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Interview

Interview mit Sacred Steel (18.02.2002)

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Auch wenn heute, am 15. Februar, mal wieder ein arschkalter und triester Tag ist und der Frühling ferner scheint als die Chancen der deutschen Nationalmannschaft auf den WM-Titel, werden wohl in diesen Tagen die Osterglocken für eingefleischte Power Metal-Fans wohl schon ein paar Wochen früher aufblühen. Der Raum/Zeitbeschleuniger hört auf den Namen Slaughter Prophecy und entstammt einer Stahlschmiede aus dem Schwabenländle, die einst im Stahl wiedergeboren wurden, als Kriegsgötter des Metals die Night gerult und mit dem letzten Album ihre Blutlust gestillt haben. Nun steht die Schlachtprophezeihung in den Startlöchern und zu diesem Zweck haben sich Gitarrist Oli und meine Wenigkeit, The General, per E-mail über den momentanen Stand der Dinge unterhalten, auch wenn Herr Grosshans bei der ein oder anderen Frage nicht so wirklich Interesse aufbringen konnte...So fuckin' what!? Lest einfach selbst...

HH: Nach einigen Durchläufen von dem neuen Album Slaughter Prophecy bin ich zu mehreren Erkenntnissen gekommen. Zum ersten ist mir aufgefallen, dass ihr mit jedem Album massenkompatibler werdet, wobei ich nicht glaube, dass da Kalkül dahintersteckt. Aber wenn ich an Reborn In Steel denke, dann fallen mir einige Die hard-Fans ein, die froh waren, dass es doch noch Bands gibt, die sich an dem US Metal der 80ger orientieren und nicht auf den Hammerfall-Zug aufgesprungen sind. Heute ist Sacred Steel schon fast fester Bestandteil in der deutschen Metallandschaft, obwohl sich gerade in punkto Gesang, an dem sich ja bislang die meisten Geister schieden, nicht viel verändert hat. Wie erklärst du dir diesen Verlust vom Image "love us or hate us"?

Oli: Also erstens muss ich mal anmerken, dass wir keines Wegs unser "love it or hate it!"-Image verloren haben. Uns hassen immer noch genau so viele Leute wie früher, und das ist auch gut so! Das wir eine beständige Band sind, kann man uns wohl kaum jemand zum Vorwurf machen. Wir haben schon immer das gemacht was wir wollten, und das wird, solange diese Gruppe existent ist, zur Hölle auch so bleiben! Wir haben uns fürchterlich aufgeregt diesmal nicht den letzten Platz im Hammer gemacht zu haben. Das war der Abbruch einer Serie, die es zu vervollständigen galt! (klare Ziele haben sich die Jungs da gesetzt...- der Verf.)
Zweitens denke ich nicht, dass wir mit unserer neuen Pladde arg viel massenkompatibler geworden sind. Im Gegenteil, wir sind sogar einen Schritt zurück gegangen, zumindest in Punkto Aggressivität und Härte. Wir wollten, dass die Scheibe roher klingt als Bloodlust und das haben wir ganz gut hingekriegt, denke ich.
Drittens würde ich sagen, dass sich wohl auch kein alter Fan beschweren kann. Gut, mit dem Titel-Track werden die meisten ihre Probleme haben, aber hey, wo Sacred Steel drauf steht ist auch Sacred Steel drinne... klar?!

HH: Grundsätzlich habt ihr wieder ein paar Härtegrade zugelegt. Da müßte euch die momentane "Trendbewegung" (ich weiß, gefährliches Wort...) hin zu thrashigeren Klängen doch gerade gelegen kommen?

Oli: Ehrlich gesagt scheren wir uns einen feuchten Dreck um diese "Trend" Sachen! Auf marktwirtschaftliche Gesichtspunkte scheißen wir ebenso, da wir ohnehin nix dran verdienen!...Wie gesagt, wir machen doch eh' was wir wollen!

HH: Dann ist mir aufgefallen, dass sich Slaughter Prophecy wie eine Symbiose aus Reborn In Steel, My Darkest Hate und teilweise wie Dawn Of Winter anhört. Wenn ihr euch so weiterentwickelt, müßte doch spätestens mit dem übernächsten Album My Darkest Hate überflüssig sein, wenn man mal den Gesang außen vor läßt, oder?

Oli: Ein definitives NEIN! Sacred Steel und My Darkest Hate sind zwei eigenständige Bands und haben nix miteinander zu tun, bis auf die Tatsache, dass der Jörg M. und meine Wenigkeit in beiden Kappellen mitspielen. Rein theoretisch müßtet ihr jetzt nur noch ein bißchen 80ger Glam einbauen... Reden wir jetzt über Stykky Fykk oder Sacred Steel...Witzbold, ha, ha!?"

HH: Das darfst du dir aussuchen, hähähä... Und da stellt sich mir dann auch noch die Frage, warum ihr nicht alle eure Einflüsse grundsätzlich bei Sacred Steel auslebt, anstatt aus jeder Sparte ein eigenes Projekt am Start zu haben?

Oli: Wir leben unsere Einflüsse nicht in "Projekten" aus, sondern in Bands, lieber Harald. Sacred Steel ist unser aller Hauptaugenmerk, da wir als Band zusammen gewachsen sind und hier unsere eigentlichen Wurzeln liegen.

HH: Ich habe leider noch keine Texte zum neuen Album. Vielleicht kannst du ja mal kurz darauf eingehen, was uns der Slaughter so alles prophezeit?

Oli: Booklet lesen, ha ha ha!! In "Slaughter Prophecy" z.B., geht's um 'ne Hexe, die den Inquisitoren und all ihren Nachfahren ewige Rache schwört, in dem sie wiederkehrt und alle auf die eine oder andere grausame Weise um die Ecke bringt... usw. Den Rest entnehme bitte wirklich dem Booklet, die, die's interessiert, haben die CD/LP sowieso, und wenn ich hier über jeden Song was erzählen würde, käme ich ja zu gar nix mehr!

HH: Du hast mir mal verklickert, dass du noch in einer Misfits-Coverband spielst. Ich habe aber vergessen, wie die Band hieß. Kannst du mir da noch mal auf die Sprünge helfen und bei der Gelegenheit kannst du ja auch gleich anmerken, wo man euch mal live bewundern kann?

Oli: Die Bande schimpft sich Teenagers From Mars. Wir haben's endlich mal auf die Reihe gekriegt, ein Demo aufzunehmen, und sind nun dabei, ein paar Live Dates zu organisieren. Unter anderem haben wir das Angebot, eine Club-Tour mit Icon Clan (Norwegische Punk-Combo) und Heartattack In Manhatten (Rock'n'Roll, Baby!) mit zu zocken. Es stehen bis jetzt aber noch keine Dates fest. Außerdem ist unser Sänger letztes Jahr Papi geworden, was uns zeitmäßig auch etwas einschränkt. Aber wir werden mit Sicherheit ein paar Gigs spielen, noch in 2002. Ich geb dir dann bescheid, wenn's dich interessiert.

HH: Aprostata Live; am 22.Februar gibt's wieder traditionell eine Releaseparty zum neuen Album in der Scala zu Ludwigsburg. Wird dieser Event nicht langsam zu einem alljährlichen Deja-Vu? Mit Wizard habt auch nicht gerade eine Band im Vorprogramm, die noch nie bei einer Releaseparty von euch gewesen wäre. Fehlen nur noch Goddess of Desire...

Oli: ... wem's zu langweilig wird, braucht ja nicht hingehen. Für uns ist es fast schon zu einer Art Tradition geworden, und das Scala bietet hierfür ja wohl auch die richtige Kulisse. In erster Linie geht es uns um die Party die wir bei der Geschichte haben, und zu einer Party lädt man sich nun mal Kumpels ein, oder!? Wir hätten auch Solstice (U.K.) geholt, das hätte unseren finanziellen Rahmen jedoch gesprengt.

HH: Stell dir vor, der Wargod Of Metal himself hätte dich dazu berufen, für seine Majestät ein Festival auszurichten, für das du ihm zehn Bands rekrutieren mögest. Mit welcher Auswahl würdest du deinen Gebieter verblüffen?

Oli: Hmm...lustige Vorstellung (grins!)!?
Slough Feg
Sanctuary
Vader
Motorhead
Solstice
Bolt Thrower
At The Gates
Misfits
Jack Frost
Slayer

HH: Was interessiert dich neben der Musik sonst noch so? Hast du irgendwelche ausgefallenen Hobbys oder sowas?

Oli: Ich habe neben der Musik noch eine Freundin und eine eigene Firma, da bleibt nicht mehr viel Zeit für Hobbys.

HH: Kannst du dich noch an dein bestes Konzert erinnern, dass du je gesehen hast und je selbst gespielt hast?

Oli: Jepp, das waren Slayer auf der Reign In Blood Tour, einfach geil!!! Den besten Gig, den ich von der Bühne aus mitgespielt habe, war in Athen... absolut verrückte Metalköppe in Griechenland, voll Geeiil!!!

HH: Gibt es Bands oder Personen aus dem Musikzirkus, die du aufgrund deiner persönlichen Erfahrungen absolut nicht ab kannst?

Oli: Ja, einige... aber die verrat ich dir nicht!

HH: In meinem allerersten Sacred Steel Interview habe ich den Jörg nach euren Einflüssen gefragt, wobei natürlich die glorreichen Achtziger des US Power Metals zur Sprache gekommen sind. Stell dir vor, J.D. Kimball und Bill Ramp würden zu einer eurer Shows kommen und nach dem Konzert zu euch sagen: "Jungs, ihr seid echt scheisse!". Wäre das ein Grund für euch, das Handtuch zu schmeissen?

Oli: Nö, wieso? Wir machen die Mucke ja in erster Linie für uns, und nicht für die. Nur weil man von etwas oder jemand beeinflusst ist, muss das nicht zwangsläufig heißen, das jedes Wort von dem/der/die das Gesetz ist! In dem Fall würde ich es als konstruktive Kritik aufnehmen bzw. zur Kenntnis nehmen und zwischen zwei Bierchen auch wieder vergessen...

HH: Weil ich weiß, dass du auf Konzerten und Festivals nicht so ganz abstinent unterwegs bist, fällt dir da zum Abschluß noch eine witzige und/oder peinliche Anekdote ein, die du verantworten kannst, im Internet Preis zu geben?

Oli: Lege dich nicht in fortgeschrittenem Betrink-Stadium mit einem Berliner an, der meint, dir seine Kampfsport Techniken demonstrieren zu müssen. Du könntest den Rest des Festivals humpelnder Weise miterleben! Mir tut der Haxen heute noch weh! In schmerzhafter Erinnerung ans Summer Breeze 2001...

The General

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