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Interview

Interview mit Mono Inc. (17.07.2007)

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Logo Mono Inc.

Das neue Album der Hamburger Formation Mono Inc. hat mich mehr als nur positiv überrascht, wie beim Review zu Temple Of The Torn nachzulesen ist. Die vielfältigen Songs, die von verträumten Dark Wave bis hin zum rockigen Goth-Rock reichen, wissen einfach zu gefallen. Da wir mehr über diese Band wissen wollten, wurden flugs unsere Fragen quer durch die Republik zum Quartier der Band geschickt, die der neue Frontmann (und Ex-Schlagzeuger) Martin Engler bereitwillig (wenn auch stellenweise etwas knapp) beantwortete.

HH: Hi wie geht's? Nachdem euch wohl noch nicht viele unserer Leser kennen, kannst du bitte kurz euer bisheriges Schaffen darstellen?

Martin: Mono Inc. gibt es seit 1998. Unser erstes Album Head Under Water erschien 2004, gefolgt von der EP Somberland 2006. Und jetzt gibt es endlich das neue Album: Temple Of The Torn.

HH: Wie kamt ihr zur Musik? Was war hier die Initialzündung?

Martin: Soweit ich mich erinnern kann, haben alle Bandmitglieder schon im Kindesalter ihre Instrumente gequält - und im Gegensatz zu vielen anderen, die irgendwann ihr Hobby aufgeben, haben wir es dann zum Beruf gemacht.

HH: Wie zufrieden seid ihr bislang mit den Reaktionen auf Temple Of The Torn?

Martin: Sehr zufrieden, weil es ja nicht besser sein könnte. Besonders glücklich sind wir über die Reaktionen auf das neue Material bei unseren Live-Shows. Da trennt sich doch immer die Spreu vom Weizen...

HH: Gab es auch kritische oder gar negative Stimmen zu Temple Of The Torn? Wie geht ihr hier mit Kritik um? Beeinflusst euch dies für das folgende Songwriting?

Martin: Die Meinung anderer beeinflusst mich beim Songwriting überhaupt nicht, denn der Song muss ja zuallererst MIR gefallen. Es geht da also um meinen Geschmack bzw. den der Band. Hat ein Titel diese Hürde geschafft, kann ihm nix mehr passieren. Dann machen wir den. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, denn nur, weil z.B. der Track "Temple Of The Torn" auch als Single so erfolgreich war würde es ja nun keinen Sinn machen, ihn zu kopieren. Spätestens live würde das ja auch auffallen...

HH: Ihr habt euch von eurem bisherigen Sänger Miky getrennt, was waren die Gründe hierfür bzw. warum musste er gehen, schließlich waren doch Miky und du beide Gründungsmitglieder.

Martin: Das ist richtig, wir waren beide von Anfang an dabei. Aber so ist das nun mal: auch Ehen werden nach zehn Jahren einfach geschieden. Manchmal aus ganz banalen Gründen, manchmal wegen handfester Vergehen. Das Verhältnis zwischen der Band und Miky wurde erst richtig zum Problem, als wir mit der Vorproduktion zu Temple Of The Torn angefangen haben. Es gab Diskussionen um die Titelauswahl, um den Sound, um den Härtegrad, ums Image und welche Pizza bestellt werden soll. Das war echt zu nervig und warf die Frage auf, wer die Band verlässt. Er oder wir. Da hatte er dann weniger gute Karten...

HH: Etwas ungewöhnlich ist der Wechsel von dir als Schlagzeugers an das Mikro. Quasi von ganz hinten nach ganz vorne. Wie erfolgte hier die Umstellung und wie ist es, auf einmal ganz vorne im Rampenlicht zu stehen?

Martin: Ich stehe gern da vorne - und gehe bestimmt nicht mehr hinter das Set zurück!
Auch als Drummer hatte ich ja schon immer meine Rampenlicht-Momente und hatte nie Angst vor Publikum - egal ob es nun die großen Shows mit 50.000 Leuten waren, oder die kleinen fiesen Kneipengigs vor zehn Zahlenden. Ich habe es immer genossen, dass alle auf mein Kommando achten. Und intern war es auch nicht ein ganz so bedeutender Wechsel, weil die Band meine Stimme natürlich seit Jahren kennt. Schließlich singe ich ja schon immer alle meine Demos selbst.

HH: Wäre es nicht einfacher gewesen, einfach einen entsprechend fähigen Sänger ausfindig zu machen, als das Bandgefüge durch zu rütteln?

Martin: Die Frage hat sich nicht wirklich gestellt. Die Band hat sofort mit dem Finger auf mich gezeigt. Außerdem wäre das wohl auch sehr hoffnungslos gewesen. Bei uns hätte sich ja niemand verwirklichen können, weil wir zu genau wissen, was Mono Inc. ist - und was nicht!

HH: Obwohl ihr eine Drummerin aus Fleisch und Blut habt, kommen die Drums beispielsweise bei "Two Sinners" und "The Condemned" sehr elektronisch, wie aus der Konserve rüber. Täuscht hier der Eindruck oder liege ich damit richtig?

Martin: Die Drummerin aus Fleisch und Blut hat selbst bei der Produktion entschieden, dass die Signale in "Two Sinners" und "Condemned" getriggert werden, weil es einfach besser zum Gesamtbild des Songs passt. Triggern bedeutet, dass die handgespielten Drums auf einen elektronischen Sound "umgeleitet" werden. Also ist es immer noch handgespielt, klingt nur maschinell.

HH: Eure Songs sind sehr unterschiedlich ausgefallen, mal sehr rockig, mal mehr elektronisch oder gar EBM-lastig. Woher kommen eure Ideen für diese Vielfalt? Zählen die von mir angeführten Rammstein oder Marilyn Manson zu euren Faves?

Martin: Bei vier Bandmitgliedern hast Du natürlich auch vier verschiedene Lieblingsbands. Rammstein und Manson zählen da wohl eher zu Kathas Faves als zu meinen. Ich mag es da entweder viel romantischer und melancholischer - oder viel härter...

HH: Wie entstehen bei euch Songs? Steht erst der Text und die Musik wird auf den Text zugeschnitten oder eher umgekehrt? Wie wird letztendlich entschieden, welche Songs es aufs Album schaffen?

Martin: Bei den Songs habe ich manchmal zuerst die Textidee oder die Melodie. Oder auch nur ein Riff oder einen Beat, mit dem ich gern arbeiten würde. Da gibt es keine Gesetzmäßigkeiten. Daraus bastle ich dann ein Demo, das zunächst mir selbst einmal sehr gut gefallen muss. Das spiele ich dann der Band vor. Aus so einem Pool von Songs suchen wir dann gemeinsam die Tracks für die CD aus. Und im Studio hat dann ja jeder seine Aufgabenbereiche.

HH: Gerade in der Gothic-Szene wird viel Wert auf das Erscheinungsbild, Dresscode und ähnliches gelegt. Wie betrachtet ihr die Musikszene heute? Speziell im Vergleich zu früher, ihr seid ja auch schon zeitlang im Geschäft.

Martin: Jede Szene hat sich schon immer versucht, sich auch optisch ein bisschen abzugrenzen. Das ist weder neu, noch problematisch. Soll doch jeder anziehen, was er mag - solang es keine Bomberjacken oder Springerstiefel sind.

HH: Wie sieht es mit Gigs aus? Kann man euch in unseren Breitengraden auch auf der Bühne sehen?

Martin: Für den Herbst wird gerade eine Tour gebucht, wo wir auch in Deutschland noch einige Termine spielen werden. Das geht von Berlin und Kiel über Braunschweig und Köln bis nach München und Nürnberg. Die bisher feststehenden Termine checkt man am besten auf www.mono-inc.com unter der Rubrik "LIVE".

HH: Wie kann man sich einen Gig von Mono Inc. vorstellen? Geht ihr auf die Bühne und lasst die Musik für sich sprechen oder legt ihr viel Wert auf den visuellen Aspekt?

Martin: Das werde ich Dir hier wohl kaum verraten! Gucken kommen, dann selber urteilen!

HH: Was ist das nächste Ziel, das ihr mit Mono Inc. ansteuert?

Martin: Das nächste Ziel ist natürlich die anstehende Tour. Live zu spielen ist immer noch das Beste, was es seit Erfindung der elektrischen Gitarre gibt. Zur Tour kommt dann noch eine neue Single bzw. EP mit coolen und bislang unveröffentlichten Bonus-Tracks raus - und ab Anfang des nächsten Jahres kümmern wir uns dann intensiv um das dritte Mono Inc. Album.

HH: Was macht ihr eigentlich, wenn ihr nicht gerade mit Mono Inc. beschäftigt seid?

Martin: Zuviel trinken und zuviel Schlafen. Ist also gar nicht gut für uns...

HH: Was wäre ein perfekter Tag für dich?

Martin:
1. Vor dem Soundcheck aufstehen,
2. nach dem Soundcheck frühstücken
3. Show
4. Aftershow-Party
5. Chauffeur ins Hotel.

HH: Danke, dass du dir Zeit für meine Fragen genommen hast. Was sollte zum Schluss nicht unerwähnt bleiben?

Martin: hmmmmmmm... Man sollte zum Schluss noch erwähnen, dass Temple Of The Torn in jeden gut sortierten Rockhaushalt gehört... Aber das hast Du sicher in der Rezension schon geschrieben, oder?!

Ray

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