich gewachsen.

HH: Euer Album ist nicht für den Biertrinker, der gerne grunzt und einfach nur klassisch Metal hören will. Was für Zuhörer wollt ihr mit euer Musik erreichen?

Davide: Wir wissen, dass unsere Musik nicht zum einfach Nebenherhören geeignet ist. Unsere Songs sind linearer und kürzer als die üblichen Prog-Songs, aber wir benutzen eine Mischung vieler unterschiedlicher Stile und Einflüsse und dieser Sound mag diejenigen überfordern, die eher klassischen Metal gewöhnt sind. Wir haben einen anderen Ansatz für unsere Musik, wie ich dir vorhin schon erzählt habe: Kein Schema, keine Grenzen! Wir spielen einfach das, was wir spielen wollen! Wir wollen den Fankreis nicht einengen; wir wollen soviele Leute erreichen wie möglich. Innerhalb und außerhalb der Metalwelt.

HH: Was ist allgemein die Ambition hinter eurer Arbeit?

Gian: Das einzig Wichtige ist Musik machen. Wir wollen großartige Songs komponieren und hervorragende Musik schreiben. So nebenbei, wie ich schon sagte, live zu spielen ist sehr wichtig. Ich bin für die Bühne bestimmt, denn das Publikum zu spüren ist fantastisch. Ich bin süchtig danach.

HH: Was sind die Unterschiede zwischen der italienischen Metalszene und der Szene in anderen europäischen Ländern, gerade in Deutschland?

Gian: Der Hauptunterschied ist die Größe der Szene. In Italien gibt es eine Menge großer Bands aus allen Bereichen des Metals, aber es existiert kein Platz in den wichtigen Medien. Aus Sicht des Marktes ist Metal ein sehr kleiner Wirschaftsfaktor und so ist es beispielsweise sehr schwierig, eine Metal-CD in einem CD-Laden zu finden oder im nationalen Radio oder Fernsehen gespielt zu werden. Wir haben auch einige gute Festivals, aber es ist unmöglich, etwas über Metal auf den normalen Wegen zu sehen oder zu hören. Daher ist es nicht möglich, dass die Szene sich selbst entwickeln kann.

HH: Was sind eure Pläne für die nächste Zeit? Arbeitet ihr an einem neuen Album oder einer Tour?

Gian: Wir versuchen, mit der Hilfe des Labels, Deconstructive so gut wie möglich zu vermarkten. Natürlich ist der beste Weg dafür, live zu spielen, aber derzeit ist es schwierig, eine Tour zu organisieren. Wir versuchen mehr Shows zu spielen wie bisher üblich und wir werden sicher eine Europatour 2010 machen.

HH: Stell dir vor, eure Musik ist eine Sorte italienischer Wein. Zu welchem Essen würdet ihr diesen Wein anbieten?

Davide: Hmmm. Nette Frage... Zunächst einmal denke ich, könnte man unsere Musik mit einem starken italienischen Rotwein wie Amarone, Brunello oder Chianti vergleichen. Und ich denke, er könnte zu gegrilltem Rind oder auch Wildschweinragout passen. Einfach, aber raffiniert. Stark und geschmackvoll.

HH: Noch ein paar letzte Worte?

Davide: Ich bin hungrig nach der letzten Frage! Danke für die Unterstützung. Ihr seid sehr wichtig für die Musik und für jede neue Band. Macht so weiter und stay Metal.
Gian: Stay Metal und lass uns in Kontakt bleiben!

Sophos

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