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Interview

English VersionInterview mit Vomitory (20.05.2007)

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Die schwedischen Death Metal-Veteranen Vomitory sind nun schon 18 Jahre im Geschäft und liefern seit je her hochwertige Alben ab. Auch das neueste Schaffenswerk Terrorize Brutalize Sodomize bildet hier keine Ausnahme. Nachdem ich meine Nackenmuskeln wieder eingerenkt hatte, konnte ich ein paar Fragen in Richtung Schweden schicken, die mir Schlagwerker Tobias Gustafsson beantwortete. Dabei stellte sich Tobias als sehr gesprächiger (wenn man das via Email so sagen darf) Interviewpartner heraus und ergoss sich in einen wahren Rede- bzw. Schreibfluss, von dem sich andere ruhig mal eine Scheibe abschneiden könnten. Hier merkt man noch, dass die Promotionarbeit noch mit Freude gemacht und nicht als notwendiges Übel abgestempelt wird.

HH: Hi, wie geht es dir? Alles ok bei dir?

Tobias: Hi, alles bestens. Danke. Es ist etwas stressig mit all den Interviews, aber es macht auch Spaß über das neue Album Terrorize Brutalize Sodomize zu sprechen. Ich bin schon ganz aufgeregt, es endlich raus zu haben.

HH: Drei Jahre sind seit der letzten CD "Primal Massacre" vergangen. Was habt ihr während dieser langen Zeit getan?

Tobias: Nach der Veröffentlichung von Primal Massacre haben wir nur ein paar Shows im Sommer 2004 gemacht. Und dann hat sich nichts mehr ergeben. Wir haben irgendwie die Inspiration verloren irgendwas zu tun - sogar Songs schreiben oder versuchen mehr Shows zu spielen. Es scheint als wollte keiner die Band vorwärts oder in irgendeine Richtung bringen. Das war eine ziemlich entmutigende Zeit für uns. Im September 2005 entschied sich dann unser langjähriger Freund und Gitarrist Ulf Dalegren die Band nach knappen 15 Jahren zu verlassen. Er möchte die Gründe für sich behalten, aber es gab kein böses Blut bei der Trennung. Wir sind immer noch gute Freunde. Ulf musste Prioritäten in seinem Leben setzen und da war einfach kein Platz mehr für Vomitory. Wir hassten es, ihn gehen zu sehen, aber als Peter Östlund der Band beitrat war das für uns eine Art Neustart. Die Inspiration kam unverzüglich zurück. Peter hatte viele coole Ideen und war heiß darauf neuen, brutalen Vomitory Death Metal zu erschaffen. Und das hat sich definitiv auf uns andere übertragen.

HH: Was sind deiner Meinung nach die Hauptunterschiede zwischen Primal Massacre und Terrorize Brutalize Sodomize?

Tobias: Ich würde sagen, das erste was sich bemerkbar macht ist die Produktion. Beide Alben klingen unwahrscheinlich gut, aber auf unterschiedliche Weise. Primal Massacre ist etwas dreckig und barsch, während Terrorize Brutalize Sodomize einen aktuelleren Sound hat, mehr moderner und klarer. Im Endeffekt sind beide jedoch gleich hochwertig, aber sie unterscheiden sich ein wenig in der Variation und der Dynamik. Während Primal Massacre mehr blast-orientiert ist, variiert Terrorize Brutalize Sodomize mehr und ist dadurch auf eine gewisse Art interessanter.

HH: Die letzten CD produzierte Henrik Larsson. Terrorize Brutalize Sodomize wurde dagegen von Rikard Löfgren produziert. Wieso habt ihr gewechselt? Gab es persönliche Differenzen?

Tobias: Um Gottes Willen, nein. Da war wirklich kein böses Blut im Spiel. Wir sind sehr zufrieden mit allem, was wir zusammen mit Henrik Larsson getan haben. Es ist großartig mit ihm zu arbeiten und er ist ein guter Produzent und ein Freund von uns. Aber nachdem wir vier unserer fünf vorherigen Alben mit Larsson produziert haben, dachten wir uns es wäre an der Zeit, einen neuen Produzenten und ein neues Studio auszuprobieren. Wir dachten uns, da Vomitory eh nicht die experimentierfreudigste Band ist und eher nach strikten Regeln arbeitet, würde es nach dem letzten Line-Up Wechsel für uns gut sein, unseren Sound etwas zu erneuern. Es scheint, als wäre das ein sehr erfolgreicher Schritt für uns gewesen, da die Produktion des neuen Albums absolut fantastisch klingt.

HH: Was unterscheidet Henrik Larsson von Rikard Löfgren? Was macht Rikard Löfgren besser?

Tobias: Ich glaube nicht, dass der eine besser ist als der andere. Sie sind beide großartige Produzenten und haben ihre eigene Art zu arbeiten - das ist, was sie voneinander unterscheidet. Ich bin glücklich darüber, mit beiden gearbeitet zu haben und wir würden jederzeit gerne wieder mit beiden zukünftig wieder arbeiten. Henrik Larsson ist sehr experimentierfreudig bei Metal-Sounds, wohin gegen Rikard Löfgren hauptsächlich Pop-Produzent und Songschreiber ist.

HH: Würdest du uns bitte zu jedem Song auf dem Album ein bisschen was erzählen.

Tobias:
Eternal Trail Of Corpses:
Ein wahrer Vomitory-Song vom ersten bis zum letzten Ton - der perfekte Opener für das Album. Der Song war in ziemlich kurzer Zeit fertig und es war einer der ersten, bei denen auch Erik die Lyriks geschrieben hat. Er handelt von Tod, der durch Fanatismus und religiösen Extremisten ausgelöst wird.

Scavenging The Slaughtered:
Dieser besteht aus einigen wirklich alten Riffs. Eins stammt sogar aus 1998. Jedoch sind natürlich auch neuere dabei. Der Song verströmt die wilde und rauhe Carcass/Exhumed-Stimmung und tatsächlich war Matt Harvey (Exhumed-Sänger) im Gespräch bei dem Song im Background zu singen, aber wegen einiger Kommunikationsschwierigkeiten ist dies leider nie geschehen. Das ist schade, weil ich weiß dass das absolut fabelhaft geklungen hätte. Wie dem auch sei, das ist einer meiner Lieblingssongs und er ist großartig zu spielen. Übrigens stammt der Songtitel von unserem guten Freund Lord K Philipsson.

Terrorize Brutalize Sodomize:
Einer meiner Vomitory-Favoriten aller Zeiten! Der Song ist absolut unerbittlich. Er beinhaltet viele typische Vomitory-Elemente und ich glaube das ist es, was ich daran so mag. Man kann Einflüsse von Grave, Slayer, Cannibal Corpse und Napalm Death hören. Den Text dazu habe ich geschrieben - der erste Vomitory-Text den ich je geschrieben habe. Produzent Rikard Löfgren hat einige nette Hintergrundpassagen im Refrain beigesteuert.

The Burning Black:
Das ist der erste Song, den unser neuer Gitarrist Peter Östlund für Vomitory geschrieben hat. Ich war zwar auch ein wenig involviert, aber Peter hat das meiste bei diesem Song beigesteuert. Er unterscheidet sich etwas von den gewöhnlichen Vomitory-Songs, aber er hat definitiv einige großartige, schwere Grooves zum Album beigetragen.

Defiled And Inferior:
Peters dritte Einbringung in diesem Album. Beides, Text und Musik sind ausschließlich von Peter geschrieben. Er ist ein schneller und intensiver FUCKER mit vielen Blast Beats und D-Beats und vor allem - ein wahnsinns-thrashiger Break in der Mitte.

March Into Oblivion:
Der Song startet mit einem unheimlichen Gitarren-Intro und verwandelt sich schlagartig in ein Bolt Throwerisches Double-Bass-Inferno, bevor es dann in einer 1A Lehrstunde in old-school schwedischen Death Metals weitergeht. Ein schwerer D-Beat trägt den Song vorwärts und lädt einfach nur jeden dazu ein, seinen Kopf zu bangen. Er hat einige nette Windungen und wechselt im Mittelteil und das im Song eingearbeitete Intro runden den Song perfekt ab.

Whispers From Dead:
Dieser Song ist der erste Vomitory-Song, der es auf ein Album geschafft hat, welcher vollkommen langsam und schwer ist. Er enthält einige Slayer-Vibes, aber auch eine Spur Morbid Angel-Elemente. Das ist zwar komisch, weil ich Morbid Angel nie wirklich gemocht habe. Aber ich mag diesen Song sehr, weil er ein cooler Kontrast zu den gewöhnlichen Vomitory-Songs bildet und er bringt Variation auf das Album. Er klingt dennoch sehr nach Vomitory!

Heresy:
Ein großartiger Song mit vielen verschiedenen Elementen für Vomitory. Das macht ihn sehr interessant. Das ist der zweite Song den Peter für das Album schrieb. Wir haben viel Arbeit hineingesteckt, bevor der Song das wurde, was er ist, aber es hat sich gelohnt. Es macht Spaß, "Heresy" zu spielen, er enthält viele Veränderungen und Variationen.

Flesh Passion:
Das ist ein weiterer Lieblingssong von mir. Und es ist einer der ersten Songs, den ich für das neue Album geschrieben habe. Er ist einfach heftig und adrenalinhaltig von Anfang bis Ende! Er enthält hier und da einige nette Terrorizer-inspirierte Parts und einen Cut in der Mitte. Das soll ein Ehrengruß für unsere Helden Bolt Thrower sein. Der Gesang und der Text sind irrsinnig und zeigen Erik von seiner besten Seite. ROTTEN CADAVER!!!

Cremation Ceremony:
Die Rohversion für diesen Song war kurz nach der Veröffentlichung unseres vorigen Albums Primal Massacre entstanden, trotzdem war er einer der Songs, den wir erst als letztes für das neue Album fertig gestellt haben. Peters Gitarrensolo ist für mich das beste auf dem ganzen Album - es killt einfach! Der Song ist hauptsächlich schnell, hat einige typische Vomitory-Elemente, aber auch ungewöhnliche Riffs im Mittelteil und ein völlig unerwartetes und dennoch cooles Ende. Das ist ein perfekter Schlusssong für das Album.

HH: Vomitory existiert nun schon 18 Jahre. Das ist eine sehr lange Zeit im Musikgeschäft, vor allem im extremen Musikbereich. Wie lange wollt ihr noch weitermachen?

Tobias: Natürlich ist es schwer das zu sagen, aber im Moment mit all der positiven und hungrigen Stimmung innerhalb der Band, würde ich sagen wir machen locker auch nach unserem 20sten Jahrestag weiter.

HH: Eine meiner Lieblingsfragen: Wo siehst du Vomitory in weiteren zehn Jahren?

Tobias: Ich glaube ehrlich gesagt kaum daran, dass die Band ein weiteres Jahrzehnt auf der Bühne steht. Hoffentlich haben wir ein paar Alben mehr in unserem Sortiment und können dann mit großem Stolz und Zufriedenheit auf all diese Jahre zurückblicken.

HH: Wenn du auf 18 Jahre Vomitory zurückblickst, bin ich sicher, dass da einige Dinge passiert sind. Welche Momente wirst du ewig in Erinnerung behalten und wenn du die Möglichkeit hättest etwas zu ändern, was würde das sein?

Tobias: Der Moment indem ich die Email von Metal Blade bekommen habe, in der sie uns mitteilten, dass sie mit uns arbeiten wollen. Das war 1999. Unsere Show auf dem Summer Breeze Open Air in Deutschland 2004. 2002 als wir zwei unserer Rückreifen vom Tourbus bei vollem Karacho auf der französischen Autobahn verloren haben. Und unseren ersten Vomitory-Auftritt 1990. Das sind Momente, an die ich mich immer erinnern werde. Wenn ich die Chance hätte etwas zu ändern, würde ich mir wünschen, wir wären etwas weniger faul gewesen und hätten mehr an der Veröffentlichung unserer Alben gearbeitet, seit wir damit begonnen haben. Vor allem als wir 2000 den Vertrag mit Metal Blade unterzeichnet haben, als es für uns richtig anfing. Aber man ist immer schlauer im nachhinein und trotzdem bin ich glücklich über alles, was wir bisher geschafft haben.

HH: Als du mit Vomitory begonnen hast, war Death Metal etwas völlig neues, etwas anderes, eine neue extreme Richtung. Heutzutage ist es viel schwerer einen neuen Sound zu kreieren, wie es viele Bands versuchen. Wo wird das hinführen?

Tobias: Death Metal hat sich wirklich behauptet und hat es verdient, hier zu sein. Es war nicht nur ein Trend während der frühen Neunziger. Death Metal in seiner ursprünglichen Form hat sich einfach bewährt, schließlich sind viele der heutigen Bands von diesem Stil beeinflusst worden. Ich denke, Death Metal hat in den nächsten Jahren noch einiges mehr zu bieten.

HH: Bitte beschreibe euren Song anhand eines Stofftieres.

Tobias: Kein Stofftier, Mann. Ein lebendiger Tyrannosaurus Rex mit einem Ständer ist eine weitaus passendere Beschreibung!

HH: Mit welchem Künstler oder welcher Band würdest du gerne mal auf der Bühne stehen und warum?

Tobias: Lemmy. Mehr brauche ich wohl nicht zu sagen.

HH: Wie denkst du über das Internet? Ist es ein Segen oder ein Fluch?

Tobias: Zu sagen, das Internet sei ein Segen, sind große Worte. Aber das Internet veränderte unser tägliches Leben. Ich liebe das Internet und die Möglichkeiten die es uns bietet und ich selbst nutze es sehr oft. Aber ich denke du spielst auf den Aspekt des Downloadens an. Ich denke, das Internet ist sehr nützlich für jede Band ihre Musik weltweit zu verbreiten, ohne einen Plattenvertrag zu haben. Auch ist es ein guter Weg, neue Musik ausfindig zu machen und neue Musiker und Bands zu entdecken, ohne Geld für ein beschissenes Album zu investieren. Aber wenn es ums Runterladen geht, anstatt sich die Musik legal zu kaufen, erachte ich dies als Diebstahl. Aber ich glaube, dass die Metalfans sehr engagiert und hilfsbereit sind und somit die Alben ihrer Lieblingsbands auch kaufen. Ich denke, die Moral der Metalfans ist größer als bei anderen, kommerzielleren Musikrichtungen wie Hip-Hop, Pop und Disco/Dance. Die Leute müssen einfach lernen was richtig und was falsch ist.

HH: 2007 wird eure Premiere in den USA sein. Wieso hat es 18 Jahre lang gedauert dorthin zu kommen und was erwartest du dir von dieser Reise?

Tobias: Ja, wir werden auf dem Maryland Death Fest in Baltimore, MD, USA Ende Mai spielen. Wir freuen uns wirklich darauf, weil es, wie du schon richtig gesagt hast, unsere erste Show in den USA sein wird. Wir hatten in der Vergangenheit einige Angebote bekommen in den US zu spielen, aber wie immer was das auch eine Frage des Geldes. Es ist nicht gerade billig in die USA zu gehen und all die anfallenden Kosten zu decken. Wir müssen einiges an Kohle auf den Gigs wieder einspielen und das haben wir bisher zu risikoreich für uns eingeschätzt, mit unserem Level als Band und mit der Tatsache, dass wir keinen wirklichen Namen in den Staaten haben. Wir haben uns ehrlich gesagt nicht getraut, früher hinzugehen. Wenn etwas passiert, passiert es, das war unsere Einstellung. Ich glaube das Festival in MDF wird eine wahnsinnige Erfahrung. Es spielen dort viele großartige Bands und Vomitory haben einen guten Platz im Billing. Samstag abend, zehn Uhr! Meine Freunde Sayyadina (Swedish Grindcore) spielten letztes Jahr auf dem MDF und sie hatten dort viel Spaß. Wir glauben es wird großartig werden! Ich hoffe wir können eine Handvoll neuer Fans für uns gewinnen, die Vomitory noch nie zuvor gehört haben. Und hoffentlich wollen die Leute, dass das nicht unsere letzte Show in den Staaten wird.

HH: Danke dass du meine Fragen beantwortet hast. Ich wünsche dir alles Gute und erteile dir die letzten Worte.

Tobias: Danke für das Interview. Ich befehle jeden ins neue Vomitory Album Terrorize Brutalize Sodomize reinzuhören, wenn es Ende April rauskommt!!! Haltet die Augen offen, wenn wir 2007 in Europa unterwegs sind. Checkt www.vomitory.net für sämtliche News. Cheers!

Ray

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