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Interview

Interview mit Saintsbleed (13.03.2009)

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Für Freunde klassischen Heavy Metals führt meines Erachtens kein Weg an der aktuellen Saintsbleed-Scheibe The Mighty Monster vorbei. Die Jungs pusten den lange vermissten frischen Wind in dieses mittlerweile leicht angestaubte Genre. Sollte hier nichts Unvorhergesehenes geschehen, dürfte man in den nächsten Jahren noch viel von ihnen hören. Frontmann Sasch nahm sich die Zeit ein paar Fragen zu beantworten und outet sich dabei als das große, böse Monster...

HH: Servus Sasch. Wie geht's dir?

Sasch: Hey JR, mir ging's nie besser!

HH: Was treibt dir momentan das größte Grinsen ins Gesicht?

Sasch: Hab's nach langer Zeit endlich geschafft mein Album zu veröffentlichen und mir somit einen Traum erfüllt! Das Album kommt zudem wahnsinnig gut an - wenn das kein Grund zum Grinsen ist...

HH: Die Twisted Truth EP hat mittlerweile schon ein wenig Staub angesetzt. Unter welchem Stein habt ihr euch die letzten knapp fünf Jahre verkrochen und was habt ihr dort gemacht?

Sasch: Nach dem Release und dem nicht erwarteten Erfolg von Twisted Truth bekamen einige Mitstreiter meiner damaligen Besetzung so 'ne Art Höhenflug und meinten wir hätten nun den Sprung geschafft - was zu diesem Zeitpunkt absolut lächerlich war! Dementsprechend verhielten sie sich gegenüber ihrem Umfeld und auch innerhalb der Band, womit Twain & Ich ganz und gar nicht einverstanden waren. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch einfach die Schnauze voll jedem Einzelnen sagen zu müssen, was er zu tun und lassen hat. Ich hab die Songs beinahe restlos selbst geschrieben - Texte, Vocals, Gitarren, Soli, Bass, die wenigen Keys & Drums - und zwar Note für Note! Zusätzlich Homepage, Gigs, Merchandise und alles was sonst noch dazu anfiel. Nicht weil ich geil darauf war, sondern weil ich nie Musiker gefunden habe, die sich einbringen konnten oder wollten! Das Ganze ging mir irgendwann so dermaßen gegen den Strich dass ich den Entschluss gefasst habe, das Album im Alleingang durchzuziehen.
Über zweieinhalb Jahre habe ich mehr als die Hälfte jedes gottverdammten Tages und die kompletten Wochenenden damit verbracht Mighty Monster aufzunehmen - ohne Rücksicht auf Verluste! Als das Teil dann endlich zu 100% so eingezimmert war wie ich's mir vorgestellt hatte, war ich so dermaßen ausgepowert dass ich erstmal ne Auszeit brauchte, bevor's ans Mischen ging. Mix und Master hab ich dann mit Linus Weber, einem guten Freund, der das Ganze relativ neutral anpacken konnte (was mir nicht möglich war), durchgezogen. Nach knapp vier Jahren hatte ich die Master-CD in meinen Händen - that's it!

HH: Was hat sich seitdem im Bandumfeld geändert?

Sasch: Eigentlich wollte ich die Scheibe veröffentlichen ohne wieder eine feste Besetzung zu haben und live zu spielen, hab mich jedoch von vielen Freunden und Musikern breitschlagen lassen, wieder mit nem Lineup an den Start zu gehen. Twain spielt nach wie vor Gitarre, ich habe meinen Posten als Gitarrist gecancelt um mich voll und ganz auf die Vocals konzentrieren zu können. Meinen Gitarrenpart hat Jens übernommen, den ich noch von Stormwitch-Zeiten kenne. IJ hat mir die letzten Monate in meinem Studio unter die Arme gegriffen - er spielt Bass. Sascha war bereits damals als neuer Drummer im Gespräch, bevor ich mich entschlossen habe das Ding allein durchzuziehen. Die momentane Bandchemie passt - mal abwarten was daraus wird.

HH: Gibt es etwas, an das ihr aus heutiger Sicht völlig anders herangehen würdet?

Sasch: Nicht wirklich. Momentan scheint sich die lange Arbeit und mein Kampfgeist bezahlt zu machen!

HH: Besteht die Möglichkeit euch demnächst einmal live erleben zu können?

Sasch: Ich habe mich bisher nicht wirklich um Gigs gekümmert. Wir werden auf jeden Fall am 02.05. auf dem Dark Steel Festival in Memmingen spielen. Geplant haben wir schon, einige Gigs zu zocken! Sobald wir fixe Termine haben, wird's auf der Homepage stehen.

HH: Welche Vorteile und Nachteile hat es, ein Album über das eigene Label zu veröffentlichen?

Sasch: Vorteile:
- Die Rechte bleiben komplett bei dir.
- Du kannst deinen Zeitaufwand für die Verkmarktung selbst bestimmen und bist auf niemanden angewiesen.

Nachteile:
- Du tust dich schwer die Scheibe publik zu machen, es sei denn du investierst einen großen Batzen Geld.
- Du wirst bei vielen hinten angestellt, wenn es um Reviews/Interviews etc. geht.

HH: Wieviel Prozent deiner Zeit musst du für das Label aufwenden, zu wieviel Prozent beschäftigst du dich mit deiner Musik und bist du mit dieser Aufteilung zufrieden?

Sasch: Unterschiedlich. Da die Scheibe seit dem 2. Februar erhältlich ist, hab ich mich seitdem fast ausschließlich um mein Label gekümmert und dies wird sich wohl die nächsten Wochen auch nicht ändern. Bis dahin wäre es wünschenswert, ein paar Gigs an Land gezogen zu haben um mich dann wieder mehr auf die Musik konzentrieren zu können.

HH: Welche Hoffnungen setzt du in The Mighty Monster - sowohl das Album als auch das Label?

Sasch: In diesem Album hängt so viel Herzblut, dass die Hoffnungen natürlich auch hoch angesetzt sind. Jedoch bin ich bisher voll und ganz zufrieden! Was das für mein Label bedeutet weiß ich noch nicht genau, jedoch habe ich mit dem Album eine fantastische Referenz und plane bereits einen weiteren Release, der allerdings in eine musikalisch andere Richtung zieht.

HH: Wenn du ein Bild von dem "mächtigen Monster" malen müsstest, wie würde das Tierchen denn aussehen?

Sasch: Das "mächtige Monster" hat einen ganz besonderen Background. Angefangen hat dies alles schon vor Jahren...
Ich wohne ich einem kleinen Dorf, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und jeder jeden kennt. Da fällt's natürlich um so mehr auf, wenn ein Langhaariger mit bösen, schwarzen T-Shirts (auf denen Totenköpfe und Schwerter zu sehen sind) durch die Gegend zieht. Und obwohl ich über niemandem je ein böses Wort verloren habe und stets nett und freundlich war, so hab ich's beispielsweise schon erlebt, dass man die Kinder ins Haus gezogen hat, wenn ich um die Ecke kam. Was für mich absolut nicht nachvollziehbar ist, zumal ich mit meinen 1,69 m und gerade mal 52 kg nicht gerade furchterregend aussehe. Vor einiger Zeit hatte ich dann ein besonders einschlagendes Erlebnis mit dem Nachbarn meiner Freundin, das mich dazu veranlasst hat "Mighty Monster" zu schreiben - demnach handeln die Lyrics von mir. Mittlerweile hat es sich als eine Art Sasch-Markenzeichen etabliert. Schau dir das Bild der Rückseite des Booklets an, dann hast du dein großes, böses, mächtiges Monster.

HH: Auf der CD stehen ja auch die Lieder der EP. Wie kam es zu der Entscheidung diese Songs nochmals neu einzuspielen und auf das Album zu packen?

Sasch: Einerseits weil ich alle vier Songs als zu gut empfand, um sie auf der Twisted Truth-Demo "untergehen" zu lassen. Andererseits war ich mit manchen damaligen Versionen im Nachhinein nicht ganz zufrieden.

HH: Was steht in der Offenbarung 3.12?

Sasch: Keine Ahnung was in der Bibel steht - der dritte Dezember ist mein Geburtsdatum - demnach ist dies "meine" Offenbarung! Textlich gesehen eine Fantasy-Story um die Apokalypse und gleichzeitig der Ausklang der CD. In die Lyrics ist viel hineinzuinterpretieren - egal ob Krieg, Patriotismus, Politik oder schlicht Fantasy - your turn.

HH: Wie entstand die Idee den Saber Rider-Titelsong in ein metallisches Gewand zu packen und nicht die Titelmelodie der damals ebenso angesagten Serie Bravestarr?

Sasch: Mit Saber Rider bin ich groß geworden und fand den Titelsong schon immer cool! Wir sind mit einer älteren Version bereits auf der offiziellen Saber Rider-DVD (letzte Staffel) als Bonus und auch auf dem ersten Saber Rider-Soundtrack! Wer weiß, vielleicht kommt Bravestarr auf's nächste Album...

HH: Schon mal auf die Idee gekommen den Track als Handyklingelton zu vermarkten?

Sasch: Nein, bisher nicht - die Idee ist gut!

HH: Damit wären wir bei modernen Vermarktungsmethoden. Wie wichtig sind für euch die modernen Vertriebswege (Internet etc.) und welche Gefahren siehst du darin?

Sasch: Egal ob Händler, Gigs, Reviews, etc... Ohne das I-Net und solchen Blödsinn wie MySpace hast du heut keine Chance mehr - leider!

HH: Merci, dass du dir die Zeit genommen hast, die Fragen zu beantworten. Die obligatorischen letzten Worte gehören dir.

Sasch: Stay metal & support the underground!!

JR

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