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Interview

Interview mit Virgin Steele (25.02.2002)

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Virgin Steele haben mal wieder kräftig zugeschlagen und ihren Fans mit The Book Of Burning und Hyms To Victory gleich zwei neue Veröffentlichungen serviert. Zwar sind diese nicht komplett mit neuen Songs bestückt, aber trozdem Grund genug, David DeFeis ein bisserl auszuquetschen. An manchen Stellen wird es dann auch sehr philosophisch, aber lest selbst.

HH: Hi David. Gestern hattest du deinen Auftritt im Rock Hard Chat. War ja nicht so berauschend, da die meisten Leute nicht auf eine vernünftige Konversation aus waren.

David: Oh ja, das war nicht so toll, da die meisten Leute alle nur Blödsinn geredet haben, außerdem hatte ich nicht wirklich die Gelegenheit auf die wahren Fans einzugehen, es war einfach zu konfus. Ich bevorzuge da eher das Starboard auf der Noise Webseite, da habe ich jede Zeit der Welt, um auf die Fragen zu antworten.

HH: Was hälst du von der Metalszene heutzutage allgemein. Ist die Szene heute mit der der 80er Jahre noch zu vergleichen?

David: Oh, es ist natürlich in einen gewissen Raum die selbe geblieben, allerdings ist die Musik, die wir heute machen mehr eine Undergroundsache, im Gegensatz zu damals, als es manchmal mehr ein "Overground" Ding wurde. Es gibt aber ja auch heute noch Bands, die denken es wäre die 80er Jahre und spielen solche Musik. Anderseits gibt es aber auch die Bands, die schon in der Szene groß geworden sind, wie etwa Gamma Ray, Grave Digger und Helloween, die aber eher versuchen den Metal weiter zu entwickeln und ihr eigenes Ding durchziehen. Das gefällt mir an der heutigen Szene und das finde ich sehr ermutigend.

HH: Da ich Grave Digger letzte Woche live gesehen habe, stellt sich bei mir die Frage, wann wir euch endlich mal auf Headline Tour bewundern können?

David: Wahrscheinlich spielen wir in der erste Woche im Juni ein paar Dates in Europa. Bis jetzt sind ein schwedisches und italienisches Festival bestätigt, aber Deutschland werden wir sicher auch besuchen.

HH: Kommen wir mal zu den beiden neuen Album von Virgin Steele. Ihr habt ein Best Of Album und eine neues Album mit je acht neuen und acht alten, aber neu eingespielten Songs, rausgebracht. Was für eine Idee steckt hinter The Book Of Burning?

David: Es hatte mehrere Gründe The Book Of Burning so rauszubringen. Zum einen dachte ich, dass es eine guter Zeitpunkt wäre mal zu schauen, wo wir waren, wo sind wir jetzt und wohin werden wir vielleicht noch gehen (musikalisch gesehen). Zum anderen ist es ein Präsent an unsere Fans, damit sie ein bißchen in unserer Vergangenheit stöbern können und Vergleiche zu aktuellen Stücken haben. Gleichzeitig können sie die letzten paar Jahre nochmal resümieren, da wir ja doch jede Menge Alben rausgebracht haben.

HH: Als ich mir die Songs das erste Mal anhörte, hatte ich das Problem, das sich die älteren Songs nicht mit den neuen Songs ergänzten und man genau heraushörte, welches altes Material und welches neues Material war. Die Einheit, die man sonst bei euren Album verspürte habe ich am Anfang etwas vermißt.

David: Ganz kann ich das nicht nachvollziehen, da das Album eigentlich einen gewissen Fluss hat, denn die Lieder wurden alle zum selben Zeitpunkt aufgenommen, letzten Sommer. Ich wollte, dass es eine sponate aggressive Platte wird und egal ob es ein Partysong wie "Hot And Wild" oder ein epischer Song wie "Rain Of Fire" ist, die Songs hatten alle die gleiche Intention.

HH: Wie du schon selbst sagtest, seid ihr die letzten Jahre sehr fleißig gewesen und habt viele Alben veröffentlicht. Glaubst du, dass sie bei euren Fans irgendwann mal ein Sättigungsgefühl einstellen könnte? (Ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch, der auf so dumme Fragen kommt) ;-)

David: Es sieht nicht so aus, eher im Gegenteil, je mehr wir machen desto mehr wollen die Leute hören. Sie sagen, es ist nie zuviel. Wenn ich zum Beispiel Mails von Fans lese oder mit Leuten spreche, höre ich oft: "Ja, wir haben jetzt die die letzten Alben von euch, wann kommt das nächste raus...". Das wir zuviel machen würden, habe ich noch nie gehört, unsere Fans sind eher wie Peronis (Keine Ahnung wer das sein soll - Thorsten), nie zufrieden und wollen immer mehr zum Essen. (lacht)

HH: Ein Song der neuen CD heißt "Rain Of Fire". Es fällt auf, dass du dich viel mit dem Thema Feuer beschäftigst, was bedeutet Feuer für dich?

David: Feuer ist ein lebendes Ding. Wenn du Feuer entzündest ist es wie eine eigene Einheit und es entsteht ein gewisse gewisse Atmosphäre. Feuer erweckt im Menschen immer gewisse primitive Reaktionen, denn es erweckt sofort die Auferksamkeit der Leute. Vielleicht kommt es daher, dass Feuer nie gleich ist, es bewegt sich und ist wie eine lebende Kreatur, die sowohl heilen und helfen als auch töten kann. Es ist ein gefährlicher Freund.

HH: Neben The Book Of Burning habt ihr ja auch noch eine Best Of Scheibe rausgebracht. Wolltest du damit neuen Fans die Chance geben, mal in euer Material reinzuschnuppern?

David: Ja, zum einen schon. Zum anderen habe ich ja versucht, viele Besonderheiten auf diese Platte zubringen, wie neue Songs und andere Version der älterer Stücke, dass auch Fans, die schon alle Platten von uns haben, etwas für ihr Geld bekommen. Ich wollte auch eigentlich eine Doppel CD daraus machen, aber das ist leider nichts geworden.

HH: Was habt ihr für Pläne für die Zukunft? Ich habe von einer DVD gehört.

David: Oh, wir haben viele Pläne für die Zukunft, die DVD ist ein großer davon und ich habe auch schon viel Material dafür zusammen gestellt. Allerdings ist das nicht das einzige, denn außerdem haben wir noch ein Live Album in Planung, wir wollen mehrere Konzerte/Touren spielen, ein neues Studioalbum natürlich und zu guter Letzt noch ein neues großes Stück für's Theater. Wie du siehst, eine ganze Menge!

HH: Das kann man wohl sagen. Aber schauen wir nochmal zurück. Wenn du auf die letzten 20 Jahre zurückblickst, würdest du irgendetwas ändern, wenn du könntest?

David: Es gibt schon mehrere Sachen, wo ich zurückgeschaut habe und mir gesagt habe, dass hättest du besser nicht oder anders gemacht. Andererseits machen alle deine Entscheidungen, ob nun gut oder schlecht, den Menschen aus dir, der du bist. Und deswegen habe ich kein Verlangen was zu ändern. Shit happens und schließlich lernt man ja auch aus seinen Erfahrungen.

HH: Was bedeutet Metal für dich?

David: Für mich ist es ein spezieller Sound, der einen gewissen Spirit weckt und der einem seine Kräfte wiedergibt, wenn man mal nicht so gut drauf ist. Bei dem Sound kann man einfach die Welt vergessen und loslassen.

HH: Gibt es zur Zeit noch irgendwas anderes neben Heavy Metal für dich.

David: Nö, das ist alles! (Wenn ich mir die Liste seiner Pläne anschaue, verwundert mich das auch nicht, Thorsten)

HH: Euer nächstes Album, auf was müssen wir uns da einstellen?

David: Schauen wir mal. Jedes Album spiegelt ja die Gedanken und Gefühle des Musikers wieder, die er gerade in der jeweiligen Phase seines Lebens durchmacht, von dem her kann man nie genau sagen, wie es sich anhören wird. Man wird es als Virgin Steele Platte erkennen, aber ich habe nicht vor mich selbst zu kopieren. Es ist immer etwas altbekanntes dabei, aber auch etwas Neues.

HH: Wo schreibst du deine Songs? Nimmst du dir speziell Zeit dafür?

David: Ich schreibe ja nicht immer Songs, aber ich sammele immer Eindrücke und Entwürfe für Songs in meinem Kopf, bewußt oder unbewußt. Zur Zeit arbeite ich daran allerdings nur mit halber Leitsung, da ich viele Interviews etc. geben muss.

HH: Machen dir diese Interviews Spaß oder sind sie ein nervender Teil deiner Arbeit, der einfach dazugehört?

David: Es kommt drauf an. Manche machen viel Spaß und manche weniger. Am schlimmsten sind die, wenn die Leute unvorbereitet sind und unsere Musik überhaupt nicht kennen und ich deswegen alles erklären muß. Aber eigentlich rede ich gerne über Musik und genieße es, allerdings braucht man die richtigen Gesprächspartner. Aber ich mache sie, sie sind ein Teil von meinem Job, der einfach dazugehört.

HH: Es ja auch nicht unbedingt eine schlechte Sache, um seine Brötchen zu verdienen.

David: Stimmt, da gibt es Schlimeres. (lacht)

HH: Was sind deine musikalischen Einflüsse? Queen hast du schon mal anklingen lassen.

David: Ja sicher Queen. Und dazu kommen noch Led Zeppelin, Black Sabbat und ich denke die ganze Deep Purple/Rainbow-Familie und auch noch UFO. Aber ich mag z.B. auch weichere Sachen wie Bowie, T-Rex, Roxy Musix und Ultravox. Ich bin da eigentlich sehr offen. Und man darf natürlich nicht die klassische Seite vergessen, wie z.B. Chaupin, Debussy, Bach etc.

HH: Eine Sache die mir noch einfält, wenn ich an eure Tour denke, wirst du auch in Zukunt selbst das Keyboard spielen oder hast du vor jemanden für diesen Part einzustellen? Es schränkt ja schon sehr deinen Aktionsradius auf der Bühne ein.

David: Ich habe es eigetlich immer selber gemacht. Aber jetzt wird der Keyboardanteil immer mehr, weil die Musik auch komplexer geworden ist. In den Anfangstagen habe ich bloß bei 10% der Songs das Keyboard gebraucht oder auch wenn Songs Keyboard enthielten, habe es auch oft weggelassen, weil es nicht ganz so wichtig war. Jetzt ist das manchmal ein Problem, weil ich eigentlich gerne vorne vor den Leuten stehe und nur singe. Aber ich liebe es auch sehr Keyboard zuspielen, speziell bei manchen Songs. Aber angedacht ist es schon, jemand für das Keyboard anzuheuern, damit ich ein bißchen mehr Freiheit auf der Bühne habe. Aber schauen mal was das wird!

HH: Hast du noch einen speziellen Traum, den du dir im Bereich der Musik noch erfüllen möchtest?

David: Ein musikalischen Traum den ich noch habe, ist, einen kompletten Soundtrack für einen Film zu schreiben und einzuspielen, so ungefähr wie bei Highlander oder Excalibur. Allerdings nicht nur einzelne Songs, sondern wirklich alles. Das wäre ein großer Traum von mir und eine sehr gute Gelegenheit viele meiner Ideen unterzubringen.

HH: Das sind doch nette Aussichten. Ich drück dir die Daumen und danke für das Interview.

David: Kein Problem, ich habe zu danken.

Thorsten

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